Schreibretreat: Ein Wochenende nur du und der Text

Schreibretreat: Ein Wochenende nur du und der Text
GENFER SEE, JUNI 1816 · DAS ERSTE RETREAT
Es regnete seit Wochen. Und es hörte nicht auf.

Ein Jahr zuvor war in Indonesien ein Vulkan ausgebrochen.

Der Tambora schleuderte so viel Asche in die Luft, dass sich das Klima weltweit veränderte. 1816 ging als das Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein.

Am Genfer See hatte ein achtundzwanzigjähriger Bestsellerautor ein Haus gemietet.

Lord Byron war der berühmteste Dichter Europas. Bei ihm wohnte sein Arzt John Polidori.

In der Nähe hatten Percy Shelley, seine spätere Frau Mary und deren Halbschwester Claire Clairmont ein Haus.

Der Dauerregen zwang die Runde tagelang ins Haus.

Man las sich deutsche Gespenstergeschichten vor, die ins Französische übersetzt worden waren.

Dann machte Byron einen Vorschlag. Jeder solle sich selbst eine Geistergeschichte ausdenken.

In Polidoris Tagebuch steht unter dem 17. Juni 1816 der Satz, dass alle außer ihm mit ihren Geschichten begonnen hätten.

Drei Tage saßen sie im Haus und erzählten sich, was sie sich ausgedacht hatten.

Aus Mary Shelleys Einfall wurde Frankenstein. Also der erste Science-Fiction-Roman der Literaturgeschichte.

Aus Polidoris Beitrag wurde Der Vampyr, die Vorlage für das gesamte spätere Vampirgenre bis hin zu Dracula.

Beide Autoren waren zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Mary Shelley war achtzehn.

Zwei Weltklassiker entstanden aus schlechtem Wetter, einer Aufgabe und drei Tagen ohne Ablenkung.

Schreibretreat

Die Runde am Genfer See hatte weder Programm noch Methode.

Sie hatte lediglich einen Ort, eine Aufgabe und keine Möglichkeit wegzugehen.

Und genau das sind bis heute die drei Zutaten.

Alles andere, was man dir über Retreats erzählt, ist dagegen Ausstattung.

Zwei Tage ohne Telefon bringen mehr als zwei Monate nebenbei. So planst du es so, dass am Ende Text dasteht.

Warum ein Schreibretreat mehr bringt als Wochen nebenbei

Es liegt nicht an der Menge der Stunden.

Denn zwei Tage sind ungefähr zwölf Arbeitsstunden.

Das schaffst du auch in sechs Wochen nebenbei.

Der Unterschied liegt vielmehr woanders.

Nämlich darin, dass du folglich nicht jedes Mal von vorn anfangen musst.

Wer täglich vierzig Minuten schreibt, verbringt zwanzig davon damit, sich wieder hineinzufinden.
Schreibretreat: der Schreibtisch am Fenster im Regen
Draußen Regen, drinnen Papier. Mehr Ausstattung braucht es nicht.

Was in diesem Beitrag steht

Wie du ein Schreibretreat planst, das am Ende tatsächlich Text hervorbringt.

Du bekommst einen Stundenplan, fünf Blöcke, ein Retreatblatt und acht Kniffe.

Dazu ein Befund über Handys, der berühmt geworden ist und sich später nicht bestätigen ließ.

Beides gehört dazu.

Zum Mitmachen gibt es zehn Übungen und zwei deutsche Videos.

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PUNKT 07

Die drei Zutaten aus Diodati

Freitag 18 Uhr

Zunächst das Grundgerüst, und es ist erstaunlich schlicht.

Zutat eins fürs Retreat: ein Ort, an dem du nicht wohnst

Denn das eigene Wohnzimmer funktioniert nicht.

Denn dort steht schließlich die Waschmaschine, dort liegt die Post, und dort weiß jeder, wo du bist.

Es muss allerdings kein Haus am Genfer See sein.

Eine Ferienwohnung im Nachbarort reicht völlig.

Entscheidend ist vielmehr, dass dich dort keine Aufgabe erwartet, die schon vorher da war.

Zutat zwei: Eine Aufgabe, die vorher feststeht

Byron hat nämlich nicht gesagt, dass alle mal etwas schreiben sollen.

Vielmehr hat er eine Gattung vorgegeben.

Jeder eine Geistergeschichte.

Genau das ist der Unterschied zwischen einem Wochenende mit Absicht und einem Wochenende mit Ergebnis.

Also sag nicht: Ich schreibe mal was.

Sondern: Ich schreibe drei Bühnentexte über meine Arbeit.

Zutat drei: Keine Möglichkeit wegzugehen

Bei Byron war es zwar das Wetter.

Bei dir dagegen muss es eine Entscheidung sein.

Denn die einzige echte Bedrohung fürs Retreat ist schließlich die Rückkehr in den Alltag.

Und die passiert heute nicht durch die Tür, sondern durch das Telefon.

Wie stark dieser Effekt tatsächlich ist, dazu kommt in Punkt 15 ein interessanter Streit.

Das Wochenende, das nichts bringt
Zu Hause, mit Vorsatz.
Thema offen, mal sehen.
Handy liegt daneben.
Keine Zeiten, nur Stimmung.
Am Ende: gute Ideen.
Das Retreat, das Text produziert
Fremder Ort ohne Aufgaben.
Vorher festgelegte Aufgabe.
Handy in der Schublade.
Fester Ablauf mit Blöcken.
Am Ende: Seiten.

Die letzte Zeile ist die wichtigste.

Denn ein Wochenende, an dessen Ende gute Ideen stehen, war ein schönes Wochenende.

Ein Retreat erkennst du dagegen daran, dass am Sonntagabend etwas auf Papier steht, das vorher nicht existiert hat.

Was war in Diodati die entscheidende Zutat?
Auflösung
Die Aufgabe. Byron gab eine Gattung vor — warum Ablenkung so viel kostet, steht in Punkt 15.
Ein Retreat ohne Aufgabe ist ein Kurzurlaub mit Schuldgefühl.
CLIP 1Ein Schreibretreat aus der Praxis
Wie ein Schreibretreat abläuft und was Teilnehmende daraus mitnehmen.
PUNKT 11

Der Griff: der Zettel vom Vorabend

Freitag 22 Uhr

Jetzt der Handgriff, der über den Samstagmorgen entscheidet.

Der Griff
Schreib am Abend vorher auf, womit du morgens als Erstes anfängst.

Nicht das Thema. Den ersten Satz oder die erste Aufgabe.

Zum Beispiel: Morgen früh schreibe ich die Strophe über den Bahnhof zu Ende, sie hört auf mit dem Wort Ansage.

Damit fällt die schlimmste Stunde des ganzen Wochenendes weg. Nämlich die erste.

Denn ohne diesen Zettel verbringst du den Samstagmorgen mit Kaffee und dem Gefühl, gleich anzufangen.

Schreibretreat: der Morgen am Schreibtisch
Der Samstagmorgen entscheidet über das ganze Wochenende.

Warum der Anfang im Retreat so viel kostet

Denn beim Anfangen machst du zwei Dinge gleichzeitig.

Erstens musst du nämlich entscheiden, was du tust.

Und zweitens musst du es dann auch tun.

Der Zettel nimmt dir folglich die erste Aufgabe ab, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem sie leichter fällt.

Abends weißt du außerdem noch genau, wo du stehen geblieben bist.

Der Zusatz, der noch mehr bringt

Hör außerdem am Freitagabend mitten in einem Satz auf.

Das klingt zwar nach einer Marotte.

Trotzdem ist es eine Mechanik.

Denn ein angefangener Satz zieht dich am nächsten Morgen zurück an den Tisch.

Ein abgeschlossenes Kapitel nicht.

Zusammen mit dem Zettel ergibt sich folglich ein Start ohne Anlauf.

ÜBUNG 01Dein Zettel
Schreib jetzt schon auf, womit du an Tag eins beginnst.
PUNKT 15

Der berühmte Befund über das Telefon

Samstag 9 Uhr

Jetzt allerdings der Befund, den du vermutlich schon verkürzt gehört hast.

Adrian Ward, Kristen Duke, Ayelet Gneezy und Maarten Bos veröffentlichten 2017 eine Untersuchung mit dem Titel Brain Drain.

Erschienen ist sie übrigens im Journal of the Association for Consumer Research.

Was die Forscher geprüft haben

Die Frage lautete dabei, ob schon die bloße Anwesenheit des eigenen Handys Denkleistung kostet.

Also weder die Benachrichtigungen noch das Nachschauen.

Sondern das reine Danebenliegen.

Dafür legten die Teilnehmenden ihr Telefon entweder auf den Tisch, in die Tasche oder in einen anderen Raum.

Anschließend lösten sie Aufgaben, die Konzentration verlangen.

Was beim Handy-Versuch herauskam

Wer das Handy in einem anderen Raum hatte, schnitt tatsächlich besser ab.

Und zwar selbst dann, wenn niemand aufs Telefon geschaut hatte.

Wards Erklärung: Sich vorzunehmen, an etwas nicht zu denken, verbraucht selbst schon Aufmerksamkeit.

Am stärksten war der Effekt bei Menschen, die nach eigener Aussage besonders abhängig von ihrem Gerät sind.

Nicht das Nachschauen kostet dich die Konzentration. Sondern das Nicht-Nachschauen.
nach Ward und Kollegen 2017
Schreibretreat: das Handy in der Schublade
Nicht lautlos. Nicht umgedreht. In einem anderen Raum.
PUNKT 19

Und warum du ihn trotzdem nicht überschätzen solltest

Samstag 10 Uhr

Jetzt allerdings der Teil, den fast niemand mitliefert.

Der Befund wurde 2022 in einer Wiederholungsuntersuchung überprüft.

Was die Wiederholung des Versuchs ergab

Es waren dieselben Aufgaben und dieselben Bedingungen wie im zweiten Versuch von Ward und Kollegen.

Diesmal zeigte sich allerdings kein Unterschied zwischen den Bedingungen.

Der Effekt ließ sich demnach nicht bestätigen.

Die Verfasser folgern, dass die bloße Anwesenheit des Telefons möglicherweise nicht ausreicht, um die Denkleistung zu beeinflussen.

UntersuchungErgebnisWas du daraus mitnimmst
Ward u. a. 2017Handy im Nebenraum hilftberühmt geworden
Wiederholung 2022kein Unterschied messbarkaum bekannt
Was unstrittig istBenachrichtigungen unterbrechendie reichen als Grund
Was du tustGerät in den Flurkostet dich nichts

Die dritte Zeile ist dabei der eigentliche Punkt.

Über die Wirkung des reinen Danebenliegens lässt sich also streiten.

Dass eine Nachricht dich aus einem Text reißt, bestreitet dagegen niemand.

Und für ein Wochenende, an dem Text entstehen soll, reicht das als Begründung vollkommen aus.

Warum ich den Streit trotzdem erzähle
Weil dieser Befund in Ratgebern seit Jahren als bewiesen weitergereicht wird.

Er ist eine gute Geschichte, und gute Geschichten setzen sich gegen Wiederholungsuntersuchungen fast immer durch.

Für dein Retreat ändert das nichts. Leg das Gerät in einen anderen Raum, weil es billig ist und nicht schadet.

Aber erzähl niemandem, dass die Wissenschaft das eindeutig belegt hat. Sie hat es nicht.
Schreibretreat: der ungestörte Vormittag
Der Vormittag gehört dem Rohtext. Immer.

Was daraus für dein Schreibretreat folgt

Bau die Ablenkung deshalb baulich weg statt willentlich.

Also nicht: Ich nehme mir vor, nicht draufzuschauen.

Sondern: Das Gerät liegt zwei Räume weiter in einer Schublade, und ich schaue dreimal am Tag zu festen Zeiten nach.

Der Unterschied ist derselbe wie zwischen einem Vorsatz und einer verschlossenen Tür.

PUNKT 23

Fünf Blöcke für zwei Tage

Samstag 11 Uhr

Jetzt der Ablauf.

Denn zwölf Stunden Schreiben am Stück funktionieren bei niemandem.

BLOCK 1Der Rohblock
Vormittags, zwei bis drei Stunden
Hier entsteht neuer Text. Ohne Überarbeitung, ohne Zurückgehen. Das ist der einzige Block, in dem die Menge zählt.
Am besten direkt nach dem Aufstehen, mit dem Zettel aus Punkt 11.
BLOCK 2Der Gehblock
Mittags, eine Stunde
Rausgehen, ohne Kopfhörer und ohne Ziel. Die meisten Lösungen für hakende Stellen kommen hier und nicht am Tisch.
Zettel mitnehmen. Nicht das Telefon.
Schreibretreat: der Gang am Nachmittag
Der Gehblock ist keine Pause. Er ist der zweitwichtigste Block.
BLOCK 3Der Feilblock
Nachmittags, zwei Stunden
Jetzt wird überarbeitet, was am Vormittag entstanden ist. Andere Tätigkeit, anderer Kopf.
Vormittags bauen, nachmittags reparieren. Nie umgekehrt.
BLOCK 4Der Sprechblock
Früher Abend, eine Stunde
Alles laut lesen, was du geschrieben hast. Stehend, in der Lautstärke eines echten Auftritts.
Hier fallen die Hälfte der Fehler auf, die du sonst übersiehst.
BLOCK 5Der Leerblock
Abends, offen
Nichts vornehmen. Essen, lesen, nichts tun. Wer abends weiterarbeitet, hat am Sonntag nichts mehr.
Der einzige Block, den fast alle streichen. Und der einzige, der über den zweiten Tag entscheidet.
Vier Blöcke Arbeit, ein Block Leere. Wer den letzten streicht, verliert den Sonntag.
ÜBUNG 02Dein Ablauf
Trag die fünf Blöcke in deinen Samstag ein.
PUNKT 30

Was ein Schreibretreat kosten darf

Vier Wochen vorher

Eine Frage, die viele vom Losfahren abhält.

Die drei Preisstufen

Zunächst die teure Variante.

Ein organisiertes Retreat mit Begleitung, Verpflegung und Kursprogramm.

Das kostet je nach Anbieter mehrere hundert Euro.

Immerhin lohnt es sich, wenn du Anleitung brauchst.

Zweitens folgt die mittlere.

Eine Ferienwohnung außerhalb der Saison, zwei Nächte, selbst versorgt.

Und schließlich die billigste, an die kaum jemand denkt.

Der Tausch, der nichts kostet

Tausch stattdessen deine Wohnung mit jemandem, der dasselbe vorhat.

Du fährst also zu ihm, er fährt zu dir.

Beide sind an einem fremden Ort, an dem keine Wäsche wartet.

Das klingt umständlich und erfüllt alle drei Zutaten aus Punkt 07 zum Preis der Anfahrt.

Wer dagegen niemanden zum Tauschen hat, fragt nach einem leerstehenden Gästezimmer.

Fast jeder kennt eines.

Ein Schreibretreat scheitert selten am Geld. Es scheitert daran, dass niemand fragt.

Was du dir sparen kannst

Also alles, was nach Ausstattung aussieht.

Der besondere Stuhl, die richtige Musik, die neue Kerze.

Das ist Vorbereitung, die sich wie Arbeit anfühlt.

Byron hatte ein gemietetes Haus, schlechtes Wetter und Papier.

Und drei Tage später existierte Frankenstein als Einfall.

ÜBUNG 11Deine Kosten
Rechne aus, was dein Wochenende tatsächlich kosten würde.
PUNKT 27

Sechs Fragen fürs Retreatblatt

Zwei Wochen vorher

Auszufüllen, und zwar bevor du irgendetwas buchst.

Retreatblatt · sechs Fragen
Frage 1
Was soll am Ende dastehen?
Eine Zahl und eine Form. Drei Rohfassungen. Nicht: an Texten arbeiten.
Frage 2
Wo ist der Ort?
Nach Punkt 07 nicht die eigene Wohnung. Und keiner, an dem dich jemand erwartet.
Frage 3
Wo liegt das Telefon?
Nach Punkt 19 baulich lösen, nicht willentlich. Zwei Räume weiter reicht.
Frage 4
Wie sehen meine Blöcke aus?
Der Ablauf aus Punkt 23, mit Uhrzeiten und einem Leerblock.
Frage 5
Wer weiß Bescheid?
Eine Person soll wissen, wo du bist. Alle anderen brauchen es nicht.
Frage 6
Was ist mein Abbruchkriterium?
Wenn nach zwei Blöcken nichts geht, war das Thema falsch. Dann wechselst du es, statt zu leiden.
Eine Regel dazu: Beantworte das zwei Wochen vorher schriftlich. Wer es am Anreisetag macht, verliert den halben ersten Abend.

Warum Frage sechs dazugehört

Denn Retreats können kippen.

Denn wenn du zwei Blöcke lang an einem Text sitzt und nichts entsteht, liegt es fast nie an dir.

Meistens war nämlich das Thema noch nicht so weit oder es interessiert dich weniger, als du dachtest.

Dann ist Wechseln folglich richtig.

Und zwar sofort und ohne schlechtes Gewissen.

ÜBUNG 03Dein Ziel
Formulier, was am Sonntagabend fertig sein soll.
Dein Link-Kompass

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Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

PUNKT 31

Acht Kniffe fürs Schreibretreat

Samstag 14 Uhr

Jetzt endlich das Praktische, sortiert nach Aufwand.

Kniff 1: Die Anreise am Vorabend

Fahr also am Freitagabend an und nicht am Samstagmorgen.

Denn eine Anreise frisst zuverlässig den halben ersten Block.

Denn wer freitags ankommt, hat am Samstag um neun Uhr bereits einen Ort, an dem er sich auskennt.

Das klingt zwar nach einer Kleinigkeit.

Tatsächlich ist es ein ganzer Vormittag.

Kniff 2: Essen vorher einkaufen

Kauf außerdem alles für zwei Tage am Anreisetag.

Sonst wird der Einkauf am Samstag nämlich zu einer überzeugenden Pause.

Und aus einer Pause wird ein Spaziergang, aus dem Spaziergang ein Café und aus dem Café ein verlorener Nachmittag.

Ablenkung braucht immer einen legitimen Anlass.

Nimm ihr den Anlass.

Kniff 3: Die Papierregel

Schreib zudem den Rohblock mit der Hand.

Nicht aus Romantik, sondern weil auf Papier keine Fassung gelöscht werden kann.

Wer am Rechner schreibt, überarbeitet dauernd nebenbei und kommt nie in die Menge.

Getippt wird dagegen nachmittags im Feilblock.

Das ist dann ohnehin der erste Überarbeitungsdurchgang.

Kniff 4: Absurd, aber wirksam – der laute Wecker

Stell dir überdies für jeden Block einen Wecker, auch für das Ende.

Vor allem allerdings für das Ende.

Denn der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Arbeit, sondern ein Rohblock, der bis nachmittags läuft.

Danach ist der Kopf leer, und der Feilblock fällt aus.

Ein Wecker verhindert das zuverlässiger als jeder Vorsatz.

Kniff 5: Noch absurder – die Postkarte an dich selbst

Schreib am Sonntagabend eine Postkarte an dich und wirf sie ein.

Drauf steht, was du an diesem Wochenende geschafft hast und was du beim nächsten Mal anders machst.

Sie kommt nämlich drei Tage später an, wenn der Alltag dich schon wieder hat.

Das klingt albern und ist der einzige Weg, wie ein Retreat in den Alltag hineinwirkt statt dort zu verpuffen.

Schreibretreat: der Stapel Seiten am Sonntagabend
Am Sonntagabend zählt nur eins: Liegt da etwas, das vorher nicht da war?
Schreibretreat: der Gehblock am Nachmittag
Die Lösung kommt draußen. Fast immer.

Kniff 6: Zwei Themen mitbringen

Nimm zudem nicht ein Projekt mit, sondern zwei.

Nach Punkt 27 brauchst du ein Abbruchkriterium.

Und ein Abbruch ist nur dann brauchbar, wenn du etwas anderes hast.

Zwei Themen sind Versicherung, drei sind Beliebigkeit.

Das zweite darf übrigens ruhig kleiner sein.

Es muss nur existieren.

Kniff 7: Der Ausdruck statt des Bildschirms

Druck außerdem am Samstagabend alles aus, was du hast.

Anschließend arbeitest du am Sonntag auf Papier weiter, mit Stift.

Auf einem Ausdruck siehst du die Struktur eines Textes sofort.

Auf einem Bildschirm siehst du immer nur einen Ausschnitt.

Wenn es keinen Drucker gibt, schreib die Struktur wenigstens als Liste auf ein Blatt.

Kniff 8: Der Sonntagabend gehört der Ordnung

Reserviere schließlich die letzte Stunde fürs Sortieren.

Also alles abtippen, benennen und an einem Ort ablegen.

Denn das größte Risiko nach einem Retreat ist nicht, dass nichts entstanden wäre.

Sondern dass drei Wochen später niemand mehr weiß, wo die Blätter geblieben sind.

Sechs Kniffe kosten Minuten. Kniff vier und fünf kosten Überwindung und retten das meiste.
ÜBUNG 04Deine drei Kniffe
Such dir drei aus und plan sie fest ein.
Ein dritter Befund, der den Streit einordnet
2023 hat ein Team der Universität Paderborn um Anselm Lindberg die Frage erneut untersucht und in Scientific Reports veröffentlicht.

Zweiundvierzig Teilnehmende zwischen zwanzig und vierunddreißig machten Konzentrationstests mit und ohne Handy im Raum.

Die Gruppe ohne Gerät schnitt deutlich besser ab. Und laut den Forschenden reicht es nicht, den Bildschirm abzudecken oder das Telefon auszuschalten.

Interessant ist ein Nebenbefund: Wie stark jemand am Handy hängt, spielte diesmal keine Rolle. Das widerspricht genau dem Punkt, den Ward und Kollegen betont hatten.

Die Lage ist also uneindeutig. Der praktische Rat bleibt trotzdem derselbe: anderer Raum, nicht nur ausgeschaltet.
PUNKT 35

Allein oder zu mehreren?

Sonntag 10 Uhr

Eine Frage, die den ganzen Charakter des Wochenendes verändert.

Was für das Alleinsein spricht

Zunächst bestimmst du den Ablauf vollständig.

Es gibt also kein Abstimmen über Essenszeiten und keine Rücksicht auf fremde Blöcke.

Außerdem gibt es niemanden, mit dem sich das Reden lohnt.

Und Reden ist die angenehmste Form der Ablenkung.

Wer folglich zum ersten Mal ein Retreat macht, sollte allein fahren.

Was für die Gruppe spricht

In Diodati waren sie immerhin zu fünft.

Ohne die Runde hätte es die Aufgabe nicht gegeben.

Eine Gruppe liefert dir Verbindlichkeit.

Wer weiß, dass drei andere um neun am Tisch sitzen, steht auf.

Außerdem kannst du abends vorlesen und bekommst am Sonntag eine Rückmeldung, für die du sonst Wochen wartest.

Der Preis dafür ist allerdings, dass du nicht mehr allein über deine Zeit bestimmst.

Die Regeln für ein Gruppenretreat

Erstens wird schweigend und in getrennten Räumen geschrieben.

Zweitens: Es gibt feste gemeinsame Zeiten, nämlich Essen und den Abend.

Drittens: Vorgelesen wird nur einmal, am Ende.

Nicht zwischendurch.

Denn eine Gruppe, die dauernd redet, ist ein schönes Wochenende und kein Retreat.

Wo dieser Beitrag aufhört
Hier geht es um ein Wochenende, das du dir nimmst, weil du Texte schreiben willst.

Ein Retreat ist kein Ersatz für Erholung. Wer erschöpft ist, braucht zwei freie Tage und keine zwölf Stunden Arbeit in einer fremden Wohnung.

Und wenn du merkst, dass du vor allem wegwillst und nicht hinschreiben, ist das ein wichtiger Hinweis. Dann ist ein Gespräch mit jemandem, der zuhört, sinnvoller als ein Stundenplan.
PUNKT 38

Zehn Fehler beim Schreibretreat

Sonntag 14 Uhr

Fünf Fehler bei der Planung

Fehler 1: Zu Hause bleiben
Nach Punkt 07 ist der fremde Ort keine Bequemlichkeit, sondern eine der drei Zutaten.
Fehler 2: Kein festes Ziel
An Texten arbeiten ist kein Ziel. Drei Rohfassungen schon.
Fehler 3: Am Samstagmorgen anreisen
Aus Punkt 31. Das kostet dich zuverlässig den ersten Block.
Fehler 4: Nur ein Thema mitnehmen
Ohne zweites Thema wird aus einem Abbruch ein verlorener Tag.
Fehler 5: Zu lange planen
Zwei Tage reichen. Wer eine Woche plant, fährt gar nicht erst los.

Denn ein Schreibretreat scheitert selten am Ehrgeiz.

Schreibretreat: der Abend am Fenster
Abends passiert nichts mehr. Das ist der Plan.

Fünf Fehler vor Ort

Fehler 6: Vormittags überarbeiten
Nach Punkt 23 gehört der Vormittag dem Rohtext. Wer morgens feilt, produziert nichts.
Fehler 7: Den Leerblock streichen
Der häufigste Fehler überhaupt. Und der, der den zweiten Tag kostet.
Fehler 8: Das Telefon lautlos daneben legen
Nach Punkt 19 lieber baulich lösen. Lautlos ist ein Vorsatz, ein anderer Raum ist eine Tatsache.
Fehler 9: Nichts sortieren
Aus Punkt 31. Unsortierte Blätter sind nach drei Wochen dasselbe wie kein Retreat.
Fehler 10: Am Ende bilanzieren, ob es schön war
Die Frage lautet, ob etwas dasteht. Schön war es sowieso oder eben nicht.
PUNKT 42

Sechs Schritte zu deinem ersten Retreat

Sonntag 17 Uhr

Drei Schritte vorher

Schritt 1 – Das Retreatblatt ausfüllen
Aus Punkt 27. Zwei Wochen vorher, schriftlich.
Schritt 2 – Ort buchen und Essen planen
Aus Punkt 31. Beides zusammen, sonst wird der Einkauf zur Pause.
Schritt 3 – Den Zettel schreiben
Aus Punkt 11. Am Abend vor dem ersten Block, mit erstem Satz.

Drei Schritte vor Ort

Schritt 4 – Blöcke mit Wecker
Aus Punkt 23 und 31. Vor allem der Wecker fürs Ende.
Schritt 5 – Abends laut lesen
Der Sprechblock. Stehend, in Auftrittslautstärke.
Schritt 6 – Die letzte Stunde sortieren
Aus Punkt 31. Abtippen, benennen, ablegen. Und die Postkarte.
Blatt ausfüllen, Ort buchen, Zettel schreiben. Der Rest ist nur noch Hingehen.
ÜBUNG 05Dein Ort
Such einen Ort, der zwei Bedingungen erfüllt.
ÜBUNG 06Deine Blöcke
Schreib den Ablauf für beide Tage auf.
ÜBUNG 07Dein zweites Thema
Leg das Ersatzthema fest, bevor du losfährst.
ÜBUNG 08Dein Telefon
Entscheide vorher, wo das Gerät liegt.
ÜBUNG 09Deine Postkarte
Formulier, was am Sonntagabend auf der Karte stehen soll.
ÜBUNG 10Dein nächster Schritt
Zum Schluss die zwei Fragen, die den Unterschied machen.
PUNKT 46

Die Abnahme

Sonntag 19 Uhr

Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.

GENFER SEE

Was aus den drei Tagen wurde

Zurück also ans regnerische Ufer.

Denn von den fünf Anwesenden haben nur zwei ihre Geschichte tatsächlich zu Ende gebracht.

Byron selbst schrieb ein Fragment und ließ es liegen.

Percy Shelley kam über einen Anfang nicht hinaus.

Die beiden berühmten Dichter der Runde haben nichts fertiggestellt. Die achtzehnjährige Unbekannte und der belächelte Hausarzt schon.

Warum ausgerechnet die beiden

Das lässt sich allerdings nicht sicher beantworten.

Naheliegend ist, dass für Byron und Shelley nichts davon abhing.

Sie hatten bereits einen Namen und andere Projekte.

Mary Shelley und Polidori hatten das dagegen nicht.

Für sie war die Aufgabe keine Spielerei am Kamin, sondern eine Gelegenheit.

Was du daraus mitnimmst

Ein Retreat nützt nämlich am meisten dem, der es am nötigsten hat.

Denn wer ohnehin täglich schreibt, gewinnt lediglich zwei Tage.

Wer seit Monaten nicht dazu kommt, gewinnt einen Anfang.

Und Anfänge sind das Teuerste am ganzen Betrieb.

Deshalb ist das Wochenende nicht für die Fleißigen gemacht, sondern für die Steckengebliebenen.

„Zwei Weltklassiker, drei Tage Regen und eine Aufgabe, die jemand laut ausgesprochen hat. Mehr Methode war da nicht.“
Was von Diodati praktisch übrig bleibt

Und der praktische Rest

Mary Shelley hat Frankenstein danach noch über ein Jahr überarbeitet.

Was in Diodati entstand, war lediglich der Einfall und die erste Fassung.

Genau das ist der Ertrag eines Wochenendes.

Nicht das fertige Werk, sondern der Stoff, an dem du danach monatelang arbeiten kannst.

Wer mit dieser Erwartung hinfährt, wird selten enttäuscht.

WEITERGEHEN

Was zwei Tage nicht ersetzen

Ein Retreat verschafft dir Zeit und Ruhe.

Was du in dieser Zeit tust, entscheidet es allerdings nicht.

Zwölf ungestörte Stunden sind großartig. Sie machen aus einem schwachen Text keinen starken.

Warum Handwerk im Retreat besonders zählt

Denn zu Hause kannst du eine hakende Stelle liegen lassen und in zwei Wochen weitermachen.

An einem Wochenende geht das nicht.

Wenn du am Samstagnachmittag feststeckst, kostet dich das ein Viertel des ganzen Retreats.

Wer dagegen weiß, warum eine Strophe kippt, repariert sie in zwanzig Minuten.

Kurz gesagt: Je knapper die Zeit, desto teurer wird fehlendes Handwerk.

Poetry Master
Genau dafür habe ich Poetry Master gebaut.

Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also die Mittel, mit denen du am Samstagnachmittag weiterkommst, statt auf eine Eingebung zu warten.

Die Ferienwohnung buchst du in zehn Minuten. Zu wissen, was du dort tust, ist die eigentliche Arbeit.

Fremder Ort. Feste Aufgabe. Und das Telefon zwei Räume weiter.
Byron hatte kein Programm. Er hatte Regen und einen Satz.

Übrigens war mein erstes Retreat ein Reinfall.

Ich hatte kein Ziel, kein zweites Thema und das Handy auf dem Tisch.

Am Sonntag stand ein halber Text da, den ich später weggeworfen habe.

Beim zweiten Mal hatte ich einen Zettel vom Vorabend.

Seitdem funktioniert es jedes Mal.

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Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch
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Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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