Der Technik-Rider: Was du der Tontechnik vorher sagst

Technik-Rider im Gespräch: der Waschbär steht mit der Tontechnik am Mischpult
Der Rider

Der Technik-Rider: Was du der Tontechnik vorher sagst

Auf die Frage nach der Technik antworten fast alle mit demselben Satz.
Er lautet: Nur ein Mikro.
Das ist freundlich gemeint und für die Tontechnik völlig wertlos.
Denn es beantwortet keine einzige der Fragen, die dort tatsächlich anliegen.
Ein Technik-Rider ist kein Forderungskatalog. Er ist eine Beschreibung dessen, was du tust — damit jemand anderes es hörbar machen kann.
8
Riderzeilen
5 Stationen
Signalweg
8
Riderbögen
4 deutsche
Videos

Es gibt zwei Sorten von Abenden, und der Unterschied entsteht vor dem Auftritt.

Bei der ersten Sorte steigst du auf die Bühne und die Stimme sitzt.

Dabei hörst du dich, der Saal hört dich, und über den Ton denkst du keine Sekunde nach.

Bei der zweiten Sorte kämpfst du fünf Minuten gegen deine eigene Stimme.

Ohne Technik-Rider läuft es schief: der Waschbär kämpft auf der Bühne mit dem Ton
Fünf Minuten gegen die eigene Stimme. Das entscheidet sich vorher.

Und der Unterschied liegt fast nie am Können der Tontechnik.

Er liegt daran, ob jemand vorher gesagt hat, was passieren wird.

Dieser Beitrag zeigt dir, wie ein Technik-Rider für Bühnentexte aussieht.

Also acht Zeilen, die du einmal schreibst und danach immer verschickst.

Dazu kommen zwei Untersuchungen aus der Akustik, die erklären, warum bestimmte Dinge auf Bühnen zuverlässig schiefgehen.

Und eine Anleitung für den Soundcheck, die acht Minuten dauert.

Zum Mitmachen gibt es acht Riderzeilen, fünf Signalstationen, acht Riderbögen und vier deutsche Videos.

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01

Warum nur ein Mikro keine Ansage ist

Der Satz klingt bescheiden und ist in Wahrheit eine Zumutung.

Denn er verlagert jede Entscheidung auf jemanden, der dich noch nie gehört hat.

Was die Tontechnik daraus nicht erfährt

Zunächst einmal nichts über deine Lautstärke.

Sprichst du durchgehend leise oder springst du von einem Flüstern in ein Schreien?

Außerdem nichts über deinen Abstand zum Mikrofon.

Stehst du zehn Zentimeter davor oder wanderst du dauernd hin und weg?

Und was sie dringend wissen müsste

Zum Beispiel, ob du das Mikrofon in der Hand hältst oder am Stativ lässt.

Außerdem, ob du Papier dabeihast, das ins Mikrofon rauschen kann.

Ob es Stellen gibt, an denen du absichtlich sehr leise wirst.

Und schließlich, ob du dich selbst hören musst, um dein Timing zu halten.

Was du sagstWas die Technik hörtWas sie bräuchte
Nur ein MikroEr hat keine Ahnung, was er braucht.Ein Satz über Dynamik und Abstand.
Ganz normal, wie immerWie ist immer? Ich kenne dich nicht.Zwei Beispiele, laut und leise.
Mach einfach SpracheAlso Standardpreset, viel Glück.Der Hinweis auf gewollte Extreme.
Mir ist alles rechtDann bekommst du auch alles.Die eine Sache, die dir wichtig ist.
Kannst du es lauter machen?Lauter als was, für wen, wo?Wo genau es fehlt: Saal oder Monitor.

Die letzte Zeile ist die häufigste Bitte auf jeder Bühne.

Und die unbrauchbarste, weil sie zwei völlig verschiedene Systeme verwechselt.

Denn der Saal und dein Monitor sind zwei getrennte Wege mit zwei getrennten Reglern.

Kapitel sechs geht diesen Weg Station für Station durch.

Soundprobe
Warum hilft die Ansage nur ein Mikro der Tontechnik nicht?
Auflösung anzeigen
Weil sie nichts über Dynamik, Abstand, Papier oder deinen Monitorbedarf sagt. Die Technik muss dann raten — und Raten führt zum Standardpreset.
Verbunden
Ein Technik-Rider fordert nichts. Er beschreibt, was in fünf Minuten auf der Bühne passieren wird.
Video 1
Voller und klarer Stimmklang: acht Resonanz-Übungen
Der beste Rider ersetzt keine tragfähige Stimme. Deshalb steht dieses Video ganz vorn.
02

Der Griff: schreib über deinen Körper, nicht über die Technik

Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.

Es gibt genau eine Regel, und sie dreht die Richtung des ganzen Dokuments um.

Der Griff
Schreib nicht, welche Geräte du willst. Schreib, was dein Körper auf der Bühne macht.

Also nicht: Ich brauche ein Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik. Sondern: Ich werde zwischen Flüstern und Rufen wechseln, halte das Mikro in der Hand und gehe dabei vom Stativ weg.

Denn die Geräteauswahl ist der Job der Tontechnik, und sie kennt ihr Material besser als du. Was sie nicht kennen kann, ist dein Verhalten. Genau das ist deine Zulieferung.

Das war es.

Verhalten beschreiben, Technik entscheiden lassen.

Technik-Rider beim Soundcheck: der Waschbär spricht ins Mikrofon und hört zu
Erst beschreiben, dann hören. In dieser Reihenfolge.

Warum das besser funktioniert

Weil du damit aufhörst, ein Gespräch über Fachbegriffe zu führen, in dem du zwangsläufig verlierst.

Außerdem bekommst du dadurch Lösungen, auf die du selbst nicht gekommen wärst.

Denn wer weiß, dass du im Text plötzlich sehr leise wirst, setzt einen Kompressor anders ein und stellt das Mikrofon anders auf.

Wer nur weiß, dass du ein Mikro willst, drückt einen gespeicherten Kanal auf.

Der Zusatz, der am meisten bringt

Nenne genau eine Sache, die dir wichtiger ist als alle anderen.

Denn ein Rider mit vierzehn gleich wichtigen Punkten hat null Prioritäten.

Ein Rider mit einer klaren Priorität wird in dieser Priorität bedient.

Bei Bühnentexten ist das fast immer die Verständlichkeit der leisen Stellen.

Riderbogen 01
Deine drei Sätze
Beschreib dein Verhalten auf der Bühne in drei Sätzen. Ohne ein einziges Fachwort.
Warum nur ein Griff und nicht zwölf
Weil ein Rider gelesen werden muss, um zu wirken.

Und weil er in einer Situation gelesen wird, in der jemand gleichzeitig Kabel legt, Kanäle beschriftet und drei Leuten antwortet.

Was in dieser Lage funktioniert, ist ein kurzer Text mit einer klaren Priorität. Was nicht funktioniert, sind zwei Seiten Wunschliste.
03

Was ein Technik-Rider überhaupt ist

Der Begriff kommt aus dem Konzertgeschäft und klingt größer, als er ist.

Tatsächlich bezeichnet er ursprünglich die Anlagen zu einem Auftrittsvertrag.

Die zwei Teile

Klassisch besteht ein Rider aus zwei Teilen.

Der technische Teil beschreibt, was für den Auftritt gebraucht wird: Mikrofone, Monitore, Bühnenfläche, Strom.

Der Hospitality-Teil beschreibt alles andere: Getränke, Verpflegung, Garderobe, Übernachtung.

Für Bühnentexte ist der zweite Teil in aller Regel überflüssig, und der erste passt auf eine halbe Seite.

Was in deinen Rider gehört

Also genau das, was jemand wissen muss, um den Abend vorzubereiten.

Nicht mehr, denn jede zusätzliche Zeile senkt die Wahrscheinlichkeit, dass die wichtigen gelesen werden.

Deshalb hat der Technik-Rider in diesem Beitrag genau acht Zeilen.

Und die achte ist eine Höflichkeitszeile, keine Anforderung.

Technik-Rider · Beispiel
Name
Stephan Pinkwart
Format
Poetry Slam, ein Beitrag, rund 5 Minuten
Besetzung
eine Person, Sprechstimme, keine Instrumente
Mikrofon
ein Handmikro, kabelgebunden bevorzugt
Dynamik
Fluesterstellen bis Rufen, bewusst grosse Spanne
Abstand
wechselnd, teils sehr nah am Korb
Papier
Blatt in der Hand, bitte auf Raschelgeraeusche achten
Monitor
leise, nur zur Kontrolle, kein Vollpegel
Wichtigste Bitte
Verstaendlichkeit der leisen Stellen
Alles Weitere gern nach eurem Ermessen. Ich bin zwanzig Minuten vor Soundcheck da und richte mich nach eurem Ablauf.

Insgesamt neun Zeilen und ein Nachsatz.

Das ist alles, und es ist mehr als neunzig Prozent aller Auftretenden liefern.

Außerdem dauert es nach dem ersten Mal zwei Minuten, weil sich nur das Datum ändert.

Riderbogen 02
Dein Rohbau
Schreib die neun Felder einmal für dich aus. Danach ist die Datei fertig.
04

Die acht Zeilen deines Technik-Riders

Jetzt wird es konkret.

Jede dieser acht Zeilen beantwortet eine Frage, die sonst jemand raten muss.

Und bei jeder steht, was fast alle stattdessen hinschreiben.

Die drei Zeilen über den Auftritt selbst

1Format und Länge
So schreibst du es hin
Poetry Slam, ein Beitrag, rund fünf Minuten. Kein Umbau nötig.
Warum das hilft
Damit weiß die Technik, ob es ein Kanal für fünf Minuten ist oder ein Bühnenaufbau für eine halbe Stunde. Das entscheidet über die gesamte Planung des Abends und über die Reihenfolge im Ablauf.
Was fast alle stattdessen schreiben
Ich lese was vor. Das kann alles heißen von zwei Minuten bis zu einer abendfüllenden Lesung mit Pause.
2Besetzung
So schreibst du es hin
Eine Person, Sprechstimme, keine Instrumente, keine Zuspielungen.
Warum das hilft
Diese Zeile klingt überflüssig und ist die wichtigste Entwarnung im ganzen Dokument. Denn sie sagt: ein Kanal, kein Playback, kein Laptop, kein Kabel von außen. Damit ist die halbe Sorge erledigt.
Was fast alle stattdessen schreiben
Gar nichts. Und dann steht abends jemand bereit, der auf eine Zuspielung wartet, die nie kommt.
3Mikrofon
So schreibst du es hin
Ein Handmikro, kabelgebunden bevorzugt. Stativ gern vorhanden, ich nehme es aber in die Hand.
Warum das hilft
Handmikro oder Stativ verändert Abstand, Pegel und Störgeräusche vollständig. Und die Angabe kabelgebunden erspart der Technik die Frage, ob sie eine Funkstrecke bereitstellen muss.
Was fast alle stattdessen schreiben
Ein Mikro halt. Was offen lässt, ob es am Stativ bleibt, was für die Einstellung den größten Unterschied macht.
Technik-Rider und Signalweg: ein Kabel mit Klinkenstecker vor einer Anschlussdose
Kabelgebunden oder Funk. Eine Zeile, die viel Rückfragen erspart.

Die drei Zeilen über deine Stimme

4Dynamik
So schreibst du es hin
Ich wechsle bewusst zwischen Flüsterstellen und Rufen. Die Spanne ist groß und gewollt.
Warum das hilft
Das ist die Zeile, die einen guten Abend von einem mittelmäßigen trennt. Denn wer diese Spanne kennt, stellt die Kompression anders ein und fährt nicht bei der ersten laut werdenden Stelle zurück. Kapitel fünf erklärt, warum das physikalisch so wichtig ist.
Was fast alle stattdessen schreiben
Normale Sprechlautstärke. Woraufhin bei der ersten Flüsterstelle niemand mehr etwas hört und beim Rufen alles verzerrt.

Abstand und Papier

Bleiben zwei Zeilen, die kaum jemand schreibt.

Dabei lösen sie zusammen die häufigsten Störgeräusche eines Textauftritts.

5Abstand
So schreibst du es hin
Wechselnd. An leisen Stellen sehr nah am Korb, an lauten gehe ich deutlich weg.
Warum das hilft
Der Abstand zum Mikrofon verändert Pegel und Klangfarbe stärker als fast jede Einstellung am Pult. Wer weiß, dass du das absichtlich tust, arbeitet damit statt dagegen.
Was fast alle stattdessen schreiben
Nichts. Und dann wird die Nähe zum Mikrofon als Fehler behandelt und weggeregelt, obwohl sie dein Mittel ist.
6Papier
So schreibst du es hin
Ich habe ein Blatt in der Hand. Bitte auf Raschelgeräusche achten.
Warum das hilft
Papier direkt am Mikrofon ist eine der häufigsten Störquellen bei Textauftritten. Ein Hinweis genügt, damit jemand darauf hört und im Zweifel den Winkel ändert.
Was fast alle stattdessen schreiben
Nichts, weil es einem selbst nicht auffällt. Auf der Aufnahme hört man es dann durchgehend.

Die zwei Zeilen, die den Abend retten

7Monitor
So schreibst du es hin
Leise, nur zur Kontrolle. Kein Vollpegel, ich brauche keinen Bühnensound, sondern nur Orientierung.
Warum das hilft
Zu viel Monitor ist bei Sprechstimmen die häufigste Ursache für Rückkopplung und für verschobenes Timing. Kapitel sechs zeigt, warum ein zu lauter Monitor dich sogar aus dem Rhythmus bringt.
Was fast alle stattdessen schreiben
Bitte laut auf den Monitor. Was zu Rückkopplung führt und dazu, dass du gegen dich selbst ansprichst.
8Deine wichtigste Bitte
So schreibst du es hin
Wichtigste Bitte: Verständlichkeit der leisen Stellen. Alles Weitere gern nach eurem Ermessen.
Warum das hilft
Eine einzige Priorität wird bedient. Vierzehn gleichwertige Punkte werden es nicht. Und der Nachsatz signalisiert, dass du der Technik ihre Entscheidungen lässt.
Was fast alle stattdessen schreiben
Eine Liste mit vierzehn Punkten in gleicher Schriftgröße. Gelesen wird davon in der Praxis der erste und der letzte.
Was diese acht zusammen ergeben
Eine halbe Seite.

Und ein Dokument, das nichts fordert, was Geld kostet. Kein Zusatzmikrofon, keine besondere Anlage, keine Extrawünsche.

Das ist der Grund, warum ein solcher Rider fast immer angenommen wird: Er macht der Technik das Leben leichter statt schwerer. Und genau so solltest du ihn auch schreiben.
Riderbogen 03
Deine acht Zeilen
Nimm die acht durch und formulier sie in eigenen Worten. Kurz, konkret, ohne Fachbegriffe.
Video 2
Stimmübungen zum lauteren Sprechen
Wer tragfähig spricht, braucht weniger Monitor. Und weniger Monitor löst die meisten Probleme aus Kapitel sechs.
05

Warum der Sound beim Soundcheck anders klingt als abends

Es gibt einen Grund, warum sich Sound bei niedriger Lautstärke falsch anfühlt.

Und der ist seit über neunzig Jahren vermessen.

Harvey Fletcher und Wilden Munson veröffentlichten 1933 im Journal of the Acoustical Society of America die Arbeit Loudness, its definition, measurement and calculation.

Daraus stammen die Kurven, die man bis heute Fletcher-Munson-Kurven nennt.

Was sie gemessen haben

Konkret ließen die beiden Versuchspersonen über Kopfhörer reine Töne verschiedener Frequenzen hören.

Zu jedem Ton gab es einen Bezugston bei tausend Hertz.

Diesen Bezugston stellten sie so ein, bis die Person beide als gleich laut empfand.

Weil Lautheit eine subjektive Größe ist, mittelten sie über viele Personen.

Das Ergebnis

Tatsächlich hört das Ohr nicht alle Frequenzen gleich gut.

Und zwar hängt diese Verzerrung von der Lautstärke ab.

Bei niedrigem Pegel werden tiefe Frequenzen deutlich schwächer wahrgenommen als mittlere.

Bei hohem Pegel verläuft die Wahrnehmung gleichmäßiger.

Dieselbe Aufnahme klingt bei niedriger Lautstärke dünner. Nicht weil sich der Klang geändert hat, sondern weil sich das Ohr geändert hat.
Praktische Folge der Kurven gleicher Lautstärke · sinngemäß
Technik-Rider vorbereiten: ein leeres Blatt und ein Stift auf dem Mischpult
Der Pegel beim Soundcheck entscheidet, wie es abends klingt.

Was das für deinen Soundcheck bedeutet

Erstens: Ein Soundcheck bei halber Lautstärke ist kein Soundcheck.

Denn abends bei Showpegel klingt derselbe Kanal anders, und zwar systematisch anders.

Zweitens: Wenn du sagst, es klingt dünn, meinst du manchmal, es ist zu leise.

Und drittens: Wenn du sagst, mach lauter, meinst du manchmal, mach mehr Fülle.

Das sind zwei verschiedene Regler.

Wie du es in Worte fasst

Also sag nicht: dünn, dumpf oder komisch.

Sag stattdessen, was fehlt oder zu viel ist, und zwar in Bildern.

Zum Beispiel: Meine Stimme klingt nach Telefon.

Oder: Es zischt bei S-Lauten.

Solche Beschreibungen sind für die Tontechnik sofort umsetzbar.

Was du sagstWas gemeint istWas die Technik dann macht
Es klingt nach TelefonZu wenig Tiefe, zu viel Mitte.Tiefen anheben, Mitten zurücknehmen.
Es zischt bei S-LautenZu viel im oberen Bereich.De-Esser oder Höhen leicht senken.
Ich klingt wie in einer TonneZu viel im unteren Mittenbereich.Den betroffenen Bereich absenken.
Es pfeift kurz aufBeginnende Rückkopplung.Monitor senken oder Frequenz herausfiltern.
Ich höre mich verzögertLaufzeit zwischen Monitor und Saal.Monitorposition oder Pegel ändern.

Die letzte Zeile führt direkt zum nächsten Kapitel.

Denn dieses verzögerte Hören hat einen Namen und eine gut vermessene Grenze.

Der ehrliche Haken, und er ist ungewöhnlich interessant

Die Fletcher-Munson-Kurven sind längst überholt und werden trotzdem ständig zitiert.

1956 machten Robinson und Dadson eine neue Bestimmung, die zur Grundlage der Norm ISO 226 wurde.

Diese Norm galt als maßgeblich, bis sie 2003 überarbeitet wurde.

Und jetzt kommt der überraschende Teil: Das zuständige Gremium stellte fest, dass die Robinson-Dadson-Werte im tieffrequenten Bereich um bis zu zehn bis fünfzehn Dezibel abweichen.

Die alten Fletcher-Munson-Kurven passen besser zu den neueren Messungen als ihr eigener Nachfolger, und die Gründe dafür sind nicht geklärt.

Dazu kommt: Fletcher und Munson messten über Kopfhörer, und solche Kurven gelten nur für seitliche Darbietung.

Die Norm ist seitdem erneut fortgeschrieben worden.

Der Grundzusammenhang bleibt gültig, die exakten Werte nicht.

06

Warum zu viel Monitor dich aus dem Takt bringt

Jetzt zu dem Effekt, den fast jeder auf Bühnen erlebt und kaum jemand benennen kann.

Er heißt nach dem Mann, der ihn 1951 beschrieben hat.

Helmut Haas untersuchte in seiner Dissertation an der Technischen Hochschule Braunschweig, wie ein einzelnes Echo die Verständlichkeit von Sprache verändert.

Veröffentlicht wurde die Arbeit 1951 in der Fachzeitschrift Acustica unter dem Titel Über den Einfluss eines Einfachechos auf die Hörsamkeit von Sprache.

Was er gefunden hat

Zunächst gilt: Der zuerst eintreffende Direktschall bestimmt allein die Richtung.

Ein Rückwurf, der später als etwa zwei Millisekunden eintrifft, erhöht die wahrgenommene Lautstärke, verändert die Klangfarbe und lässt die Quelle breiter erscheinen.

Verblüffend ist der nächste Teil: Selbst wenn dieser Rückwurf bis zu zehn Dezibel lauter ist als der Direktschall, bleibt die Richtung beim ersten Signal, solange die Verzögerung unter etwa fünfunddreißig Millisekunden liegt.

Wird die Verzögerung größer als etwa fünfzig Millisekunden, hört man zwei getrennte Ereignisse.

Also ein Echo.

Was zuerst ankommt, bestimmt die Richtung. Was kurz danach kommt, verändert Lautstärke und Klangfarbe. Was zu spät kommt, ist ein Echo.
Kern der Arbeit von Helmut Haas 1951 · sinngemäß zusammengefasst
Technik-Rider und Monitor: ein Bühnenmonitor zeigt schräg nach oben
Der Monitor ist ein zweites Signal. Und Timing ist ein Rechenspiel.

Was das auf einer Bühne bedeutet

Tatsächlich hörst du dich über mindestens zwei Wege gleichzeitig.

Einmal direkt über deinen eigenen Kopf, was praktisch ohne Verzögerung geschieht.

Und einmal über den Monitor, plus über den Saalsound, der von den Wänden zurückkommt.

Dabei braucht Schall für zehn Meter etwa neunundzwanzig Millisekunden.

Warum lauter genau das falsche Mittel ist

Solange die Rückwürfe unter etwa fünfunddreißig Millisekunden bleiben, verschmelzen sie zu einem Höreindruck.

Dann klingt es voller, und alles ist gut.

Wird der Monitor dagegen lauter aufgezogen, während der Saalsound aus größerer Entfernung zurückkommt, treten beide Signale deutlicher auseinander.

Und ab etwa fünfzig Millisekunden hörst du dich zweimal.

Genau dann verlierst du dein Timing, weil du unbewusst auf das zweite Signal wartest.

Die praktische Regel daraus
Wenn du dich verzögert hörst, ist mehr Monitor fast immer die falsche Antwort.

Richtig sind drei andere Bitten: den Monitor leiser machen, näher an dich stellen oder anders ausrichten. Und wenn möglich einen Schritt nach vorn gehen, weg von rückwerfenden Flächen.

Denn du kämpfst nicht gegen zu wenig Pegel. Du kämpfst gegen eine Laufzeit. Und Laufzeit wird durch Lautstärke nicht kleiner.

Der ehrliche Haken, und er ist gleich mehrfach

Haas' Untersuchungen beschreiben den zugrunde liegenden Effekt nicht in voller Breite.

Sie behandeln vor allem den speziellen Fall, dass ein verzögerter Schall mit höherem Pegel noch aus der Richtung des unverzögerten wahrgenommen wird.

Außerdem wird der Haas-Effekt regelmäßig mit dem Präzedenzeffekt gleichgesetzt, und das ist nicht dasselbe.

Den Präzedenzeffekt beschrieben Hans Wallach, Edwin Newman und Mark Rosenzweig bereits 1949, also zwei Jahre früher.

Mark Gardner veröffentlichte 1968 sogar eine eigene Arbeit, nur um diese Begriffsverwirrung aufzuräumen.

Dazu kommt: Haas arbeitete mit Sprache und zwei Lautsprechern in fünfundvierzig Grad Winkel.

Auf heutige Stereofonie lässt sich das nicht übertragen.

Und neuere Arbeiten zeigen, dass sich der Effekt mit Gewöhnung aufbaut und bei Änderungen wieder einbricht.

Als Erklärung für Bühnen taugt er trotzdem sehr gut.

Dein Link-Kompass

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✍️
Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

07

Der Signalweg der Tontechnik in fünf Stationen

Wer weiß, wo etwas passiert, kann sagen, wo es fehlt.

Und genau daran scheitern die meisten Bitten auf einer Bühne.

Deshalb hier der Weg deiner Stimme, Station für Station.

Die zwei Stationen, die du beeinflusst

1
Das Mikrofon
Hier entsteht alles. Abstand, Winkel und Richtcharakteristik entscheiden über Pegel, Klangfarbe und darüber, wie viel vom Raum mitkommt.
Dein Einfluss
Sehr groß. Dein Abstand ist der stärkste Regler auf der ganzen Kette, und du bedienst ihn mit dem Kopf.
2
Der Kanal am Pult
Verstärkung, Klangregelung und Kompression. Hier wird entschieden, wie stark leise Stellen angehoben und laute gebremst werden.
Dein Einfluss
Mittel. Du beeinflusst es über den Rider, nämlich über deine Angabe zur Dynamik. Sonst greift ein gespeichertes Standardpreset.

Die zwei getrennten Wege

Ab hier teilt sich das Signal, und genau darin liegt das häufigste Missverständnis.

Denn Saal und Bühne haben eigene Regler und hören völlig Verschiedenes.

3
Der Weg in den Saal
Von hier geht es auf die Hauptanlage. Der Saal hört dich also über eine Kette, die du selbst gar nicht hörst.
Dein Einfluss
Klein. Und deshalb ist es sinnlos, aus der Bühnenperspektive über den Saalklang zu urteilen. Dafür brauchst du eine zweite Person.
4
Der Weg auf die Bühne
Ein getrennter Weg mit eigenem Regler: der Monitor. Er hat mit dem Saalsound technisch fast nichts zu tun.
Dein Einfluss
Groß, aber anders als du denkst. Nach Kapitel sechs hilft hier meistens weniger und nicht mehr.

Und die Station, die niemand einstellt

Bleibt der Raum, und der lässt sich nicht regeln.

Dafür kannst du dich in ihm bewegen, was oft mehr bringt als jede Einstellung.

5
Der Raum selbst
Wände, Decke, Publikum. Der Raum wirft zurück, verschluckt Höhen und verändert alles, sobald Leute darin stehen.
Dein Einfluss
Klein, aber vorhanden. Ein Schritt nach vorn oder zur Seite verändert deine Situation manchmal mehr als jeder Regler.

Die dritte Station ist die, die zu den meisten Missverständnissen führt.

Denn was du auf der Bühne hörst, ist nicht das, was der Saal hört.

Deshalb ist die einzige verlässliche Frage nach dem Saalklang: Kann jemand hinten kurz zuhören?

Und deshalb lohnt es sich, jemanden mitzubringen oder jemanden zu fragen.

Riderbogen 04
Dein Signalweg
Bei welcher Station lag dein letztes Problem? Und wo hast du danach um Hilfe gebeten?
Video 3
Gepresste Stimme: sprechen ohne Druck
Wer gegen den Monitor anspricht, presst. Und Pressen hört man auf jeder Anlage sofort.
08

Der Soundcheck in acht Minuten

Bei Slams gibt es selten einen richtigen Soundcheck.

Meistens sind es zwei Minuten zwischen Aufbau und Türöffnung.

Deshalb hier eine Reihenfolge, die auch in zwei Minuten funktioniert.

Die drei Schritte, die immer gehen

Schritt 1 – Zwei Sätze in Zimmerlautstärke
Sprich zwei Sätze in deiner leisesten Stelle. Nicht Test-eins-zwei, sondern echten Text. Denn Testsilben klingen anders als Sprache und sagen über deine Verständlichkeit nichts.
Schritt 2 – Zwei Sätze in deiner lautesten Stelle
Direkt danach die andere Extremstelle, mit dem Abstand, den du abends wirklich hast. Damit sieht die Technik die gesamte Spanne in fünfzehn Sekunden.
Schritt 3 – Die eine Frage nach hinten
Frag, ob jemand hinten kurz zuhören kann. Nach Kapitel sieben ist das die einzige verlässliche Auskunft über den Saalklang, und sie kostet zwanzig Sekunden.

Denn diese drei Schritte liefern mehr Information als fünf Minuten Test-eins-zwei.

Die drei Schritte, wenn du mehr Zeit hast

Schritt 4 – Der Monitor von unten nach oben
Lass den Monitor bei Null anfangen und langsam aufziehen. Sag Stop, sobald du dich gerade eben hörst. Genau dort ist der richtige Pegel, und er ist deutlich niedriger als die meisten denken.
Schritt 5 – Die Papierprobe
Blätter einmal so, wie du es abends tun wirst. Wenn es rauscht, ändert die Technik jetzt den Winkel und nicht während deines Textes.
Schritt 6 – Der Positionstest
Geh die Fläche ab, die du wirklich benutzen wirst. Wenn es an einer Stelle pfeift, weißt du das jetzt und nicht abends.

Außerdem zeigt Schritt vier fast immer, dass weniger Monitor angenehmer ist.

Technik-Rider beim Soundcheck anwenden: der Waschbär prüft den Klang am Mikrofon
Echter Text statt Test-eins-zwei. Das ist der ganze Unterschied.

Was du im Soundcheck nicht machen solltest

Zum Beispiel deinen ganzen Text vortragen.

Das kostet Zeit, die andere brauchen.

Außerdem über Geräte diskutieren.

Die Auswahl ist nicht dein Thema.

Und die Lautstärke am Pult mit eigenen Händen verändern.

Das ist in der Branche eine echte Grenzüberschreitung.

Kurz gesagt: Beschreiben, hören, danken.

In dieser Reihenfolge.

Riderbogen 05
Dein Soundcheck
Leg deine zwei Beispielstellen fest. Eine sehr leise, eine sehr laute.
09

Sätze, die die Tontechnik sofort versteht

Zum Schluss der praktische Teil für den Abend selbst.

Denn zwischen Soundcheck und Auftritt liegen manchmal zwei Stunden.

SituationWas du sagstWarum das funktioniert
Beim AnkommenIch hab einen kurzen Rider geschickt, brauche aber nichts Besonderes.Entwarnung zuerst. Das entspannt sofort.
Vor dem CheckIch habe eine sehr leise und eine sehr laute Stelle, ich zeige dir beide.Du lieferst die Spanne, statt sie zu behaupten.
Monitor zu lautKannst du meinen Monitor etwas runter? Ich höre mich doppelt.Benennt Ursache und Richtung in einem Satz.
Es zischtBei S-Lauten zischt es etwas. Geht da was?Konkretes Symptom statt Werturteil.
Unsicher über den SaalKann jemand hinten mal kurz hören, ob es trägt?Fragt die einzige Instanz, die es beurteilen kann.
Nach dem AuftrittDas hat gut gesessen, danke.Kostet fünf Sekunden und wirkt beim nächsten Mal.

Die letzte Zeile ist die wirksamste des ganzen Beitrags.

Denn Tontechnik hört fast nie, dass etwas gut war.

Sie hört nur, wenn etwas nicht funktioniert hat.

Wer sich bedankt, ist beim nächsten Mal ein Name statt eine Nummer im Ablauf.

Der Satz, den du dir sparen solltest

Bei meinem letzten Auftritt hat das aber anders geklungen.

Denn er vergleicht einen fremden Raum mit einer fremden Anlage.

Und er stellt indirekt die Kompetenz der Person infrage, die dir gerade hilft.

Kurz gesagt: Beschreibe, was du jetzt hörst, nicht was du gestern gehört hast.

Riderbogen 06
Deine sechs Sätze
Schreib die sechs Sätze in eigenen Worten auf und leg sie in eine Notiz auf dem Telefon.
10

Zehn Fehler beim Technik-Rider

Zunächst fünf im Dokument, anschließend fünf am Abend.

Fünf Fehler im Dokument

Fehler 1: Geräte statt Verhalten beschreiben
Die Auswahl ist der Job der Technik. Was sie nicht wissen kann, ist dein Verhalten auf der Bühne.
Fehler 2: Zu lang
Ein Rider wird beim Kabellegen gelesen. Über eine halbe Seite hinaus wird nichts mehr aufgenommen.
Fehler 3: Keine Priorität nennen
Vierzehn gleich wichtige Punkte haben null Prioritäten. Eine klare Priorität wird bedient.
Fehler 4: Die Dynamik verschweigen
Wer nicht weiß, dass du flüsterst und rufst, stellt auf Mittelwert ein. Und dann verlierst du beide Extreme.
Fehler 5: Fordernd formulieren
Ich benötige zwingend liest sich anders als ich bringe mit. Und es kostet nichts, freundlich zu sein.

Denn ein Technik-Rider wird umso besser bedient, je einfacher er das Leben macht.

Fünf Fehler am Abend

Fehler 6: Lauter verlangen, ohne zu sagen wo
Saal und Monitor sind zwei getrennte Wege. Die Bitte muss sagen, welcher.
Fehler 7: Mehr Monitor verlangen, wenn es doppelt klingt
Nach Kapitel sechs ist das genau die falsche Richtung. Du kämpfst gegen eine Laufzeit, nicht gegen zu wenig Pegel.
Fehler 8: Selbst am Pult drehen
Das ist eine echte Grenzüberschreitung und wird lange erinnert.
Fehler 9: Werturteile statt Beschreibungen
Es klingt scheiße hilft niemandem. Es klingt nach Telefon ist sofort umsetzbar.
Fehler 10: Sich nicht bedanken
Kostet fünf Sekunden. Und Tontechnik erinnert sich daran erstaunlich lange.
Zum siebten Fehler noch ein Gedanke
Es ist völlig widersinnig und passiert trotzdem fast immer.

Du hörst dich doppelt, es fühlt sich nach zu wenig an, und dein Reflex sagt: mehr. Dann wird es lauter und die beiden Signale treten noch deutlicher auseinander.

Merk dir den einen Satz: Ich höre mich doppelt, kannst du den Monitor runter? Damit hast du in acht Wörtern gesagt, was sonst zehn Minuten dauert.
11

Sechs Übungen für besseren Bühnensound

Das lässt sich vorbereiten, und zwar größtenteils ohne Anlage.

Denn die meisten Probleme entstehen an deinem Verhalten, nicht am Material.

Drei Übungen ohne Technik

Übung 1 – Der Abstandstest
Sprich eine Zeile mit fünf Zentimetern Abstand zur Handfläche, dann mit dreißig. Du hörst den Unterschied in der Klangfarbe deutlich, und genau den macht das Mikrofon größer.
Übung 2 – Die Dynamikspanne
Markier in deinem Text die leiseste und die lauteste Stelle. Diese beiden brauchst du für jeden Soundcheck.
Übung 3 – Die Papierhaltung
Üb, das Blatt unterhalb des Mikrofons zu halten und beim Umblättern wegzudrehen. Zwei Wiederholungen genügen, dann sitzt es.

Außerdem zeigt Übung eins in dreißig Sekunden, warum Abstand wichtiger ist als jeder Regler.

Drei Übungen mit Technik

Übung 4 – Der Monitor von Null
Lass den Monitor beim nächsten Check bei Null anfangen. Dann findest du deinen echten Bedarf und nicht den gewohnten Pegel.
Übung 5 – Die Aufnahme aus der Saalmitte
Lass deinen Auftritt mit einem Telefon aus der Saalmitte mitschneiden. Das ist kein guter Ton, aber ehrliche Information über Verständlichkeit.
Übung 6 – Die Rückfrage
Frag die Tontechnik nach dem Auftritt, was bei dir schwierig war. Diese Antwort ist Gold und wird fast nie erfragt.

Denn Übung sechs liefert dir Hinweise, die dir sonst niemand gibt.

Riderbogen 07
Deine Aufnahme
Plan für den nächsten Auftritt eine Aufnahme aus der Saalmitte ein. Und leg fest, worauf du dabei hörst.
Video 4
Leise Stimme: lauter und kraftvoller sprechen
Für den Teil, den keine Anlage übernehmen kann. Tragfähigkeit entsteht im Körper und nicht am Pult.
Riderbogen 08
Dein nächster Abend
Zum Schluss die zwei Fragen, die den Unterschied machen.
Abnahme

Deine Soundprobe

Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.

Erledigt
Nachtrag

Der Abend, an dem ich mich zweimal gehört habe

Es war eine Turnhalle, umgebaut für einen Abend.

Konkret: hohe Decke, harte Wände, die Anlage vorn, ich in der Mitte der Fläche.

Und ab dem dritten Satz war mein Timing weg.

Ohne Technik-Rider im falschen Raum: der Waschbär kommt auf der Bühne nicht durch
Ich habe mich zweimal gehört. Und alles falsch gemacht, was ging.

Was ich gemacht habe

Zunächst habe ich zwischen zwei Absätzen nach hinten gerufen, ob der Monitor lauter geht.

Und er ging lauter.

Und danach war es deutlich schlimmer.

Ich habe fünf Minuten lang gegen ein Echo angesprochen, das ich selbst hatte lauter machen lassen.

Was tatsächlich los war

Die Halle warf meine Stimme von der Rückwand zurück, und zwar mit deutlicher Verzögerung.

Nach Haas verschmilzt so ein Rückwurf unter etwa fünfunddreißig Millisekunden noch mit dem Direktschall.

Darüber trennt er sich, und man hört zwei Ereignisse.

Bei der Länge dieser Halle war das Echo weit über der Grenze.

Und mehr Monitor hat den Abstand zwischen den Signalen nur deutlicher gemacht.

Ich habe gegen eine Laufzeit angekämpft und dabei am Lautstärkeregler gezogen. Das ist, als würde man einen Zug schneller machen wollen, indem man lauter pfeift.
Meine Notiz danach — und der Grund für Kapitel sechs

Was ich hinterher erfahren habe

Der Tontechniker hatte mich vorher gefragt, ob ich weiter vorn stehen will.

Und ich hatte gesagt, das sei egal.

Zwei Meter weiter vorn hätte den Rückwurf spürbar verkürzt und wahrscheinlich alles gelöst.

Er wusste das.

Ich nicht.

Und er hat nicht gedrängt, weil ich so bestimmt geklungen hatte.

Wie ich es heute mache

Ich schicke vorher acht Zeilen und behaupte darin nichts über Geräte.

Ich sage beim Ankommen, dass ich nichts Besonderes brauche.

Und wenn mir jemand eine Position vorschlägt, nehme ich sie.

Weitergehen

Was guter Sound nicht ersetzt

Denn ein guter Technik-Rider sorgt nur dafür, dass man dich hört.

Was du sagst, wenn man dich hört, ist eine andere Frage.

Mit Technik-Rider läuft es: der Waschbär spricht ins Mikrofon und wird verstanden
Wenn der Ton sitzt, denkt niemand darüber nach. Auch du nicht.

Warum jetzt erst das Handwerk anfängt

Die Dynamikspanne aus Zeile vier ist eine technische Angabe und gleichzeitig eine handwerkliche Entscheidung.

Denn dass es leise und laute Stellen gibt, ist keine Naturgegebenheit, sondern gebaut.

Und ein Text ohne diese Spanne braucht keinen Rider, weil er ohnehin gleichförmig klingt.

Kurz gesagt: Die Technik überträgt deine Spanne.

Bauen musst du sie selbst.

Poetry Master
Genau dafür habe ich Poetry Master gebaut.

Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also auch die Dynamik, die einen Text auf jeder Anlage lebendig macht.

Den Ton bekommst du geliefert. Die Spanne baust du.

Verhalten beschreiben statt Geräte fordern. Und bei doppeltem Hören den Monitor runter, nicht rauf.
Verbunden
Ein Technik-Rider ist keine Forderung. Er ist die freundlichste Form von Vorbereitung, die es gibt.

Übrigens habe ich noch nie erlebt, dass jemand über einen kurzen Rider genervt war.

Aber ich habe mehrfach erlebt, dass sich jemand ausdrücklich bedankt hat.

Weil es außer mir offenbar kaum jemand schickt.

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— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

Was drinsteckt
  • Über 200 kranke Slam-Hacks
  • Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
  • Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
  • Provokations-Templates
  • Authentizitäts-Trigger
✦ ✦ ✦ die zweiunddreißig bücher

Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch
— Stephan Pinkwart —
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Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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