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Zug fällt aus, weil der Lokführer im ausgefallenen Zug davor feststeckt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Kreislauf)

Der Lokführer auf dem Weg zu seinem Zug. Er sitzt bereits in einem. Foto: wpa (Symbolbild)
Osnabrück (wpa) – Ein Regionalzug ist am Mittwoch ausgefallen. Der zuständige Lokführer saß im Zug davor, der ebenfalls ausfiel.
Beide Züge warteten aufeinander. Am Ende fuhr keiner.
„Wir sprechen von einem geschlossenen Kreislauf“, sagt Betriebsleiter Ingo Umlaufplan. Ökologisch ist das vorbildlich.
Ökologisch ist der Stillstand, kein Zug verbraucht Strom. Vorbildlich fährt nichts.
Der Lokführer selbst war ratlos. Er hätte gern gefahren und wusste nur nicht, was.
Fahren wollte er, ein Zug stand bereit, seiner stand woanders. Zwischen beiden lag der Umlaufplan.
Herr Röttger ist dieser Lokführer. Er saß im ausgefallenen Zug und sollte den nächsten fahren.
Sein Zug wartete auf ihn, er wartete auf seinen. Keiner kam, keiner fuhr, drei Stunden lang.
Die Bahn prüft nun eine technische Lösung. Ein Lokführer soll künftig in zwei Zügen gleichzeitig eingeplant werden.
Damit wäre immer mindestens einer besetzt. Rechnerisch geht die Sache auf.
Rechnerisch fährt einer, körperlich sitzt der Lokführer in einem. Der andere wartet weiter auf ihn.
Der Vorstand nennt das Vorgehen ressourcenschonend. Geschont wurden zwei Lokführer und 400 Reisende, durch Stillstand.
Ein Zug, der auf seinen Fahrer wartet, der in einem anderen Zug wartet, ist ein Paradox mit Fahrplan. Gewartet wird gegenseitig, gefahren nirgends.
Der Minister lobt die effiziente Personalplanung. Effizient stand der Fahrer zwischen zwei Zügen.
Gemessen wird die Zahl geplanter Umläufe, nicht die gefahrenen. Geplant war beides, ausgeführt keins.
Der Vorfall dauerte insgesamt drei Stunden. Betroffen waren 400 Reisende und zwei Lokführer.
Für die doppelte Einplanung gibt es einen Vorschlag. Er verdoppelt das Paradox, nicht die Fahrer.
So schließt die Bahn ihren Umlauf, indem ein Fahrer zwei Züge nicht bewegt. Ein Kreislauf, geschlossen, still.
Zwei Züge, ein Fahrer, drei Stunden, 400 Reisende, kein Meter. Das ist der Kreislauf.
In Osnabrück fiel ein Regionalzug aus, weil sein Lokführer im ausgefallenen Zug davor saß, und beide warteten aufeinander. Herr Röttger hätte gern gefahren, nur wusste er nicht was, ein geschlossener Kreislauf, ökologisch vorbildlich.
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