⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.
Der kurzfristige Gleiswechsel soll olympische Disziplin werden
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Sprint inklusive)

Ein Athlet im Wettkampf. Er wechselt von Gleis 7 auf Gleis 2. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der kurzfristige Gleiswechsel soll olympische Disziplin werden. Ein entsprechender Antrag liegt vor.
Eingereicht wurde er von einem deutschen Fahrgastverband. Begründet wird er mit jahrzehntelanger Praxis.
„Wir trainieren das täglich“, sagt Verbandssprecher Kurt Sprintwertung. Und zwar unfreiwillig.
Unfreiwillig trainiert wird der Sprint von Gleis 4 zu Gleis 12. Täglich, mit Gepäck.
Gewertet werden Zeit, Gepäckmenge und Haltung. Abzüge gibt es für Rempeln und lautes Fluchen.
Haltung zählt, weil man würdevoll rennen soll. Fluchen kostet Punkte, das erschwert es.
Als Wettkampfstätte ist ein realer Bahnhof vorgesehen. Nur dort seien die Bedingungen echt.
Echt sind die Durchsage in letzter Sekunde und die schließende Tür. Ein Stadion böte das nicht.
Herr Piechotta trainiert die Disziplin seit Jahren, morgens und abends. Sein Rekord steht bei 90 Sekunden, mit Koffer.
Er hat nie gewonnen, er hat immer nur seinen Zug erreicht, knapp. Das ist der Sport der Pendler.
Deutschland gilt als klarer Favorit. Kein anderes Land bietet so viel Training.
Die Schweiz hat schon abgesagt. Dort finde der Wechsel zu selten statt.
Wo die Anschlüsse passen, fehlt das Training. Der deutsche Vorteil ist die Unzuverlässigkeit.
Der Vorstand der Bahn äußert sich nicht zu dem Antrag. Er trainiert die Sportler unfreiwillig weiter.
Der Minister lobt die sportliche Fitness der Pendler. Fit sind sie, vom täglichen Sprint zwischen den Gleisen.
Gemessen wird die Zeit von Ansage bis Tür. Kurz ist sie, hart der Wettbewerb.
Für eine Trainingsförderung gibt es keinen Bedarf. Die Bahn liefert die Bedingungen gratis.
So wird aus dem täglichen Ärger eine Disziplin, im deutschen Vorteil. Trainiert wird unfreiwillig, gewonnen wird knapp.
Zeit, Gepäck, Haltung, Abzug fürs Fluchen, Favorit Deutschland. Das ist der Gleiswechsel.
Ein Fahrgastverband will den kurzfristigen Gleiswechsel zur olympischen Disziplin machen, und Deutschland ist Favorit, weil kein Land so viel unfreiwilliges Training bietet. Herr Piechotta läuft seinen Rekord mit Koffer, die Schweiz sagte ab, dort wechsle man zu selten.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 610 kurzfristige Gleiswechsel an einem Bahnhof im Jahr, angekündigt über Anzeige und Ansage +++
+++ Wechsel über die Unterführung am Rollator: elf Minuten, Ankündigung vier Minuten vor Abfahrt +++
Mehr Satire-Ersatzverkehr:
Alle Meldungen der Waschbär-Presseagentur
Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgen