Fangen wir mit der unbequemen Version an.
Nein, nicht jeder braucht eine eigene Website.
Wer zweimal im Jahr auf einer offenen Liste steht, braucht keine.
Wer über Freundinnen und Bekannte gebucht wird, auch nicht.
Der Zusatz lautet: Du brauchst eine Adresse, sobald dich jemand suchen soll, den du nicht kennst.
Denn ab diesem Moment entscheidet nicht mehr dein Netzwerk.
Sondern eine Suchzeile.
Dieser Beitrag klärt, wann sich eine eigene Website für Künstler wirklich lohnt und wie sie aussieht, wenn sie Auftritte bringt statt nur hübsch zu sein.
Dazu kommen zwei Untersuchungen: eine darüber, wie schnell Inhalte im Netz verschwinden, und eine darüber, wie Menschen Seiten tatsächlich lesen.
Außerdem ein Adressblatt mit einer vollständigen Seitenstruktur zum Nachbauen.
Zum Mitmachen gibt es sechs Seiten, sieben Adressbögen und vier deutsche Videos.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgenWann du eine eigene Website brauchst und wann nicht
Es gibt eine klare Trennlinie.
Und sie hat nichts mit Erfolg zu tun.
Der Musiker, der seine Platten selbst verkaufte
2001 startete Prince eine eigene Website mit einem Musikclub.
Mitglieder bekamen dort neue Lieder, Videos und Vorverkaufsrechte für Konzertkarten, direkt von ihm.
Der Zweck war klar. Er wollte seine Musik ohne die Plattenfirmen zu den Leuten bringen.
2006 bekam er dafür einen Webby Award für sein Lebenswerk im Netz.
Im selben Jahr schaltete er die Seite ohne Vorwarnung ab. Auch die bezahlten Mitgliedschaften waren damit weg.
Beides gehört zur Lehre. Eine eigene Seite gibt dir die Kontrolle über den Zugang zu deinem Publikum.
Und sie besteht nur so lange, wie du sie pflegst.
Die drei Fälle, in denen du keine brauchst
Zunächst, wenn du selten auftrittst und das auch so bleiben soll.
Außerdem, wenn alle deine Anfragen aus einem Kreis kommen, in dem man sich kennt.
Und schließlich, wenn du gerade anfängst und noch kein Material hast, das auf eine Seite gehört.
In allen drei Fällen wäre eine Website ein leeres Haus, und leere Häuser wirken schlechter als gar keine.
Die drei Fälle, in denen du eine brauchst
Erstens, wenn dich jemand sucht, der dich nicht persönlich kennt.
Zweitens, wenn du Material bereitstellen musst, also Foto, Vita und Technik-Rider.
Drittens, wenn du etwas verkaufst, sei es ein Buch, ein Kurs oder Auftritte selbst.
Was für eine eigene Website sonst noch spricht
Eine eigene Adresse hat auch einen Zweck, der nichts mit Buchungen zu tun hat.
Sie ist der einzige Ort, an dem deine Sachen liegen bleiben.
Denn alles, was du auf fremden Plattformen ablegst, liegt dort auf Widerruf.
Kapitel vier zeigt, wie schnell das tatsächlich geht.
Und die Zahlen sind unangenehm.
Auflösung anzeigen
Der Griff: bau die Seite für die Anfrage, nicht für dich
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt genau eine Regel.
Und sie verhindert das häufigste Ergebnis: eine schöne Seite, die nichts bringt.
Diese Person hat wenig Zeit, sitzt vermutlich am Telefon und sucht genau drei Dinge: Was machst du, wie klingt das, und wie erreiche ich dich.
Alles andere darf da sein. Es darf nur nicht davorstehen.
Das war es.
Erst die Anfrage, dann alles Weitere.
Was das konkret ändert
Deine Startseite beginnt nicht mit deiner Lebensgeschichte.
Sie beginnt mit einem Satz darüber, was du machst, und einem Video.
Darunter stehen zwei Wege: Termine und Kontakt.
Und erst danach kommt alles, was dir selbst am Herzen liegt.
Warum die meisten es umgekehrt machen
Weil man eine Website als Selbstdarstellung versteht und nicht als Werkzeug.
Deshalb steht oben ein Zitat, darunter eine lange Vita und irgendwo unten ein Kontaktformular.
Damit ist die Seite für dich richtig gebaut und für die Anfrage falsch.
Kapitel fünf zeigt, warum das besonders schwer wiegt: Menschen lesen Webseiten nämlich gar nicht.
In dieser Situation hilft keine Liste mit Gestaltungsregeln. Es hilft eine einzige Frage, die du bei jeder Entscheidung stellen kannst.
Sie lautet: Bringt das die Person, die mich buchen will, näher an ihre Mail?
Sechs Seiten, mehr braucht niemand
Jetzt wird es konkret.
Sechs Seiten, davon zwei Pflicht und vier nach Bedarf.
Bei jeder steht, wozu sie da ist, was drauf gehört und was du weglässt.
Die zwei Seiten, die jede Künstlerwebsite braucht
Die vier Seiten nach Bedarf
Wie schnell im Netz Dinge verschwinden
Der Satz Instagram gehört nicht dir klingt nach Prinzipienreiterei.
Es gibt dazu allerdings Zahlen.
Und die sind unangenehm konkret.
Das Pew Research Center veröffentlichte im Mai 2024 die Untersuchung When Online Content Disappears.
Auf Deutsch etwa: Wenn Inhalte im Netz verschwinden.
Was untersucht wurde
Zunächst nahmen die Forschenden Stichproben von Webseiten aus jedem Jahr zwischen 2013 und 2023.
Grundlage war das Archiv von Common Crawl, das seit 2008 monatlich Daten sammelt.
Danach versuchten sie schlicht, diese Seiten aufzurufen.
In einem dritten Teil sammelten sie außerdem öffentliche Beiträge auf der Plattform X, damals noch Twitter, und verfolgten deren Status über drei Monate.
Die Zahlen
Ein Viertel aller Seiten, die zwischen 2013 und 2023 einmal existierten, war im Oktober 2023 nicht mehr erreichbar.
Von den Seiten aus dem Jahr 2013 waren es sogar achtunddreißig Prozent.
Und selbst von den Seiten aus dem Jahr 2021 war nach nur zwei Jahren etwa jede fünfte verschwunden.
Meistens lag das nicht daran, dass eine ganze Website abgeschaltet wurde.
Sondern daran, dass eine einzelne Seite gelöscht worden war.
Und der Teil zu den sozialen Netzwerken
Knapp jeder fünfte Beitrag war schon nach wenigen Monaten nicht mehr öffentlich sichtbar.
In sechzig Prozent dieser Fälle lag es am Konto selbst: Es wurde auf privat gestellt, gesperrt oder gelöscht.
In den übrigen vierzig Prozent hatte die Person nur den einzelnen Beitrag entfernt.
Bemerkenswert ist der erste Wert.
Denn dort verschwand der Beitrag, ohne dass jemand ihn löschen wollte.
Was das für dich bedeutet
Erstens: Deine Auftrittsankündigungen, deine besten Beiträge und deine Kommentare liegen auf fremdem Grund.
Zweitens: Sie verschwinden nicht nur, wenn du es willst.
Sondern auch, wenn sich an deinem Konto etwas ändert.
Drittens: Eine eigene Adresse löst dieses Problem nicht vollständig.
Aber sie verlagert die Entscheidung zu dir.
Denn eine Domain, die du bezahlst, verschwindet nicht wegen einer Regeländerung.
Der ehrliche Haken, und er ist wichtig
Nicht erreichbar heißt nicht gelöscht.
Bei den sozialen Beiträgen zählte auch als verschwunden, wenn ein Konto auf privat gestellt wurde.
Und das ist etwas anderes als eine Löschung.
Außerdem hängen solche Zahlen stark an der Stichprobe.
Eine Untersuchung eines Analyse-Anbieters kam im selben Jahr auf deutlich höhere Werte, nämlich rund zwei Drittel toter Links.
Und schließlich sind viele verschwundene Seiten weiterhin über Webarchive erreichbar.
Das Internet Archive rechnete vor, dass ein erheblicher Teil der toten Adressen von 2013 dort gesichert ist.
Weg vom offenen Netz heißt also nicht für immer weg.
Wie Menschen deine Website tatsächlich lesen
Jetzt zu der Untersuchung, die das Bauen erklärt.
Und zu einem Befund, der jede sorgfältig geschriebene Startseite kränkt.
Jakob Nielsen veröffentlichte 1997 einen Text mit dem Titel How Users Read on the Web.
Seine Antwort auf die Titelfrage bestand aus zwei Wörtern: Sie lesen nicht.
Was er gefunden hat
Neunundsiebzig Prozent der Testpersonen überflogen jede neue Seite, auf die sie stießen.
Nur sechzehn Prozent lasen Wort für Wort.
Daraus folgerte er, dass Webtexte überfliegbar sein müssen, also mit hervorgehobenen Schlüsselwörtern, aussagekräftigen Zwischenüberschriften und kurzen Abschnitten.
Genau das ist bis heute der Standard, an dem sich gute Seiten messen lassen.
Das Muster von 2006
Neun Jahre später ergänzte Nielsen eine Untersuchung mit Blickaufzeichnung.
Zweihundertzweiunddreißig Personen wurden dabei beobachtet, wie sie Webseiten ansahen.
Ihre Augen bewegten sich in einem Muster, das ungefähr wie ein F aussieht: zuerst ein waagerechter Zug oben, dann ein zweiter etwas tiefer, danach senkrecht die linke Seite hinunter.
Rechts unten schaute kaum jemand hin.
Was du daraus für deine Website baust
Zunächst gehört das Wichtigste nach oben links, nicht in die Mitte.
Außerdem müssen deine Zwischenüberschriften allein verständlich sein.
Denn oft werden nur sie gelesen.
Drittens sollten die ersten zwei bis drei Wörter jeder Überschrift den Inhalt tragen, weil der Rest überflogen wird.
Und schließlich gehört jede wichtige Angabe an den linken Rand, nicht in eine rechte Spalte.
| Was viele bauen | Was dabei passiert | Was stattdessen hilft |
|---|---|---|
| Begrüßungstext oben | Wird übersprungen, weil er nichts beantwortet. | Ein Satz zum Thema und ein Video. |
| Wichtiges in der rechten Spalte | Landet außerhalb des Blickmusters. | Alles Wichtige nach links oben. |
| Überschriften wie Willkommen | Sagen nichts, also hilft das Überfliegen nicht. | Überschriften, die den Inhalt nennen. |
| Lange Absätze am Stück | Werden nicht gelesen, sondern gescrollt. | Kurze Abschnitte mit klarem Anfang. |
| Kontakt ganz unten | Wird erreicht, wenn jemand ohnehin schon überzeugt ist. | Kontakt oben und unten. |
Die zweite Zeile überrascht am meisten.
Denn viele Vorlagen setzen Termine oder Kontakt bewusst in eine Seitenspalte.
Genau dort schaut nach diesem Muster kaum jemand hin.
Deshalb ist die Anordnung wichtiger als die Gestaltung.
Der ehrliche Haken, und er ist mehrteilig
Die Zahlen von neunundsiebzig und sechzehn Prozent stammen aus einer Untersuchung aus dem Jahr 1997.
Das war eine andere Zeit, mit anderen Bildschirmen und anderen Gewohnheiten.
Nielsen selbst stellte in derselben Zeit fest, dass Menschen auf Bildschirmen rund fünfundzwanzig Prozent langsamer lesen.
Und wies ausdrücklich darauf hin, dass das nur für die damals üblichen Geräte galt.
Außerdem beschreibt das F-Muster, wie Menschen lesen, wenn eine Seite wenig Struktur bietet.
Es ist ein Befund über Verhalten und keine Bauanleitung.
Wer gut gliedert, verändert das Muster.
Deine Seitenstruktur auf einen Blick
Damit du nicht bei einem leeren Bildschirm anfängst, hier der Bauplan.
Sechs Zeilen.
Und du weißt, was wohin gehört.
Der Bauplan
Sechs Zeilen, ein Wochenende.
Und danach ändert sich daran zwei Jahre lang fast nichts.
Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
Domain, Baukasten und was das wirklich kostet
Jetzt der praktische Teil, ohne Produktnamen und ohne Empfehlungen.
Denn Anbieter wechseln, Preise ändern sich, und was heute gut ist, kann in zwei Jahren übernommen worden sein.
Die Domain ist der eigentliche Besitz
Alles andere lässt sich austauschen.
Denn wenn dir dein Baukasten nicht mehr passt, ziehst du um und nimmst die Adresse mit.
Genau das kannst du bei einem Profil auf einer Plattform nicht.
Deshalb ist die Domain die wichtigste Entscheidung und gleichzeitig die billigste.
Drei Regeln für die Domainwahl
Regel 1 – Sprechbar am Telefon
Regel 2 – Dein Name, wenn es geht
Regel 3 – Endung nach Publikum
Außerdem lohnt es sich, die Adresse zu sichern, bevor du sie brauchst.
Womit du die Website baust
Es gibt drei Wege.
Und alle drei sind vertretbar.
Erstens ein Baukasten, bei dem alles aus einer Hand kommt.
Am schnellsten, am wenigsten flexibel, monatliche Kosten.
Zweitens ein eigenes Redaktionssystem auf gemietetem Speicherplatz.
Mehr Kontrolle, mehr Pflege, mehr Verantwortung für Aktualisierungen.
Und drittens eine einzelne Seite aus einer fertigen Vorlage, die du selbst hochlädst.
Am günstigsten und für sechs Seiten völlig ausreichend.
Was es ungefähr kostet
Die Domain liegt im Bereich weniger Euro pro Jahr, je nach Endung.
Speicherplatz für eine kleine Seite kostet einen niedrigen einstelligen Betrag im Monat.
Baukästen liegen deutlich darüber.
Dafür entfällt die Wartung.
Genaue Zahlen nenne ich hier bewusst nicht, weil sie schneller veralten als dieser Beitrag.
Vergleich zwei oder drei Anbieter, das dauert eine halbe Stunde.
Das betrifft schon ein simples Kontaktformular, und je nach Einbindung auch Schriftarten oder eingebettete Videos.
Ich bin dafür nicht die richtige Quelle. Verbraucherzentralen, Industrie- und Handelskammern und Fachanwaltschaften stellen dazu Handreichungen bereit. Nimm die, bevor du online gehst.
Wie eigene Website und Plattformen zusammenarbeiten
Das ist kein Entweder-oder.
Und genau so wird es meistens diskutiert.
Tatsächlich haben beide eine klar getrennte Aufgabe.
| Aufgabe | Plattform | Eigene Website |
|---|---|---|
| Neue Leute erreichen | Stark. Dafür ist sie gebaut. | Schwach, außer über Suche. |
| Gefunden werden, wenn jemand sucht | Unzuverlässig. | Stark, wenn dein Name draufsteht. |
| Material bereitstellen | Umständlich bis unmöglich. | Der eigentliche Zweck. |
| Bestand haben | Auf Widerruf, siehe Kapitel vier. | So lange du die Domain zahlst. |
| Aufwand | Laufend, jede Woche. | Einmalig, dann selten. |
Die letzte Zeile ist der Grund, warum sich beides ergänzt.
Denn eine Plattform verlangt Regelmäßigkeit, eine Website verlangt sie nicht.
Deshalb ist die Website der ruhige Teil und die Plattform der laute.
Und wer nur den lauten Teil hat, verliert alles, sobald es dort still wird.
Die Verbindung zwischen beiden
Setz deine Adresse in jedes Profil, in jede Signatur, in jede Zusagemail.
Denn eine Website ohne Wege dorthin ist ein Haus ohne Straße.
Umgekehrt gehört auf deine Seite ein Hinweis, wo du sonst zu finden bist.
Damit schickst du Leute in beide Richtungen, statt sie festzuhalten.
Zehn Fehler bei der eigenen Website
Fünf beim Bauen, fünf danach.
Fünf Fehler beim Bauen
Fehler 1: Für sich selbst bauen statt für die Anfrage
Fehler 2: Zu viele Seiten
Fehler 3: Wichtiges nach rechts
Fehler 4: Nichtssagende Überschriften
Fehler 5: Nur auf dem großen Bildschirm prüfen
Denn eine eigene Website für Künstler scheitert selten an der Gestaltung und fast immer an der Reihenfolge.
Fünf Fehler danach
Fehler 6: Termine stehen lassen, die vorbei sind
Fehler 7: Nie wieder hineinsehen
Fehler 8: Die Domain vergessen zu verlängern
Fehler 9: Keine Sicherung haben
Fehler 10: Sie als Ersatz für Auftritte verstehen
Was sie kann, ist verhindern, dass jemand abspringt. Weil er dein Video nicht findet, deine Mailadresse nicht sieht oder nicht erkennt, ob du zu seinem Abend passt.
Das klingt bescheiden und ist es auch. Nur summiert es sich über Jahre zu ziemlich vielen Abenden.
Sechs Schritte für ein Wochenende
Das lässt sich an zwei Tagen erledigen.
Und danach kostet es dich etwa eine Stunde im Jahr.
Drei Schritte am Samstag
Schritt 1 – Die Adresse sichern
Schritt 2 – Das Material sammeln
Schritt 3 – Die Startseite schreiben
Außerdem entscheidet Schritt drei über den Erfolg der ganzen Seite.
Drei Schritte am Sonntag
Schritt 4 – Zusammensetzen
Schritt 5 – Auf dem Telefon prüfen
Schritt 6 – Der Fremdtest
Denn Schritt sechs ersetzt jede Diskussion über Gestaltung.
Deine Adressprobe
Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.
Die Seite, die drei Jahre leer war
Meine erste Website hatte neun Seiten.
Darunter eine Seite mit dem Titel Projekte, auf der ein Projekt stand, und eine mit dem Titel Presse, auf der nichts stand.
Beide waren drei Jahre lang genau so.
Was ich falsch verstanden hatte
Ich hatte die Seite als Abbild dessen gebaut, was ich sein wollte.
Nicht als Werkzeug für das, was ich tatsächlich brauchte.
Deshalb gab es eine Presseseite, obwohl mich nie eine Redaktion gefragt hatte.
Und deshalb gab es keinen sichtbaren Kontakt, weil das unfein wirkte.
Was mich umgestimmt hat
Eine Veranstalterin schrieb mir über ein Kontaktformular auf einer fremden Plattform.
Sie schrieb dazu, sie habe auf meiner Seite keine Mailadresse gefunden.
Und sie habe fast aufgegeben, weil sie eigentlich nur schnell einen Vorgang abschließen wollte.
Diesen Satz habe ich mir gemerkt: einen Vorgang abschließen.
„Sie wollte mich nicht kennenlernen. Sie wollte ein Feld ausfüllen und weitermachen. Für genau das hatte ich meine Seite nicht gebaut.Meine Notiz danach — und der Grund für Kapitel zwei
Wie meine Website heute aussieht
Fünf Seiten, davon eine Startseite mit Video, zwei Buttons und drei Zeilen Vita.
Die Mailadresse steht oben und unten, ausgeschrieben.
Und der Presse-Ordner ist ein einziger Link, den ich einmal im Jahr aktualisiere.
Seitdem kommen Anfragen direkt, ohne Umweg über fremde Postfächer.
Was eine Adresse nicht ersetzt
Eine eigene Seite sorgt dafür, dass dich jemand findet und erreicht.
Ob er dich einlädt, entscheidet sie nicht.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Das Video auf deiner Startseite ist die eigentliche Entscheidungsgrundlage.
Denn dort hört jemand zum ersten Mal, wie du klingst.
Und ob dieses Video überzeugt, entscheidet sich nicht am Schnitt.
Sondern am Text.
Kurz gesagt: Die Seite bringt jemanden zum Abspielen.
Halten musst du ihn selbst.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also das, was in den ersten zwanzig Sekunden deines Videos passieren muss.
Das Haus baust du an einem Wochenende. Was drin passiert, baust du dein Leben lang.
Für die Anfrage bauen, nicht für dich. Sechs Seiten, nicht neun. Und die Mailadresse sichtbar.
Übrigens ist der häufigste Satz, den ich seit dem Umbau höre, ein sehr kleiner.
Er lautet: Ich hab dich gegoogelt und gleich die Mailadresse gefunden.
Für diesen einen Satz lohnt sich das ganze Wochenende.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgenDu willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
