Bahn schafft die Wagenreihung ab, jetzt rät jeder selbst

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Bahn schafft die Wagenreihung ab, jetzt rät jeder selbst

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Abschnitt unbekannt)

Wagenreihung Satire: Waschbär steht mit Koffer auf einem langen Bahnsteig neben einem einfahrenden Zug

Wagen 12 ist irgendwo. Foto: wpa (Symbolbild)

Leipzig (wpa) – Die Deutsche Bahn schafft die angezeigte Wagenreihung ab. Wo welcher Wagen hält, wird künftig nicht mehr verraten.

Bisher zeigte eine Tafel am Bahnsteig, wo welcher Wagen hält. In 60 Prozent der Fälle stimmte es.

„Eine falsche Auskunft ist schlechter als keine“, sagt Fahrplanchefin Miriam Wagenstand. Also entfällt die Auskunft.

Damit sinkt auch die Fehlerzahl. Rechnerisch liegt sie jetzt bei null.

Bei null Auskunft ist null falsch. Das gilt intern als Qualitätssprung.

Gesprungen ist die Qualität, indem die Information verschwand. Falsch ist nichts mehr, bekannt auch nichts.

Reisende sollen sich mittig aufstellen. Von da ist der Weg in beide Richtungen gleich weit.

Der Bahnsteig ist 400 Meter lang. Die Mitte liegt bei 200.

Von der Mitte sind es 200 Meter bis zum Wagen, in jede Richtung. Gespart wird die Auskunft, gelaufen wird mehr.

Herr Uhde stand in der Mitte und suchte Wagen 12. Er rannte 180 Meter, die Türen schlossen.

Er hatte sich richtig aufgestellt, laut Empfehlung. Falsch war nur, dass niemand ihm sagte, wohin.

Der Vorstand nennt die Abschaffung eine Ehrlichkeitsoffensive. Ehrlich ist das Schweigen, teuer der Sprint.

Eine Anzeige, die zu 60 Prozent stimmt, hilft mehr als keine. Abgeschafft wurde die Hilfe, nicht der Fehler.

Der Minister lobt die verbesserte Datenqualität am Bahnsteig. Verbessert wurde sie durch Weglassen.

Gemessen wird die Fehlerquote der Anzeige, nicht der Laufweg der Reisenden. Fehlerfrei ist die leere Tafel.

Statt die Reihung zu korrigieren, hat man sie entfernt. Das ist billiger und rechnerisch perfekt.

Für eine zuverlässige Anzeige gäbe es Technik. Sie kostet mehr als eine leere Tafel.

So erreicht die Bahn null Fehler, indem sie nichts mehr anzeigt. Geraten wird jetzt von allen, gleich weit.

60 Prozent richtig, jetzt null angezeigt, 400 Meter Bahnsteig. Das ist die neue Reihung.

Die Bahn schafft die Wagenreihungs-Anzeige ab, weil sie nur zu 60 Prozent stimmte, und meldet null Fehler. Herr Uhde stand brav in der Mitte und rannte 180 Meter zum falschen Ende, die Türen schlossen.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Wagenreihung abgeschafft, weil sie zu oft nicht stimmte – Ursache sind kurzfristige Fahrzeugtausche +++

+++ Rollstuhlplätze sind einen Tag vorher anzumelden, der Halteort des Wagens ist unbekannt +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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