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Neigetechnik abgeschaltet, jetzt ist die Landschaft schön
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (in der Kurve)

Die Kurve bleibt. Das Tempo nicht. Foto: wpa (Symbolbild)
Hof (wpa) – Die Neigetechnik der Regionalzüge in Oberfranken wird abgeschaltet. Betroffen sind 40 Fahrzeuge.
Die Technik erlaubte höheres Tempo in Kurven. Sie gleicht die Fliehkraft aus.
„Das System ist wartungsintensiv“, sagt Technikvorstand Dietmar Kurbel. „Und die Ersatzteile sind alt.“
Ohne Neigetechnik dauert die Fahrt länger. Auf der Strecke Hof–Nürnberg um 20 Minuten.
Im Fahrplan stehen diese Minuten schon. Eingerechnet 2021.
Damals war die Technik schon oft kaputt. Die Planung hat reagiert.
Für Fahrgäste ändert sich also wenig. Der Zug war eh so lange unterwegs.
Die Fahrzeuge wurden 2003 mit Aufpreis gekauft. 4,1 Millionen je Zug für die Neigetechnik.
Abgeschrieben sind sie seit 2023. Die Technik gleich mit.
Im Datenblatt steht sie weiter. Das wird erst bei Neukauf geändert.
Die Strecke wurde in den Neunzigern für Neigetechnik ausgebaut. 400 Millionen Euro.
Ausgebaut wurden Signale und Oberbau. Die Kurven blieben, wie sie waren.
Genau das war der Plan. Schneller ohne die Gleise zu begradigen.
Das lief 15 Jahre. Dann wurde die Wartung zum Problem.
Den Hersteller der Steuerung gibt es nicht mehr. Ersatzteile werden nachgebaut.
Ein Nachbau kostet das Fünffache. Lieferzeit: 14 Monate.
Bayern hat Gespräche angekündigt. Man wolle die Fahrzeit halten.
Dafür müsste man begradigen. Kostet 2 Milliarden Euro.
Eine Planung dafür liegt vor. Von 2008.
Umgesetzt wurde sie nie. Grund war die Neigetechnik.
Damit schließt sich ein Kreis. Fachleute nennen ihn den fränkischen Bogen.
Jetzt prüft die Bahn eine dritte Möglichkeit. Neue Fahrzeuge mit Neigetechnik.
Anbieten würden das zwei Hersteller. Beide brauchen sieben Jahre.
Bayern stellt Geld in Aussicht. Genannt werden 900 Millionen Euro.
In der Mitteilung steht die Neigetechnik weiter drin. Weil sie im Datenblatt steht.
Bis dahin wird langsam gefahren. Die Landschaft ist schön.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Aufpreis für die Neigetechnik 4,1 Millionen je Zug, die Fahrzeitverlängerung steht seit 2021 im Fahrplan +++
+++ Fahrzeit ohne sie 22 Minuten länger, der Fahrplan wurde nach oben angepasst +++
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