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Regionalzug fährt 30 Sekunden vor dem ICE ab, beide pünktlich
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Umsteigezeit 0)

Der Anschluss verlässt planmäßig den Bahnhof. Foto: wpa (Symbolbild)
Hamm (wpa) – Ein Regionalzug ist 30 Sekunden vor der Ankunft des ICE abgefahren. 180 Reisende blieben zurück.
Die Bahn wertet den Vorgang als doppelten Erfolg. Beide Züge waren pünktlich.
„Warten hätte die Statistik beschädigt“, sagt Disponent Uwe Anschlusssekunde. Das wäre niemandem geholfen.
Geholfen wäre den 180, die im ICE saßen. Geschützt wurde die Statistik, nicht der Anschluss.
30 Sekunden früher fuhr der Regionalzug, um pünktlich zu sein. Pünktlich fuhr er, leer bis auf die Einheimischen.
Der nächste Anschluss fuhr 58 Minuten später. Damit lag er knapp unter der Entschädigungsgrenze.
Knapp unter 60 Minuten, das ist kein Zufall. Getroffen wird die Grenze, nicht der Anschluss.
Reisende nutzten die Zeit unterschiedlich. Einige aßen, andere sahen dem nächsten Zug entgegen.
Herr Depenau war einer der 180. Er sah den Regionalzug abfahren, 30 Sekunden zu früh für ihn.
Er wartete 58 Minuten, eine Minute zu kurz für die Entschädigung. Pünktlich war alles, außer seiner Ankunft.
Die Bahn arbeitet an einer Verbesserung. Künftig sollen Anschlusszüge eine Minute früher fahren.
Eine Minute früher heißt: noch sicherer verpasst. Verbessert wird die Pünktlichkeit, nicht der Anschluss.
Der Vorstand nennt den Ablauf regelkonform. Konform waren beide Züge, gestrandet 180 Reisende.
Der ICE hatte selbst 44 Minuten Rückstand. In der Bilanz taucht er dennoch als planmäßig auf.
Ein verspäteter ICE, ein zu früher Regionalzug, zwei pünktliche Züge auf dem Papier. Die Rechnung geht auf, gegen die Fahrgäste.
Der Minister lobt die pünktliche Abfahrt beider Linien. Pünktlich fuhren sie aneinander vorbei.
Gemessen wird die Pünktlichkeit je Zug, nicht der Übergang. Pünktlich sind beide, verbunden keiner.
So sichert die Bahn ihre Statistik, indem der Anschluss vor dem Zubringer fährt. Beide pünktlich, 180 zurück.
30 Sekunden zu früh, 58 Minuten Warten, 44 Minuten Rückstand, alles planmäßig. Das ist der Anschluss.
In Hamm fuhr der Regionalzug 30 Sekunden vor dem verspäteten ICE ab, weil Warten die Statistik beschädigt hätte, und beide gelten als pünktlich. Herr Depenau wartete 58 Minuten, eine zu wenig für die Entschädigung.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Türschluss dreißig Sekunden vor der ausgewiesenen Abfahrtszeit, geregelt in einer nicht veröffentlichten Vorschrift +++
+++ Der Zug gilt als pünktlich abgefahren +++
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