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Im Fundbüro der Bahn wartet seit 2023 ein ganzer Zug
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Abholung werktags)

Der Bestand wächst. Der Zug steht hinten links. Foto: wpa (Symbolbild)
Wuppertal (wpa) – Das zentrale Fundbüro der Deutschen Bahn meldet einen ungewöhnlichen Bestand. Seit 2023 wartet dort ein vollständiger Regionalexpress auf seinen Besitzer.
Der Zug wurde auf einem Abstellgleis gefunden. Niemand hat ihn seither vermisst.
„Wir haben ihn ordnungsgemäß erfasst“, sagt Fundbüroleiterin Petra Ablage. „Er steht unter Nummer 4.812.“
Neben dem Zug lagern 340.000 weitere Gegenstände. Darunter Regenschirme, Kopfhörer und ein Cello.
Das Cello wird häufiger abgeholt als der Zug. Es ist leichter zu transportieren.
Nach drei Jahren geht Fundgut in den Verkauf. Der Regionalexpress kommt im Herbst unter den Hammer.
Erste Interessenten haben sich gemeldet. Vor allem Pendler mit Geduld.
Das Lager umfasst 4.200 Quadratmeter. Der Zug steht im Außenbereich.
Jährlich kommen 280.000 neue Gegenstände dazu. Abgeholt wird etwa jeder dritte.
Spitzenreiter sind Regenschirme und Ladekabel. Auf Platz drei folgen Kuscheltiere.
„Die Kuscheltiere gehen mir am nächsten“, sagt Ablage. „Bei denen wartet jemand.“
Für den Regionalexpress wurde ein Mindestgebot festgelegt. Es liegt bei 12.000 Euro.
Interessenten müssen den Abtransport selbst organisieren. Ein Gleisanschluss wird empfohlen.
Die Bahn schließt einen Rückkauf nicht aus. Man habe derzeit Bedarf an Fahrzeugen.
Damit wäre der Zug wieder im Einsatz. Er würde dann vermutlich erneut vergessen.
Das Fundbüro beschäftigt 40 Personen. Sie sortieren täglich 800 Gegenstände.
Jeder Gegenstand wird fotografiert und beschrieben. Die Beschreibung erfolgt in einem eigenen System.
Suchende können online recherchieren. Die Suche funktioniert über Stichworte.
Wer Zug eingibt, erhält 4.000 Treffer. Die meisten sind Modelleisenbahnen.
Der echte Zug erscheint auf Seite 12. Dort sucht selten jemand.
Der Zug wurde 2023 abgestellt, wegen eines Schadens am Radsatz.
Der Radsatz kostet 41.000 Euro. Die Instandsetzung ist beauftragt.
Beauftragt wurde sie bei einem Werk, das 2024 geschlossen wurde.
Storniert wurde der Auftrag nicht. Storniert wird nur, was jemand bemerkt.
Bemerkt hat es niemand. Das Fahrzeug wird in der Flottenstatistik als in Instandsetzung geführt.
In Instandsetzung ist ein zulässiger Zustand. Eine Höchstdauer ist nicht hinterlegt.
Auf derselben Strecke wurden im selben Zeitraum 340 Fahrten wegen Fahrzeugmangels gestrichen.
Ein Bieter formulierte es so: Er steht seit drei Jahren. Er fühlt sich vertraut an.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Instandsetzung 2023 bei einem Werk beauftragt, das 2024 geschlossen wurde – der Auftrag wurde nicht storniert +++
+++ Für den Zustand „in Instandsetzung“ ist keine Höchstdauer hinterlegt +++
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