Slam neben Vollzeitjob: Wie du beides überlebst

Slam neben Vollzeitjob: Wie du beides überlebst
WALTHAM CROSS, HALB SECHS

Ein alter Stallknecht klopft an die Tür.

Er bringt Kaffee und lässt keine Ausrede gelten. Dafür bekommt er fünf Pfund im Jahr extra.

In all den Jahren, schreibt sein Arbeitgeber später, sei er kein einziges Mal zu spät gewesen.

Der Mann, der da geweckt wird, heißt Anthony Trollope.

Er ist Postaufsichtsinspektor. Dreiunddreißig Jahre lang.

Vor dem Dienst schreibt er drei Stunden. Mit der Uhr vor sich und der Vorgabe, alle fünfzehn Minuten zweihundertfünfzig Wörter zu Papier zu bringen.

Dann frühstückt er und geht zur Post.

Am Ende stehen siebenundvierzig Romane.

Elf davon entstanden, während er noch im Dienst war.

Slam neben Vollzeitjob

Trollope hatte keinen freien Kopf und keine ruhigen Wochenenden.

Er hatte allerdings einen Stallknecht und eine Uhr.

Das eine kannst du nicht kaufen. Das andere schon.

Denn was hier zählt, ist nicht Zeit. Es ist Bauart.

Vierzig Stunden Arbeit, dann noch schreiben und auftreten. So geht das, ohne auszubrennen.
SCHICHT 01Was wirklich fehltnicht Zeit
SCHICHT 02Was du brauchstein festes Fenster
SCHICHT 03Beste Auftrittszahlweniger als du denkst
SCHICHT 04Häufigster FehlerRestenergie einplanen
SCHICHT 05Was rettetdie Wochenstruktur

Die meisten Slammer haben einen Job. Und zwar einen richtigen.

Also Schichtdienst, Büro, Pflege, Handwerk oder Lehramt.

Trotzdem klingen fast alle Ratschläge zum Schreiben so, als hätte man den Tag zur freien Verfügung.

Schreib, wenn du inspiriert bist, ist ein Rat für Leute, die um elf aufstehen.

Dieser Beitrag geht dagegen davon aus, dass du das nicht kannst.

Slam neben Job: die Schreibtischlampe vor dem Frühdienst
Halb sechs. Die einzige Stunde, die niemand sonst haben will.

Was in diesem Beitrag steht

Wie du Slam neben Job so baust, dass beides hält.

Du bekommst die drei Spuren, ein Wochenblatt und eine Rechnung, die viele überrascht.

Dazu zwei Arbeiten: eine über Erholung und eine darüber, warum Vorsätze scheitern.

Zum Mitmachen gibt es sieben Übungen und zwei deutsche Videos.

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SCHICHT 08

Die Rechnung, die niemand aufmacht

Zunächst eine Zahl, weil sie die Lage sofort klärt.

Was ein Auftritt neben dem Job tatsächlich kostet

Ein Slam dauert drei Stunden.

Zumindest denken das die meisten.

Tatsächlich kommen außerdem dazu: Anfahrt, Wartezeit, Rückweg und der Tag danach, an dem du müde bist.

Realistisch sind es also sechs bis zehn Stunden pro Auftritt.

Bei vier Auftritten im Monat sind das bis zu vierzig Stunden.

Also eine zweite Arbeitswoche.

Die übliche Rechnung
Ein Abend, drei Stunden.
Schreiben nebenbei.
Wochenende reicht.
Müdigkeit ist Kopfsache.
Mehr Auftritte, mehr Fortschritt.
Die ehrliche Rechnung
Ein Abend, sechs bis zehn Stunden.
Schreiben braucht ein Fenster.
Das Wochenende ist auch Erholung.
Müdigkeit ist Buchhaltung.
Mehr Auftritte, weniger neue Texte.

Die letzte Zeile ist die unbequemste.

Denn wer jede Woche auftritt, spielt fast immer dieselben Texte.

Und irgendwann merkt man, dass man seit einem halben Jahr nichts Neues geschrieben hat.

Wie viele Stunden kostet ein Auftritt realistisch?
Auflösung
Sechs bis zehn. Warum das trotzdem erholsam sein kann, steht in Schicht 16.
Dir fehlt keine Zeit. Dir fehlt eine ehrliche Rechnung.
CLIP 1Schreibroutine neben Vollzeitjob und Uni
Wie eine morgendliche Schreibroutine neben einem vollen Alltag aussehen kann.
SCHICHT 12

Der Griff: ein Fenster statt eines Vorsatzes

Jetzt der Handgriff.

Er ist der Kern des ganzen Beitrags.

Der Griff
Leg einen festen Wochentermin fest, an dem du schreibst. Nicht eine Stundenzahl, sondern einen Termin.

Nicht: Ich schreibe drei Stunden pro Woche.

Sondern: Dienstag, halb sieben bis acht, Küchentisch.

Eine Stundenzahl verschiebt sich. Ein Termin steht wie jeder andere Termin auch.

Das ist übrigens Trollopes Stallknecht in modern.

Slam neben Job: schreiben im Zug
Ein Fenster kann auch eine Zugfahrt sein. Hauptsache, es steht fest.

Warum ein Termin besser hält als ein Vorsatz

Denn ein Vorsatz konkurriert jeden Tag neu mit allem anderen.

Ein Termin nicht.

Der ist einfach da.

Außerdem musst du nicht mehr entscheiden, ob du heute Lust hast.

Diese Entscheidung frisst nämlich mehr Kraft als das Schreiben selbst.

Drittens kannst du ihn außerdem absagen.

Das ist erlaubt und trotzdem etwas anderes, als ihn nie gehabt zu haben.

Wie groß dein Schreibfenster neben dem Job sein sollte

Deutlich kleiner, als du denkst.

Denn neunzig Minuten in der Woche reichen für vier bis sechs Texte im Jahr.

Das klingt zwar wenig.

Trotzdem ist es mehr, als die meisten Slammer schaffen.

Denn wer auf den großen freien Sonntag wartet, schreibt gar nicht.

SCHICHT 01Dein Fenster
Leg jetzt einen konkreten Wochentermin fest.
SCHICHT 16

Warum Auftreten erholsam sein kann

Jetzt kommt allerdings der Befund, der die Sache umdreht.

Sabine Sonnentag und Charlotte Fritz veröffentlichten 2007 im Journal of Occupational Health Psychology eine Arbeit über Erholung nach der Arbeit.

Grundlage waren dabei Befragungen von insgesamt neunhundertdreißig Personen.

Die vier Arten von Erholung neben dem Job

Erstens die gedankliche Ablösung.

Also nicht mehr an die Arbeit zu denken.

Zweitens Entspannung.

Wenig Anstrengung, körperlich wie geistig.

Drittens Kontrolle.

Selbst zu entscheiden, was man in der freien Zeit tut.

Und viertens etwas, das für dich alles ändert: Meisterschaft.

Slam neben Job: das geschützte Fenster auf der Fahrt
Ein Fenster, das niemand wegnehmen kann.

Was Meisterschaft in diesem Zusammenhang heißt

Damit ist gemeint, dass man in der Freizeit etwas Anspruchsvolles lernt.

Die Fragebogenpunkte lauten sinngemäß: Ich lerne Neues.

Ich suche geistige Herausforderungen.

Ich tue Dinge, die mich fordern.

Genau das ist übrigens ein Slam-Auftritt.

Und es zählt in dieser Arbeit als Erholung.

Obwohl es anstrengt.

Anstrengung und Erholung sind keine Gegensätze. Der Gegensatz ist Fremdbestimmung.
nach Sonnentag und Fritz 2007
Slam neben Job: der Auftritt am Abend nach der Arbeit
Abends auf der Bühne. Das ist Arbeit und trotzdem Erholung.

Was das für deine Woche mit Slam neben Job heißt

Ein Slam am Mittwochabend erholt dich nämlich, wenn er dir gehört.

Er erholt dich nicht, wenn du hinfährst, weil du zugesagt hast und nicht absagen willst.

Denn dann fehlt die dritte Art: die Kontrolle.

Deshalb ist die Frage nicht, ob du zu viel machst.

Sondern ob du es freiwillig machst.

Der ehrliche Haken an dieser Arbeit

Zunächst sind es Selbstauskünfte aus Fragebögen und keine Messungen.

Und die Zusammenhänge mit dem Wohlbefinden waren zwar da, aber mittelstark und nicht überwältigend.

Außerdem stammt die Arbeit aus dem Bürokontext.

Wer körperlich arbeitet, hat abends andere Voraussetzungen.

Trotzdem ist der Kerngedanke brauchbar.

Nicht jede Anstrengung zieht dich runter.

SCHICHT 20

Warum gute Vorsätze scheitern

Bleibt die Frage, warum dein Fenster trotzdem nach drei Wochen wegfällt.

Dazu hat Gabriele Oettingen jahrzehntelang geforscht, an der New York University und in Hamburg.

Was sie über positives Denken herausfand

Zunächst war ihr Ausgangspunkt eine Kritik am positiven Denken.

Sie konnte zeigen, dass sehr positive Zukunftsfantasien Menschen eher davon abhalten, ihre Ziele anzugehen.

Ein Beispiel aus ihrer Forschung: Je positiver Übergewichtige über ihren Erfolg beim Abnehmen fantasierten, desto weniger Gewicht hatten sie nach Monaten verloren.

Das Schwelgen in der schönen Vorstellung raubt also Energie, statt welche zu geben.

Ihre Methode und wie sie neben dem Job funktioniert

Oettingen nennt sie mentales Kontrastieren, später als WOOP bekannt.

Zuerst der Wunsch.

Dann das Ergebnis, also wie es wäre, ihn zu erreichen.

Danach das Hindernis.

Und zwar ausdrücklich eines, das in dir selbst liegt.

Und zuletzt ein Plan in Wenn-dann-Form.

SchrittDeine FrageBeispiel neben dem Job
WunschWas will ich?Vier neue Texte in diesem Jahr.
ErgebnisWie wäre das?Ein Programm, das mir gehört.
HindernisWas in mir hält mich ab?Dienstags bin ich platt.
PlanWenn X, dann Y?Wenn ich platt bin, schreibe ich zwanzig Minuten.

Die dritte Zeile ist der Punkt, an dem die meisten schummeln.

Denn das Hindernis soll nicht der Chef sein und nicht die Bahn.

Es soll etwas sein, das in dir liegt.

Müdigkeit, Unlust, die Angst vor einer schlechten Seite.

Nur so lässt sich ein Wenn-dann-Plan überhaupt bauen.

Slam neben Job: der Wochenkalender an der Wand
Vier markierte Tage. Der Rest gehört ausdrücklich nicht dem Slam.

Der ehrliche Haken bei dieser Methode

Oettingen ist zugleich Entwicklerin und Hauptbeforscherin der Methode.

Das ist in der Psychologie üblich und trotzdem eine Einschränkung.

Außerdem sind viele der Studien an Schule, Gesundheit und Sport erhoben worden, nicht am Schreiben.

Der Grundgedanke lässt sich aber ohne Verluste übertragen.

Er kostet dich fünf Minuten.

SCHICHT 22

Was dein Umfeld davon merkt

Ein Punkt fehlt noch, und er entscheidet oft mehr als jeder Kalender.

Nämlich die Menschen, mit denen du lebst.

Warum Slam neben Job auch andere betrifft

Denn ein Auftritt am Mittwoch heißt für jemand anderen: allein essen.

Und ein Schreibfenster am Sonntagmorgen heißt: leiser sein.

Das ist kein Drama.

Trotzdem solltest du es aussprechen, statt es stillschweigend vorauszusetzen.

Denn Ärger entsteht selten am Termin selbst.

Er entsteht daran, dass niemand ihn vorher kannte.

Wie du es ansagst, ohne dich zu rechtfertigen

Sag zunächst, wann du weg bist.

Und sag dazu, wann du sicher da bist.

Der zweite Teil ist dabei der wichtigere.

Denn ein Mensch, der weiß, dass der Freitagabend ihm gehört, erträgt den Mittwoch deutlich besser.

Außerdem hilft dir das selbst.

Nach Schicht 16 brauchst du ohnehin einen Abend, der nicht dir gehört.

Was du im Job davon erzählst

Deutlich weniger, als du denkst.

Ein Hobby, das nach Bühne klingt, weckt Erwartungen.

Irgendwann sollst du auf der Weihnachtsfeier moderieren.

Wer das will, sagt es gern.

Wer das nicht will, sagt einfach nichts.

Beides ist in Ordnung.

Nur solltest du dich vorher entscheiden.

SCHICHT 07Dein Umfeld
Sag einer Person konkret, wie deine Woche aussieht.
SCHICHT 24

Sechs Fragen für deine Woche

Damit du das Ganze einmal im Quartal überprüfen kannst.

Wochenblatt · sechs Fragen
Frage 1
Steht mein Fenster im Kalender?
Nach Schicht 12. Ein Termin hält, eine Stundenzahl nicht.
Frage 2
Wie viele Auftritte pro Monat?
Rechne mit sechs bis zehn Stunden pro Stück. Dann sieht die Zahl anders aus.
Frage 3
Wann habe ich zuletzt etwas Neues geschrieben?
Wenn die Antwort in Monaten kommt, sind es zu viele Auftritte.
Frage 4
Sage ich zu oder will ich hin?
Nach Schicht 16 erholt nur, was du selbst entscheidest.
Frage 5
Welcher Abend gehört niemandem?
Ein Abend pro Woche ohne Job und ohne Bühne. Das ist kein Luxus, sondern Instandhaltung.
Frage 6
Kenne ich mein eigenes Hindernis?
Nach Schicht 20 muss es in dir liegen. Sonst funktioniert kein Plan.
Eine Regel dazu: Beantworte das alle drei Monate, nicht jede Woche. Sonst wird aus der Prüfung ein weiterer Termin.

Warum Frage fünf am wichtigsten ist

Denn sie wird fast immer als Erstes gestrichen.

Denn wer wenig Zeit hat, füllt jede Lücke mit dem, was ihm Spaß macht.

Und dann ist auch der letzte freie Abend eine Verpflichtung, nur eine schönere.

Nach Schicht 16 fehlt dann die Entspannung.

Und die lässt sich durch Meisterschaft nicht ersetzen.

SCHICHT 02Dein freier Abend
Leg einen Abend pro Woche fest, der weder Job noch Bühne gehört.
Dein Link-Kompass

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Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

SCHICHT 28

Drei Spuren, auf denen du fahren kannst

Es gibt nämlich nicht einen richtigen Weg neben dem Job, sondern drei.

Und jede hat einen Preis, den du kennen solltest.

SPUR 1Die Sammlerspur
Wenig Auftritte, viel Schreiben
Ein Auftritt im Monat, dafür ein festes Schreibfenster jede Woche. Du baust langsam ein Programm auf, das dir gehört.
Preis: Du bist in der Szene weniger sichtbar.
SPUR 2Die Bühnenspur
Viele Auftritte, wenig Neues
Zwei bis vier Auftritte im Monat mit einem festen Satz Texte. Du wirst schnell besser im Vortrag und bekommst Kontakte.
Preis: Nach einem Jahr hast du dieselben sechs Texte.
SPUR 3Die Saisonspur
Wechsel im Halbjahresrhythmus
Ein halbes Jahr fast nur schreiben, ein halbes Jahr fast nur auftreten. Das passt gut zu Jobs mit Saisonspitzen.
Preis: Du musst dich zweimal im Jahr neu einfinden.
Alle drei funktionieren. Was nicht funktioniert, ist der Versuch, alle drei gleichzeitig zu fahren.

Wie du deine Spur neben dem Job wählst

Und zwar nicht nach Lust, sondern nach Jahreszeit deines Jobs.

Wer beispielsweise im Winter Hochbetrieb hat, legt das Schreiben in den Sommer.

Wer Schichtdienst hat, nimmt die Sammlerspur, weil sich Auftritte schlecht planen lassen.

Und wer geregelte Zeiten hat, kann sich die Bühnenspur leisten.

SCHICHT 03Deine Spur
Ordne dich einer der drei Spuren zu.
SCHICHT 32

Vier Kniffe für volle Wochen

Jetzt Praktisches, das wenig kostet.

Der Zettel statt der Datei

Trag außerdem einen Zettel in der Jackentasche.

Denn die Einfälle kommen nicht am Küchentisch, sondern in der Pause und auf dem Weg.

Ein Handy taugt dafür weniger.

Wer es rausholt, landet in Nachrichten.

Die Zugfahrt als Schreibfenster

Wenn du pendelst, hast du bereits ein festes Fenster.

Du benutzt es nur noch nicht.

Denn zwanzig Minuten Bahnfahrt sind bereits ein Vierteltext.

Außerdem ist das Fenster geschützt.

Niemand ruft dich dort weg.

Slam neben Job: der Wochenplan an der Wand
Drei Spuren, eine Entscheidung. Mehr braucht der Plan nicht.

Der Textstapel für den Ernstfall

Halte deshalb immer zwei fertige Texte bereit, die du auswendig kannst.

Dann kannst du spontan zusagen, ohne die Woche umzubauen.

Wer dagegen jedes Mal neu vorbereiten muss, sagt entweder ab oder geht unvorbereitet hin.

Die Absage als Werkzeug

Sag außerdem zwei von fünf Anfragen ab, auch wenn du könntest.

Das klingt zwar verrückt.

Trotzdem ist es der wichtigste Kniff hier.

Denn nach Schicht 16 erholt nur, was du selbst entscheidest.

Wer nie absagt, entscheidet nicht mehr.

Was T. S. Eliot nebenbei machte
Von 1917 bis 1925 arbeitete T. S. Eliot in der Kolonialabteilung der Lloyds Bank in London.

Acht Jahre lang, an einem Schreibtisch mit Auslandsabrechnungen und Devisen.

In dieser Zeit entstand Das wüste Land, eines der wichtigsten Gedichte des zwanzigsten Jahrhunderts.

Der Bankjob sicherte den Lebensunterhalt und machte Eliot vom Erfolg seiner Gedichte unabhängig.

Der ehrliche Teil gehört dazu: Teile des Gedichts entstanden 1921 während einer längeren Krankschreibung, nach einem Zusammenbruch. Doppelbelastung geht also gut, bis sie es nicht mehr tut.
SCHICHT 04Deine Kniffe
Such dir zwei der vier Kniffe aus und probier sie zwei Wochen.
CLIP 2Zeitmanagement und Selbstorganisation
Drei Methoden, mit denen sich begrenzte Zeit besser einteilen lässt.
SCHICHT 35

Zehn Fehler neben dem Vollzeitjob

Und zwar fünf beim Planen und fünf beim Machen.

Fünf Fehler beim Planen

Fehler 1: Auf den freien Tag warten
Der kommt nicht. Und wenn er kommt, willst du schlafen.
Fehler 2: Stunden statt Termine planen
Nach Schicht 12 verschiebt sich eine Stundenzahl. Ein Termin steht im Kalender.
Fehler 3: Die Auftrittskosten unterschätzen
Nach Schicht 08 sind es sechs bis zehn Stunden pro Abend und nicht drei.
Fehler 4: Positiv denken statt Hindernisse benennen
Nach Schicht 20 kostet das Schwelgen sogar Energie.
Fehler 5: Zwei Spuren gleichzeitig fahren
Viel auftreten und viel schreiben geht neben einem Vollzeitjob nicht dauerhaft.

Denn Slam neben Job scheitert selten am Talent.

Slam neben Job: die Lampe am frühen Morgen
Halb sechs bleibt halb sechs. Auch wenn es weh tut.

Fünf Fehler beim Machen

Fehler 6: Nie absagen
Wer alles annimmt, verliert die Kontrolle. Und damit nach Schicht 16 die Erholung.
Fehler 7: Den freien Abend opfern
Er wird als Erstes gestrichen und fehlt als Erstes.
Fehler 8: Im Job über den Slam reden, um sich zu rechtfertigen
Du schuldest niemandem eine Erklärung für dein Hobby.
Fehler 9: Nach dem Auftritt noch arbeiten wollen
Der Abend ist vorbei. Die Mails sind morgen auch noch da.
Fehler 10: Aufhören statt anpassen
Die meisten hören nicht auf, weil es zu viel war. Sondern weil sie nichts verändert haben.
SCHICHT 38

Sechs Schritte für dein Jahr

Einmal aufsetzen, dann läuft es.

Drei Schritte zum Aufsetzen

Schritt 1 – Das Fenster eintragen
Ein Termin, wöchentlich, mit Ort. Aus Schicht 12.
Schritt 2 – Die Spur wählen
Aus Schicht 28. Sammler, Bühne oder Saison. Und zwar nach deinem Job, nicht nach deiner Lust.
Schritt 3 – Das eigene Hindernis benennen
Aus Schicht 20. Etwas, das in dir liegt, plus ein Wenn-dann-Satz dazu.

Drei Schritte zum Durchhalten

Schritt 4 – Den freien Abend schützen
Aus Schicht 24. Er steht im Kalender wie ein Termin, weil er einer ist.
Schritt 5 – Zwei Texte bereithalten
Aus Schicht 32. Damit du spontan zusagen kannst, ohne die Woche umzubauen.
Schritt 6 – Alle drei Monate prüfen
Das Wochenblatt aus Schicht 24. Zehn Minuten, viermal im Jahr.
Fenster eintragen, Spur wählen, freien Abend schützen. Der Rest ergibt sich.
SCHICHT 05Dein Kalender
Trag jetzt zwei Termine ein: das Fenster und den freien Abend.
SCHICHT 06Dein Hindernis
Benenn das Hindernis, das in dir selbst liegt.
SCHICHT 07Dein nächster Schritt
Zum Schluss die zwei Fragen, die den Unterschied machen.
SCHICHT 42

Die Abnahme

Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.

WALTHAM CROSS

Was aus Trollope wurde

Zurück zu dem Mann mit der Uhr.

Trollope blieb bis 1867 im Postdienst.

Und zwar auch dann noch, als längst klar war, dass er vom Schreiben leben könnte.

Erst danach hatte er also die freie Zeit, von der alle träumen.

In den Jahren mit Job entstanden elf Romane. In den Jahren danach dreiunddreißig.

Was diese Zahlen wirklich zeigen

Auf den ersten Blick sieht das nach einem klaren Argument aus.

Ohne Job schafft man dreimal so viel.

Nur ging es ohne den Job überhaupt erst, weil das Verfahren vorher schon stand.

Die Uhr, die drei Stunden, das Tagebuch mit dem Arbeitsfortschritt.

Alles davon entstand neben dem Dienst.

Denn er hat die Methode nicht gefunden, als er Zeit hatte.

Er hatte sie, als die Zeit kam.

Slam neben Job: der Abend nach dem Auftritt
Irgendwann ist der Abend vorbei. Und das ist auch in Ordnung.
„Ich schrieb mit der Uhr vor mir und verlangte von mir zweihundertfünfzig Wörter pro Viertelstunde. Die zweihundertfünfzig Wörter kamen so regelmäßig, wie die Uhr ging.“
Anthony Trollope in seiner Autobiografie, sinngemäß übersetzt

Was du für Slam neben Job daraus mitnimmst

Sicher nicht die Zahl.

Zweihundertfünfzig Wörter alle fünfzehn Minuten ist ein viktorianischer Sonderfall.

Sondern das Prinzip dahinter: Er hat nicht auf Inspiration gewartet, sondern auf halb sechs.

Und er hat einen Menschen dafür bezahlt, dass die Sache nicht ausfällt.

Du brauchst allerdings keinen Stallknecht.

Ein Wecker und ein Kalendereintrag tun es auch.

WEITERGEHEN

Was Struktur nicht ersetzt

Alles hier sorgt dafür, dass du überhaupt zum Schreiben kommst.

Was dann auf dem Papier steht, entscheidet es nicht.

Ein festes Fenster macht dich produktiv. Gut wirst du davon nicht automatisch.

Warum Handwerk gerade bei wenig Zeit zählt

Wer nämlich viel Zeit hat, kann sich durch zwanzig Fassungen arbeiten.

Du hast dagegen neunzig Minuten in der Woche.

Deshalb musst du in der ersten Fassung schon wissen, wohin der Text läuft.

Kurz gesagt: Weniger Zeit verlangt mehr Können, nicht weniger.

Poetry Master
Genau dafür habe ich Poetry Master gebaut.

Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also die Mittel, mit denen aus neunzig Minuten am Dienstagabend ein Text wird und nicht nur eine angefangene Seite.

Den Kalendereintrag machst du in zehn Sekunden. Was du in dem Fenster tust, entscheidet über die nächsten Jahre.

Termin statt Vorsatz. Spur wählen. Und zwei von fünf Anfragen absagen.
Trollope hatte keine Zeit. Er hatte halb sechs.

Übrigens kenne ich niemanden, der wegen zu wenig Zeit aufgehört hat.

Aber einige, die aufgehört haben, weil jede Woche anders aussah.

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Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch
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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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