Lustig schreiben ohne Kalauer: Humor, der wirklich zündet

Lustige Texte schreiben · Bahn-Slam
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Lustig schreiben ohne Kalauer: Humor, der wirklich zündet

Gewollt witzig ist das neue peinlich. So baust du Pointen, über die das Publikum wirklich lacht – ohne flache Kalauer und billige Gags.

Genosse Waschbär steht todernst am Mikrofon, während der ganze Saal vor Lachen tobt – lustige Texte schreiben ohne Kalauer
Der Saal tobt. Er verzieht keine Miene. Genau das ist der Trick.

Jena. Studentenkeller. Der Boden klebte, das Bier war warm, und ich hatte einen Plan.

Ich wollte lustig sein.

Also trat ich ans Mikro, holte Luft und eröffnete mit dem Satz, den ich zu Hause vor dem Spiegel geübt hatte:

„Guten Abend! Ich bin mit der Bahn gekommen – deshalb kommen auch meine Pointen mit Verspätung. Haha!“

Pause. Für die Lacher.

Es kam: ein Lacher.

Einer.

Von einem Typen in Reihe drei. Und es war kein echter Lacher. Es war ein Mitleids-Lacher. Das akustische Äquivalent von einem Schulterklopfen im Krankenhaus.

Nach mir kam eine Frau. Nennen wir sie Marie. Marie las einen Text über ihre Schufa-Auskunft. Todernst. Kein einziges Lächeln. Nur Zahlen, Beträge, Paragrafen und das Wort „bonitätsrelevant“.

Der Saal zerlegte sich.

Leute klatschten sich auf die Schenkel. Einer musste raus. Raus. Wegen einer Schufa-Auskunft.

Und ich stand hinten an der Wand, mit meinem toten Bahn-Witz in der Tasche, und dachte:

Warum lacht der Saal bei der, die gar nicht lustig sein will – und nicht bei mir?

Das ist der Fall, den wir heute lösen.

Und ich warne dich: Am Ende dieses Artikels wirst du deinen Lieblingswitz nicht mehr erzählen können, ohne rot zu werden.

Was heißt lustige Texte schreiben wirklich?
Nicht: Witze einbauen. Sondern: eine wahre Beobachtung so präzise und so trocken erzählen, dass das Publikum sich ertappt fühlt – und der Lacher von selbst kommt. Humor ist kein Gewürz, das du drüberstreust. Er ist eine Sichtweise.
Der Verdächtige · Tatwaffe: Wortspiel

Warum „gewollt witzig“ auf offener Bühne stirbt

Der Kalauer ist nicht dein Feind, weil er ein Wortspiel ist. Er ist dein Feind, weil er nichts riskiert. Er sagt nichts über dich, nichts über die Welt, nichts über den Abend. Er sagt nur: „Schau mal, zwei Wörter klingen gleich.“

Das Publikum merkt das in einer Zehntelsekunde. Und es reagiert nicht mit Lachen, sondern mit diesem Geräusch, das irgendwo zwischen Ausatmen und Beileid liegt.

Steckbrief: Daran erkennst du gewollt witzig
✕ Du kündigst den Witz an („Jetzt kommt was Lustiges“).
✕ Du grinst schon vor der Pointe – und verkaufst sie damit vorab.
✕ Du erklärst hinterher („weil, verstehst du, Semmel klingt wie …“).
✕ Du reimst dich zur Pointe, statt sie zu finden.

Kleiner Selbstversuch. Ich erzähl dir jetzt einen:

„Was macht ein Clown im Büro? – Faxen.“

Spür mal kurz in dein Gesicht.

Nichts, oder? Höchstens dieses leise innere „Bitte nicht.“

Merk dir genau dieses Gefühl. Es ist ab heute dein wichtigstes Werkzeug. Jede eigene Pointe liest du künftig laut und fragst: Faxen-Gefühl – oder echter Zucker? Beim Faxen-Gefühl wird gestrichen. Ohne Verhandlung. (Wie radikales Streichen geht, steht hier: Kill your Darlings – streich dich zum Killertext.)

Genosse Waschbär nach einem gestorbenen Witz auf leerer Bühne, nur eine Silhouette klatscht aus Mitleid
Der Mitleids-Lacher, live und in Farbe. Reihe drei gibt sein Bestes.
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… hier hat sich gerade ein Kalauer leise rausgeschlichen. Niemand hat ihn aufgehalten …
Die eine Methode · Trockener geht nicht

Die Steuerberater-Methode

Vergiss Witze. Du brauchst genau eine Fähigkeit, um lustige Texte zu schreiben, die wirklich zünden:

Erzähl das Absurdeste aus deinem Leben im Ton einer Nebenkostenabrechnung.

So geht sie, Schritt für Schritt:

1
Nimm eine wahre Mini-Szene
Etwas, das dir wirklich passiert ist und ein bisschen peinlich war. Keine Erfindung – das Publikum riecht Erfundenes wie kalten Rauch.
2
Füg langweilige, präzise Details ein
Uhrzeit, Marke, Betrag, Wochentag. „Letzten Dienstag um 14:37 Uhr im REWE“ ist lustiger als „neulich im Supermarkt“. Präzision ist der Zünder.
3
Streich jedes Witz-Signal
Kein „lustigerweise“, kein „haha“, kein Ausrufezeichen, kein Grinsen. Der Text darf nicht wissen, dass er lustig ist.
4
Sag die absurdeste Zeile am trockensten
Je verrückter der Inhalt, desto ruhiger der Ton. Steuerberater-Gesicht. Der Kontrast macht den Knall.

Ein Beispiel, komplett nach Rezept:

„Letzten Dienstag, 14:37 Uhr, REWE, Selbstbedienungskasse drei. Ich habe ‚Vielen Dank‘ zur Maschine gesagt. Und mich verbeugt. Die Maschine sagte: ‚Bitte entnehmen Sie Ihre Artikel.‘ Ich fand, wir hatten einen Moment.“

Kein Witz weit und breit. Nur Wahrheit, Präzision und ein Steuerberater-Gesicht. Genau das ist der Bauplan, wenn du lustige Texte schreiben willst, die nicht nach Witzbuch riechen.

Genosse Waschbär als todernster Steuerberater mit Brille und Rechenmaschine – die Steuerberater-Methode für lustige Texte
Die Steuerberater-Methode: Je absurder der Inhalt, desto ernster das Gesicht.

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Die Kronzeugen · Zahlen, die zünden

Was die Lustigsten anders machen

1 Wort
reichte Hape Kerkeling, um den halben Kulturbetrieb zu entlarven: Hurz
4 Min.
Anlauf nahm Norm Macdonald für einen Witz ohne echte Pointe – der Saal lag trotzdem
0 ×
lächelt Gerhard Polt bei seiner besten Pointe
100 %
wahr ist der Kern jeder Pointe, die bleibt
Zündstoff 1 · Hape Kerkeling

Hurz – oder: Die Wahrheit, die keiner ausspricht

1991. Hape Kerkeling verkleidet sich als polnischer Opernsänger, stellt sich vor ein Kulturpublikum und singt mit todernstem Gesicht ein „modernes Kunstlied“. Der komplette Text besteht sinngemäß aus: Der Wolf. Das Lamm. Auf der grünen Wiese. Und das Lamm schrie: Hurz.

Und dann passiert das eigentlich Komische: Das Publikum diskutiert. Ernsthaft. Über die Tiefe des Werks. Niemand traut sich zu sagen: „Das ist doch Quatsch.“

Der Lacher – bis heute, nach über dreißig Jahren – kommt nicht vom Wort „Hurz“. Er kommt von der Wahrheit dahinter: Wir alle haben schon mal ernst genickt, obwohl wir nichts verstanden haben. Im Museum. Im Meeting. Im Weinseminar.

Das ist die erste Zutat für lustige Texte: Finde die Wahrheit, die alle kennen und keiner ausspricht. Sprich sie aus. Der Lacher ist das erleichterte „Endlich sagt’s einer“.

Hurz im Original – und schau genau hin, wie ernst das Publikum nickt.

Zündstoff 2 · Karl Valentin

Wortspiel ist nicht gleich Kalauer

Jetzt wirst du sagen: „Aber Wortspiele sind doch verboten, hast du gesagt!“ Hab ich nicht. Ich hab gesagt: Kalauer sind verboten. Der Unterschied hat einen Namen, und der Name ist Karl Valentin.

Valentin sagte Sätze wie: „Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.“

Das klingt wie ein Sprachspiel – aber darunter liegt eine komplette Biografie. Ein ganzes Leben aus Zögern, in dreizehn Wörter gefaltet. Das Wortspiel ist nur die Verpackung. Der Inhalt ist Wahrheit.

Der Kalauer dagegen hat nur Verpackung. Schüttel ihn: Es klappert nichts drin.

Beispiel · Verpackung vs. Inhalt

Kalauer: „Meine Ex war Bäckerin – die Beziehung war für die Semmel. Haha!“

Wahrheit mit Sprachwitz: „Wir haben uns getrennt wie Erwachsene: Sie nahm die Wohnung. Ich nahm die Schuld.“

Beide spielen mit Sprache. Aber nur einer erzählt dir etwas, das du wiedererkennst. Und Wiedererkennen ist der Muskel, der lacht. (Wie du überhaupt Worte findest, die schneiden statt kitzeln: Wortwahl wie ein Skalpell.)

Zündstoff 3 · Mitch Hedberg

Die Weiche: Wie eine Pointe technisch funktioniert

Der amerikanische Comedian Mitch Hedberg war der Großmeister des Einzeilers. Einer seiner berühmtesten geht sinngemäß so: „Ich habe früher Drogen genommen. Ich nehme immer noch welche. Aber ich habe auch früher welche genommen.“

Was passiert da? Der erste Satz legt eine Schiene. Dein Kopf fährt automatisch los: „Aha, eine Läuterungsgeschichte.“ Und dann – Weiche. Der Satz biegt ab, wohin du nicht geschaut hast.

Das ist die ganze Mechanik von Humor, und weil wir hier bei Bahn-Slam sind, sag ich es in unserer Sprache:

Der Aufbau ist die Schiene. Die Pointe ist die Weiche.

Aufbau: „Ich habe früher Drogen genommen …“ erwartetes Ende („… heute bin ich clean“) – gähn DIE WEICHE Pointe: „… aber ich habe auch früher welche genommen.“ Der Lacher entsteht in dem Moment, in dem der Kopf merkt: falsches Gleis.

Daraus folgt die wichtigste Regel für deine Pointen: Verrate die Weiche nicht. Kein „Und jetzt kommt’s“, kein Grinsen, kein Tempo-Anziehen. Das Publikum muss volle Fahrt auf dem falschen Gleis haben, wenn du umlegst.

Beispiel · Weiche verraten vs. Weiche stellen

Verraten: „Und jetzt kommt’s, haltet euch fest: Mein Opa fährt SO langsam, dass ihn Fußgänger überholen!!“

Gestellt: „Mein Opa fährt sehr vorsichtig. Er hält an jeder grünen Ampel. Man weiß ja nie.“

Genosse Waschbär stellt am Bahnhof eine Weiche – Sinnbild für den Erwartungsbruch beim Pointen schreiben
Genosse Waschbär am Hebel: Das Publikum fährt geradeaus – die Pointe biegt ab.
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… ba-dum-tss. Entschuldigung. Kommt nicht wieder vor …
Zündstoff 4 · Norm Macdonald

Der Motten-Witz: Zieh die Nummer durch

2014, Late-Night-Show, Norm Macdonald soll einen kurzen Witz erzählen. Er erzählt stattdessen vier Minuten lang die Lebensbeichte einer Motte, die zum Fußarzt geht. Vier Minuten. Mit russischer Romantiefe: zerbrochene Ehe, sinnlose Arbeit, Verzweiflung – einer Motte.

Und als der Arzt endlich fragt, warum die Motte dann ausgerechnet zu ihm kommt, sagt sie: „Das Licht war an.“

Die Pointe ist absichtlich banal. Der Lacher kommt aus der Fallhöhe – und aus Norms Nerven. Er zieht die absurde Nummer durch, ohne einmal zu zwinkern, ohne sich einmal zu entschuldigen. Wer sich mitten im Bit entschuldigt, erschießt es.

Für deinen Slam heißt das: Wenn du eine schräge Idee hast – geh sie ganz. Halbes Absurd ist peinlich. Ganzes Absurd ist Kunst. (Mut zur eigenen Schräglage ist übrigens trainierbar: Authentisch schreiben.)

Der Motten-Witz im Original (Englisch): vier Minuten Anlauf, null Entschuldigung.

Zündstoff 5 · Gerhard Polt & Tig Notaro

Das ernsteste Gesicht gewinnt

Gerhard Polt hat in fünfzig Jahren auf der Bühne ungefähr null Mal über die eigene Pointe gelacht. Er spielt den bayerischen Bürger so ernst, so genau, so liebevoll beobachtet, dass die Realität sich selbst entlarvt. Er macht keine Witze über Menschen. Er lässt Menschen einfach ausreden – das reicht.

Und dann ist da Tig Notaro. 2012, Los Angeles, wenige Tage nach ihrer Krebsdiagnose, geht sie auf die Bühne und beginnt ihr Set mit: „Guten Abend. Hallo. Ich habe Krebs.“ Kein Selbstmitleid, keine Rührung, nur diese trockene Präzision. Der Saal lachte und weinte gleichzeitig – und der Mitschnitt gilt bis heute als eines der größten Comedy-Sets überhaupt.

Der Regisseur Mel Brooks hat den Mechanismus dahinter mal sinngemäß so beschrieben: Tragödie ist, wenn ich mir in den Finger schneide – Komödie ist, wenn du in einen offenen Gully fällst.

Aber Notaro zeigt die wichtigste Fußnote dazu: Dunkler Humor gehört dem, der den Schmerz besitzt. Über deine eigene Katastrophe darfst du lachen – und genau da entstehen die Texte, die ein Publikum nie vergisst. Über fremde Katastrophen lachst du nur nach unten. Und nach unten lacht bei uns keiner.

Galerie der Absurden – drei Blitzbesuche
Gary Larson zeichnete einen Jungen, der mit aller Kraft gegen die Tür der „Schule für Hochbegabte“ drückt. Auf der Tür steht: Ziehen. Ein Bild, null Erklärung – der Betrachter macht die Pointe selbst fertig.
Douglas Adams ließ seinen Helden sagen, er habe die Donnerstage nie richtig in den Griff bekommen. Nicht „die Woche“, nicht „das Leben“ – Donnerstage. Präzision macht Absurdes wahr.
Helge Schneider erklärt seine Nummern grundsätzlich nicht. Er zweifelt auch nicht. Er spielt eine Katze auf dem Klavier, als wäre es Chopin – und genau dieser Ernst ist der Witz.

🔥 Dein interner Link-Kompass

Wenn du mehr von diesen kranken, echten, brutalen Ideen willst – dann lies das hier:

Das Verhör · Sieben Verdächtige

Die 7 Humor-Killer

Wenn dein Text nicht zündet, war es fast immer einer von denen hier. Alle sieben stehen unter Verdacht, alle sieben sind schuldig:

Du kündigst den Witz an
„Jetzt kommt was Lustiges“ ist das Todesurteil. Angekündigter Humor ist wie ein angekündigter Überraschungsbesuch.
Du lachst zuerst
Wer über die eigene Pointe kichert, nimmt dem Publikum den Job weg. Und Publikum hasst Arbeitsplatzklau.
Du erklärst die Pointe
Eine erklärte Pointe ist eine sezierte Taube. Technisch beeindruckend. Fliegt aber nicht mehr.
Du reimst dich zur Pointe
Wenn „Herz“ nur da steht, weil „Schmerz“ kommen soll, hört das Publikum den Kran, der die Pointe ranschleppt.
Du übertreibst statt zu präzisieren
„Wie ein Tornado auf Speed, ich schwöre!!“ ist schwächer als „Er räumt den Käse in die Spülmaschine.“ Details schlagen Superlative. Immer.
Du klaust Insta-Sprüche
Das Publikum kennt sie schon. Recycelter Humor riecht wie aufgewärmter Fisch – und du stehst daneben.
Du willst alle zum Lachen bringen
Humor für alle ist Humor für niemanden. Schreib für die drei Leute, die genau deinen Blick auf die Welt haben – der Rest kommt mit.
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… kurze Pause. Der Typ aus Reihe drei holt sich ein Bier …
Live-Umbau · Ein echter Patient

Die Pointen-Werkstatt

Genug Theorie. Hier ist eine typische „lustige“ Slam-Passage, wie ich sie jede Woche höre. WG-Thema, gut gemeint, tot bei Ankunft:

Der Patient · Vorher (gewollt witzig)

„Leute, jetzt wird’s lustig, haltet euch fest! Mein Mitbewohner ist SO chaotisch, der ist wie eine Atombombe aus Socken, haha, wie ein Tornado auf Speed, ich schwöre, total verrückt, oder?!“

Diagnose: Witz angekündigt (Killer 1), selbst gelacht (Killer 2), zwei Vergleiche übereinander (Killer 5), und am Ende bettelt das „oder?!“ um einen Lacher, statt ihn zu verdienen.

Jetzt dasselbe Thema durch die Steuerberater-Methode gedreht – wahre Details, trockener Ton, Weiche am Ende:

Der Patient · Nachher (Steuerberater-Methode)

„Mein Mitbewohner hat kein Chaos. Er hat ein System.
Das System heißt: Boden.
Gestern hat er den Käse in die Spülmaschine geräumt.
Er sagt, der war dreckig.“

Kein „haha“, kein Superlativ, keine Ankündigung. Nur Beobachtung, Präzision, Weiche. Und der Lacher sitzt – auf dem letzten Wort. Da gehört er nämlich hin: Die letzte Zeile entscheidet über alles.

Lautstärke im Saal Zeit im Text angekündigter Witz („jetzt wird’s lustig!“) trockene Wahrheit – der Lacher (sitzt auf dem letzten Wort)
Kopfsache · Warum Menschen wirklich lachen

Lachen ist ein soziales „Ich auch“

Menschen lachen aus zwei Gründen, und keiner davon heißt „der Reim war gut“. Erstens: Erleichterung – der Kopf war auf dem falschen Gleis, die Weiche knallt, die Spannung entlädt sich. Zweitens: Wiedererkennen – jemand spricht aus, was alle heimlich kennen, und der Saal ruft innerlich „ich auch!“.

Deshalb schlägt eine präzise Alltagswahrheit jede Übertreibung. Deshalb funktioniert Marie mit ihrer Schufa-Auskunft, während mein Bahn-Kalauer im Keller verhungert ist. Sie hat den Saal ertappt. Ich habe ihn belästigt.

Und noch etwas: Der Lacher braucht Platz. Direkt vor der Pointe eine Sekunde Stille, direkt danach zwei. Wer in den eigenen Lacher reinredet, tritt ihn tot. Timing ist die halbe Komik – hier steht, wie du es trainierst: Die Macht der Pause und Rhythmuswechsel.

Falls dir gerade die Themen fehlen, an denen du das üben kannst: 34 scharfe Poetry Slam Ideen und 99 Ideen, die dir das Herz aufreißen – die peinlichsten davon sind die lustigsten. Das ist kein Zufall. Das ist die Methode.

🔥 Dein interner Link-Kompass

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Achtung, Werbung · Ohne Umschweife

Hol dir die Werkzeugkiste

Du kannst diesen Artikel jetzt schließen, dir denken „ganz unterhaltsam“ – und beim nächsten Auftritt wieder einen Bahn-Kalauer auspacken. Reihe drei wird höflich sein. Reihe drei ist immer höflich.

Oder du holst dir das Ding, das aus deinen wahren, peinlichen, präzisen Momenten Bühnenmaterial macht: Der Poetry Master ist kein Witzbuch. Er ist eine Werkzeugkiste mit über 200 Storytricks, Weichen-Bauplänen, Pointen-Timing und Bühnen-Hacks – und keinem einzigen „Stell dir vor“.

Hol dir den Poetry Master – oder bleib der Typ, der seine eigenen Witze erklärt.

Bahn Slam · Edition

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— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

Was drinsteckt
  • Über 200 kranke Slam-Hacks
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✦ ✦ ✦ die zweiunddreißig bücher

Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

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— Stephan Pinkwart —
Genosse Waschbär hinter dem Vorhang, erlaubt sich nach der Show endlich ein Grinsen, davor applaudiert der Saal
Nach der Show darf gegrinst werden. Vorher nicht.

Ein halbes Jahr nach dem toten Bahn-Witz stand ich wieder in Jena. Gleicher Keller, gleiches warmes Bier.

Diesmal ohne Plan, lustig zu sein.

Ich stellte mich ans Mikro, machte mein bestes Steuerberater-Gesicht und erzählte die Sache mit der Selbstbedienungskasse. Dienstag. 14:37 Uhr. REWE. Die Verbeugung.

Eine Sekunde Stille.

Dann lachte der Saal. Nicht höflich. Von unten. Dieses Lachen, das aus dem Bauch kommt und den Stuhl mitnimmt.

Und ganz hinten, Reihe drei: der Typ von damals.

Er lachte auch.

Diesmal echt.

Finale · Die kürzeste Zusammenfassung der Welt

Weniger Witz. Mehr Wahrheit.

Lustige Texte schreiben heißt nicht, Witze zu sammeln. Es heißt: hinschauen, wo es peinlich wird. Präzise werden, wo andere übertreiben. Trocken bleiben, wo andere grinsen. Und die Weiche erst umlegen, wenn der Zug volle Fahrt hat.

Also: Nimm heute Abend eine wahre Mini-Szene aus deiner Woche. Dienstag reicht. Der REWE reicht. Schreib sie auf wie eine Nebenkostenabrechnung – und lies sie jemandem vor, ohne zu lächeln.

Wenn derjenige lacht, hast du deinen ersten echten Lacher geschrieben.

Wenn nicht: Es war der falsche Dienstag. Nimm den davor.

Sag es trocken. Sag es wahr. Der Rest ist Faxen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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