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Spannendes Finale: Bahn gewinnt Ausschreibung gegen sich selbst und gratuliert sich schriftlich
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (zwei Angebote)

Der Chefredakteur sucht den Unterschied. Es gibt keinen mehr. Foto: wpa (Symbolbild)
Frankfurt am Main (wpa) – Die Deutsche Bahn hat eine Ausschreibung im Regionalverkehr gewonnen. Unterlegen war eine Tochter der Deutschen Bahn.
Ausgeschrieben hatte das Land ein Netz mit 4,1 Millionen Zugkilometern. Eingegangen sind zwei Angebote.
Beide stammen aus demselben Konzern. Beide wurden im selben Gebäude erstellt.
Erstellt wurden sie in zwei Abteilungen auf zwei Etagen. Die Etagen sind durch eine Treppe verbunden.
„Die Vertraulichkeit war jederzeit gewahrt“, erklärt Vergabeleiter Hendrik Doppelbesetzung. Gewahrt wurde sie durch getrennte Aktenschränke.
Den Zuschlag erhielt DB Regio mit 812 von 1.000 Punkten. Start Deutschland erreichte 751.
Der Unterschied liegt vor allem im Kriterium Erfahrung. Erfahrung wird über gefahrene Kilometer gemessen.
DB Regio fährt seit 1994. Start Deutschland fährt seit 2018.
Damit gewinnt die ältere Abteilung gegen die jüngere. Beide gehören seit 2018 zusammen.
Die Absage ging am Montag heraus. Sie ist an Start Deutschland adressiert.
Das Gratulationsschreiben ging am selben Tag heraus. Es ist an DB Regio adressiert.
Beide Schreiben gingen an dieselbe Postanschrift. Sie unterscheiden sich in der Zimmernummer.
Ein Widerspruch wäre möglich gewesen. Die Frist betrug zehn Tage.
Bearbeitet hätte ihn die Rechtsabteilung des Konzerns. Sie hätte gegen sich selbst geprüft.
Auf den Widerspruch wurde verzichtet. Begründet wurde das mit Wirtschaftlichkeit.
Das Vergabeverfahren hat 22 Monate gedauert. Es hat das Land rund 1,4 Millionen Euro gekostet.
Bezahlt wurde das aus Regionalisierungsmitteln. Aus demselben Topf werden Fahrten bestellt.
1,4 Millionen Euro entsprechen etwa 190.000 Zugkilometern. So viele fährt eine Nebenstrecke in einem Jahr.
Gefahren wird ab Dezember mit denselben Fahrzeugen wie bisher. Sie tragen ab Dezember ein anderes Logo.
Umbeklebt werden 41 Triebwagen. Die Beklebung kostet 340.000 Euro.
Frau Wendland ist Zugbegleiterin und war acht Jahre bei Start. Sie trägt ab Dezember eine andere Jacke.
Ihre Strecke bleibt dieselbe. Ihr Dienstplan auch.
Sie sagt, die neue Jacke sei besser geschnitten. Die alte hänge noch im Spind.
Sie hat beide Schreiben gelesen. Sie sagt, die Absage sei freundlicher formuliert gewesen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Unterlegener Bieter verzichtet auf Widerspruch, er hätte ihn selbst bearbeitet +++
+++ Gratulationsschreiben ging an dieselbe Adresse wie die Absage +++
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