90 Millionen für den Taktknoten, die Züge treffen sich zwei Minuten zu spät

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90 Millionen für den Taktknoten, die Züge treffen sich zwei Minuten zu spät

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (alle verpasst)

Taktknoten Satire: Waschbär steht auf einem leeren Bahnsteig zwischen mehreren Gleisen

Zur vollen Stunde ist hier viel los. Zwei Minuten später auch. Foto: wpa (Symbolbild)

Fulda (wpa) – In Fulda wurde ein Taktknoten eingerichtet. Alle Züge sollen sich dort zur vollen Stunde treffen.

Der Umbau kostete 90 Millionen Euro. Sechs Jahre.

Seit der Eröffnung im März treffen sich dort keine Züge. Sie kommen zu verschiedenen Zeiten an.

Der Zug aus Kassel soll um 07:54 Uhr ankommen. Der Zug nach Würzburg fährt um 07:56 Uhr ab.

Angekommen wird um 07:58 Uhr. Die Differenz sind zwei Minuten.

Sie liegt in der falschen Richtung. Der Anschluss fährt, bevor der Zubringer da ist.

„Der Knoten ist technisch einwandfrei“, sagt Projektleiter Bodo Taktfrage. Das Problem liege im Fahrplan.

Das Bauwerk steht, die Zeiten passen nicht. 90 Millionen für ein Treffen, das nicht stattfindet.

Ein Taktknoten, dessen Takt nicht stimmt, ist ein teurer Bahnhof. Er verbindet Gleise, nicht Anschlüsse.

Herr Gundlach steigt aus Kassel um 07:58 aus. Sein Würzburger Zug fuhr um 07:56, er sieht die Rücklichter.

Zwei Minuten trennen ihn vom Anschluss, jede Stunde neu. Gebaut wurde für die volle Stunde, gefahren wird daneben.

Der Vorstand nennt den Knoten ein Rückgrat des Regionalverkehrs. Das Rückgrat trägt einen Fahrplan, der nicht passt.

Sechs Jahre Umbau für zwei Minuten Fehlpassung. Die Minuten kann man verschieben, den Beton nicht.

Der Minister lobt die verbesserte Verknüpfung im Knoten Fulda. Verknüpft sind die Gleise, verpasst die Züge.

Gemessen wird die technische Fertigstellung, nicht der erreichte Anschluss. Fertig ist der Knoten, offen der Übergang.

Für eine Anpassung des Fahrplans läuft eine Prüfung. Sie kostet nichts und stünde schon im Dezember.

90 Millionen Beton warten auf zwei Minuten Federstrich. Der Strich ist billiger, der Beton war schneller da.

So knüpft man einen Taktknoten, indem man baut und den Fahrplan vergisst. Der Knoten hält, der Anschluss nicht.

Kassel 07:58, Würzburg 07:56, jede Stunde die gleiche Lücke. Zwei Minuten, für die man sechs Jahre baute.

Fulda bekam für 90 Millionen einen Taktknoten, an dem sich die Züge zwei Minuten verfehlen, in der falschen Richtung. Technisch einwandfrei, sagt man, das Problem liege im Fahrplan, und Herr Gundlach sieht jede Stunde die Rücklichter.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 90 Millionen für den Knoten, 2,4 Millionen hätte die Langsamfahrstelle im Zulauf gekostet +++

+++ Sie war nicht Teil des Vorhabens, weil sie einem anderen Regionalbereich zugeordnet ist +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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