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ÖBB warnt auf dem Ticket vor deutschen Anschlüssen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Anschluss ungewiss)

Der Chefredakteur liest seine Fahrkarte. Es steht ein Hinweis drauf. Foto: wpa (Symbolbild)
Salzburg (wpa) – Die Österreichischen Bundesbahnen drucken seit Juli einen Warnhinweis auf grenzüberschreitende Fahrkarten. Er betrifft Anschlüsse in Deutschland.
Der Hinweis sagt: Anschlüsse in Deutschland werden zu 61 Prozent erreicht. Die Zahl stammt aus deutschen Daten.
Verwendet wurden die veröffentlichten Pünktlichkeitswerte. Die sind frei abrufbar.
„Wir informieren unsere Kunden vollständig“, teilt die ÖBB mit. Vollständig ist die Angabe.
Die deutsche Seite hat um Streichung gebeten. Die Bitte wurde geprüft.
Geprüft wurde, ob die Zahl stimmt. Sie stimmt.
Gestrichen wurde nichts. Angeboten wurde eine Aktualisierung.
Aktualisiert wird der Wert quartalsweise. Im dritten Quartal lag er bei 59 Prozent.
Der Hinweis wurde entsprechend geändert. Gedruckt wird seither 59.
Erhoben wird die Quote von der ÖBB selbst, seit 2022. Sie ist seither um elf Punkte gefallen.
Betroffen sind rund 1,4 Millionen Fahrkarten im Jahr. Der Druck kostet nichts extra.
Die ÖBB weist verspätete deutsche Züge seit 2023 an der Grenze ab. Grund ist der eigene Taktfahrplan.
Ein verspäteter Zug belegt eine Trasse, die einem anderen gehört. Deshalb die Abweisung.
Das ist betrieblich nachvollziehbar. Es ist auch eine Aussage.
Die deutsche Seite hat im August eine eigene Zurückweisungsregelung eingeführt. Sie gilt an der Grenze zu Österreich.
In der ersten Woche wurden 41 Züge zurückgewiesen. Überwiegend Nachtzüge.
Ihre Verspätung entstand meist auf deutschem Gebiet. Das ergibt sich aus den Trassendaten.
Beide Regelungen wirken in dieselbe Richtung. Weniger Züge fahren über die Grenze.
Die Zahl grenzüberschreitender Verbindungen ist seit 2023 um 14 Prozent gesunken. Erhoben hat das die EU-Kommission.
Der Rückgang widerspricht dem europäischen Ziel. Das Ziel ist mehr Verkehr über die Grenze.
Ein Verfahren wurde nicht eingeleitet. Beide Regelungen sind national zulässig.
Betroffen sind vor allem Reisende, die über München fahren.
Frau Brunner ist 44 und fährt monatlich zu einer Behandlung nach Hamburg. Seit Januar plant sie drei Stunden Puffer ein.
Der Puffer bedeutet eine zusätzliche Übernachtung. Die kostet 90 Euro.
Erstattungsfähig ist sie nicht. Erstattet wird die Verspätung, nicht ihre Vermeidung.
Sie hat den Hinweis auf ihrer Fahrkarte gelesen. Zuerst hielt sie ihn für einen Übersetzungsfehler.
Er war keiner.
Genützt hat er ihr nichts.
Er hat ihr recht gegeben.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Der aufgedruckte Hinweis nennt 59 Prozent Anschlusssicherheit, die eigene Quote liegt bei 50 +++
+++ Erstattet wird die Verspätung, nicht ihre Vermeidung +++
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