Fangen wir mit dem an, was du vermutlich falsch gewichtest.
Du denkst wahrscheinlich, dein Video sieht schlecht aus, weil das Bild schlecht ist.
Tatsächlich liegt es fast immer am Ton.
Denn ein körniges Bild sehen Leute nach zehn Sekunden nicht mehr.
Deshalb geht es hier vor allem um zwei Dinge: Ton und Abstand.
Alles Weitere ist Feinarbeit, die du später ergänzen kannst.
Dieser Beitrag zeigt dir, wie du ein Slam-Video aufnehmen kannst, das man sich tatsächlich ansehen mag.
Also wohin das Handy kommt, wie du an brauchbaren Ton kommst und welches Licht dein Gesicht nicht ruiniert.
Dazu kommen zwei Untersuchungen: eine darüber, wie schwer verständliche Sprache wirkt, und eine darüber, woher unser Sehsystem das Licht erwartet.
Außerdem ein Prüfblatt mit den sechzig Sekunden vor dem Aufnahmeknopf.
Zum Mitmachen gibt es fünf Spuren, sieben Klappen und vier deutsche Videos.
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Jetzt Kanal folgenWas du wirklich brauchst und was nicht
Räumen wir zuerst die Ausrüstungsfrage weg.
Die Aufnahme, für die kaum geprobt wurde
Im Frühjahr 1959 nahm Miles Davis das Album Kind of Blue auf.
Zwei Tage im Studio, mehr nicht. Seine Mitmusiker hatten die Stücke vorher nie gemeinsam gespielt.
Davis verteilte nur grobe Skizzen mit Tonleitern und Melodieabläufen. Manches schrieb er wenige Stunden vor der Aufnahme auf.
Das Album gilt heute als eines der wichtigsten der Musikgeschichte und verkaufte sich millionenfach.
Wichtig ist der Zusatz, den viele weglassen. Entgegen der Legende ist auf der Platte kein einziger echter erster Take zu hören.
Auch dort wurde also wiederholt.
Wenig Aufwand heißt nicht kein Aufwand. Es heißt, den Aufwand an der richtigen Stelle zu treiben.
Was du zum Slam-Video aufnehmen wirklich brauchst
Erstens ein Handy, das du schon besitzt.
Zweitens etwas, das es stabil hält, notfalls ein Stapel Bücher.
Und drittens eine Möglichkeit, den Ton nah an deinem Mund aufzunehmen.
Die sechs Dinge, die du nicht brauchst
Zunächst keine Kamera.
Denn jedes Handy der letzten Jahre reicht völlig.
Außerdem keine Lichtanlage, kein zweites Gerät und keine Schnittsoftware mit Abonnement.
Drittens keinen Hintergrund und keine Studioausstattung.
Und schließlich keine Vorkenntnisse, weil die hier anfangen.
Was Geld tatsächlich verbessert
Genau eine Sache.
Und das ist der Ton.
Ein einfaches Ansteckmikrofon verändert mehr als jede Kamera.
Danach kommt lange nichts, dann ein Stativ, dann eine kleine Leuchte.
Kapitel drei geht das der Reihe nach durch.
Auflösung anzeigen
Der Griff: geh näher ran, als sich richtig anfühlt
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt eine einzige Entscheidung, die den Mitschnitt rettet oder ruiniert.
Und sie fällt, bevor du aufnimmst.
Nicht mittig im Raum, nicht hinten bei der Technik, nicht dort, wo gerade zufällig ein Tisch steht.
Denn Nähe löst zwei Probleme gleichzeitig: Das Bild wird lesbar, weil man dein Gesicht sieht. Und der Ton wird besser, weil das Mikrofon näher an der Quelle ist.
Das war es.
Näher schlägt weiter weg.
Und zwar deutlich.
Warum Abstand alles verschlechtert
Zunächst nimmt der Ton mit der Entfernung rasch ab, der Raumhall dagegen nicht.
Außerdem gerät zwischen Handy und Bühne zwangsläufig Publikum ins Bild.
Drittens zoomt jedes Handy digital, was schlicht heißt: Es schneidet Pixel weg.
Und schließlich verlierst du bei Distanz genau das, worauf es ankommt, nämlich dein Gesicht.
Wo das Handy beim Slam-Video aufnehmen hinkommt
Ungefähr zwei bis drei Meter vor dir, leicht seitlich, damit du nicht durch die Linse sprichst.
Auf Brusthöhe oder minimal darunter, keinesfalls auf einem Tisch am Boden.
Und hochkant nur dann, wenn das Video für soziale Netzwerke gedacht ist.
Für alles andere quer, weil es sonst später nirgends passt.
In dieser Lage merkst du dir keine Liste mit Kameraeinstellungen. Du merkst dir einen Satz.
Und dieser eine Satz repariert im Zweifel gleich mehrere Fehler auf einmal, weil Nähe Bild und Ton zusammen verbessert.
Fünf Spuren, aus denen ein Video besteht
Jetzt wird es konkret.
Fünf Spuren, sortiert nach Wichtigkeit und nicht nach Reihenfolge.
Bei jeder steht, warum sie zählt, wie du sie hinbekommst und wo der übliche Fehler liegt.
Die zwei Spuren, die jedes Video entscheiden
Die drei Spuren für den Feinschliff
Warum schlechter Ton im Video unglaubwürdig macht
Der Satz aus dem Vorspann klingt übertrieben.
Es gibt dazu allerdings ein Experiment, und sein Ergebnis ist unbequem.
Shiri Lev-Ari und Boaz Keysar veröffentlichten 2010 im Journal of Experimental Social Psychology eine Arbeit darüber, wie Verständlichkeit auf Glaubwürdigkeit wirkt.
Ihr Ausgangspunkt war eine schlichte Beobachtung: Manche Sprache ist mühsamer zu verarbeiten als andere.
Der Versuchsaufbau
Sprecherinnen und Sprecher lasen fünfundvierzig Behauptungen vor, etwa dass Ameisen nicht schlafen.
Dabei gab es drei Stufen: Muttersprache, leichter Akzent und starker Akzent.
Die Sätze selbst waren identisch und stammten alle vom selben Autor.
Danach sollten die Zuhörenden einschätzen, ob die jeweilige Behauptung wahr ist.
Was dabei herauskam
Dieselben Sätze wurden als weniger wahr eingestuft, sobald sie schwerer zu verstehen waren.
Die Erklärung der Autoren ist der eigentlich interessante Teil.
Denn die Mühe beim Zuhören verschwindet nicht einfach.
Sie wird umgedeutet und landet als Zweifel beim Inhalt.
Im zweiten Versuch machten die Forschenden die Zuhörenden auf genau diese Verwechslung aufmerksam.
Das half teilweise, hob den Effekt aber nicht auf.
Was das für dein Slam-Video bedeutet
Zunächst eine Klarstellung.
Denn sie ist wichtig.
Der Versuch handelte von Akzenten.
Und der Befund beschreibt eine Fehlleistung der Zuhörenden und keinen Mangel der Sprechenden.
Trotzdem ist der Mechanismus übertragbar: Alles, was das Zuhören anstrengender macht, kostet dich Wirkung.
Und verrauschter, halliger, zu leiser Ton macht das Zuhören anstrengend.
Die praktische Folgerung
Wer deinen Text durch Rauschen hört, findet ihn schwächer, als er ist.
Nicht weil er schwächer wäre, sondern weil die Anstrengung irgendwo hin muss.
Deshalb ist ein Ansteckmikrofon die günstigste Verbesserung an deinem gesamten Auftritt.
Es kostet weniger als eine Zugfahrt und wirkt auf jedes künftige Video.
Der ehrliche Haken, und er ist mehrteilig
Erstens ging es um Akzente und nicht um Aufnahmequalität.
Die Übertragung ist eine Analogie.
Zweitens ging es um Sachbehauptungen, also um wahr oder falsch.
Ob ein Gedicht berührt, ist eine andere Frage als ob eine Aussage stimmt.
Drittens waren die Unterschiede auf der Bewertungsskala messbar.
Aber nicht dramatisch.
Und viertens ließ sich der Effekt teilweise korrigieren, sobald die Zuhörenden von der Verwechslung wussten.
Er ist also keine Naturkonstante.
Woher das Licht für dein Video kommen sollte
Jetzt zur zweiten Spur, bei der fast alle dasselbe falsch machen.
Und zu einer Untersuchung mit einem schönen Titel.
Jiajuan Sun und Pietro Perona veröffentlichten 1998 in Nature Neuroscience einen kurzen Aufsatz mit der Frage, wo eigentlich die Sonne steht.
Genauer: Woher unser Sehsystem annimmt, dass das Licht kommt.
Worum es dabei geht
Aus Schattierungen allein lässt sich nicht eindeutig ablesen, ob eine Form nach außen gewölbt oder nach innen vertieft ist.
Um das zu entscheiden, muss das Sehsystem raten, wo die Lichtquelle steht.
Seit über einem Jahrhundert ist bekannt, dass es dabei von oben ausgeht.
Was ökologisch naheliegt, weil die Sonne nun einmal oben steht.
Sun und Perona zeigten allerdings, dass die bevorzugte Richtung nicht genau senkrecht von oben ist.
Sondern etwas nach links verschoben.
Und sie fanden einen Zusammenhang mit der Händigkeit der Versuchspersonen.
Warum Licht von unten jedes Video ruiniert
Weil es der Annahme widerspricht, die unser Sehsystem sowieso mitbringt.
Deshalb wirken von unten beleuchtete Gesichter unheimlich.
Und genau deshalb funktioniert der Taschenlampen-Trick am Lagerfeuer.
Außerdem kehren sich Wölbungen scheinbar um, was ein Gesicht fremd aussehen lässt, ohne dass man sagen könnte warum.
Und im Video passiert das ständig, nämlich immer dann, wenn ein Handy auf einem Tisch nach oben filmt.
| Lichtquelle | Was passiert | Was du tust |
|---|---|---|
| Fenster hinter dir | Du wirst zur Silhouette. | Umdrehen, Fenster vor dich. |
| Spot direkt über dir | Harte Schatten in den Augenhöhlen. | Einen Schritt nach vorn treten. |
| Lampe vom Boden | Wirkt unheimlich, Formen kippen. | Nie vom Boden leuchten. |
| Licht von vorn und oben | Gesicht ist lesbar. | Genau so hinstellen. |
| Nur Deckenlicht im Raum | Flach, aber brauchbar. | Reicht, wenn nichts anderes geht. |
Die vierte Zeile ist die ganze Empfehlung.
Denn mehr als vorn und leicht oben musst du dir nicht merken.
Und wenn du keine Lampe stellen kannst, dann stell dich eben um.
Der ehrliche Haken, und er ist deutlich
Es ging um einfache schattierte Formen auf einem Bildschirm und nicht um Gesichter oder Videos.
Außerdem ist die Annahme schwächer, als der Befund vermuten lässt.
Eine spätere Arbeit trug ausdrücklich im Titel, dass diese Annahme schwach sei.
Denn sobald eine Szene erkennbare Hinweise auf die tatsächliche Lichtrichtung enthält, verlassen sich Menschen darauf und nicht auf ihre Erwartung.
Und die Linksverschiebung ist eine Vorliebe, die mit der Händigkeit zusammenhängt.
Also nichts, wonach du deine Lampe ausrichten müsstest.
Die sechzig Sekunden vor dem Aufnahmeknopf
Damit du am Abend nichts überlegen musst, hier die Reihenfolge.
Sechs Handgriffe, und keiner davon dauert länger als zehn Sekunden.
Der Durchgang
Sechzig Sekunden insgesamt.
Und davon sind zehn Sekunden die wichtigsten, nämlich die Tonprobe.
Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
Schneiden, ohne sich zu verlieren
Das ist der Teil, in dem die meisten Stunden verschwinden.
Und der Teil, der am wenigsten bringt.
Was ein Slam-Video nach dem Aufnehmen braucht
Zunächst einen sauberen Anfang, also alles vor dem ersten Wort weg.
Außerdem ein Ende, das nach dem Applaus abblendet und nicht mittendrin.
Und schließlich einen Titel im Dateinamen, damit du es später wiederfindest.
Das war die vollständige Liste.
Was du nicht machst
Keine Schnitte innerhalb des Textes, weil Pausen zur Wirkung gehören.
Keine Musik darunter, weil sie dem Text die Stille wegnimmt.
Keine Effekte, weil sie ein Video von 2011 aussehen lassen.
Und keine Untertitel für die ganze Fassung, außer für soziale Netzwerke.
Für soziale Netzwerke schon, weil dort vieles ohne Ton läuft. Dann aber wirklich für den ganzen Text und nicht nur für die Pointen.
Und noch ein Punkt, der zu selten genannt wird: Untertitel machen dein Video für schwerhörige Menschen überhaupt erst zugänglich. Das allein ist ein guter Grund.
Die eine Ausnahme
Wenn dir während des Textes etwas Ungeplantes passiert, lass es drin.
Ein Versprecher, ein Lachen aus dem Publikum, ein Mikrofon, das kurz aussetzt.
Denn genau das unterscheidet einen Mitschnitt von einer Studioaufnahme.
Und Leute sehen sich Slam-Videos an, weil sie einen Abend sehen wollen.
Wen du fragen musst, bevor du ein Video aufnimmst
Beim Filmen auf einer Veranstaltung berührst du gleich mehrere Themen: die Rechte der Veranstaltung, die Rechte der anderen Auftretenden und die Rechte der Menschen im Publikum, die erkennbar ins Bild geraten.
Klär das vorher ab. Verbraucherzentralen, Fachanwaltschaften für Urheber- und Medienrecht und die Veranstaltenden selbst geben dazu Auskunft. Was hier steht, ist eine grobe Orientierung.
Trotzdem lohnt es sich, die Fragen einmal gehört zu haben.
Drei Fragen vor jedem Mitschnitt
Erstens: Darf hier überhaupt gefilmt werden?
Das entscheiden die Veranstaltenden.
Zweitens: Wer gerät ins Bild?
Publikum im Hintergrund ist heikler, als die meisten annehmen.
Und drittens: Was mache ich später damit?
Ein privates Archiv ist etwas anderes als eine Veröffentlichung.
Was sich in der Praxis bewährt hat
Frag die Veranstaltenden vorher, am besten schriftlich und kurz.
Stell das Handy so, dass hauptsächlich die Bühne im Bild ist und nicht die ersten Publikumsreihen.
Und wenn du andere Auftretende mitfilmst, frag sie einzeln, bevor du irgendetwas veröffentlichst.
Das kostet zwei Minuten und erspart dir sehr unangenehme Nachrichten.
Zehn Fehler beim Slam-Video aufnehmen
Fünf bei der Aufnahme, fünf danach.
Fünf Fehler bei der Aufnahme
Fehler 1: Zu weit weg stehen
Fehler 2: Auf das eingebaute Mikrofon vertrauen
Fehler 3: Vom Boden nach oben filmen
Fehler 4: Digital zoomen
Fehler 5: Ohne Probe aufnehmen
Denn ein Slam-Video aufnehmen scheitert selten an der Kamera und fast immer an Abstand und Ton.
Fünf Fehler danach
Fehler 6: Alles hochladen
Fehler 7: Den Applaus vorn dranlassen
Fehler 8: Musik unterlegen
Fehler 9: Keine Sicherung anlegen
Fehler 10: Auf den perfekten Mitschnitt warten
Der Grund ist immer derselbe: Es ist nicht gut genug. Der Ton hallt, das Licht ist mau, an einer Stelle hat man sich versprochen.
Nur vergleicht man dabei mit einer Studioaufnahme, die es gar nicht gibt. Verglichen mit dem, was sonst existiert, nämlich nichts, ist dein hallender Mitschnitt unendlich viel wert.
Sechs Schritte für den nächsten Auftritt
Das ist in einer Woche erledigt.
Und danach läuft es bei jedem Auftritt automatisch.
Drei Schritte vorher
Schritt 1 – Ein Ansteckmikrofon besorgen
Schritt 2 – Zu Hause einmal testen
Schritt 3 – Jemanden fragen
Außerdem entscheidet Schritt zwei darüber, ob du dem Ergebnis vertraust.
Drei Schritte am Abend
Schritt 4 – Vorher aufbauen
Schritt 5 – Nach dem ersten Text kontrollieren
Schritt 6 – Am selben Abend sichern
Denn Schritt fünf ist der einzige, der einen misslungenen Abend noch retten kann.
Deine Blendenprobe
Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.
Der beste Abend, den niemand sehen kann
Ich hatte einmal einen Abend, an dem alles zusammenpasste.
Der Raum war voll, der Text saß, und an einer Stelle wurde es so still, wie es sonst nie wird.
Gefilmt hat eine Freundin, von hinten, mit dem Handy in der Hand.
Was auf dem Material zu sehen war
Eine kleine dunkle Gestalt in einem großen hellen Rechteck.
Denn hinter der Bühne stand ein Fenster.
Und davor stand ich.
Der Ton war halbwegs verständlich, solange niemand ein Glas abstellte.
Und an der stillen Stelle hört man deutlich, wie jemand nach der Rechnung fragt.
Was ich daraus gelernt habe
Nicht, dass ich bessere Technik brauche.
Sondern dass ich sechzig Sekunden nicht investiert hatte.
Denn das Fenster hätte ich sehen können.
Und die Freundin hätte gern zwei Meter näher gestanden.
Beides hätte nichts gekostet außer der Bereitschaft, kurz nachzudenken.
„Der Abend war gut. Der Zeuge war schlecht. Und ein schlechter Zeuge ist ungefähr so nützlich wie gar keiner.Meine Notiz danach — und der Grund für das Prüfblatt
Wie ich ein Slam-Video heute aufnehme
Das Mikrofon liegt seit Jahren in der Tasche, in der auch die Texte sind.
Ich baue beim Ankommen auf und nicht kurz vor dem Auftritt.
Und nach dem ersten Text sehe ich zehn Sekunden nach, ob alles läuft.
Seitdem ist mir kein Abend mehr verloren gegangen.
Was ein guter Mitschnitt nicht ersetzt
Ein Video hält fest, was passiert ist.
Ob das sehenswert war, entscheidet es nicht.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Ein Mitschnitt zeigt gnadenlos, wo ein Text hängt.
Denn im Saal trägt dich die Stimmung über schwache Stellen hinweg.
Auf dem Bildschirm zu Hause trägt dich niemand.
Kurz gesagt: Das Video ist das ehrlichste Werkzeug, das du hast.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also das, was passieren muss, damit ein Mitschnitt beim zweiten Ansehen noch trägt.
Den Zeugen stellst du in sechzig Sekunden auf. Was er bezeugt, baust du dein Leben lang.
Ton vor Bild. Näher als bequem. Licht von vorn. Und die ersten drei Sekunden gehören dem Text.
Übrigens hat mir später jemand geschrieben, er habe mich über genau diesen hallenden Mitschnitt gefunden.
Er sei trotz des Tons hängengeblieben, weil eine Stelle ihn erwischt habe.
Für diesen einen Satz lohnt sich sogar der schlechte Zeuge.
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Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
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Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
