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Großer Hund zahlt, der Waschbär fährt umsonst
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (fahrscheinfrei)

Ein Fahrgast ohne Fahrkarte und ohne Sorgen. Foto: wpa (Symbolbild)
Bremen (wpa) – Große Hunde brauchen in der Bahn eine eigene Fahrkarte. Für Waschbären gilt das nicht.
Der Grund ist einfach. Im Tarif kommen sie nicht vor.
„Was nicht geregelt ist, ist erlaubt“, sagt Tarifexpertin Doris Tarifziffer. „So steht es sinngemäß auf Seite 340.“
Hundebesitzer kritisieren die Ungleichbehandlung. Ihr Tier sitze wenigstens still.
Die Bahn prüft eine Anpassung. Ein eigener Tarif für Kleinbären sei denkbar.
Bis dahin gilt Bestandsschutz. Wer nachts im Bordbistro sitzt, wird nicht kontrolliert.
Betroffen sind jährlich rund 900.000 Hunde. Für sie gilt der halbe Fahrpreis.
Kleine Hunde reisen kostenlos, sofern sie in eine Tasche passen. Die Tasche wird nicht gemessen.
Bei Waschbären fehlt jede Regelung. Der Tarif kennt Hunde, Katzen und sonstige Tiere in Behältnissen.
Ein Waschbär im Bordbistro fällt unter keine dieser Kategorien. Er gilt als Gast.
Der Tarifausschuss tagte deshalb im Juli. Ergebnis war ein Vermerk und ein neuer Termin.
„Wir wollten nichts überstürzen“, sagte Tarifziffer. „Der Tarif ist von 1994.“
Hundebesitzer haben inzwischen eine Petition gestartet. Sie fordert gleiches Recht für alle Fellträger.
Die Bahn prüft das Anliegen wohlwollend. Eine Antwort ist für das Frühjahr angekündigt.
Der Tarif umfasst insgesamt 900 Seiten. Zuletzt geändert wurde er 2011.
Damals ging es um Fahrräder. Tiere blieben unberührt.
Eine Arbeitsgruppe soll den Text nun überarbeiten. Sie besteht aus neun Personen.
Vorgesehen sind zwei Sitzungen im Jahr. Die erste fiel bereits aus.
Als Grund wurde eine Zugverspätung genannt. Drei Mitglieder erreichten den Termin nicht.
Der Ersatztermin steht noch nicht fest. Man wolle diesmal früher anreisen.
Hunde zahlen den halben Kinderfahrpreis. Das sind 5,90 Euro.
Assistenzhunde fahren kostenlos. Nachzuweisen ist das durch eine Bescheinigung.
Die Bescheinigung ist mitzuführen. Kontrolliert wird stichprobenhaft.
Herr Pfeiffer ist gehörlos und führt einen Signalhund. Er hat die Bescheinigung dreimal vorgezeigt.
Beim vierten Mal hatte er sie nicht dabei. Das erhöhte Beförderungsentgelt beträgt 60 Euro.
Nachreichen ist möglich. Die Bearbeitungsgebühr beträgt sieben Euro.
Er hat nachgereicht. Die Bearbeitung dauerte vier Monate.
Unser Chefredakteur wollte sich dazu nicht äußern. Er war beruflich unterwegs.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Assistenzhunde fahren kostenlos, die Bescheinigung ist mitzuführen +++
+++ Nachreichen kostet sieben Euro Bearbeitungsgebühr und dauerte vier Monate +++
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