Tempolimit 130 für den ICE, weil Hoffnung das größte Risiko ist

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Tempolimit 130 für den ICE, weil Hoffnung das größte Risiko ist

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (bei 130)

Tempolimit ICE Satire: Waschbär steht am Bahnsteig neben einem haltenden Hochgeschwindigkeitszug

Ein ICE hält das neue Tempolimit vorbildlich ein. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn führt ein Tempolimit für ihre Hochgeschwindigkeitszüge ein. Erlaubt sind künftig 130 Kilometer pro Stunde.

Die Maßnahme dient nicht dem Klima. Sie dient der Planbarkeit.

„Schnelle Züge erzeugen Hoffnung“, sagt Fahrplanchefin Miriam Reisezeit. Hoffnung ist unser größtes Risiko.

Wer hofft, wird enttäuscht, das ist das Risiko. Gedrosselt wird die Hoffnung mit dem Tempo.

Bei gleichbleibendem Tempo lasse sich die Ankunft exakt berechnen. Sie liege dann immer bei später.

Berechenbar spät ist besser als unberechenbar schnell, sagt die Bahn. Verlässlich ist die Verspätung, wenn man langsam fährt.

Auf der Autobahn gilt weiterhin kein Limit. Da wird ohnehin gestanden.

Auf der Straße steht man frei, auf der Schiene kriecht man geplant. Beide kommen später an, eines mit Ansage.

Reisende reagierten überraschend gefasst. Viele hatten das Limit für längst eingeführt gehalten.

Herr Mielke fuhr den ICE und merkte keinen Unterschied. Er hatte ihn nie schnell erlebt.

Für ihn ist 130 kein Limit, sondern der Alltag. Gedrosselt wurde, was ohnehin selten schneller war.

Der Vorstand nennt das Limit eine Ehrlichkeitsmaßnahme. Ehrlich ist, keine Geschwindigkeit mehr zu versprechen.

Ein Hochgeschwindigkeitszug mit Tempolimit ist ein Widerspruch auf Schienen. Schnell heißt er, langsam fährt er, geplant.

Der Minister lobt die verlässliche Reisezeit im Fernverkehr. Verlässlich lang ist sie, planbar spät.

Gemessen wird die Berechenbarkeit, nicht die Geschwindigkeit. Berechenbar ist die Ankunft, immer bei später.

Betroffen sind 410 Züge im Fernverkehr. Die Fahrzeit verlängert sich um durchschnittlich 40 Minuten.

40 Minuten mehr für weniger Hoffnung. Der Zeitgewinn der Hochgeschwindigkeit ist damit weg.

So senkt die Bahn das Risiko der Enttäuschung, indem sie das Tempo drosselt. Wer nicht hofft, wird nicht enttäuscht.

130 km/h, 410 Züge, 40 Minuten länger, keine Hoffnung. Das ist das Tempolimit.

Die Bahn drosselt ihre ICE auf 130, nicht fürs Klima, sondern gegen die Hoffnung, die ihr größtes Risiko sei. 410 Züge fahren 40 Minuten länger, dafür berechenbar, immer bei später, und Herr Mielke merkte keinen Unterschied.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 2.400 Kilometer Schnellfahrstrecke, mittleres Alter 31 Jahre, Ertüchtigung im Bedarfsplan unter weiterem Bedarf +++

+++ Der Zeitgewinn, für den sie gebaut wurden, ist mit dem Limit aufgebraucht +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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