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90 Millionen gut angelegt: Taktknoten Fulda verfehlt alle Anschlüsse um zwei Minuten
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (alle verpasst)

Zur vollen Stunde ist hier viel los. Zwei Minuten später auch. Foto: wpa (Symbolbild)
Fulda (wpa) – In Fulda wurde ein Taktknoten eingerichtet. Alle Züge sollen sich dort zur vollen Stunde treffen.
Der Umbau kostete 90 Millionen Euro. Er dauerte sechs Jahre.
Seit der Eröffnung im März treffen sich dort keine Züge. Sie kommen zu verschiedenen Zeiten an.
Der Zug aus Kassel erreicht Fulda um 07:58 Uhr. Der Zug nach Würzburg fährt um 07:56 Uhr ab.
Die Differenz beträgt zwei Minuten. Sie liegt in der falschen Richtung.
„Der Knoten ist technisch einwandfrei“, sagt Projektleiter Bodo Trassenberg. Die Infrastruktur funktioniere, man habe nur vergessen, Züge dazuzubestellen.
Das Problem liege im Fahrplan. Er wird an anderer Stelle erstellt.
Zuständig ist eine Abteilung in Frankfurt. Sie war am Umbau nicht beteiligt.
Die Abstimmung sollte 2023 erfolgen. Der Termin wurde zweimal verschoben.
Beim dritten Mal kam niemand. Die Einladung war an eine alte Adresse gegangen.
Ein Taktknoten ist ein einfaches Prinzip. Züge kommen an, Fahrgäste steigen um.
Die Schweiz nutzt es seit 1982. Dort funktioniert es.
In Deutschland gibt es 26 solcher Knoten. Bei 19 klappt der Anschluss.
Bei sieben nicht. Fulda ist der teuerste davon.
Eine Korrektur ist möglich. Sie erfordert eine Fahrplanänderung.
Die nächste ist im Dezember. Fulda steht dort nicht auf der Liste.
Die Liste wurde im Januar geschlossen. Der Fehler fiel im März auf.
Damit rückt die Korrektur auf Dezember 2027. Bis dahin bleiben es zwei Minuten.
Fahrgäste haben sich angepasst. Viele nehmen den Zug eine Stunde früher.
Damit warten sie 58 Minuten in Fulda. Der Bahnhof hat darauf reagiert.
Es gibt jetzt mehr Sitzplätze. Und einen zweiten Kaffeeautomaten.
Der Umsatz stieg um 31 Prozent. Der einzige messbare Erfolg von 90 Millionen Euro gehört einem Kaffeeautomaten, und bezahlt haben ihn die Leute, die dort 58 Minuten warten.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 90 Millionen Euro für einen Treffpunkt, an dem sich niemand trifft +++
+++ 90 Millionen für zwei Minuten – das teuerste Versäumnis im Netz +++
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