Die 15 Gebote des Erzählens auf der Bühne

Die Bergstrecke · das Gebotsbuch

Die 15 Gebote des Erzählens auf der Bühne

Was auf Papier trägt, fällt gesprochen oft schon nach zwei Sätzen um. Erzählen ist ein eigener Beruf.

Ich habe dieselbe Geschichte zweimal erzählt. Beim ersten Mal ist sie durchgefallen. Beim zweiten Mal war der Saal so still, dass ich die Lüftung hören konnte. Ich hatte genau ein Wort geändert.

Die Geschichte handelt von meinem Vater und einem Schlüssel. Mehr sage ich dazu jetzt nicht.

Sie ist ungefähr vier Minuten lang. Auf Papier ist sie gut, das weiß ich.

Beim ersten Mal in Kassel ist trotzdem nichts passiert. Höflicher Applaus und ein freundliches Nicken.

Vier Wochen später in Gießen habe ich sie noch einmal genommen. Fast alles war identisch.

Diesmal hat eine Frau in Reihe zwei geweint. Ein Mann ist danach zu mir gekommen und hat nur meine Hand genommen.

Der Unterschied war ein einziges Wort am Anfang. Genauer gesagt war es ein weggelassenes Wort.

Welches, verrate ich dir nicht hier. Es ist Gebot 15 und steht ganz unten.

Waschbär schaut aus dem Zugfenster, während der Zug über ein Viadukt einer Bergstrecke fährt – Bild zum erzählen auf der bühne
Eine Bergstrecke ist langsamer als die Ebene. Trotzdem fährt niemand freiwillig durch die Ebene, wenn er die Wahl hat.

Es gibt Strecken, die sind flach und schnell. Und es gibt Bergstrecken.

Eine Bergstrecke braucht Steigung, Zwischenhalte und irgendwann ein Gefälle. Ohne diese drei Teile ist sie keine.

Genau so ist eine gesprochene Geschichte gebaut. Und genau daran scheitern die meisten Texte auf Bühnen.

Sie sind flach. Sie liefern Information nach Information, ohne dass es je bergauf geht.

Auf Papier fällt das kaum auf. Ein Leser kann zurückblättern und sein eigenes Tempo wählen.

Ein Zuhörer kann das nicht. Er sitzt in deinem Zug und fährt dein Tempo.

Das ist der ganze Unterschied zwischen den beiden Handwerken. Beim Lesen hält der andere das Steuer.

Beim Erzählen hältst du es. Damit hast du mehr Macht und mehr Pflichten.

Du bestimmst, wann jemand Zeit zum Nachdenken bekommt. Und du bestimmst, wann es eng wird.

Wer das ernst nimmt, erzählt automatisch anders. Er hört beim Schreiben schon zu.

Kurz vorweg

Dies ist kein Beitrag übers Schreiben. Es geht um das, was danach kommt.

Viele gute Autorinnen und Autoren sind auf Bühnen schwach. Das liegt nicht an ihrem Mut, sondern an einem Missverständnis.

Sie glauben, mündliches Erzählen sei vorgelesenes Schreiben. Das ist es nicht. Es ist ein eigenes Handwerk mit eigenen Werkzeugen.

Zwei Leute helfen mir dabei, das zu zeigen. Einer ist seit über hundert Jahren tot und hat es trotzdem am besten aufgeschrieben.

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Abschnitt I · die Anfahrt
Gebot 1 bis 4

Wie eine Geschichte anfängt, ohne anzufangen

Die ersten zwanzig Sekunden entscheiden, ob jemand mitfährt. Danach kannst du kaum noch etwas retten.

Gebot 1: Fang mit einer Handlung an, nicht mit einer Lage.

„Es war ein kalter Novemberabend“ ist eine Lage. Da passiert nichts.

„Ich habe an dem Abend zweimal an derselben Tür geklingelt“ ist eine Handlung. Da passiert etwas.

Und da entsteht sofort eine Frage. Warum zweimal?

Gebot 2: Ein Zuhörer merkt sich vier Dinge, nicht zehn.

Beim Lesen kann man zurück. Beim Hören nicht.

Also höchstens zwei Personen mit Namen. Und höchstens zwei Orte.

Alles darüber hinaus arbeitet gegen dich. Der Saal ist dann mit Sortieren beschäftigt statt mit Zuhören.

Gebot 3: Nenn deine Figuren beim Namen, nicht bei der Rolle.

„Meine Nachbarin“ bleibt ein Schemen. „Frau Kittel“ ist ein Mensch.

Ein Name ist der billigste Trick der Welt. Er kostet zwei Silben und schafft ein Gesicht.

Gebot 4: Sag nie, was für eine Geschichte jetzt kommt.

Das ist der häufigste Fehler auf offenen Bühnen. Und es ist der teuerste.

Wer ankündigt „jetzt wird es traurig“, nimmt dem Saal die eigene Entdeckung weg. Die Wirkung ist dann schon verbraucht.

Merk dir dieses Gebot besonders gut. Es kommt am Ende noch einmal, und dann in scharf.

„Bei mir funktioniert die Ankündigung aber. Die Leute wissen dann, woran sie sind.“

Das stimmt sogar. Nur ist genau das der Nachteil. Eine Geschichte lebt davon, dass der Zuhörer nicht weiß, woran er ist. Sicherheit ist im Alltag angenehm und auf der Bühne tödlich.

Abschnitt II · die Steigung
Gebot 5 bis 9

Warum eine flache Geschichte niemanden mitnimmt

Eine Bergstrecke hat einen Bauplan. Sie steigt nicht gleichmäßig, sondern in Stufen.

Dazwischen liegen flache Stücke, damit die Maschine Luft holen kann. Genau das braucht eine Geschichte auch.

Fünf Minuten, die mein Erzählen verändert haben. Achte darauf, wann er das Wort Köder benutzt.

Ira Glass macht seit 1995 eine Radiosendung mit Geschichten. Sie heißt „This American Life“.

Er sagt, jede gute Geschichte habe zwei Bausteine. Nur zwei.

Der erste ist die Anekdote. Also eine reine Folge von Handlungen: Das passierte, dann das, dann das.

Diese Kette wirkt wie ein Köder. Sie wirft ständig neue Fragen auf und hält den Zuhörer fest.

Der zweite Baustein ist der Moment der Besinnung. Also der Punkt, an dem klar wird, warum man das überhaupt erzählt.

Sein wichtigster Hinweis ist aber ein anderer. Er sagt, man dürfe nicht so erzählen, wie man es in der Schule gelernt hat.

Quelle: Ira Glass in seiner Videoreihe „On Storytelling“, Teil 1. Gedanken sinngemäß übersetzt.

Der Schulaufsatz beginnt mit dem Thema und füllt es dann mit Belegen. Das ist genau die falsche Richtung.

Auf der Bühne kommt erst die Handlung. Die Bedeutung kommt hinterher.

Gebot 5: Jeder Satz braucht einen Grund, der nächste zu sein.

Prüf deinen Text Satz für Satz mit einer Frage. Warum steht der jetzt hier?

Wenn die Antwort „damit man das auch weiß“ lautet, streich ihn. Das ist ein Info-Satz und kein Handlungssatz.

Gebot 6: Erzähl im Präsens, wenn es eng wird.

Die Vergangenheit ist bequem und schafft Abstand. Genau den willst du an der spannendsten Stelle nicht.

Wechsel mitten in der Geschichte ins Jetzt. Der Saal rückt dann körperlich näher.

Wechsel danach wieder zurück. Das merkt niemand bewusst und jeder spürt es.

Gebot 7: Ein Detail schlägt fünf Adjektive.

„Sie war traurig und erschöpft“ erzählt nichts. Es behauptet nur.

„Sie hat ihre Jacke anbehalten“ erzählt alles. Und der Saal macht die Arbeit selbst.

Das ist der eigentliche Trick am Erzählen. Du lieferst den Gegenstand und der Kopf des anderen liefert das Gefühl.

Gebot 8: Baue Halte ein, sonst kippt die Aufmerksamkeit.

Nach ungefähr neunzig Sekunden Steigung braucht ein Saal eine Ebene. Ein Witz reicht schon.

Ohne diese Halte kommen die Leute oben nicht an. Sie steigen unterwegs innerlich aus.

Gebot 9: Deine Stimme ist die Steigung.

Eine Geschichte steigt nicht durch Wörter. Sie steigt durch Tempo und Lautstärke.

Und zwar meistens nach unten. Der stärkste Moment ist fast immer der leiseste.

Waschbär erzählt in einem Zugabteil eine Geschichte – Bild zum erzählen auf der bühne
Im Abteil erzählt jeder gut. Auf der Bühne vergessen dieselben Leute alles, was sie im Abteil können.

Es gibt dafür eine einfache Probe. Erzähl deine Geschichte einem Menschen am Küchentisch.

Nimm das heimlich auf und hör es dir danach an. Du wirst merken, dass du dort besser bist.

Am Küchentisch machst du automatisch alles richtig. Du lässt weg und du wirst leise.

Auf der Bühne verlierst du das, weil du an den Text denkst. Deshalb ist die Küchenfassung fast immer die bessere.

Bordwerkzeug
Vier Griffe, die es auf Papier nicht gibt

Was du im Stehen kannst und im Sitzen nicht

Bisher ging es darum, was gesprochen schwerer ist. Jetzt kommt die andere Seite.

Auf der Bühne hast du vier Werkzeuge, die kein Buch besitzt. Die meisten Leute lassen sie ungenutzt liegen.

Werkzeug 1: Der Raum in deinen Händen

Wenn du sagst „der Flur war schmal“, kannst du ihn zeigen. Zwei Hände, dreißig Zentimeter Abstand.

Der Saal sieht diesen Flur dann wirklich. Auf Papier bräuchtest du dafür drei Sätze.

Wichtig ist dabei nur eins. Zeig höchstens zwei Räume pro Text, sonst wird daraus Pantomime.

Werkzeug 2: Zwei Stimmen ohne Anführungszeichen

Im Buch brauchst du „sagte er“ und „sagte sie“. Auf der Bühne brauchst du das nicht.

Eine winzige Drehung des Kopfes reicht. Links spricht die eine Figur, rechts die andere.

Damit sparst du bei einem Dialog zwanzig Wörter. Und zwanzig Wörter sind auf einer Slam-Bühne acht Sekunden.

Werkzeug 3: Das Tempo als Uhr

Im Text musst du schreiben „drei Wochen später“. Gesprochen reicht eine längere Pause.

Zeit lässt sich hörbar machen. Schnell erzählte Abschnitte fühlen sich kurz an, langsame fühlen sich lang an.

Ein Jahr in vier Wörtern und eine Minute in vierzig. So baut man Zeit auf einer Bühne.

Werkzeug 4: Der Blick als Kamera

Wohin du schaust, schaut der Saal mit. Das ist fast unheimlich zuverlässig.

Wenn deine Figur nach oben sieht, sieh nach oben. Dreihundert Köpfe folgen dir.

Und wenn etwas Furchtbares passiert, schau ins Leere. Der Saal füllt diese Leere selbst.

Waschbär formt auf der Bühne mit beiden Pfoten etwas Unsichtbares in der Luft – Bild zum erzählen auf der bühne
Zwei Hände bauen in einer Sekunde einen Raum, für den ein Buch einen halben Absatz braucht.

Diese vier Werkzeuge haben eine Gemeinsamkeit. Sie ersetzen alle Wörter.

Genau deshalb ist ein Bühnentext kürzer als derselbe Stoff auf Papier. Meistens um ein gutes Viertel.

Wer seinen Buchtext eins zu eins vorträgt, schleppt also Ballast mit. Der Zug wird schwerer und die Steigung bleibt gleich.

„Ich bewege mich beim Erzählen ungern. Muss ich das jetzt lernen?“

Nein. Nimm dir nur Werkzeug 3 und 4, die brauchen keinen einzigen Muskel. Tempo und Blick reichen für sehr gute Auftritte völlig aus. Manche der stärksten Erzähler, die ich kenne, stehen den ganzen Text über still.

Abschnitt III · der Scheitelpunkt
Gebot 10 bis 12

Die Sekunde, in der nichts passieren darf

Jetzt kommt das schwerste Werkzeug des ganzen Handwerks. Es besteht aus gar nichts.

Ein Mann hat darüber 1895 einen Aufsatz geschrieben. Es ist der beste Text übers Erzählen, den ich kenne.

Mark Twain unterscheidet drei Sorten von Geschichten. Die englische komische, die französische geistreiche und die amerikanische humorvolle.

Nur die letzte hält er für wirklich schwer. Denn sie hängt nicht am Inhalt, sondern an der Art des Erzählens.

Und dann beschreibt er die Pause. Er nennt sie den wichtigsten Teil des ganzen Vortrags.

Ist sie zu kurz, rauscht die Pointe vorbei. Ist sie zu lang, ahnt der Saal die Überraschung und wartet darauf.

Sein Beispiel ist der Bühnenkünstler Artemus Ward. Der sagte aufgeregt, er habe einen Mann in Neuseeland gekannt, der keinen einzigen Zahn im Kopf hatte. Dann kam die Pause. Und danach der Nachsatz, dieser Mann habe trotzdem besser Trommel gespielt als jeder andere.

Quelle: Mark Twain, „How to Tell a Story“, zuerst am 3. Oktober 1895 in The Youth’s Companion. Sinngemäß übersetzt.

Was mich daran umhaut, ist das Alter. Der Text ist über hundertdreißig Jahre alt.

Es gab keine Mikrofone und keine Slams. Und trotzdem beschreibt Twain genau das Problem, das ich jeden Monat auf Bühnen sehe.

Gebot 10: Die Pause gehört vor die Pointe, nicht danach.

Fast alle machen es umgekehrt. Sie sagen die Pointe und warten dann auf das Lachen.

Die Pause davor ist die Arbeit. Die Pause danach ist nur das Warten.

Gebot 11: Erklär deine Pointe nie.

Wenn sie nicht ankommt, ist sie verloren. Das ist bitter und nicht zu ändern.

Eine nachgeschobene Erklärung macht aus einem Fehlschlag zwei. Sprich einfach weiter.

Gebot 12: Der Ton bleibt ruhig, der Inhalt wird groß.

Twain nennt das den Trick der amerikanischen Erzähler. Sie tun so, als wüssten sie gar nicht, dass etwas Komisches kommt.

Wer sein eigenes Erstaunen mitspielt, nimmt dem Saal die Arbeit ab. Und Arbeit ist genau das, was ein Saal will.

Viereinhalb Minuten über die Pause, mit Bühnenbeispielen. Twains Aufsatz in bewegten Bildern und hundertdreißig Jahre später.

Waschbär hält mitten im Satz inne und hebt eine Pfote – Bild zum erzählen auf der bühne
Die Pause vor der Pointe ist der Scheitelpunkt der Strecke. Danach fährt der Zug von allein.

„Ich halte diese Stille nicht aus. Was mache ich in der Zeit?“

Atmen. Und zwar sichtbar. Ein Atemzug gibt der Pause einen Grund, und der Saal liest ihn als Absicht statt als Aussetzer. Wer dagegen die Luft anhält, sieht in derselben Stille aus wie jemand, der seinen Text vergessen hat.

Streckenprüfung
Ein Text, dreimal umgebaut

Wie aus einer flachen Strecke ein Berg wird

Theorie ist billig. Deshalb zeige ich dir denselben Stoff in drei Fassungen.

Es geht um einen Zettel an einer Kühlschranktür. Ein echter Vorfall aus meiner Familie.

Fassung 1: die flache Strecke

„Meine Mutter hat immer Zettel geschrieben. Als sie ins Heim kam, haben wir die Wohnung aufgelöst. Dabei fanden wir noch einen Zettel am Kühlschrank. Das war sehr traurig für uns alle.“

Vier Sätze und alles ist gesagt. Es passiert genau nichts.

Der letzte Satz erledigt die Arbeit des Zuhörers gleich mit. Er sagt ihm sogar, was er fühlen soll.

Fassung 2: mit Handlung und Detail

„Am dritten Tag haben wir den Kühlschrank abgetaut. Mein Bruder hat den Stecker gezogen und ich habe die Tür aufgemacht.“

„An der Innenseite klebte ein Zettel. Mit Tesafilm, viermal gefaltet.“

Jetzt gibt es Handlung. Und es gibt einen Gegenstand, den man anfassen kann.

Der Saal will nun wissen, was auf dem Zettel steht. Das ist der Köder, von dem Ira Glass spricht.

Fassung 3: mit Steigung, Halt und Pause

„Am dritten Tag haben wir den Kühlschrank abgetaut. Mein Bruder hat den Stecker gezogen.“

„Er hat dabei gesagt, das dauere jetzt zwei Stunden. Wir haben uns hingesetzt und gewartet.“

„Nach zwanzig Minuten habe ich die Tür aufgemacht, weil ich nicht mehr sitzen konnte.“

„An der Innenseite klebte ein Zettel. Viermal gefaltet, mit Tesafilm, in ihrer Schrift.“

„Ich habe ihn aufgemacht. Und dann habe ich meinen Bruder gerufen.“

Hier kommt die Pause. Zwei Sekunden, in denen der Saal den Zettel selbst aufmacht.

„Da stand: Strom aus, Tür auf. Sonst schimmelt er.“

Kein Wort über Trauer. Kein Wort über Vergessen.

Und trotzdem weiß jeder im Raum sofort, was das bedeutet. Eine Frau, die alles vergisst, erklärt ihren Söhnen den Kühlschrank.

Fassung 1 hat vierzig Wörter und wirkt nicht. Fassung 3 hat neunzig und wirkt.

Der Unterschied liegt nicht in der Länge. Er liegt darin, wer die Arbeit macht.

Es gibt einen Test dafür, und er ist unbarmherzig. Streich in deinem Text jeden Satz, der ein Gefühl benennt.

Also alles mit traurig, glücklich, wütend oder erschöpft. Wenn danach nichts mehr übrig ist, hast du nie eine Geschichte gehabt. Wenn aber Handlungen und Gegenstände stehen bleiben, ist dein Text stärker als vorher.

Der Fahrgast
Vier Minuten aus der anderen Richtung

Was im Kopf deines Zuhörers passiert

Wir haben bisher aus dem Führerstand geschaut. Jetzt setzen wir uns ins Abteil.

Ich habe diese vier Minuten oft genug selbst erlebt. Sie laufen erstaunlich gleich ab.

Sekunde 0 bis 15: Die Sortierfrage

Der Zuhörer stellt genau eine Frage. Kann ich mich zurücklehnen oder muss ich aufpassen?

Er sucht dabei nach einem festen Punkt. Ein Name, ein Ort oder ein Gegenstand reichen.

Findet er keinen, wird er unruhig. Dann greift er zum Handy oder schaut sich im Raum um.

Sekunde 15 bis 60: Die Vertrauensfrage

Jetzt prüft er, ob du weißt, wohin du willst. Nicht bewusst, sondern am Tempo.

Erzähler ohne Ziel hört man sofort. Sie hängen Nebensätze an und korrigieren sich.

Ein Fahrgast in einem Zug ohne Fahrplan wird nervös. Auch wenn die Landschaft schön ist.

Minute 1 bis 2:30: Die Durchhängezone

Hier verlierst du die meisten Leute. Die Neugier vom Anfang ist verbraucht und das Ende ist noch weit.

Genau deshalb gehört hier ein zweiter Köder hin. Eine neue Frage, die die erste nicht beantwortet.

Bei der Kühlschrankgeschichte ist das der Bruder. Warum ruft man jemanden, statt einfach vorzulesen?

Minute 2:30 bis 3:30: Die Ahnung

Jetzt beginnt der Zuhörer, das Ende zu erraten. Das ist gut und gefährlich zugleich.

Gut, weil Mitdenken das schönste Gefühl beim Zuhören ist. Gefährlich, weil er recht behalten könnte.

Der beste Schluss liegt daneben und stimmt trotzdem. Nicht das erwartete Ende, aber eines, das rückwirkend zwingend wirkt.

Die letzten dreißig Sekunden: Die Landung

Der Zuhörer sucht ein Signal, dass es vorbei ist. Findet er keins, klatscht er unsicher.

Dieses Signal muss nicht laut sein. Ein Absenken der Stimme reicht völlig.

Ein Zug rollt am Bahnsteig auch nicht abrupt aus. Er wird langsamer, und alle stehen rechtzeitig auf.

„Soll ich meinen Text jetzt nach der Stoppuhr bauen?“

Bitte nicht. Nimm dir nur die Durchhängezone vor, denn dort verlierst du wirklich Leute. Alles andere regelt sich, wenn die Geschichte einen Grund hat, erzählt zu werden.

Ich habe diese Landkarte nicht am Schreibtisch gebaut. Sie stammt aus einem Sommer, in dem ich fast nur zugehört habe.

Ich war damals bei elf Abenden im Publikum. Und ich habe mitgeschrieben, wann ich selbst abgeschaltet habe.

Es war fast immer dieselbe Stelle. Ungefähr nach neunzig Sekunden.

Und es lag nie am Thema. Es lag daran, dass nichts Neues mehr aufgemacht wurde.

Seitdem prüfe ich jeden eigenen Text an dieser einen Minute. Meistens muss ich dort etwas einbauen.

Und fast immer ist es dieselbe Sorte Reparatur. Eine kleine Frage, die vorher nicht da war.

Umbau im Depot
Fünf Schritte, eine Stunde Arbeit

So machst du einen geschriebenen Text bühnenfest

Du hast einen fertigen Text und willst ihn vortragen. Dann mach diese fünf Schritte in dieser Reihenfolge.

Ich brauche dafür etwa eine Stunde. Es ist die nützlichste Stunde vor jedem Abend.

Schritt 1: Alles streichen, was der Saal nicht braucht

Nimm einen Stift und geh jeden Satz durch. Weg mit allem, was nur erklärt.

Bei mir fällt hier regelmäßig ein Viertel weg. Und der Text wird dabei jedes Mal besser.

Schritt 2: Nebensätze auflösen

Ein Nebensatz zwingt den Zuhörer zum Warten. Er muss den Hauptsatz im Kopf behalten.

Mach zwei Sätze daraus. Der Text klingt danach einfacher und wirkt stärker.

Schritt 3: Die Köder markieren

Geh den Text durch und markiere jede offene Frage. Also jede Stelle, an der man wissen will, wie es weitergeht.

Wenn zwischen zwei Markierungen mehr als neunzig Sekunden liegen, hast du ein Loch. Genau dort steigen die Leute aus.

Schritt 4: Drei Pausen einzeichnen

Nicht mehr als drei. Zwei kurze und eine lange vor dem wichtigsten Satz.

Ich male dafür senkrechte Striche ins Blatt. Auf der Bühne sehe ich sie und halte an.

Schritt 5: Einmal laut erzählen, ohne hinzusehen

Leg das Blatt weg und erzähl die Geschichte frei. Was du dabei vergisst, war meistens unwichtig.

Und was du beim freien Erzählen dazuerfindest, gehört fast immer hinein. Der Mund ist ein guter Lektor.

Mehr zu diesem letzten Schritt steht in laut lesen.

Eine Warnung zu Schritt 1. Streich nie am Abend vor dem Auftritt.

Dann streichst du aus Angst und nicht aus Handwerk. Lass zwischen dem Umbau und der Bühne mindestens zwei Tage liegen. Sonst stehst du oben und suchst nach Sätzen, die es nicht mehr gibt.

Diese fünf Schritte haben bei mir eine Nebenwirkung. Sie machen mich beim Schreiben mutiger.

Früher habe ich beim Schreiben schon an den Saal gedacht. Das ist ein sicherer Weg zu braven Texten.

Heute trenne ich die beiden Arbeiten. Beim Schreiben denke ich an gar niemanden.

Der Saal kommt erst im Depot dazu. Da ist der Text schon fertig und muss nur noch fahren können.

Diese Trennung ist vielleicht das Wichtigste aus dem ganzen Beitrag. Schreiben und Erzählen sind zwei Berufe.

Wer sie gleichzeitig ausübt, macht beide schlecht. Wer sie nacheinander ausübt, wird in beiden besser.

Eine Lok wird auch nicht auf der Strecke gebaut. Sie wird im Werk gebaut und fährt dann.

Streckenfehler
Sechs Sorten von Geschichten, die auf Bühnen liegenbleiben

Woran du erkennst, dass dein Zug nicht anfährt

Diese sechs Sorten höre ich ständig. Alle sechs habe ich selbst vorgetragen.

Die Reisebeschreibung

Erst standen wir am Bahnhof, dann kam der Zug, dann fuhren wir los. Alles stimmt und nichts spannt.

Eine Abfolge ist noch keine Geschichte. Es fehlt der Widerstand.

Die Geschichte mit dem eingebauten Fazit

Hier wird nach jeder Szene erklärt, was sie bedeutet. Der Saal darf nie selbst denken.

Das fühlt sich beim Schreiben sicher an. Beim Hören fühlt es sich nach Schule an.

Die Geschichte ohne Verlierer

Wenn niemand etwas zu verlieren hat, hört niemand zu. Das gilt auch bei lustigen Geschichten.

Der Einsatz darf winzig sein. Er muss nur existieren.

Die Geschichte mit zu vielen Leuten

Mein persönlicher Klassiker. Ich hatte einmal einen Text mit sieben Figuren.

Nach dem Auftritt fragte mich jemand, wer eigentlich die Frau mit dem Hund war. Sie war die Hauptfigur.

Die Geschichte, die schon alle kennen

Der peinliche Moment im Supermarkt. Die verpasste Bahn. Das Date, das schiefging.

Diese Stoffe funktionieren nur mit einer Abzweigung. Ohne sie fährt der Saal die Strecke im Kopf schon voraus.

Die Geschichte, die dir noch zu nah ist

Das ist die traurigste Sorte. Der Stoff ist stark und du kommst nicht durch.

Es gibt dafür keine Technik. Es gibt nur Zeit.

Wie du erkennst, ob eine Geschichte schon reif ist, steht in Grenzen setzen.

Waschbär streicht mit rotem Stift Zeilen auf einem Blatt durch – Bild zum erzählen auf der bühne
Streichen ist beim Erzählen wichtiger als beim Schreiben. Ein Zuhörer kann nichts überspringen.
Abschnitt IV · die Talfahrt
Gebot 13 bis 15

Wie du aufhörst, ohne abzuwürgen

Nach dem Scheitelpunkt geht es bergab. Das ist der kürzeste Teil jeder Strecke.

Und der, den fast alle zu lang machen.

Gebot 13: Hör einen Satz früher auf, als du willst.

Der letzte Satz ist fast immer einer zu viel. Streich ihn und nimm den davor.

Das fühlt sich unfertig an. Für den Saal ist es genau richtig.

Gebot 14: Das Ende gehört zum Anfang zurück.

Nimm den Gegenstand aus dem ersten Satz und leg ihn in den letzten. Ein Schlüssel, eine Jacke, ein Becher.

Der Saal spürt dann eine Rundung, ohne sie benennen zu können. Das ist der billigste starke Effekt, den ich kenne.

Wichtig ist dabei nur eins. Der Gegenstand darf beim zweiten Mal nichts erklären.

Er muss einfach nur wieder da sein. Die Bedeutung hat sich in der Zwischenzeit ganz von allein geändert.

Ein Bahnhof am Anfang einer Geschichte ist ein Ort zum Losfahren. Derselbe Bahnhof am Ende ist ein Ort zum Bleiben.

Du musst den Unterschied nicht aussprechen. Der Saal hat ihn bereits gemacht.

Bleibt das letzte Gebot. Und damit das eine Wort aus Kassel.

In Kassel habe ich die Geschichte so angefangen: „Das ist eine Geschichte über Abschied.“

Ein freundlicher Satz. Er sollte dem Saal helfen.

In Wahrheit hat er alles kaputtgemacht. Von da an wusste jeder, wohin die Reise geht.

In Gießen habe ich mit dem Schlüssel angefangen. Ohne ein Wort darüber, was das bedeutet.

Gebot 15: Das Wort „über“ hat auf einer Bühne nichts verloren.

Sobald du sagst, worüber deine Geschichte geht, ist sie keine Geschichte mehr. Sie ist ein Referat.

Eine Geschichte handelt nicht von einem Thema. Sie handelt von einem Menschen an einem Dienstag.

Das Thema entsteht dann im Kopf des Zuhörers. Und dort ist es viel stärker als in deinem Mund.

Deshalb war es ein einziges Wort. In Kassel hieß es „über“, in Gießen gab es das Wort nicht.

Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen. Denn der Satz war ja gut gemeint.

Er sollte den Leuten das Zuhören leichter machen. Genau das war der Fehler.

Zuhören soll nicht leicht sein. Es soll sich lohnen.

Eine Bergstrecke ist auch nicht der bequemste Weg über die Alpen. Es gibt einen Tunnel, und der ist schneller.

Trotzdem erinnert sich niemand an eine Tunnelfahrt. Alle erinnern sich an die Aussicht.

Der Unterschied in einem Satz: Geschrieben erklärst du eine Welt, gesprochen lässt du sie entstehen.

Die 15 Gebote als Checkliste

1. Mit einer Handlung anfangen, nicht mit einer Lage.
2. Höchstens vier Dinge zum Merken.
3. Figuren beim Namen nennen.
4. Nie ankündigen, was für eine Geschichte kommt.
5. Jeder Satz braucht einen Grund.
6. An der engsten Stelle ins Präsens wechseln.
7. Ein Detail statt fünf Adjektive.
8. Alle neunzig Sekunden einen Halt einbauen.
9. Die Stimme macht die Steigung, meistens nach unten.
10. Die Pause gehört vor die Pointe.
11. Pointen nie erklären.
12. Ruhig bleiben, während der Inhalt groß wird.
13. Einen Satz früher aufhören.
14. Den Gegenstand vom Anfang ans Ende legen.
15. Das Wort „über“ streichen.

Häufige Fragen zu diesem Beitrag

Gilt das auch für Texte, die ich ablese?

Ja, sogar besonders. Ein abgelesener Text verführt dazu, geschriebene Sätze zu sprechen. Genau daran scheitern die meisten Vorträge.

Was ist mit lustigen Texten? Brauchen die auch eine Steigung?

Vor allem die. Humor entsteht aus einer Erwartung, die gebaut und dann gebrochen wird. Ohne Steigung gibt es keine Erwartung und damit keinen Bruch.

Mit welchem Gebot fange ich an?

Mit Gebot 15. Streich in deinem nächsten Text jede Stelle, an der du sagst, worum es geht. Das dauert zwei Minuten und verändert am meisten.

Dein Link-Kompass
Wonach brennt’s heute?

Hier liegen 337 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen.

🎤Bühne & Performance37

Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.

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✍️Schreiben & Textaufbau45

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

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Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.

Alleine denken lernen – oder du denkst gar nichtComeback: Zurück auf die Bühne nach langer PauseDas ist es, was ich will.
Dein inneres Publikum: Die Stimme im Kopf, die dich klein machtDer Tag danach: Warum das Hoch nach dem Auftritt so tief fälltDie magische Kraft des mentalen Trainings im Poetry Slam!Ein Manifest fürs LebenEs ist alles in dir – Warum du aufhören musst zu suchenFehler machen ist Pflicht – warum dein Poetry Slam sonst nur ein Staubkorn bleibtGeduld mit dir selbst: Warum dein zehnter Text besser istKomfortzone verlassen – Warum dein Poetry Slam erst brennt, wenn du dich verbrennstKommentare, Kritik und Hate: Was du liest und was nichtLeben genießen? Dann schreib, als gäb’s kein PublikumMeine 5 dümmsten Slam-FehlerMut statt Talent: Warum sich trauen mehr zählt als BegabungNach der Bühne bist du du: Rollen ablegen statt verschmelzenPause vom Slam: Wenn du eine Weile nicht mehr willstPerfektionismus loslassen: Gut genug schlägt nie fertigPersönlichkeitsentwicklung auf 180Resilienz trainieren: Werde unkaputtbarSchlechte Wertung einstecken: 4,5 sind kein Urteil über dichSelbstbewusstsein für Mutige: Dieser Beitrag ist nichts für WeicheierSelbstbild zerlegt: Wie du auf der Slam-Bühne endlich echt wirstSelbstwert im Poetry Slam: Warum deine Haltung lauter ist als jeder ApplausSelbstzweifel? Das ist kein Hindernis – das ist der Rohstoff deines Texts.Späteinsteiger: Mit vierzig zum ersten Mal ans MikroUmgang mit Applaus-Sucht: Wenn Bestätigung zur Droge wirdVergangenheit loslassen – dein Poetry Slam verdient GegenwartVergleich mit anderen Slammern: Das schnellste GiftVerletzlichkeit zeigen: Warum echte Schwäche deine Stärke istWarum die meisten Slammer nie über den dritten Platz hinauskommenWarum ich mich als Poetry Slamer nicht schämeWarum Poetry Slam dein bequemes Leben sprengt – und genau das brauchstWarum Poetry Slam deine Persönlichkeit zerstörtWas du von „Man lernt nie aus“ lernen kannst fürs Poetry SlamZiele setzen fürs Slam-Jahr: Zwölf Monate, ein PlanDas Gesetz der 100 AuftritteDie 3 Phasen vom Zittern zur SouveränitätDas Manifest des BühnenmenschenBist du bereit, den Preis zu zahlen? Ein Text für Bühnenträumer
🏆Wettbewerb, Regeln & Szene33

Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.

Der eine Fehler, der dich jede Wertung kostetDer Weg zum Landesfinale: Wettbewerbe strategisch nutzenDie bittere Wahrheit über Poetry Slam, die dir keiner verrät
Die größten Veranstaltungsorte in Deutschland, Schweiz und Österreich fürs Poetry Slam.Die Slam-Szene hat ein Problem – und alle schauen wegEinen eigenen Slam veranstalten: Von der Idee zur ersten AusgabeFeedback geben, ohne zu verletzen: Der gute Umgang untereinanderGruppendynamik beim Poetry Slam: Warum die Bühne nie nur dir gehörtHör auf, Slam-Workshops zu buchen [5 Gründe]Kooperationen: Duo, Kollektiv oder Solo?Lesebühne statt Slam: Ohne Wettbewerb auf die BühneMeet5 Erfahrungen: ehrlicher Test, Kosten & TippsMeet5 erklärt: So findest du deine Slam-Crew für Bühne, Texte und unvergessene AbendeNeid in der Szene: Der Blick auf die Bühne der anderenOffene Liste Poetry Slam: So kommst du ohne Kontakte auf die BühneOpen Mic: Der Einstieg, bei dem dich niemand bewertetPoetry Slam Anmeldung 2025 – Dein Start auf die Bühne ohne UmwegePoetry-Slam-Moderator sein heißt führen, nicht labernSchreibgruppe gründen: Zusammen ist der Text besserScience Slam: Wissen mit PointeSlam-Formate erklärt: Von Team-Slam bis Dead-or-AliveSpoken Word vs. Poetry Slam: Wo verläuft die Grenze?Straßenpoesie: Wenn deine Bühne einfach der Gehweg istU20-Slam: Sehr jung, sehr laut, sehr gutWarum du ohne Netzwerk auf der Bühne und im Leben verlierst.Was du auf die zweite Bühne mitnimmstWie eine Slam-Jury tickt: Die Punkte hinter den PunktenWie funktioniert ein Poetry Slam Wettbewerb?Zukunft im Poetry Slam: Sieben Entwicklungen, die unsere Texte härter treffen1 oder 8? Wie deine Auftrittsreihenfolge zählt9 Dinge, die Slammer 2027 nicht mehr machen sollten6 Minuten, kein Wort zu viel: Dein Text gegen die Uhr7 Arten von Slammern – welcher bist du?
🚀Sichtbarkeit, Business & Karriere26

Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.

Auf Tour gehen: Wie du über deine Stadt hinauswächstDein Text ist tot – bis Social Media ihn wiederbelebt.Deine Bühnen-Community: Wie du dein Publikum treu machst

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der hier fehlt.

Dein Auftrag für diese Woche

Erzähl einem Menschen am Küchentisch eine deiner Geschichten. Ohne Zettel und mit laufender Aufnahme.

Danach hörst du sie ab und schreibst mit, was du weggelassen hast. Diese Streichliste ist dein eigentlicher Text.

Fast immer hast du am Küchentisch das Richtige weggelassen. Auf der Bühne nimmst du es dann wieder rein.

Waschbär steht oben am Pass neben den Gleisen und schaut ins Tal – Bild zum erzählen auf der bühne
Oben angekommen sagt niemand mehr etwas. Das ist der Moment, für den man die ganze Steigung baut.
Warum das alles die beste Nachricht ist

Fünfzehn Gebote klingen nach einer Prüfung. Sie sind aber eine Entlastung.

Denn du kannst mündliches Erzählen längst. Du machst es an jedem Küchentisch richtig.

Auf der Bühne verlernst du es nur kurz. Diese Liste holt dich dorthin zurück, wo du ohnehin gut bist.

Bahn Slam · Edition

Werbung in eigener Sache

— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

Was drinsteckt
  • Über 200 kranke Slam-Hacks
  • Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
  • Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
  • Provokations-Templates
  • Authentizitäts-Trigger
✦ ✦ ✦ die einunddreißig bücher

Die einunddreißig Bücher

Einunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm
— Stephan Pinkwart —

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Geschichten schreiben
Die Vorstufe: wie aus einem Erlebnis überhaupt ein Stoff wird.

Pointen bauen
Die Mechanik hinter Gebot 10, 11 und 12.

Laut lesen
Der Test, der jeden geschriebenen Satz entlarvt.

Die 27 Gesetze der Bühnenwirkung
Was passiert, bevor dein erstes Wort fällt.

Die Macht der Pause
Alles zu Gebot 10, mit Übungen und Zeitangaben.

18 Übergänge, die deinen Text zusammenhalten
Die Kupplungen zwischen deinen Halten.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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