Also darum, ob du dich bewegen kannst, ob der Stoff im Scheinwerferlicht funktioniert und ob er beim Sprechen Geräusche macht.
Es geht ausdrücklich nicht darum, welche Figur, welches Alter oder welches Geschlecht was tragen sollte. Solche Listen gibt es genug, und sie helfen niemandem.
Wenn ein Teil dir passt und du dich darin bewegen kannst, ist es bühnentauglich. Alles Weitere ist Geschmack, und der gehört dir.
Über Texte reden alle. Über das, was man dabei anhat, redet fast niemand.
Dabei ist Kleidung das Erste, was im Saal ankommt.
Bevor du sprichst, bevor du dich bewegst, sogar bevor du ganz vorn bist.
Ich habe das jahrelang für Nebensache gehalten.
Bis mir ein Pullover einen ganzen Auftritt gekostet hat, und zwar nicht, weil er hässlich war.
Dieser Beitrag zeigt dir, wie du dein Bühnenoutfit nach Funktion aussuchst statt nach Wirkung.
Und warum das paradoxerweise auch besser aussieht.
Denn ein Bühnenoutfit wirkt am besten, wenn es niemandem auffällt.
Zum Mitmachen gibt es acht Stücke, sechs Outfitbögen und vier deutsche Videos.
Außerdem lässt sich fast alles davon in zehn Sekunden zu Hause prüfen.
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Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgenWas ein Bühnenoutfit tatsächlich leisten muss
Es gibt drei Anforderungen, und keine davon hat mit Mode zu tun.
Erstens: Es darf dich nicht beschäftigen
Alles, was zwickt, rutscht oder verrutschen könnte, bindet Aufmerksamkeit.
Und Aufmerksamkeit ist auf einer Bühne die knappste Ressource, die du hast.
Wer alle zwei Minuten den Ärmel zurechtzieht, hat vier Minuten lang eine Nebenbeschäftigung.
Das sieht man, auch wenn niemand sagen könnte, was genau stört.
Zweitens: Es muss Bewegung zulassen
Auf einer Bühne hebst du die Arme höher, als du es im Alltag tust.
Du atmest tiefer, du drehst dich, du gestikulierst.
Ein Teil, das im Sitzen bequem ist, kann beim Armheben unangenehm eng sein.
Und du merkst das genau dann, wenn es zu spät ist.
Drittens: Es muss unter Scheinwerferlicht funktionieren
Bühnenlicht ist deutlich härter als Wohnzimmerlicht.
Es betont Falten, es lässt manche Farben ausbleichen und andere grell wirken.
Und es macht sichtbar, was du zu Hause im Spiegel nicht gesehen hast.
Dazu kommt Kapitel drei.
Denn ein Bühnenoutfit verhält sich unter Scheinwerfern anders als im Alltag.
Auflösung anzeigen
Der Griff beim Bühnenoutfit: der Armhebetest
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt genau eine Regel, und sie dauert zehn Sekunden.
Das klingt lächerlich simpel und sortiert trotzdem die Hälfte aller Probleme aus.
Denn fast alles, was auf einer Bühne stört, stört genau dann: wenn du dich größer bewegst als im Alltag.
Das war es.
Zehn Sekunden vor dem Spiegel.
Damit wird das Bühnenoutfit von einer Geschmacksfrage zu einer Prüfung.
Warum ausgerechnet dieser Test
Weil er drei Dinge gleichzeitig prüft.
Ob das Oberteil hochrutscht, ob die Hose rutscht und ob dir irgendwo der Stoff im Weg ist.
Und weil er ehrlicher ist als jeder Blick in den Spiegel im Stehen.
Kurz gesagt: Der Spiegel zeigt dir, wie es aussieht.
Der Test zeigt dir, wie es sich verhält.
Der zweite Teil des Tests
Sprich dabei laut, und zwar richtig laut.
Denn manche Stoffe rascheln, manche Ketten klappern, und manche Kragen reiben am Mikrofon.
Auf einer Bühne mit Verstärkung hörst du all das plötzlich sehr deutlich.
Zu Hause im Stillen merkst du es nie.
Deshalb gehört zum Bühnenoutfit auch immer eine Geräuschprobe.
Ob dir Schwarz steht, kann dir niemand seriös vorschreiben. Ob ein Ärmel beim Armheben verrutscht, ist dagegen überprüfbar.
Halte dich an das Überprüfbare, dann brauchst du den Rest nicht.
Acht Stücke im Bühnenoutfit, dreifach geprüft
Jetzt wird es konkret.
Denn beim Bühnenoutfit entscheidet nicht das Teil, sondern wie es sich in drei Situationen verhält.
Also bei Bewegung, unter Licht und beim Sprechen ins Mikrofon.
Vier Stücke, die meistens funktionieren
Was diese vier verbindet
Alle vier sind langweilig, und das ist ihre Qualität.
Sie halten bei Bewegung, sie kommen im Licht ruhig und sie machen keine Geräusche.
Damit erfüllen sie genau die drei Anforderungen aus Kapitel eins.
Und du denkst während des Auftritts kein einziges Mal an sie.
Vier Stücke, bei denen du hinschauen solltest
Alles andere ist eine Frage der Prüfung. Ein kleinkariertes Hemd ist auf einer Bühne ohne Kamera völlig unauffällig und wird erst im Video zum Thema.
Deshalb steht in jeder Zeile, worauf zu achten ist, und nicht, was verboten wäre.
Verändert das Bühnenoutfit auch dich selbst?
Es gibt eine Untersuchung, die genau die Frage stellt, um die es hier geht.
Nämlich ob Kleidung nur auf andere wirkt oder auch auf einen selbst.
Hajo Adam und Adam Galinsky veröffentlichten 2012 im Journal of Experimental Social Psychology einen Aufsatz mit dem Titel Enclothed cognition.
Der Begriff hat sich seither eingebürgert und meint sinngemäß: bekleidetes Denken.
Wie sie es untersucht haben
Mit einem weißen Laborkittel und einem Aufmerksamkeitstest.
In einem Vortest bestätigten achtunddreißig Befragte, dass sie einen solchen Kittel mit Eigenschaften wie Aufmerksamkeit und Sorgfalt verbinden.
Im ersten Experiment trugen achtundfünfzig Studierende entweder den Kittel oder nicht und bearbeiteten dann eine Aufmerksamkeitsaufgabe.
Die Gruppe mit Kittel machte weniger Fehler.
Der Teil, der das Ganze interessant macht
Es reichte nicht, den Kittel zu tragen.
In einer weiteren Bedingung wurde derselbe Kittel als Malerkittel bezeichnet.
Und dann blieb der Effekt aus.
Nicht das Kleidungsstück wirkte also, sondern die Bedeutung, die man ihm zuschreibt — und zwar nur, während man es tatsächlich trägt.
Es hängt sowohl an der symbolischen Bedeutung als auch an der körperlichen Erfahrung, das Kleidungsstück zu tragen.Adam und Galinsky 2012 · sinngemäß übersetzt
Der ehrliche Haken, und er ist ungewöhnlich vorbildlich
Das Laborkittel-Experiment ließ sich nicht bestätigen.
Devin Burns und Kollegen führten eine Replikation mit etwa dreihundert Beteiligten an vier US-Universitäten durch, also mit mehr als der dreifachen Zahl.
Sie fanden keinen bedeutsamen Unterschied zwischen der Kittelgruppe und den Vergleichsgruppen.
Bemerkenswert ist, was danach passierte.
Was die Autoren daraufhin gemacht haben
Adam und Galinsky veröffentlichten 2019 einen eigenen Kommentar dazu.
Darin nennen sie die Replikation kompetent durchgeführt und räumen ein, dass die Ergebnisse ihren ursprünglichen Befund in Zweifel ziehen.
Gleichzeitig verweisen sie auf andere Studien, die das allgemeine Prinzip stützen, und halten dieses für weiterhin haltbar.
Das ist eine erwachsene Reaktion und leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
Was du daraus mitnimmst
Die konkrete Zahl nicht, das Prinzip vorsichtig.
Dass ein vertrautes Teil, in dem du schon gute Auftritte hattest, dir hilft, ist plausibel und deckt sich mit dem, was fast alle Auftretenden berichten.
Dass ein bestimmtes Kleidungsstück dich messbar souveräner macht, ist es nicht.
Kurz gesagt: Zieh an, was dir vertraut ist.
Und erwarte davon keine Verwandlung.
Denn ein Bühnenoutfit stützt dich, indem es vertraut ist, und nicht indem es beeindruckt.
Grotowski wollte Kostüm und Kulisse ganz weglassen
Die radikalste Gegenposition zu diesem ganzen Thema stammt aus Polen.
Jerzy Grotowski, geboren 1933, war Theaterregisseur und einer der einflussreichsten Theatertheoretiker des zwanzigsten Jahrhunderts.
1968 erschien sein Buch Towards a Poor Theatre, auf Deutsch Für ein armes Theater.
Herausgegeben wurde es von Eugenio Barba, geschrieben zusammen mit Ludwik Flaszen, mit einem Vorwort von Peter Brook.
Was er behauptet
Dass Theater gegen das Spektakel des Films nicht bestehen kann — und es deshalb auch nicht versuchen soll.
Stattdessen soll es sich auf seinen Kern zurückziehen: den Schauspieler und das Publikum, die das Ereignis gemeinsam herstellen.
Kulisse, Beleuchtung, Musik und Kostüm sind in dieser Logik verzichtbar.
Was bleibt, ist ein Mensch in einem Raum mit anderen Menschen.
Die Essenz des Theaters ist der Schauspieler, seine Handlungen und das, was er hervorbringt.Zu Grotowskis Einführung in Für ein armes Theater · sinngemäß
Warum das für einen Slam so gut passt
Weil ein Slam ohnehin genau diese Form hat.
Kein Bühnenbild, kein Licht außer dem, was da ist, keine Requisiten, oft nicht einmal eine richtige Bühne.
Poetry Slam ist im Wortsinn armes Theater, nur ohne das Manifest dazu.
Und das erklärt, warum aufwendige Kostüme dort fast immer deplatziert wirken.
Was daraus für dein Bühnenoutfit folgt
Dass es reduzieren soll und nicht hinzufügen.
Wenn ohnehin alles weggelassen ist, wird jedes zusätzliche Element sofort auffällig.
Ein Hut auf einer Slam-Bühne ist nie nur ein Hut.
Er ist eine Ansage.
Das kann man wollen.
Man sollte es nur wissen.
Der ehrliche Haken, und er ist mehrschichtig
Grotowski schrieb für ein festes Ensemble, das jahrelang gemeinsam trainierte.
Wer alles weglässt, muss die Lücke füllen können, und das setzt genau dieses Training voraus.
Berichte über seine Arbeit beschreiben ein außergewöhnlich intensives, teils ritualhaftes Vorgehen, das nicht jedem behagt.
Und Grotowski selbst hat sich später vom Aufführungstheater abgewandt und in Italien an einem Forschungszentrum weitergearbeitet.
Sein Manifest ist also kein Ratgeber, sondern eine Haltung.
Für die Frage nach dem richtigen Pullover taugt sie trotzdem.
Damit liefert er das beste Argument für ein zurückhaltendes Bühnenoutfit, das es gibt.
Wenn dein Bühnenoutfit doch etwas sagen soll
Bisher ging es darum, nicht zu stören.
Denn ein Bühnenoutfit soll normalerweise unsichtbar bleiben.
Es gibt aber Fälle, in denen genau das falsch wäre.
Wann Kleidung mitspielen darf
Wenn dein Text eine Figur hat, die nicht du bist.
Oder wenn du eine Rolle spielst, die durch ein einziges Zeichen erkennbar wird.
Dann kann ein Teil die Arbeit von zwanzig erklärenden Zeilen übernehmen.
Aber eben ein Teil, nicht ein ganzes Kostüm.
| Wenn du das willst | Nimm ein Zeichen | Nicht ein Kostüm |
|---|---|---|
| Eine Figur andeuten | Ein einzelnes erkennbares Teil. | Eine vollständige Verkleidung. |
| Einen Beruf markieren | Ein Detail, das jeder sofort zuordnet. | Alles, was danach aussieht. |
| Eine Zeit andeuten | Ein Schnitt oder eine Farbe. | Ein historisches Ensemble. |
| Einen Bruch erzeugen | Ein Element, das nicht zum Rest passt. | Ein durchgängig schriller Auftritt. |
Die letzte Zeile ist die wirksamste und die am seltensten genutzte.
Ein einzelnes unpassendes Element wirkt deutlich stärker als ein vollständiger Look.
Denn der Bruch fällt auf, das Ensemble verschwindet als Ganzes.
Die Regel dafür
Ein Zeichen, nicht zwei.
Wer zwei Signale setzt, erzeugt keine Figur, sondern Verwirrung.
Und wer drei setzt, ist bei Fasching angekommen.
Kurz gesagt: Ein Bühnenoutfit darf einen Akzent haben, aber nur einen.
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Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
Das feste Bühnenoutfit: eine Entscheidung statt vierzig
Es gibt eine Lösung, die fast alle erfahrenen Auftretenden irgendwann finden.
Denn beim Bühnenoutfit ist die Auswahl selbst das Problem, nicht die Auswahlmenge.
Was damit gemeint ist
Ein festes Set, das du für Auftritte trägst, und zwar immer.
Nicht dasselbe Teil, sondern dieselbe Kombination in zwei oder drei Ausführungen.
Also zum Beispiel: dunkle Hose, einfarbiges Oberteil, dieselben Schuhe.
Damit fällt eine Entscheidung weg, die dich am Auftrittstag ohnehin nur nervös macht.
| Was du festlegst | Warum das hilft | Woran du es merkst |
|---|---|---|
| Das Grundgerüst | Keine Entscheidung mehr am Auftrittstag. | Du packst in zwei Minuten statt in zwanzig. |
| Zwei bis drei Ausführungen | Eines ist immer sauber und trocken. | Kein Panikwaschen am Nachmittag. |
| Ein Ersatzoberteil im Rucksack | Bei Hitze und Nervosität wirst du schwitzen. | Du kannst vor dem Auftritt wechseln. |
| Feste Schuhe | Sicherer Stand, und du kennst sie. | Du denkst während des Auftritts nicht an deine Füße. |
| Was du bewusst weglässt | Weniger Teile heißt weniger Störquellen. | Nichts klappert und nichts rutscht. |
Die dritte Zeile ist die, die am häufigsten fehlt.
Auf einer vollen Bühne wird es warm, und Aufregung verstärkt das Schwitzen.
Ein zweites Oberteil im Rucksack kostet dich nichts und rettet dir gelegentlich den Abend.
Besonders im Sommer und besonders, wenn du als Letzter drankommst.
Der Nebeneffekt, den ich nicht erwartet hatte
Eine feste Kombination wird nach einer Weile erkennbar.
Leute erinnern sich dann nicht an dein Outfit, sondern an dich.
Und das ist genau der Unterschied zwischen einem Auftritt und einem Kostüm.
Kurz gesagt: Wer immer dasselbe trägt, wird für den Text erinnert.
Denn ein festes Bühnenoutfit nimmt dir eine Entscheidung ab, die dich nur nervös macht.
Schwitzen, Hitze und andere unangenehme Wahrheiten
Über diesen Teil redet niemand gern, und er betrifft alle.
Denn ein Bühnenoutfit muss auch mit Wärme und Aufregung zurechtkommen.
Warum es fast immer warm wird
Volle Räume heizen sich auf, Scheinwerfer geben Wärme ab, und Aufregung erhöht die Körpertemperatur zusätzlich.
Drei Faktoren, die sich addieren und die man beim Anziehen nicht spürt.
Deshalb ist ein Teil, das zu Hause angenehm war, auf der Bühne manchmal zu warm.
Und weil man es dann merkt, denkt man daran, und damit sind wir wieder bei der ersten Anforderung aus Kapitel eins.
Was praktisch hilft
Lagen statt eines dicken Teils, damit du etwas ablegen kannst.
Atmungsaktives Material direkt auf der Haut, nicht darüber.
Und ein zweites Oberteil im Rucksack, wie in Kapitel sechs beschrieben.
Das ist alles unspektakulär und ändert an manchen Abenden trotzdem viel.
Der Teil, der niemandem gefällt
Manche Farben zeigen Schweißflecken deutlich, andere kaum.
Das ist keine Frage von Disziplin, sondern von Material und Farbe.
Wer sich damit unwohl fühlt, wählt schlicht ein Material, bei dem man es nicht sieht.
Kurz gesagt: Man kann das planen, statt sich darüber zu ärgern.
Zehn Fehler beim Bühnenoutfit
Zunächst fünf bei der Auswahl, anschließend fünf am Auftrittstag.
Fünf Fehler bei der Auswahl
Fehler 1: Am Auftrittstag etwas Neues zum ersten Mal tragen
Fehler 2: Nur im Stehen vor dem Spiegel prüfen
Fehler 3: Ein Kostüm statt Kleidung wählen
Fehler 4: Geräusche nicht mitdenken
Fehler 5: Sich nach Ratgeberlisten richten
Denn beim Bühnenoutfit entscheidet die Prüfung und nicht der Geschmack.
Fünf Fehler am Auftrittstag
Fehler 6: Kein Ersatzoberteil dabeihaben
Fehler 7: Erst kurz vorher umziehen
Fehler 8: Während des Auftritts nachjustieren
Fehler 9: Die Taschen vollpacken
Fehler 10: Sich über das Outfit definieren
Sechs Proben für dein Bühnenoutfit
Diese sechs kosten dich zusammen kaum eine halbe Stunde.
Denn ein Bühnenoutfit lässt sich zu Hause vollständig prüfen, wenn man weiß, wie.
Drei Proben zu Hause
Probe 1 – Der Armhebetest
Probe 2 – Die Geräuschprobe
Probe 3 – Die Lichtprobe
Denn ein Bühnenoutfit verhält sich unter hartem Licht anders als im Wohnzimmer.
Drei Proben mit Publikum
Probe 4 – Die stumme Aufnahme
Probe 5 – Die Fremdfrage
Probe 6 – Der Wiederholungstest
Deine Anprobe
Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.
Damit hast du dein Bühnenoutfit einmal komplett durchgeprüft.
Der Pullover mit dem zu engen Hals
Ich hatte einen Pullover, den ich sehr mochte.
Er sah gut aus, er war neu, und er hatte einen relativ hohen Kragen.
Also habe ich ihn zu einem Auftritt angezogen, auf den ich mich wochenlang gefreut hatte.
Was passiert ist
Bei tiefem Einatmen drückte der Kragen leicht am Hals.
Zu Hause war mir das nie aufgefallen, weil ich zu Hause nicht so tief atme.
Auf der Bühne war es nach zwanzig Sekunden das Einzige, woran ich denken konnte.
Und weil ich daran gedacht habe, habe ich sechsmal daran gezogen.
Was das Publikum davon hatte
Einen Text über Einsamkeit, vorgetragen von jemandem, der ständig an seinem Kragen zupft.
Niemand hat mir hinterher gesagt, dass der Text nicht gut war.
Zwei Leute haben mich gefragt, ob mir kalt gewesen sei.
Zwei Leute haben nach dem Pullover gefragt und niemand nach dem Text. Das war die vollständige Auswertung dieses Abends.Meine Notiz danach — und der Grund für den Armhebetest
Was ich daraufhin geändert habe
Ich habe eine Uniform festgelegt, wie in Kapitel sechs beschrieben.
Dieselbe dunkle Hose, dasselbe einfarbige Oberteil, dieselben Schuhe.
Und ein zweites Oberteil liegt seitdem immer im Rucksack.
Der Pullover ist übrigens weiterhin schön.
Ich trage ihn nur woanders.
Der Teil, den ich lieber weggelassen hätte
Ich habe den Pullover danach noch zweimal angezogen.
Beide Male, weil ich dachte, es hätte an dem Abend an etwas anderem gelegen.
Beim dritten Mal habe ich verstanden, dass es immer derselbe Kragen war.
Manche Dinge merkt man erst, wenn man sie zählt statt sie zu erklären.
Was das richtige Teil nicht kann
Ein Bühnenoutfit, das nicht stört, ist die unauffälligste Verbesserung dieser Reihe.
Es ist trotzdem nur eine Abwesenheit von Störung.
Denn ein Bühnenoutfit verbessert keine einzige Zeile deines Textes.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Kein Kleidungsstück macht einen schwachen Text stark.
Es sorgt nur dafür, dass zwischen dir und deinem Text nichts steht.
Und dass der Saal auf dich hört statt auf deinen Kragen zu schauen.
Kurz gesagt: Die Kleidung räumt den Blick frei.
Was er dann sieht, entscheidest du.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also alles, was in den vier Minuten zählt, in denen niemand auf deine Kleidung achtet.
Das Outfit prüfst du selbst. Den Text liefert das Handwerk.
Arme hoch, einmal drehen. Und nichts, was du zum ersten Mal trägst.
Übrigens hat mich seitdem nie wieder jemand nach meiner Kleidung gefragt.
Das habe ich anfangs für ein schlechtes Zeichen gehalten.
Inzwischen halte ich es für das beste, das es gibt.
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Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
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Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
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