Der Streiktag lief besser als ein normaler Dienstag

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Der Streiktag lief besser als ein normaler Dienstag

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (bestreikt)

Bahnstreik Satire: Waschbär steht mit einer leeren Trillerpfeife auf einem menschenleeren Bahnsteig

Ein Streikposten am Morgen. Er hatte wenig zu tun. Foto: wpa (Symbolbild)

Frankfurt (wpa) – Die Gewerkschaft hat für Dienstag zum Streik aufgerufen. Betroffen war der gesamte Fernverkehr.

Viele Fahrgäste bemerkten davon nichts. Sie erfuhren es abends aus den Nachrichten.

„Ich dachte, es ist ein normaler Dienstag“, sagt Pendlerin Britta Wenck. Es war ja alles wie immer.

Wie immer heißt: wenige Züge, viel Warten. Der Streik fiel darin nicht auf.

Die Bahn hatte vorsorglich einen Notfallfahrplan aufgestellt. Er sah 20 Prozent der Züge vor.

Gefahren sind davon 24 Prozent. Damit lag der Streiktag über dem Normalwert.

Der Normalwert der Vorwoche lag bei 22 Prozent. Grund war eine Stellwerksstörung.

Im Streik fuhren mehr Züge als eine Woche zuvor im Regelbetrieb. Gestreikt wurde, gefahren wurde besser.

Frau Wenck kam pünktlicher an als sonst. Am Streiktag, im Notfallfahrplan.

Sie las abends, dass sie hätte streikgeplagt sein sollen. Geplagt war sie in der Vorwoche, ohne Streik.

Der Konzern führt das auf gute Vorbereitung zurück. Die Gewerkschaft auf Zufall.

Vorbereitet war der Notfall besser als der Alltag. Der Alltag ist der eigentliche Notfall.

Der Vorstand nennt den Streiktag stabil. Stabil war er, weil der Normalbetrieb es nicht ist.

Wenn ein Streik den Betrieb verbessert, stimmt mit dem Betrieb etwas nicht. Verbessert hat ihn der Ausfall der übrigen.

Der Minister lobt die Belastbarkeit des Notfallfahrplans. Belastbar ist er, weil er mehr fährt als der reguläre.

Gemessen wird die Zahl der gefahrenen Züge, nicht ihr Anlass. 24 Prozent im Streik, 22 in der Vorwoche.

Für den Regelbetrieb gibt es keinen Notfallfahrplan. Es gibt den Alltag, der schlechter läuft.

So übersteht die Bahn einen Streik, indem er kaum vom Alltag zu unterscheiden ist. Bemerkt hat ihn keiner, gefahren wurde mehr.

20 Prozent geplant, 24 gefahren, 22 in der Vorwoche, ein unbemerkter Streik. Das ist der Streiktag.

Die Gewerkschaft bestreikte den Fernverkehr, doch der Notfallfahrplan fuhr mit 24 Prozent mehr Züge als die Vorwoche mit Stellwerksstörung. Frau Wenck hielt es für einen normalen Dienstag, es war ja alles wie immer.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Streikleitung meldet 100 Prozent Beteiligung – der Betrieb meldet keine Veränderung +++

+++ Notfallfahrplan versehentlich pünktlicher als der reguläre +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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