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Zug steht seit 2019 auf ein 11.000-Euro-Teil, das es nicht mehr gibt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Teil unterwegs)

Der Zug ist fast fertig. Es fehlt ein Teil. Foto: wpa (Symbolbild)
Krefeld (wpa) – In einer Werkstatt in Krefeld steht ein Zug. Er wartet auf ein Ersatzteil.
Bestellt wurde es im November 2019. Geliefert wurde es nicht.
Es ist ein Steuergerät für die Türen. Der Hersteller hat die Fertigung 2021 eingestellt.
Ein Nachfolgemodell gibt es. Es passt nicht ohne Umbau.
Der Umbau muss zugelassen werden. Der Antrag läuft seit 2020.
„Wir sind in einem laufenden Verfahren“, sagt Beschaffungsleiter Ortwin Bestellnummer. Details nenne man nicht, das Verfahren laufe ja noch.
Das Verfahren läuft seit 2020, der Zug steht seit 2019. Beide bewegen sich nicht.
Der Zug ist ansonsten fahrbereit. 2021 komplett überholt.
Überholt für die Strecke, festgehalten von einer Tür. 11.000 Euro fehlen, in Form eines Geräts.
Frau Assmann fährt die Linie, auf der dieser Zug fehlt. Ihr Ersatz ist ein kürzerer, vollerer Zug.
Ein ganzer Wagenzug steht wegen eines Türteils. Fahren könnte er, öffnen nicht.
Der Vorstand verweist auf die komplexe Ersatzteillage. Komplex ist ein Teil, das keiner mehr baut.
11.000 Euro kostet das Original, das es nicht gibt. Der Umbau kostet mehr und wartet auf einen Stempel.
Der Minister lobt die Instandhaltungsstrategie der Bahn. Strategisch steht ein überholter Zug seit sechs Jahren.
Gemessen wird die Zahl der laufenden Verfahren, nicht der stehenden Züge. Ein Verfahren läuft, ein Zug nicht.
Für die Zulassung des Umbaus gibt es keinen Termin. Es gibt ein Aktenzeichen von 2020.
Ein Zug, überholt und startklar, gefangen von einer Türsteuerung. Das ist die Substanz, von der die Bilanz spricht.
So hält man einen Fuhrpark instand, indem man ihn auf Teile warten lässt, die es nicht mehr gibt. Sechs Jahre, ein Gerät.
Bestellt 2019, eingestellt 2021, beantragt 2020, gefahren nie. Vier Jahreszahlen, kein Zug.
In Krefeld steht ein fahrbereiter Zug seit 2019 und wartet auf ein Türteil für 11.000 Euro, das es nicht mehr gibt. Das Nachfolgeteil bräuchte einen Umbau, dessen Zulassung seit 2020 läuft, und Frau Assmann fährt derweil im volleren Ersatz.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Teil für 11.000 Euro seit sieben Jahren nicht lieferbar, Zug im Wert von 4,1 Millionen steht +++
+++ Zulassungsstelle mit vier Beschäftigten, Rückstand 340 Vorgänge +++
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