Metaphern bauen, die noch keiner benutzt hat
Ein Herz aus Stein hat noch nie jemand gefühlt. Man hört es und denkt an nichts.
Das liegt nicht an dir und nicht an deinem Publikum.
Es liegt daran, dass diese vier Wörter im Kopf als ein einziger Block abgespeichert sind. Sie werden nicht mehr gesehen, sondern nur noch erkannt.
Und genau das ist der Unterschied zwischen einem Bild und einer Vokabel.
Dieser Beitrag zeigt dir, wie du Metaphern bauen kannst, die dein Publikum tatsächlich sieht.
Es geht nicht darum, wie eine Metapher funktioniert. Das steht in einem eigenen Beitrag. Hier geht es ausschließlich um Erfindung.
Zum Mitmachen gibt es sechs Werkbänke, drei Sehproben und zwei deutsche Videos.
Denn Metaphern bauen ist keine Begabungsfrage, sondern eine Frage der Quelle.
Hier geht es um etwas anderes: woher du ein Bild nimmst, das noch nicht verbraucht ist. Das eine ist Statik, das andere Materialbeschaffung.
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Jetzt Kanal folgenMetaphern bauen: warum dein Kopf zuerst Müll anbietet
Es gibt einen Grund, warum dir beim Wort Trauer sofort Regen einfällt.
Sprache spart Energie
Dein Gehirn speichert häufige Wortkombinationen als fertige Einheiten. Das ist praktisch, weil es Denkarbeit spart.
Beim Schreiben ist es allerdings fatal. Denn genau diese fertigen Einheiten kommen zuerst, und zwar bei allen anderen auch.
Deshalb ist dein erster Einfall fast nie deiner. Er ist der Einfall aller.
Genau daran scheitert das Metaphern bauen bei den meisten schon in der ersten Minute.
Der Test dafür
Nimm ein abstraktes Wort und notier das erste Bild, das dir einfällt.
Trauer, Regen. Wut, Feuer. Freiheit, Vogel. Zeit, Fluss. Einsamkeit, Insel.
Wenn dein Bild in dieser Liste steht oder ihr ähnelt, hast du gerade keine Metapher gebaut, sondern eine abgerufen.
Außerdem merkt man den Unterschied beim Schreiben nicht. Nur das Publikum merkt ihn.
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Schklowski: Kunst soll den Stein wieder steinern machen
1917 hat ein russischer Literaturtheoretiker das Problem exakt beschrieben.
Viktor Schklowski veröffentlichte den Aufsatz Die Kunst als Verfahren, einen der Gründungstexte des Russischen Formalismus.
Sein Einstieg ist eine Anekdote
Schklowski erzählt, wie er sein Wohnzimmer abstaubt und plötzlich nicht mehr weiß, ob er das Sofa schon abgewischt hat.
Seine Schlussfolgerung: Wenn er es getan und vergessen hat, also unbewusst gehandelt hat, dann war es dasselbe, als hätte er es nie getan.
Der Begriff dahinter
Er nennt das Habitualisierung. Also die Gewöhnung, die alles Vertraute unsichtbar macht.
Damit hat er das Grundproblem beim Metaphern bauen hundert Jahre vor uns benannt.
Sein bekanntester Satz dazu lautet sinngemäß, dass die Gewöhnung die Arbeit auffrisst, die Kleidung, die Möbel, den Ehepartner und sogar die Angst vor dem Krieg.
Und daraus folgt seine Kunsttheorie
Kunst existiere, damit man die Empfindung des Lebens zurückgewinne, schreibt er sinngemäß.
damit man den Stein wieder steinern machtViktor Schklowski · Die Kunst als Verfahren, 1917
Sein Begriff dafür ist Ostranenie, meist übersetzt als Verfremdung.
Und seine Definition von Technik ist überraschend brutal: Kunst müsse Gegenstände unvertraut machen, Formen erschweren und die Dauer der Wahrnehmung verlängern.
Er will also ausdrücklich, dass es länger dauert. Wahrnehmung soll anstrengend sein.
Kurz gesagt: Ein Bild, das sofort verstanden wird, wurde meistens nur wiedererkannt.
Der ehrliche Haken
Die Idee ist nicht ganz so neu, wie sie klingt. Kritiker weisen darauf hin, dass etwa Wordsworth Ähnliches längst vorgeführt hatte.
Und der Aufsatz selbst gilt als unfertig.
Trotzdem gibt es keine bessere Formel für unser Thema. Wer Metaphern bauen will, arbeitet gegen die Gewöhnung, und zwar gegen die eigene zuerst.
Der Griff beim Metaphern bauen: der eigene Vorrat
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt genau eine Sache, die zuverlässig funktioniert. Und sie ist enttäuschend simpel.
Klischees stammen alle aus demselben gemeinsamen Vorrat: Wetter, Natur, Körper, Krieg. Deshalb hat jeder sie.
Dein Beruf, dein Hobby, dein Alltag sind dagegen ein privater Vorrat. Dort schöpft niemand sonst.
Damit lässt sich das Metaphern bauen von Inspiration auf Inventur umstellen.
Denn du suchst dann nicht mehr nach Einfällen, sondern in einem Bestand.
Warum das zuverlässig funktioniert
Weil Originalität kein Talent ist, sondern eine Frage der Quelle.
Wer aus dem allgemeinen Vorrat schöpft, konkurriert mit allen. Wer aus seinem eigenen schöpft, konkurriert mit niemandem.
Außerdem hast du dort Details, die du nicht erfinden musst. Und Details, die man nicht erfinden kann, klingen immer echter.
Deshalb funktioniert Metaphern bauen aus dem eigenen Fach so verlässlich.
Die eine Bedingung
Das Bild muss verständlich bleiben, ohne dass man den Bereich kennt.
Du beschreibst also nicht den Fachbegriff, sondern den Vorgang.
Nicht: Es war wie eine Weichenstörung. Sondern: Es war, als hätte jemand die Weiche auf halbem Weg stehen lassen, sodass nichts mehr fahren konnte, ohne dass etwas kaputt war.
Kurz gesagt: Fachwissen liefert das Bild, Alltagssprache liefert die Beschreibung.
Du kannst zwanzig Verfahren zur Bildfindung lernen und trotzdem immer im selben gemeinsamen Vorrat landen. Wechsel den Vorrat, und das Problem löst sich von allein.
Acht verbrauchte Bilder und was stattdessen geht
So sieht der Griff angewendet aus.
Oben jeweils das Bild, das alle benutzen. Darunter eines aus einem privaten Vorrat.
Zunächst vier Gefühle, anschließend vier Zustände aus Fachbereichen.
Vier Gefühle, neu bebildert
Vier Zustände aus Fachbereichen
Stattdessen steht dort jedes Mal eine überprüfbare Handlung, aus der das Gefühl folgt. Das Publikum macht die Übersetzung selbst und erlebt sie dadurch, statt sie zu hören.
Genau deshalb wirken diese Sätze frisch: Sie kommen aus Bereichen, in denen bisher niemand nach Bildern gesucht hat.
Die vier großen Klischee-Lager der Sprache
Wer weiß, wo die verbrauchten Bilder herkommen, kann sie gezielt meiden.
Denn fast alle stammen aus genau vier Bereichen, und zwar seit Jahrhunderten.
| Lager | Typische Bilder | Warum es leergeräumt ist |
|---|---|---|
| Wetter und Natur | Sturm, Regen, Sonne, Frühling, Herbst des Lebens. | Ältester Vorrat überhaupt, seit der Antike in Gebrauch. |
| Der Körper | Herz, Blut, Wunde, Narbe, Atem, Knie. | Jeder hat einen, deshalb greift jeder danach. |
| Krieg und Kampf | Schlacht, Front, Waffe, Rüstung, kapitulieren. | Über Jahrhunderte gepflegt und inzwischen völlig abgegriffen. |
| Das Meer | Wellen, Tiefe, Sturmflut, untergehen, Anker. | Beliebtestes Bild für Gefühl seit der Romantik. |
Diese vier decken erfahrungsgemäß rund zwei Drittel aller Metaphern ab, die auf Slam-Bühnen zu hören sind.
Das heißt nicht, dass sie verboten wären. Es heißt, dass du dort mit sehr vielen Leuten um dieselben Bilder konkurrierst.
Die Ausnahme von der Regel
Ein Bild aus einem dieser Lager funktioniert trotzdem, wenn du es sehr klein machst.
Nicht das Meer, sondern der eine Schuh, der beim Reinlaufen vollgelaufen ist. Nicht der Sturm, sondern das eine Fenster, das die ganze Nacht geklappert hat.
Außerdem lassen sich diese Lager gut kombinieren mit einem privaten Bereich. Dann ist das Grundgefühl vertraut und das Detail neu.
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Fünf Verfahren zum Metaphern bauen bei leerem Vorrat
Manchmal fällt einem im eigenen Bereich auch nichts ein.
Denn Metaphern bauen klappt nicht jeden Tag gleich gut.
Dann helfen diese fünf, und zwar alle nach demselben Prinzip: den Blick zwingen, woanders hinzugehen.
Fünf Zwangsverfahren
Verfahren 1 – Der Bereichswechsel
Verfahren 2 – Die falsche Größe
Verfahren 3 – Das falsche Tempo
Verfahren 4 – Die Umkehrung
Verfahren 5 – Der Gegenstand statt des Gefühls
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Celan: Metaphern bauen, wenn Sprache nicht ausreicht
Der Beitrag wechselt an dieser Stelle den Ton, und das ist Absicht. Es gibt kein handwerkliches Beispiel für erfundene Bilder, das wichtiger wäre, und keines, das mehr Sorgfalt verlangt.
Paul Celan schrieb sein Gedicht Todesfuge zwischen 1944 und Anfang 1945.
Es erschien zuerst 1947 in rumänischer Übersetzung, die deutsche Fassung 1948, und wurde breiter wahrgenommen erst ab 1952.
Celans Eltern waren 1942 deportiert worden. Sein Vater starb im Lager, seine Mutter wurde erschossen. Er selbst war Zwangsarbeiter.
Das Bild, um das es geht
Das Gedicht beginnt mit einer Wortverbindung, die es vorher in dieser Wirkung nicht gab: schwarze Milch der Frühe.
Milch steht für Nahrung, für Kindheit, für Weiß. Schwarz steht für das Gegenteil. Beides zusammen ergibt etwas, das man nicht abkürzen kann.
Man kann es nicht überhören, weil man es nirgends vorher gehört hat.
Damit ist es das bekannteste Beispiel dafür, wozu Metaphern bauen fähig ist.
Der Punkt, der alles dreht
Celan selbst hat sich dagegen gewehrt, das als Sprachfigur zu behandeln.
In seinen Entwürfen zur Büchnerpreis-Rede hielt er fest, das sei keine Genitivmetapher, wie sie ihm von sogenannten Kritikern vorgesetzt werde. Es sei keine Redefigur und kein Oxymoron, sondern Wirklichkeit.
Bestätigt sah er das in einem Zeitungsbericht über die Auschwitzprozesse, den er am Rand anstrich. Darin sagt ein Angeklagter über seine Versorgung im Lager, seine Milch sei schwarz gewesen.
Das ist keine Redefigur und kein Oxymoron, sondern Wirklichkeit.Paul Celan · Entwürfe zum Meridian, sinngemäß
Was du daraus fürs Handwerk mitnimmst
Die stärksten Bilder wirken nicht wie Bilder. Sie wirken wie Beobachtungen.
Wer ein Bild als Bild vorführt, bekommt Anerkennung. Wer es als Tatsache hinstellt, bekommt Glauben.
Deshalb funktionieren die Sätze aus Kapitel vier so gut: Sie behaupten nichts, sie berichten.
Außerdem erklärt das, warum das Metaphern bauen aus dem eigenen Alltag so gut trägt.
Der ehrliche Haken, und er ist erheblich
Für Celans Bildformeln wurden Vorläufer gefunden, tatsächliche und vermeintliche.
Die Wendung taucht bereits bei Rose Ausländer auf, in einem Gedicht aus den zwanziger Jahren, und bei Alfred Margul-Sperber. Celan kannte beide aus den Czernowitzer Literaturkreisen.
Außerdem war das Gedicht früh umstritten. Vor dem Hintergrund von Adornos Satz, nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben sei barbarisch, warfen Kritiker Celan vor, die Schönheit der Umsetzung werde dem Thema nicht gerecht.
Trotzdem gilt die Todesfuge international als eines der wichtigsten Gedichte, die an die Opfer erinnern.
Für uns bleibt eine unbequeme Erkenntnis: Selbst das berühmteste erfundene Bild der deutschen Lyrik hatte Vorläufer. Vollständige Neuheit gibt es nicht. Es gibt nur Bilder, die noch nicht abgenutzt sind.
Ansehen: zwei Zugänge
Zwei deutsche Videos, eines zur Theorie und eines zum eben besprochenen Gedicht.
Denn manches beim Metaphern bauen versteht man erst, wenn man es gesprochen hört.
Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
Prüfen, ob dein Bild wirklich neu ist
Ein selbstgebautes Bild fühlt sich beim Schreiben immer originell an.
Denn es ist ja gerade entstanden. Deshalb brauchst du eine Prüfung von außen.
Außerdem ist beim Metaphern bauen das eigene Urteil grundsätzlich unzuverlässig.
Vier Prüfungen in zwei Minuten
Die Suchmaschinen-Probe
Die Fremdprobe
Die Ersetzungsprobe
Die Handlungsprobe
Sie scheitern daran, dass sie originell und unverständlich zugleich sind. Das passiert immer dann, wenn man beim Bereichswechsel die Fachsprache mitgenommen hat statt nur den Vorgang.
Zehn Fehler beim Metaphern bauen
Fünf Fehler bei der Suche
Fehler 1: Den ersten Einfall nehmen
Fehler 2: Immer denselben Bereich benutzen
Fehler 3: Nach Schönheit suchen
Fehler 4: Große Bereiche wählen
Fehler 5: Das Bild vor der Sache suchen
Fünf Fehler beim Einbau
Fehler 6: Die Fachsprache mitnehmen
Fehler 7: Das Bild ankündigen
Fehler 8: Zwei neue Bilder nebeneinander
Fehler 9: Das Bild erklären
Fehler 10: Originalität über Verständlichkeit stellen
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Sechs Übungen für frische Bilder
Diese sechs kosten dich zusammen kaum eine Stunde.
Denn Metaphern bauen lernt man an Menge, nicht an Qualität.
Außerdem lassen sich die ersten drei überall nebenbei machen.
Drei Übungen zum Sammeln
Übung 1 – Das Klischee-Verzeichnis
Übung 2 – Der Vokabelraub
Übung 3 – Der fremde Blick
Drei Übungen zum Bauen
Übung 4 – Zehn Bilder für ein Gefühl
Übung 5 – Der Bereichstausch
Übung 6 – Ohne jedes Bild
Deine Bildprüfung
Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.
Damit hast du das Metaphern bauen einmal komplett durchlaufen.
Die Zettelwand – der Rest der Geschichte
Ich habe irgendwann eine Wand voller Zettel gehabt, auf denen Bilder standen, die ich für originell hielt.
Was ich beim Durchzählen gefunden habe
Achtzig Zettel. Davon vierzig aus Wetter und Natur. Achtzehn aus dem Körper. Neun aus Krieg und Kampf.
Bleiben dreizehn aus allem anderen.
Und die sechs, die ich heute noch benutze, stammen alle aus denselben dreizehn.
Was das bedeutet
Zwei Drittel meiner Arbeit war Zeitverschwendung, weil ich in Vorräten gegraben habe, die längst leer sind.
Nicht weil dort nichts liegt. Sondern weil dort alles schon abgeholt wurde.
Deshalb entscheidet beim Metaphern bauen die Wahl des Vorrats über fast alles.
Ich hab das mit dem Standby-Gerät geklaut. Ist das schlimm?Jemand nach einem Auftritt · und nein, ist es nicht
Der Teil, den ich lieber weggelassen hätte
Der beste Satz, den ich je geschrieben habe, ist mir nicht eingefallen.
Ich habe ihn notiert, weil ein Kollege ihn beiläufig gesagt hat, über etwas völlig anderes.
Er stammt aus seinem Bereich, nicht aus meinem. Und genau deshalb war er neu für mich.
Wer Metaphern bauen will, sollte deshalb vor allem eines tun: anderen Leuten bei der Arbeit zuhören.
Was ein frisches Bild nicht kann
Ein Bild, das noch niemand benutzt hat, ist das teuerste Einzelteil, das ein Text haben kann.
Es ist trotzdem nur ein Teil.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Du brauchst eine Stelle, an der das Bild landen darf, ohne unterzugehen.
Du brauchst ein Tempo, das dem Publikum Zeit lässt, es sich vorzustellen.
Und du brauchst den Mut, es nicht zu erklären.
Kurz gesagt: Metaphern bauen liefert dir das Bauteil. Das Haus musst du drumherum stellen.
Außerdem braucht ein Text einen Grund, warum ausgerechnet dieses Bild darin steht.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also die Werkzeuge für den Moment, in dem du ein Bild hast, das noch keiner kennt, und einen Text brauchst, der es trägt.
Den Vorrat hast du selbst. Das Handwerk liefert den Rahmen.
Wechsel den Vorrat. Und wirf die ersten drei Einfälle weg.
Übrigens hängt die Wand immer noch.
Sie ist inzwischen fast leer, und das ist der einzige Fortschritt, den ich vorzeigen kann.
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Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
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Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
