Was du auf die zweite Bühne mitnimmst

Halbzeitansprache · Poetry Slam Finalrunde

Was du auf die zweite Bühne mitnimmst

Poetry Slam Finalrunde: Ein Waschbär auf der Bank einer alten Umkleide im Bahnbetriebswerk
Ein Waschbär wartet in einer alten Umkleide auf die zweite Runde · bahn-slam.de

Samstag, 21:05 Uhr, Pause beim Slam im Vereinsheim am Bahndamm.

Tamara, 29, hat die Vorrunde gewonnen, mit einem lustigen Text über ihre WG-Küche.

In zwanzig Minuten beginnt die Poetry Slam Finalrunde.

Backstage ist hier die Kabine der ersten Mannschaft.

Tamara sitzt zwischen den Spinden und blättert in ihrer Mappe.

Noch ein lustiger Text, denkt sie.

Das lief doch gut.

Davon nehm ich noch mal.

Da geht die Tür auf.

Rainer, der hier seit Jahrzehnten die erste Mannschaft trainiert, holt sein Klemmbrett aus dem Spind.

Er sieht die Mappe und die zwei lustigen Texte obenauf.

„Mit derselben Aufstellung gewinnst du die zweite Halbzeit nicht“, sagt er.

Tamara und Rainer gibt es so nicht. Aber den Gedanken „Davon nehm ich noch mal“ hatte fast jeder schon in einer Finalpause.

Kennst du das?

Du bist weiter.

Und jetzt machst du wahrscheinlich den Fehler, den fast alle machen.

Du denkst: Der Text hat funktioniert, also nehme ich einen ähnlichen.

Falsch.

Und zwar so falsch, dass es dich den Abend kosten kann.

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Was in der Poetry Slam Finalrunde wirklich anders ist

VORRUNDE ✓
HALBZEIT
FINALE ?
1Der Saal kennt dich. In der Vorrunde warst du eine Überraschung, jetzt bist du ein bekannter Fall.
2Die Jury ist geeicht. Sie hat viele Texte gehört und weiß, was sie hoch bewertet. Der Puffer nach oben ist kleiner.
3Die Pause hat alles verändert. Manche sind gegangen, andere haben getrunken. Es ist lockerer und lauter.
4Dein Gegner bist du selbst. Man vergleicht dich mit dir aus der Vorrunde.

Die Finalrunde ist kein zweiter Auftritt.

Sie ist ein anderer Abend auf derselben Bühne.

Rainer schreibt vier Punkte an die Tafel.

Der vierte ist der entscheidende.

Dein größter Gegner im Finale bist du aus der Vorrunde.

Zwei Texte machen noch keinen Abend.

Zwei Seiten von dir schon.

Das Kontrastprinzip: nicht besser, sondern anders

Taktikwechsel · vier Regler

Nicht besser. Nicht stärker. Anders.
TON
komischernst
TEMPO
schnelllangsam
NÄHE
allgemeinpersönlich
LAUTSTÄRKE
lautleise
Weißer Knopf: Vorrunde. Grüner Knopf: Finale. Eine Achse reicht, zwei sind stark, alle vier wirken konstruiert.

Hier ist die Regel in einem Satz.

Dein zweiter Text muss der Gegenentwurf zum ersten sein.

Warum?

Weil dein Publikum im Finale nicht mehr fragt, ob du gut bist.

Das hat es in der Vorrunde beantwortet.

Jetzt fragt es: Kann die auch was anderes?

Nimm zwei Leute, die beide ins Finale kommen.

Die eine spielt zwei lustige Texte, beide gut, beide zünden.

Die andere spielt einen lustigen und danach einen sehr leisen.

Oft hat die zweite am Ende die Nase vorn.

Beim ersten Mal denkt der Saal: Die ist lustig.

Beim zweiten Mal denkt er: Die kann alles.

Das ist der Unterschied zwischen einem guten Song und einem guten Album.

Aber Achtung: Kontrast heißt nicht automatisch lustig gegen traurig.

Du hast vier Regler, und jeder davon trägt allein.

Zehn Wechselkarten für deine Finalrunde

Wechseltafel · zehn Kontrastpaare

WECHSEL 01
RAUS ▼ lustiger Alltagstext
REIN ▲ leiser Text über einen Verlust
WECHSEL 02
RAUS ▼ politischer Text, laut und schnell
REIN ▲ kleiner Text über eine einzige Person
WECHSEL 03
RAUS ▼ sehr persönlicher Familientext
REIN ▲ beobachtender Text über Fremde
WECHSEL 04
RAUS ▼ schneller Text mit vielen Pointen
REIN ▲ langsamer Text mit einem einzigen Bild
WECHSEL 05
RAUS ▼ Wuttext
REIN ▲ Text über etwas, das du liebst
WECHSEL 06
RAUS ▼ Text in der Ich-Form
REIN ▲ Text aus einer anderen Perspektive
WECHSEL 07
RAUS ▼ klare Pointe am Ende
REIN ▲ offenes Ende
WECHSEL 08
RAUS ▼ Text über die Gegenwart
REIN ▲ Text über eine Erinnerung
WECHSEL 09
RAUS ▼ Reim oder starker Rhythmus
REIN ▲ freie Prosa
WECHSEL 10
RAUS ▼ langer Text mit Aufbau
REIN ▲ sehr kurzer Text

Rainer denkt in Auswechslungen: Welcher Text geht vom Platz, welcher kommt rein?

Das erste Paar ist das Standardpaar und immer noch das stärkste.

Der Saal hat gelacht und muss jetzt umschalten.

Genau in diesem Umschalten wirst du groß.

Das fünfte Paar ist schwerer, als es aussieht.

Zuneigung ist schwerer zu schreiben als Zorn.

Und das zehnte ist der mutigste Zug.

Wer freiwillig kürzt, wirkt souverän, aber dann muss der kurze Text wirklich sitzen.

Wechsel auf Zuruf

Deine Vorrunde: ein lauter, schneller Wuttext über Mieten. Welcher Finaltext bringt den stärksten Kontrast?

Auflösung anzeigen

B. Ton, Tempo, Nähe und Lautstärke kippen gleichzeitig, und trotzdem bleibt es erkennbar dieselbe Person. A und C wiederholen, D ist kein Wechsel, sondern eine Wiederholung mit mehr Pegel.

Die zwanzig Minuten Pause

Pausenuhr · zwanzig Minuten bis zum Anpfiff

20:00Raus an die Luft, allein. Im Saal wirst du angesprochen, und das kostet genau die Energie, die du gleich brauchst.
15:00Entscheiden, in zwei Minuten. Du hast deine Paare vorbereitet. Nachschauen statt grübeln.
13:00Wasser statt Bier. Nach dem Finale gern.
10:00Den ersten Satz durchgehen. Und die drei Marker. Alles andere sitzt oder sitzt nicht.
05:00Aufstehen, bewegen, tief atmen. Ein Körper, der lange gesessen hat, braucht Anlauf.
00:00Anpfiff. Zweite Halbzeit.

Diese zwanzig Minuten entscheiden mehr als dein Text.

Und die meisten verbringen sie falsch.

Sie stehen an der Theke und lassen sich beglückwünschen.

Sie trinken ein Bier, weil die Anspannung nachlässt.

Und sie rechnen im Kopf Punkte durch.

Alle drei Dinge kosten dich das Finale.

Rainer sagt es so: Die Pause ist kein Feierabend.

Sie ist die Halbzeit.

Deutscher Katholikentag · „In 5 Schritten zum Impro-Theater – Das muss so“ · YouTube

Wer in der zweiten Runde umschalten muss, braucht dieselbe Beweglichkeit wie beim Improvisieren.

Achte beim Zuschauen darauf, welcher der fünf Schritte dir beim Umschalten zwischen zwei Texten helfen würde.

Vier Trikots an der Kabinenwand

Trikots an der Kabinenwand

FRANKLIN
1
Grammys 1998: Sie springt kurzfristig für Luciano Pavarotti ein und singt „Nessun dorma“. Die Soul-Königin singt Oper.
WILDER
2
Billy Wilder dreht Komödien wie „Manche mögen’s heiß“ und das Trinkerdrama „Das verlorene Wochenende“. Eine Handschrift, zwei Tonlagen.
CHRISTIE
3
Agatha Christie bleibt jahrzehntelang bei ihrem Prinzip und gehört zu den meistverkauften Autorinnen überhaupt. Das Gegenmodell.
MORRISON
4
Toni Morrison, Literaturnobelpreis 1993, lässt vieles ungesagt. Die Lesenden füllen die Lücken selbst.

Klauen ist erlaubt.

Bei diesen vier lohnt es sich.

Aretha Franklin zeigt, was ein Finale sein kann: die Seite, die niemand erwartet hat.

So wird es berichtet: Die Arie hatte sie zwei Tage vorher schon einmal gesungen, doch an diesem Abend blieben ihr nur Minuten, und sie sang in Pavarottis Tonart.

Aretha Franklin · „Nessun Dorma (Audio)“ · ArethaFranklinVEVO

Hör genau hin.

Was an dieser Aufnahme klingt nach Arie, und was klingt nach ihr?

Billy Wilder zeigt, dass eine Handschrift zwei Tonlagen tragen kann.

Agatha Christie ist das legitime Gegenmodell.

Wenn du in einer Sache herausragend bist, kann zweimal dieselbe Richtung funktionieren.

Aber nur dann, und sei ehrlich zu dir, ob das zutrifft.

Und Toni Morrison erinnert dich daran, dass Auslassung auch eine Stimme ist.

Hat dein erster Text alles ausgesprochen, darf der zweite mit Lücken arbeiten.

Poetry Slam Finalrunde: Ein Waschbär an der Bahnsteigkante blickt in der Dämmerung zum Gegengleis
Ein Waschbär blickt in der Dämmerung zum Gegengleis · bahn-slam.de

Der Matchplan für die zweite Halbzeit

Matchplan · zweite Halbzeit

T1Zwei Texte als Paar mitbringen. Nicht als zwei Einzelstücke. Wer erst in der Pause überlegt, entscheidet unter Druck.
T2Den zweiten Text kürzen. Der Saal hat einen langen Abend hinter sich. Zwanzig, dreißig Sekunden weniger machen ihn klarer.
T3Eine Brücke bauen. Ein Satz, der dem Saal das Umschalten erlaubt.
T4Leiser anfangen als vorher. Der Saal beugt sich vor, bevor du etwas gesagt hast.
T5An dich selbst anknüpfen. Der Saal kennt dich schon. Das spart Aufbau.
T6Zuhören, was die anderen spielen. Waren drei vor dir ernst, ist ein anderer Ton deine Chance.
T7Eine starke Reserve haben. Den besten Text nicht fürs Finale aufsparen, aber einen starken zweiten zurückhalten.
T8Sauber landen. Das Ende ist das Letzte, was die Jury hört.
T9Nicht gegen die anderen spielen. Spiel deinen Text, als wäre niemand sonst da.
T10Nach dem letzten Wort stehen bleiben. Zwei Sekunden.

Taktik sieben braucht einen Moment Nachdenken.

Heb deinen besten Text nicht fürs Finale auf.

Ohne Vorrunde gibt es kein Finale.

Aber komm auch nicht ohne Reserve.

Du brauchst einen zweiten starken Text, der anders ist.

Frag außerdem vorher, ob im Finale in umgekehrter Reihenfolge gestartet wird.

Manche Slams machen das als Ausgleich, und es ändert deine Taktik.

Ein Satz, der dem Saal das Umschalten erlaubt. Nichts wird gespeichert.

Kaderliste: Bau dir ein Paar statt zweier Texte

Kaderliste · Tamaras Texte, grob eingeordnet

TEXTTONTEMPONÄHEPEGEL
WG-Küchekomischschnellallgemeinlaut
Oma und das Fahrradernstlangsampersönlichleise
Pendlerzugkomischmittelallgemeinmittel
Brief an mein altes Handybittersüßlangsampersönlichleise

1 · Bestand sortieren: alle auftrittsreifen Texte, je vier grobe Werte.

2 · Paare bilden: zu jedem Text den Gegenentwurf, der auf mindestens einer Achse deutlich anders liegt.

3 · Reihenfolge prüfen: der zugänglichere in die Vorrunde, der riskantere ins Finale.

4 · Probespiel: beide hintereinander, laut, mit fünf Minuten Pause.

Diese Übung machst du einmal.

Danach bist du für jedes Finale gerüstet.

Tamara macht sie an diesem Abend auf der Rückseite von Rainers Mannschaftsaufstellung.

Die entscheidende Frage kommt am Schluss.

Fühlen sich beide Texte hintereinander nach einer Person an oder nach zwei?

Nach zwei ist zu viel Kontrast.

Nach einer Person mit zwei Seiten ist genau richtig.

Und wenn du nur einen richtig guten Text hast?

Dann spiel ihn in der Vorrunde und nimm im Finale den, der am weitesten davon entfernt liegt.

Ein ordentlicher Text mit starkem Kontrast kann einen guten schlagen, der sich wiederholt.

Deine Finalmappe

Gelbe Karten: zehn Fouls im Finale

Gelbe Karten · zehn Fouls im Finale

1Zweimal dasselbe spielen. Du beantwortest eine Frage, die niemand gestellt hat.
2Ohne Reserve kommen. Nur ein starker Text im Gepäck, und im Finale stehst du mit leeren Händen da.
3In der Pause feiern. Warm, gelöst und ungenau.
4Zu lange grübeln. Wer schwankt, geht unsicher raus.
5Den zweiten Text nicht kürzen. Was in der Vorrunde saß, ist im Finale zu lang.
6Den ersten Text erklären. Eine Brücke ja, eine Zusammenfassung nein.
7Gegen die anderen spielen. Wer lauter oder krasser sein will, verlässt den eigenen Ton.
8Den Schluss vernachlässigen. Das Ende entscheidet.
9Kalt rausgehen. Zwanzig Minuten sitzen und dann sofort ans Mikro.
10Das Ergebnis vorwegnehmen. Wer schon verloren hat, spielt auch so.

Das zehnte Foul ist das gemeinste.

Wer schon vor dem zweiten Text weiß, dass er verloren hat, spielt entsprechend.

Und dann stimmt es.

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Spielbericht: Was nach der Finalrunde zählt

SPIELBERICHT · FINALEHEIM: DU · GAST: DER SAAL
Zahl 1
An wie vielen Stellen hat der Saal reagiert? Gelacht, geraunt, geklatscht.
Zahl 2
Wie lange war es nach deinem letzten Satz still? Zwei Sekunden sind ein besseres Zeugnis als jede Wertung.
Zahl 3
Hat dich jemand auf eine konkrete Stelle angesprochen? Der härteste Beleg, dass etwas angekommen ist.
Die Punkte der Jury: Randnotiz.

Über diesen Teil redet kaum jemand, dabei entscheidet er, ob du weitermachst.

Ein Sieg sagt etwas über diesen einen Abend: diese Jury, diesen Saal, diese Reihenfolge.

Er sagt nichts darüber, ob dein Text gut ist.

Ein letzter Platz übrigens genauso wenig.

Frag dich stattdessen: An welcher Stelle ist der Saal ausgestiegen?

Diese Frage führt zu einer Änderung im Text, nicht zu einem Gefühl.

Schreib die Antwort noch am selben Abend auf.

Hat das Paar funktioniert, behältst du es.

Hat es nicht funktioniert, tauschst du nur einen der beiden Texte, damit du beim nächsten Mal weißt, woran es lag.

Tamara spielt im Finale den Text über ihre Oma, die ihr auf dem Parkplatz hinter dem Bahnhof das Radfahren beigebracht hat.

Vier Minuten, kein einziger Witz.

Sie fängt leiser an als in der Vorrunde.

Vorweg ein einziger Satz: „Der letzte war zum Lachen, der jetzt nicht.“

Danach ist es sehr still im Saal.

Gewonnen hat sie trotzdem nicht.

Sie wird Zweite.

Aber hinterher kommt die Moderatorin zu ihr und sagt: „Ich wusste gar nicht, dass du das auch kannst.“

In der Kabine hängt Rainer das Klemmbrett zurück in den Spind.

Unter die Aufstellung hat er geschrieben: „Zweite Halbzeit gewonnen.“

Also merke: Im Finale zählt nicht, dass du noch mal gut bist.

Es zählt, dass du anders gut bist.

Deine Halbzeit: die Finalrunde zum Mitnehmen

Stell dir die Finalrunde wie die zweite Halbzeit eines Spiels vor.

Die erste Hälfte lief, jetzt zählt, was du mit in die zweite nimmst.

In der Umkleide entscheidet sich, ob du das Spiel drehst.

Die Finalrunde braucht einen eigenen, klugen Matchplan.

Die folgenden Hacks sind deine Halbzeitansprache.

Jeder davon hilft dir, die zweite Bühne zu gewinnen.

Hack 1: Setz auf Kontrast statt auf besser

Dein erster Hack ist, auf Kontrast statt nur auf besser zu setzen.

Im Finale musst du nicht den noch größeren Text bringen.

Du musst vor allem einen anderen Ton anschlagen.

War der erste Text laut und lustig, werde jetzt leise und tief.

Dieser Kontrast zeigt deine ganze Bandbreite.

Anders zu sein wirkt oft stärker als bloß stärker zu sein.

Hack 2: Bau ein Paar statt zweier Texte

Ein kluger Hack ist, ein Paar statt zweier Texte zu bauen.

Deine zwei Finaltexte sollten zusammen eine Geschichte erzählen.

Der zweite kann den ersten vertiefen, drehen oder beantworten.

So wirken beide zusammen stärker als jeder für sich.

Plan deine Texte von Anfang an als abgestimmtes Paar.

Das Publikum spürt den roten Faden zwischen den beiden.

Hack 3: Nutz die Pause

Ein wichtiger Hack ist, die Pause vor dem Finale zu nutzen.

Zwischen den Runden liegen oft rund zwanzig Minuten.

Nutz sie, um durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen.

Trink Wasser, geh kurz beiseite, sammle dich für die zweite Hälfte.

Wer die Pause verschwendet, startet gehetzt ins Finale.

Eine ruhige Halbzeit ist die beste Vorbereitung auf den zweiten Auftritt.

Beispiel Schritt für Schritt

Plan deine zwei Texte als abgestimmtes Paar. Wähl fürs Finale einen Kontrast zum ersten Text. Nutz die Pause, um ruhig durchzuatmen. Pass deinen Matchplan an den Abend an. So gewinnst du die zweite Halbzeit.

Hack 4: Mach einen Matchplan für die zweite Hälfte

Ein kluger Hack ist, einen Matchplan für die zweite Hälfte zu machen.

In der Pause weißt du, wie die erste Runde gelaufen ist.

Was hat beim Publikum gezündet, was eher nicht?

Pass deinen zweiten Text im Kopf an diese Stimmung an.

Vielleicht brauchst du jetzt mehr Ruhe oder mehr Mut.

Ein kluger Matchplan reagiert auf das, was schon geschah.

Hack 5: Bleib bei deiner Stärke

Ein wichtiger Hack ist, bei deiner Stärke zu bleiben.

Im Finale gerät man leicht in Panik und will alles anders machen.

Doch du bist mit deiner eigenen Stärke bis hierher gekommen.

Wirf dein Spiel nicht über den Haufen, nur weil es ernst wird.

Vertrau dem, was dich ausmacht, und spiel es im Finale aus.

Kontrast ja, aber niemals auf Kosten deiner eigenen Stärke.

Hack 6: Spar dir einen Trumpf auf

Ein kluger Hack ist, dir fürs Finale einen Trumpf aufzusparen.

Gib in der ersten Runde nicht schon absolut alles.

Halt deinen vielleicht stärksten Text für das Finale zurück.

So hast du in der zweiten Hälfte noch etwas in der Hinterhand.

Dieser aufgesparte Trumpf kann das ganze Spiel entscheiden.

Wer alles zu früh verschießt, steht im Finale mit leeren Händen da.

Häufige Fehler in der Finalrunde

Ein paar Stolperfallen kehren hier immer wieder.

  • Im Finale nur den noch größeren statt einen anderen Text bringen.
  • Zwei Texte wählen, die nichts miteinander zu tun haben.
  • Die Pause zwischen den Runden verschwenden.
  • Keinen Matchplan an die Stimmung des Abends anpassen.
  • Aus Panik das eigene Spiel über den Haufen werfen.
  • Schon in der ersten Runde jeden Trumpf verschießen.

Wer diese Fehler meidet, dreht das Spiel in der zweiten Halbzeit.

Merksatz

Die Finalrunde ist deine zweite Halbzeit. Setz auf Kontrast statt besser, bau deine Texte als Paar, nutz die Pause, mach einen Matchplan, bleib bei deiner Stärke und spar dir einen Trumpf auf.

Deine Finalrunden-Hacks auf einen Blick

Hier findest du alle Hacks noch einmal in Kurzform zum Mitnehmen.

  • Kontrast: Im Finale einen anderen Ton anschlagen.
  • Ein Paar bauen: Die zwei Texte aufeinander abstimmen.
  • Pause nutzen: In der Halbzeit ruhig durchatmen.
  • Matchplan: Den zweiten Text an die Stimmung anpassen.
  • Bei der Stärke bleiben: Das eigene Spiel nicht verwerfen.
  • Trumpf aufsparen: Den stärksten Text fürs Finale halten.

Mini-Übung

Wähl zwei deiner Texte als Finalpaar. Prüf, ob der zweite einen Kontrast zum ersten bildet. Überleg, welchen der beiden du dir als Trumpf fürs Finale aufsparst.

Ein ermutigender Schluss

Die Finalrunde ist kein neues Spiel, nur die zweite Halbzeit.

Du musst nur klug mitnehmen, was die erste Hälfte dir zeigte.

Trau dich, einen Kontrast zu setzen und deinen Trumpf zu spielen.

Nutz die Pause und bleib bei deiner eigenen Stärke.

Dann gewinnst du die zweite Bühne mit einem klaren Plan.

Und aus einem guten Abend wird ein großer Finalsieg.

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Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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