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Bahn tauft ihre Züge nach Städten, die sie nicht anfährt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Ziel abweichend)

Der Zug heißt Bad Salzuflen. Er fährt nach Bremen. Foto: wpa (Symbolbild)
Hannover (wpa) – Die Deutsche Bahn tauft ihre Fernzüge weiter auf Städtenamen. Angefahren werden diese Städte meist nicht.
Betroffen sind 240 Fahrzeuge. Bei 180 passt der Name nicht zur Linie.
„Ein Name ist eine Ehrung, kein Fahrplan“, sagt Sprecherin Ulrike Namenstaufe. Geehrt wird die Stadt.
Geehrt wird sie mit einem Zug, der woanders fährt. Der Name steht am Wagen, die Stadt liegt abseits.
Getauft wird in einer Feierstunde. Dabei sind meist der Bürgermeister und ein Vorstand.
Danach geht der Zug in den Umlauf. Wohin er fährt, entscheidet die Disposition.
Die kennt die Namen nicht. Sie arbeitet mit Nummern.
So trägt ein Zug den Namen einer Stadt, die er nie sieht. Gefahren wird nach Nummer, geehrt nach Bewerbung.
Ausgewählt wird per Bewerbung. Beworben haben sich 141 Städte.
Frau Heck wohnt in einer der geehrten Städte. Ihr Namenszug hält 300 Kilometer entfernt.
Sie sah die Taufe, den Bürgermeister, den Vorstand. Den Zug sieht sie nie, er fährt eine andere Linie.
Der Vorstand nennt die Taufe eine Wertschätzung der Region. Wertgeschätzt wird der Name, nicht die Anbindung.
Eine Ehrung ohne Halt ist ein Schild ohne Ziel. Die Stadt steht am Wagen, nicht im Fahrplan.
Der Minister lobt die Verbundenheit der Bahn mit den Städten. Verbunden ist der Name, getrennt die Strecke.
Gemessen wird die Zahl der Taufen, nicht der Halte. Getauft sind 240, angefahren werden andere.
Wer geehrt werden will, bewirbt sich, nicht wer angebunden werden will. 141 Städte wollten einen Namen, keine bekam einen Halt.
Für eine Anbindung der geehrten Städte gibt es keine Zusage. Es gibt eine Feierstunde und ein Schild.
So ehrt die Bahn die Städte, indem sie ihre Namen dorthin fährt, wo sie nicht liegen. Die Ehrung reist, die Stadt bleibt.
240 Namen, 180 falsche Linien, 141 Bewerbungen, kein neuer Halt. Das ist die Taufe.
Die Bahn tauft 240 Züge nach Städten, von denen 180 gar nicht angefahren werden, denn ein Name sei eine Ehrung, kein Fahrplan. Frau Heck sah die Feierstunde, ihr Namenszug hält 300 Kilometer entfernt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 22 der 41 Namensstädte werden von der Baureihe nicht angefahren +++
+++ In elf Fällen hielt dort bis 2019 ein Fernzug +++
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