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Vier Abgeordnete verpassen im Zug das Schienenausbau-Gesetz
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (namentliche Abstimmung)

Der Chefredakteur sucht die vier. Sie sind unterwegs. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der Bundestag hat das Schienenwegeausbaugesetz beschlossen. Vier Abgeordnete fehlten bei der Abstimmung.
Alle vier waren mit der Bahn angereist. Zwei standen in Fulda, zwei in Hannover.
Die Abstimmung war für 13:40 Uhr angesetzt. Sie begann um 13:44 Uhr.
Die vier trafen zwischen 14:10 und 15:30 Uhr ein. Da war das Gesetz beschlossen.
„Die Anreise lag im Verantwortungsbereich der Abgeordneten“, sagt Sitzungssprecher Kurt Anwesenheitsliste. Verantwortet wurde die Wahl des Verkehrsmittels.
Vier von 736 nahmen die Bahn und kamen zu spät. Das Gesetz für die Bahn kam ohne sie zustande.
Alle 736 Abgeordneten haben eine BahnCard 100. Sie kostet den Bundestag 3,3 Millionen Euro im Jahr.
Regelmäßig genutzt wird sie von rund 190. Die übrigen reisen anders.
Anders heißt: mit dem Dienstwagen, dem Flieger, dem eigenen Auto. Die Karte liegt im Büro und gilt.
Wer die Bahn nahm, verpasste die Abstimmung. Wer sie mied, war pünktlich im Saal.
Herr Deckert stand am selben Nachmittag in Fulda. Er hat eine normale BahnCard, keine für 4.550 Euro.
Sein Zug fiel aus wie der der Abgeordneten. Nur bekam er kein Verständnis von einer Verwaltung.
Der Vorstand freut sich über das beschlossene Ausbaugesetz. Beschlossen haben es die, die nicht Bahn fuhren.
Ein Parlament, das übers Fahren abstimmt, ohne anzukommen, ist ehrlich. Es zeigt, worüber es abstimmt.
Der Minister lobt die breite Mehrheit für die Schiene. Vier Stimmen der Schiene standen dabei am Gleis.
Gemessen wird die Beschlussfähigkeit, nicht die Anreiseart. Beschlussfähig war der Saal, leer die vier Plätze.
Für die BahnCards gibt es kein Nutzungsziel. Es gibt sie, ob man fährt oder nicht.
So beschließt der Bundestag den Ausbau der Schiene, die er selbst kaum benutzt. 190 fahren, 546 haben eine Karte.
Die vier Verspäteten trafen ein, als alles vorbei war. Ihre Karte war gültig, ihr Zug nicht.
Vier Abgeordnete verpassten im Zug das Schienenausbau-Gesetz, während 546 Kollegen ihre 4.550-Euro-BahnCard im Büro liegen ließen. Beschlossen wurde die Schiene von denen, die anders reisten.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Gesetz mit 41 Stimmen Mehrheit angenommen, enthalten war eine Kürzung der Regionalisierungsmittel um 2,4 Prozent +++
+++ Die Redebeiträge der vier Abgeordneten liegen dem Protokoll bei und gelten als gehalten +++
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