Die Mail kommt fast immer gleich, und sie kommt fast immer zu spät.
Kannst du mir noch schnell ein Foto und ein paar Zeilen schicken?
Wir gehen morgen in den Druck.
Und dann suchst du in deinem Telefon nach einem Bild, auf dem du einigermaßen aussiehst.
Denn das Foto steht im Programmheft, auf der Website, im Instagram-Beitrag und in der Lokalzeitung.
Deine fünf Minuten auf der Bühne sehen zweihundert Leute.
Dein Pressefoto sehen zweitausend.
Deshalb lohnt sich Arbeit an diesem Material mehr als an fast allem anderen.
Dieser Beitrag zeigt dir, wie ein Pressefoto für Künstler aussehen sollte und wie eine Kurzvita gebaut wird, die dich zeigt statt irgendwen.
Dazu kommen zwei Untersuchungen: eine darüber, wie schnell über ein Gesicht entschieden wird, und eine darüber, warum weniger Zeilen stärker wirken als mehr.
Und ein Vitablatt mit drei fertigen Längen zum Abtippen.
Zum Mitmachen gibt es sechs Auslagen, drei Vita-Längen, acht Bögen und vier deutsche Videos.
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Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgenEin Fotograf aus Ottawa hatte am Abend zuvor seine Kamera aufgebaut. Dazu sechs Flutlichter, zwei Scheinwerfer und ein Licht für den Hintergrund.
Am nächsten Tag hielt der britische Premierminister eine Rede vor dem kanadischen Parlament. Danach führte man ihn in den Nebenraum.
Winston Churchill war nicht informiert worden. Er sah die Lampen und fragte verärgert, was das solle.
Der Fotograf hatte etwa zwei Minuten. Und Churchill hatte eine Zigarre im Mund.
Der grimmige Blick auf dem Bild ist echter Ärger über einen Fotografen.
Die Welt las darin etwas anderes: Entschlossenheit im Krieg. Das Foto wurde zum Sinnbild eines Landes, das nicht aufgibt.
Es bekam später den Titel The Roaring Lion. Das Wirtschaftsblatt The Economist nannte es das am häufigsten reproduzierte Porträt in der Geschichte der Fotografie.
Karsh selbst schrieb, dieses Bild habe sein Leben verändert. Danach fotografierte er fünf Jahrzehnte lang die Berühmtheiten seiner Zeit.
Warum das Pressefoto wichtiger ist als der Auftritt danach
Die meisten Auftretenden behandeln Foto und Vita als lästige Pflicht.
Das ist verständlich und ein teurer Irrtum.
Wer das alles tatsächlich sieht
Zunächst der Veranstalter, der entscheidet, ob er dich ankündigt oder nur erwähnt.
Danach die Person, die das Programmheft gestaltet und sich fragt, ob dein Bild groß oder klein wird.
Außerdem die Lokalredaktion, die eine Vorschau schreibt und dafür Material braucht.
Und schließlich alle, die überlegen, ob sie an diesem Abend hingehen.
Was ein schlechtes Fenster anrichtet
Zunächst schadet es nicht dramatisch, und genau darin liegt das Problem.
Denn du merkst nie, dass dein Bild klein gedruckt wurde.
Du merkst nie, dass die Redaktion ein anderes Foto genommen hat.
Und du merkst nie, dass jemand deinen Namen überlesen hat, weil er in einer Textwüste stand.
Was ein gutes Fenster leistet
Kurz gesagt: Es macht die Entscheidung leicht.
Denn wer ein brauchbares Bild in hoher Auflösung bekommt, benutzt es groß.
Und wer drei klare Zeilen bekommt, übernimmt sie wörtlich.
Damit bestimmst du, wie du angekündigt wirst, ohne jemanden darum bitten zu müssen.
Denn ein gutes Pressefoto nimmt anderen Leuten Entscheidungen ab.
Auflösung anzeigen
Der Griff: mach dein Pressefoto benutzbar, nicht schön
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt genau eine Regel, und sie verschiebt den Maßstab.
Also: hohe Auflösung, ruhiger Hintergrund, Platz um dich herum, und in zwei Ausschnitten — einmal hoch, einmal quer.
Denn die Person, die dein Bild einbaut, hat kein Interesse daran, dich schlecht aussehen zu lassen. Sie hat nur ein Raster, eine Deadline und einen Ordner mit dreißig Dateien. Wer ihr die Arbeit abnimmt, bekommt den besseren Platz.
Das war es.
Benutzbar schlägt schön.
Was benutzbar konkret heißt
Erstens die Auflösung.
Für den Druck sollten es mindestens zweitausend Pixel an der langen Kante sein, besser deutlich mehr.
Zweitens der Ausschnitt.
Lass Luft um dich herum, damit man beschneiden kann.
Drittens der Hintergrund.
Je ruhiger er ist, desto flexibler ist das Bild.
Und viertens der Dateiname.
Nachname, Vorname, Fotografin, dann findet es jemand wieder.
Was dabei egal ist
Zum Beispiel, ob du lächelst.
Außerdem, ob du schwarzweiß oder in Farbe fotografiert wurdest.
Ebenso, ob es ein Bühnenbild ist oder ein Porträt.
Und ob es von einer Fotografin stammt oder von deiner Schwester mit einem guten Telefon.
Denn ein Pressefoto wird nicht bewertet, es wird eingesetzt.
Die Anfrage kommt abends, der Druck ist morgen, und du hast zwanzig Minuten. In dieser Lage merkt sich niemand eine Liste mit vierzehn Kriterien.
Benutzbar statt schön merkst du dir. Und es führt in fast allen Fällen zur richtigen Entscheidung.
Sechs Dinge, die in dein Schaufenster gehören
Jetzt wird es konkret.
Insgesamt sechs Bestandteile, mehr braucht niemand.
Bei jedem steht, was im Fenster sichtbar wird, wie du es einräumst und was die Spiegelung darüber verrät.
Denn zu einem Pressefoto für Künstler gehört mehr als nur das Bild.
Die drei Dinge, die man zuerst sieht
Die drei Dinge, die den Unterschied machen
Wie schnell über dein Pressefoto entschieden wird
Es gibt eine Untersuchung, die genau den Moment auf dem Gehweg vermessen hat.
Und ihr Ergebnis ist unangenehm schnell.
Janine Willis und Alexander Todorov veröffentlichten 2006 in Psychological Science die Arbeit First Impressions.
Der Untertitel lautet sinngemäß: Wie man sich nach hundert Millisekunden ein Urteil bildet.
Was sie gemacht haben
In fünf Versuchen zeigten sie Menschen Fotos fremder Gesichter.
Dabei veränderten sie, wie lange das Bild zu sehen war.
Beurteilt wurden fünf Eigenschaften: Attraktivität, Sympathie, Vertrauenswürdigkeit, Kompetenz und Aggressivität.
Verglichen wurden diese Urteile mit denen von Personen, die sich beliebig viel Zeit lassen durften.
Das Ergebnis
Die Urteile nach hundert Millisekunden stimmten hoch mit denen ohne Zeitbegrenzung überein.
Und zwar bei allen fünf Eigenschaften.
Mehr Zeit machte die Übereinstimmung nicht besser.
Am stärksten war der Zusammenhang bei der Vertrauenswürdigkeit.
Der Teil, der noch interessanter ist
Längeres Hinsehen veränderte etwas anderes.
Zwischen hundert und fünfhundert Millisekunden wurden die Urteile negativer, und die Beteiligten wurden sicherer.
Zwischen fünfhundert und tausend Millisekunden änderten sich die Urteile kaum noch, die Sicherheit stieg aber weiter.
Mehr Zeit erzeugte also vor allem mehr Überzeugung, nicht mehr Genauigkeit.
Was das für dein Pressefoto heißt
Erstens: Der erste Eindruck entsteht, bevor jemand bewusst hinsieht.
Zweitens: Du kannst diesen Eindruck nicht durch Details steuern, die man erst beim zweiten Blick bemerkt.
Drittens: Was in dieser Zehntelsekunde ankommt, ist grob.
Also Gesichtsausdruck, Blickrichtung, Helligkeit, Ruhe im Bild.
Deshalb ist ein ruhiger Hintergrund keine Geschmacksfrage, sondern eine praktische Entscheidung.
Der ehrliche Haken, und er ist der wichtigste Teil
Diese schnellen Urteile sind einheitlich, aber nicht richtig.
Todorov selbst hat später ein Modell der Gesichtsbewertung vorgelegt, das genau darauf hinausläuft: Menschen urteilen schnell und dabei nicht unbedingt zutreffend.
Die Bewertung von Gesichtern ist demnach eine Übergeneralisierung älterer Wahrnehmungsmechanismen.
Dazu kommt: Es waren standardisierte Fotos von Schauspielern, gezeigt auf einem Bildschirm, beurteilt von Studierenden.
Ein Programmheft ist etwas anderes.
Für dich folgt daraus eine erfreuliche Entlastung.
Denn es lohnt sich nicht, mit einem Foto kompetent wirken zu wollen.
Es lohnt sich, ein Foto zu haben, das ruhig ist, dich erkennbar zeigt und benutzt werden kann.
Alles Weitere entscheidest du ohnehin auf der Bühne.
Damit ist ein Pressefoto für Künstler eine handwerkliche Aufgabe und keine Charakterfrage.
Warum drei Zeilen stärker wirken als zwölf
Jetzt zur Vita, und zu einem Befund, der jeder Selbstdarstellung widerspricht.
Norbert Schwarz, Herbert Bless, Fritz Strack und weitere Beteiligte veröffentlichten 1991 im Journal of Personality and Social Psychology die Arbeit Ease of Retrieval as Information.
Auf Deutsch etwa: Die Leichtigkeit des Erinnerns als eigene Information.
Die Gruppe forschte damals in Mannheim.
Der Versuch
Die Beteiligten sollten Beispiele für eigenes durchsetzungsfähiges Verhalten aufzählen.
Die eine Gruppe sechs Beispiele, die andere zwölf.
Danach sollten alle einschätzen, wie durchsetzungsfähig sie selbst sind.
Erwartbar wäre gewesen: Wer zwölf Beispiele findet, hält sich für durchsetzungsfähiger.
Das Ergebnis
Tatsächlich war es umgekehrt.
Wer nur sechs Beispiele nennen musste, schätzte sich anschließend durchsetzungsfähiger ein als jene mit zwölf.
Die Erklärung liegt im Vorgang selbst: Sechs Beispiele fielen leicht, zwölf fielen schwer.
Und diese Schwierigkeit wurde als Information gedeutet nach dem Muster: Wenn mir so wenig einfällt, kann es nicht viel sein.
Was das für deine Kurzvita bedeutet
Eine Vita mit drei starken Angaben liest sich stärker als eine mit zwölf.
Denn die Aufzählung von zwölf Auftrittsorten erzeugt beim Lesen genau dieses Gefühl von Mühe.
Außerdem verwässert jede zusätzliche Angabe die drei, auf die es ankommt.
Kurz gesagt: Streich, bis es leicht wird.
Denn eine Kurzvita überzeugt durch Auswahl und nicht durch Menge.
Wie du auswählst
Zunächst nimm die Angabe, die am konkretesten ist, nicht die größte.
Denn Landesmeisterschaft klingt größer als der Name einer bestimmten Reihe, sagt aber weniger über dich.
Nimm außerdem die Angabe, die zum Abend passt, für den du gebucht wirst.
Und schließlich nimm eine, die niemand sonst hat.
Der ehrliche Haken, und er ist ernst
Dieser Befund hat der Prüfung nicht durchgehend standgehalten.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 in der Fachzeitschrift Memory versuchte mit deutlich größeren Stichproben, das ursprüngliche Ergebnis zu wiederholen.
In der entscheidenden Studie mit über sechshundert Beteiligten gelang das nicht.
Die empfundene Schwierigkeit trat dabei zwar wie erwartet auf.
Auf die Einschätzung der eigenen Durchsetzungsfähigkeit wirkte sie sich aber nicht aus.
Andere Arbeiten finden den Effekt dagegen, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Für dich heißt das: Nimm die kurze Vita als gut begründete Faustregel, nicht als bewiesenes Gesetz.
Sie hat ohnehin einen zweiten Vorteil, der unabhängig davon gilt.
Und der lautet
Kurze Texte werden übernommen, lange werden gekürzt.
Wer sechzig Wörter schickt, findet sechzig Wörter im Programm.
Wer zweihundert schickt, findet irgendwelche sechzig davon.
Und ausgewählt hat sie jemand, der deinen Text zum ersten Mal liest.
Deine Kurzvita in drei Längen zum Abtippen
Damit du nicht bei null anfängst, hier drei fertige Fassungen.
Dieselbe Person, drei Rahmen.
Du ersetzt nur die Angaben.
Die drei Fassungen
Drei Fassungen, ein Dokument.
Und jede von ihnen funktioniert allein, ohne die anderen.
Deshalb gehört jede Kurzvita in alle drei Längen in denselben Ordner.
Was in jeder Fassung stehen sollte
Zunächst dein Name und dein Ort.
Zweitens ein Satz darüber, worüber du schreibst, und zwar konkret.
Drittens ein Beleg, dass du das tatsächlich tust.
Alles Weitere ist optional und macht die Fassung länger, nicht besser.
Was in keiner Fassung stehen sollte
Zum Beispiel Adjektive über dich selbst.
Denn mitreißend, tiefgründig und einzigartig behauptet jeder, und niemand glaubt es.
Außerdem Angaben, die niemand einordnen kann, etwa Platzierungen bei Veranstaltungen, die außerhalb der Szene niemand kennt.
Und schließlich alles, was in einem Jahr veraltet ist.
Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
So kommst du zu einem brauchbaren Pressefoto
Du brauchst dafür kein Studio und keine Rechnung über dreihundert Euro.
Du brauchst eine halbe Stunde, jemanden mit ruhiger Hand und eine Wand.
Die Vorbereitung fürs Pressefoto, in zehn Minuten
Zunächst suchst du eine Wand ohne Muster, drinnen oder draußen.
Stell dich mindestens zwei Meter davor, damit der Hintergrund weich wird.
Außerdem brauchst du weiches Tageslicht, also einen bedeckten Tag oder ein großes Fenster.
Und zieh an, was du auf der Bühne trägst, nicht was du für seriös hältst.
Die Aufnahme selbst
Dabei solltest du zwanzig bis dreißig Bilder machen lassen, nicht drei.
Denn die brauchbaren entstehen fast immer zwischen den gestellten.
Sprich dabei, statt zu posieren.
Erzähl etwas, während fotografiert wird.
Und lass zwischendurch bewusst quer und hoch fotografieren.
Die drei Einstellungen, die du mitnehmen solltest
Einstellung 1 – Das Porträt
Einstellung 2 – Der Halbkörper mit Luft
Einstellung 3 – Das Hochformat
Außerdem lohnt es sich, alle drei am selben Tag zu machen.
Denn dann sehen sie zusammengehörig aus, und das wirkt professioneller als drei gute Bilder aus drei Jahren.
Damit wirkt dein Pressefoto wie ein Satz und nicht wie eine Sammlung.
Wie du Pressefoto und Vita verschickst, ohne dass sie verlorengehen
Das beste Material nützt nichts, wenn es in einem Postfach verschwindet.
Deshalb hier der Teil, den fast niemand beachtet.
| Was du machst | Warum | Wie es aussieht |
|---|---|---|
| Dateien sinnvoll benennen | Damit man sie in einem Ordner mit dreißig Bildern wiederfindet. | pinkwart-portrait-hoch-foto-mustermann.jpg |
| Einen Link statt Anhang | Große Anhänge landen in Spamfiltern oder werden abgewiesen. | Ein Ordner in einer Cloud, ohne Passwort. |
| Alle drei Vita-Längen mitschicken | Sonst kürzt jemand anderes, und zwar nach eigenem Gefühl. | Untereinander in der Mail, nicht als Datei. |
| Bildrechte direkt danebenschreiben | Ohne Angabe wird das Bild oft gar nicht verwendet. | Foto: Vorname Nachname. |
| Alles in einer einzigen Mail | Zwei Mails bedeuten zwei Suchvorgänge und eine vergessene Hälfte. | Betreff mit Datum und Reihe. |
Die zweite Zeile spart am meisten Ärger.
Denn Bilder in Druckauflösung sind schnell zwanzig Megabyte groß.
Und viele Postfächer nehmen das gar nicht erst an.
Der Ordner, den du einmal anlegst
Konkret liegen darin sechs Dateien: drei Bilder in hoher Auflösung, eine Textdatei mit den drei Vita-Längen, ein Hinweis auf die Bildrechte und deine bevorzugte Schreibweise.
Der Link dazu steht in deiner Signatur.
Und in jeder Zusagemail steht ein Satz: Presse-Material findest du hier.
Damit hast du das Thema für alle künftigen Anfragen erledigt.
Zehn Fehler bei Pressefoto und Kurzvita
Fünf beim Bild, fünf beim Text.
Fünf Fehler beim Bild
Fehler 1: Zu geringe Auflösung
Fehler 2: Unruhiger Hintergrund
Fehler 3: Kein Platz zum Beschneiden
Fehler 4: Nur ein einziges Format
Fehler 5: Ein Bild, das nicht mehr stimmt
Denn ein Pressefoto für Künstler muss vor allem eines leisten: einsetzbar sein.
Fünf Fehler beim Text
Fehler 6: Adjektive über sich selbst
Fehler 7: Zu lang
Fehler 8: In der dritten Person schwärmen
Fehler 9: Nur eine Länge liefern
Fehler 10: Nie aktualisieren
Nur verführt sie dazu, über sich zu schreiben wie ein Werbetext. Der Trick dagegen ist einfach: Schreib die Fassung zuerst in der Ich-Form und stell sie danach um.
Was du über dich selbst nicht in der Ich-Form sagen würdest, gehört auch in der dritten Person nicht hinein.
Sechs Übungen für Pressefoto und Kurzvita
Das lässt sich an einem Nachmittag erledigen.
Und danach kostet es dich pro Jahr etwa zwanzig Minuten.
Drei Übungen am Text
Übung 1 – Die Ich-Fassung
Übung 2 – Die Streichprobe
Übung 3 – Der Konkretheitstest
Drei Übungen am Bild
Übung 4 – Der Programmheft-Test
Übung 5 – Die Zehntelsekunde
Übung 6 – Der Ordnervergleich
Denn Übung sechs ist die beruhigendste von allen.
Deine Auslagenprobe
Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.
Damit sind Pressefoto und Kurzvita ein für alle Mal erledigt.
Das Foto, das vier Jahre gehalten hat
Mein erstes Pressefoto war ein Ausschnitt aus einem Gruppenbild.
Man sah mich halb, der Hintergrund war eine Fototapete, und links ragte eine fremde Schulter ins Bild.
Dieses Bild hat vier Jahre gehalten.
Warum ich es nicht ersetzt habe
Schlicht deshalb, weil es nie dringend war.
Es kam immer erst dann zur Sprache, wenn jemand kurzfristig etwas brauchte.
Und dann war keine Zeit für ein neues, also schickte ich wieder das alte.
So verlängert sich ein Provisorium um jeweils genau eine Anfrage.
Was mich dann umgestimmt hat
Eine Veranstalterin schrieb mir, sie könne das Bild leider nicht aufs Plakat nehmen.
Nicht weil es hässlich war, sondern weil es zu klein war.
Sie hat es stattdessen ganz weggelassen und nur meinen Namen gedruckt.
Und das ist mir erst aufgefallen, als ich das Plakat sah.
„Ich hatte nie ein schlechtes Foto. Ich hatte ein Foto, mit dem niemand arbeiten konnte. Das ist etwas anderes und kostet deutlich mehr.Meine Notiz danach — und der Grund für Kapitel zwei
Was ich dann gemacht habe
Also eine Wand, ein bedeckter Nachmittag, eine Bekannte mit einer Kamera.
Fünfundzwanzig Minuten, ungefähr dreißig Bilder.
Drei davon liegen bis heute in einem Ordner, und der Link steht in meiner Signatur.
Seitdem hat mich niemand mehr nach Material fragen müssen.
Was ein Schaufenster nicht ersetzt
Ein gutes Fenster bringt Leute in den Laden.
Was drinnen steht, entscheidet, ob sie wiederkommen.
Denn ein Pressefoto bringt sie einmal herein und kein zweites Mal.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Der eine Satz aus Auslage sechs ist der schwerste des ganzen Beitrags.
Denn er verlangt, dass du in einer Zeile sagen kannst, worüber du schreibst.
Und das kann nur, wer weiß, worüber er schreibt.
Kurz gesagt: Die Vita beschreibt deine Texte.
Machen musst du sie selbst.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also das, was aus einer Ankündigung einen Abend macht, an den sich jemand erinnert.
Das Fenster räumst du einmal ein. Den Laden füllst du immer wieder.
Benutzbar statt schön. Drei Längen statt einer. Und kein einziges Adjektiv über dich selbst.
Übrigens hat mich nach dem neuen Foto zum ersten Mal jemand erkannt, bevor ich auf der Bühne stand.
Das war ein seltsames Gefühl.
Und ein ziemlich guter Beweis dafür, dass so ein Fenster funktioniert.
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Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
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Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
