Poetry Slam über Social Media: die Dauerdurchsage

Poetry Slam über Social Media: die Dauerdurchsage

Poetry Slam über Social Media: unzählige Lautsprecher am Bahnsteig, ein Mensch überflutet vom Lärm
bahn-slam.de

Bing.

Eine neue Nachricht.

Bing.

Ein neues Like.

Bing.

Schon wieder etwas.

Social Media ist überall.

In der Hand, in der Tasche, im Kopf.

Es hört nie auf.

Es ruft ständig nach uns.

Wie eine Durchsage, die nicht verstummt.

Darum ist es ein wichtiges Slam-Thema.

Denn es prägt unser Leben wie kaum etwas anderes.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du darüber schreibst.

Klug, konkret und ohne Kulturpessimismus.

Wir nehmen die Lautsprecher am Bahnhof als Bild.

Die Dauerdurchsage, die nie verstummt.

Steigen wir ein.

Über Social Media schreiben: das Netz, in dem wir hängen

Social Media ist ein Netz.

Ein Netz, in dem wir alle hängen.

Es verbindet uns mit der ganzen Welt.

Mit Freunden, mit Fremden, mit allem.

Das ist ein Wunder.

Und manchmal eine Falle.

Denn dasselbe Netz, das uns verbindet, fesselt uns auch.

Es zieht unsere Aufmerksamkeit.

Stunde um Stunde.

Ein Text über Social Media kann beides zeigen.

Das Verbindende und das Fesselnde.

Er muss nicht schwarzmalen.

Und nicht alles feiern.

Er kann ehrlich hinschauen.

Auf ein Werkzeug, das mächtig ist.

Zum Guten wie zum Schlechten.

Und er kann fragen: Wer nutzt hier eigentlich wen?

Nutze ich mein Handy? Oder nutzt es mich?

Die Dauerdurchsage: die Lautsprecher, die nie verstummen

Stell dir einen Bahnhof vor.

Aus jedem Lautsprecher tönt es.

Eine Durchsage nach der anderen.

Ohne Pause.

Mal wichtig, meist nicht.

Man kommt nicht zur Ruhe.

Ständig will etwas die Aufmerksamkeit.

Genau so ist Social Media.

Eine Dauerdurchsage.

Die Lautsprecher verstummen nie.

Jede Meldung ein neuer Ruf.

Schau her, schau her, schau her.

Und wir schauen.

Immer wieder.

Dieses Bild trägt den ganzen Text.

Denn es zeigt das Wesen von Social Media.

Der ständige Lärm.

Das nie endende Rufen.

Und die Sehnsucht nach einem Moment der Stille.

Was Social Media mit uns macht

Social Media verändert uns.

Leise, aber tief.

Es verkürzt unsere Aufmerksamkeit.

Wir springen von Reiz zu Reiz.

Ein Video, ein Bild, ein Text, weiter.

Stillsitzen fällt uns schwer.

Ein Buch zu Ende lesen auch.

Es weckt die Gier nach Bestätigung.

Jedes Like ein kleiner Kick.

Jeder Kommentar ein winziges Glück.

Und wenn es ausbleibt, ein kleiner Schmerz.

Ein Text kann das sichtbar machen.

Ohne zu verteufeln.

Denn es geht ja allen so.

Auch dem, der den Text schreibt.

Genau diese Ehrlichkeit macht stark.

Wir sind alle im selben Netz gefangen.

Und ein Text kann darüber lächeln.

Und zugleich zum Nachdenken bringen.

Über das, was der ständige Strom mit uns macht.

Marshall McLuhan und das globale Dorf

Einer hat all das kommen sehen.

Marshall McLuhan.

Ein Medienforscher aus Kanada.

In den 1960er Jahren.

Lange vor dem Internet.

Lange vor dem Smartphone.

Er dachte über die Medien nach.

Über das Radio, das Fernsehen.

Und er sah eine Zukunft voraus.

Eine Welt, die durch Medien zusammenwächst.

Er nannte sie das globale Dorf.

So ist es überliefert.

Ein Dorf, in dem alle alles voneinander wissen.

In dem eine Nachricht in Sekunden um die Welt geht.

Damals klang das wie Science-Fiction.

Heute ist es unser Alltag.

McLuhan hatte recht.

Wir leben in seinem globalen Dorf.

Das Medium ist die Botschaft

McLuhans berühmtester Satz lautet sinngemäß:

Das Medium ist die Botschaft.

Was heißt das?

Es heißt: Nicht nur der Inhalt zählt.

Auch das Werkzeug prägt uns.

Ein Buch macht etwas anderes mit uns als ein kurzes Video.

Das Buch lehrt Geduld, Tiefe, langes Denken.

Das schnelle Video lehrt Sprünge, Reize, Eile.

Das Medium formt den Menschen.

Nicht nur seine Botschaft.

Das ist ein tiefer Gedanke.

Und er gilt für Social Media besonders.

Denn es formt, wie wir denken.

Wie wir fühlen.

Wie wir miteinander umgehen.

Ein Text kann diesen Gedanken aufgreifen.

Er kann fragen: Was macht das Medium mit uns?

Nicht nur, was wir darin posten.

Sondern, wie es uns verändert.

Das hebt den Text über das Oberflächliche hinaus.

Die Sucht nach dem nächsten Like

Ein zentrales Thema ist die Sucht.

Die Sucht nach dem nächsten Like.

Social Media ist so gebaut, dass es fesselt.

Jede Meldung ein kleiner Gewinn.

Wie bei einem Spielautomaten.

Man zieht immer wieder.

In der Hoffnung auf den nächsten Treffer.

Das ist kein Zufall.

Es ist so gemacht.

Kluge Köpfe haben es so gebaut, dass wir nicht loslassen.

Ein Text kann das entlarven.

Er kann zeigen: Deine Sucht ist kein Zufall.

Sie ist geplant.

Und hier zeigt der Spott nach oben.

Nicht auf den, der zu oft aufs Handy schaut.

Sondern auf die, die es so gebaut haben.

Die an unserer Aufmerksamkeit verdienen.

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

Sie entlastet den Einzelnen.

Und benennt die wahren Verantwortlichen.

Lotta Emilia · „Süchtig nach Social Media“ · Poetry Slam

Das perfekte Bild und die echte Wirklichkeit

Social Media zeigt eine geschönte Welt.

Alle sind schön.

Alle sind glücklich.

Alle haben Erfolg.

Zumindest sieht es so aus.

Aber es ist eine Kulisse.

Hinter dem perfekten Bild steckt oft ein ganz normales Leben.

Mit Sorgen, Zweifeln, schlechten Tagen.

Nur zeigt das keiner.

Man postet den Sonnenuntergang.

Nicht den Streit davor.

Man zeigt das gelungene Foto.

Nicht die vierzig misslungenen.

Ein Text kann diese Kluft zeigen.

Zwischen dem perfekten Bild und der echten Wirklichkeit.

Das ist wichtig.

Denn viele vergleichen ihr echtes Leben mit den Kulissen der anderen.

Und fühlen sich schlecht.

Ein Text kann trösten.

Er kann sagen: Was du siehst, ist nicht das ganze Bild.

Auch die Schönen haben schlechte Tage.

Über die eigene Bildschirmzeit

Der ehrlichste Text kommt aus dem Eigenen.

Wie viel Zeit verbringst du am Bildschirm?

Wie oft greifst du zum Handy?

Ohne Grund, einfach so?

Die meisten erschrecken, wenn sie es zählen.

Stunden am Tag.

Ein ganzer Tag pro Woche vielleicht.

Ein Text kann von dieser eigenen Erfahrung erzählen.

Vom ersten Griff am Morgen.

Vom letzten Blick am Abend.

Vom Handy, das immer griffbereit liegt.

Das ist ehrlich.

Und jeder erkennt sich wieder.

Denn fast alle kennen dieses Gefühl.

Ein Text muss dabei nicht mahnen.

Er kann einfach zeigen.

Und das Publikum zieht seine eigenen Schlüsse.

Über das kleine Gerät, das so viel Zeit frisst.

Und was man mit dieser Zeit sonst tun könnte.

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Der Vergleich, der unglücklich macht

Social Media lädt zum Vergleichen ein.

Ständig.

Man sieht die Urlaube der anderen.

Die Erfolge, die Feiern, die Körper.

Und man vergleicht.

Mit dem eigenen, ganz normalen Leben.

Das macht unglücklich.

Denn man vergleicht das eigene Innere mit der Fassade der anderen.

Man sieht ihre besten Momente.

Und kennt die eigenen schlechten.

Kein Wunder, dass man sich klein fühlt.

Ein Text kann diesen Mechanismus zeigen.

Er kann trösten.

Er kann sagen: Hör auf, dich zu vergleichen.

Denn du vergleichst Äpfel mit Kulissen.

Dein echtes Leben ist mehr wert als tausend perfekte Bilder.

Das ist eine wichtige Botschaft.

Gerade für junge Menschen.

Die im ständigen Vergleich aufwachsen.

Ein Text kann ihnen ein Stück Frieden schenken.

Die Filterblase

Social Media zeigt uns nicht die ganze Welt.

Es zeigt uns einen Ausschnitt.

Den, der uns gefällt.

Das nennt man Filterblase.

Der Algorithmus lernt, was wir mögen.

Und zeigt uns immer mehr davon.

Bis wir nur noch unsere eigene Meinung hören.

Immer und immer wieder.

Das ist gefährlich.

Denn so verlernt man, andere Sichten zu ertragen.

Man denkt, alle seien der eigenen Meinung.

Und wundert sich über die, die anders denken.

Ein Text kann die Filterblase sichtbar machen.

Diese unsichtbare Wand um uns herum.

Er kann dazu einladen, sie zu durchbrechen.

Auch mal etwas anderes zu lesen.

Auch mal mit jemandem zu reden, der anders tickt.

Das ist wichtig für eine Gesellschaft.

Die sonst in lauter kleine Blasen zerfällt.

Das Gute an Social Media

Ein ehrlicher Text malt nicht nur schwarz.

Denn Social Media hat auch gute Seiten.

Es verbindet Menschen über weite Entfernungen.

Die Oma sieht die Enkel wachsen, obwohl sie weit weg wohnt.

Freunde bleiben in Kontakt, über Länder hinweg.

Es gibt den Leisen eine Stimme.

Es bringt Menschen zusammen, die sich sonst nie gefunden hätten.

Es kann Gutes bewirken.

Auch das gehört in einen ehrlichen Text.

Denn Social Media ist nicht der Feind.

Es ist ein Werkzeug.

Und Werkzeuge sind, was wir aus ihnen machen.

Ein Hammer baut ein Haus oder schlägt eine Scheibe ein.

So auch das Netz.

Ein Text, der beide Seiten zeigt, ist glaubwürdig.

Er verteufelt nicht.

Er fragt: Wie nutzen wir es klug?

So, dass es uns dient.

Und nicht umgekehrt.

Wieder aussteigen können

Die Kunst ist, wieder aussteigen zu können.

Aus der Dauerdurchsage.

Aus dem ständigen Strom.

Das Handy weglegen.

Bewusst.

Für eine Stunde, einen Abend, einen Tag.

Das klingt einfach.

Aber für viele ist es das Schwerste.

Denn das Netz zieht.

Ein Text kann vom Aussteigen erzählen.

Von dem seltsamen Gefühl, wenn das Handy aus ist.

Erst die Unruhe.

Dann die Ruhe.

Plötzlich hört man wieder die eigenen Gedanken.

Sieht wieder die Welt um sich herum.

Ein Text kann Lust darauf machen.

Auf den Ausstieg aus dem Lärm.

Auf die Stille dahinter.

Nicht als Verbot.

Sondern als Geschenk an sich selbst.

„Gefangen im Social-Media-Hamsterrad“ · Poetry Slam

Konkret werden: Social Media in Bildern

Social Media ist abstrakt.

Ein Strom aus Daten und Bildschirmen.

Also mach es konkret.

Zeig es in Bildern.

Die Familie am Tisch, alle aufs Handy starrend.

Der Daumen, der endlos nach oben wischt.

Das blaue Licht im dunklen Schlafzimmer.

Solche Bilder kennt jeder.

Sie treffen sofort.

Und such nach eigenen.

Aus deinem Alltag.

Der Moment, in dem du das Handy suchst und es in der Hand hältst.

Der Reflex, bei jeder Pause aufs Display zu schauen.

Solche kleinen, echten Szenen sind stark.

Denn sie zeigen Social Media im echten Leben.

Nicht als Theorie.

Sondern als Gewohnheit, die wir alle kennen.

Suche also deine Bilder.

Sie machen das Unsichtbare sichtbar.

Und den Text lebendig.

Nicht kulturpessimistisch

Eine große Gefahr bei diesem Thema ist der Kulturpessimismus.

Früher war alles besser.

Die Jugend starrt nur aufs Handy.

Alles geht den Bach runter.

Das klingt alt und mürrisch.

Und es stimmt nicht.

Jede Zeit hatte ihre neuen Medien.

Und jede Zeit hatte die Alten, die davor warnten.

Schon das Buch galt einst als gefährlich.

Ein kluger Text vermeidet den Pessimismus.

Er schaut genau hin, aber nicht von oben herab.

Er versteht, warum das Netz so anziehend ist.

Und sucht einen klugen Umgang.

Statt in Kulturklage zu verfallen.

Das ist ehrlicher.

Und es erreicht auch die Jungen.

Die auf das ewige Genörgel längst nicht mehr hören.

Sondern einen fairen Blick suchen.

Das Klischee vermeiden

Beim Thema Social Media gibt es Klischees.

Der Zombie, der aufs Handy starrt.

Die Jugend, die nicht mehr reden kann.

Das Ende der echten Gespräche.

Diese Bilder sind abgenutzt.

Und sie sind zu einfach.

Wie kommst du aus dem Klischee?

Über das ehrliche, konkrete Detail.

Nicht der allgemeine Handy-Zombie.

Sondern der Moment, in dem du selbst mitten im Gespräch aufs Display schaust.

Und es sofort bereust.

Solche ehrlichen Momente sind frisch.

Weil sie von einem selbst erzählen.

Nicht von den bösen anderen.

Ein Text, der bei sich selbst bleibt, ist glaubwürdig.

Er urteilt nicht über die Jugend.

Er zeigt das eigene Ringen.

Und das berührt.

Denn jeder ringt mit dem kleinen Gerät.

Humor über den Feed

Social Media ist ein Fest für den Humor.

Denn unser Verhalten darin ist oft absurd.

Wir fotografieren das Essen, bevor wir es essen.

Wir posten den Sonnenuntergang, statt ihn anzuschauen.

Wir sammeln Freunde, die wir nie treffen.

Darüber kann man herrlich lachen.

Und im Lachen liegt Erkenntnis.

Denn wer über sein eigenes Verhalten lacht, durchschaut es.

Ein humorvoller Text über den Feed erreicht viele.

Weil er nicht mahnt, sondern spiegelt.

Mit einem Augenzwinkern.

Das Publikum erkennt sich wieder.

Und lacht über sich selbst.

Das ist heilsam.

Denn es schafft Abstand.

Ein bisschen Abstand zwischen uns und dem ständigen Strom.

Und aus diesem Abstand wächst die Freiheit.

Auch mal Nein zu sagen zur Dauerdurchsage.

Die Utopie der stillen Momente

Trau dich, von der Stille zu träumen.

Von Momenten ohne Bildschirm.

Ein Abendessen, bei dem alle reden.

Ein Spaziergang ohne Handy in der Hand.

Ein Gespräch, das keiner unterbricht.

Diese stillen Momente sind kostbar geworden.

Selten wie ein leerer Bahnsteig.

Ein Text kann sie feiern.

Als kleine Inseln im Lärm.

Als Momente, in denen wir wieder ganz da sind.

Bei uns.

Bei den anderen.

Das ist eine schöne Utopie.

Keine Welt ohne Handys.

Aber eine Welt, in der wir sie beherrschen.

Nicht umgekehrt.

Ein Text kann Lust auf diese Stille machen.

Auf die Momente, in denen die Dauerdurchsage schweigt.

Und man wieder hört, was wirklich zählt.

Das eigene Herz.

Und die Stimme des Menschen gegenüber.

Der eigene Ton

Ein Text über Social Media braucht einen wachen, aber warmen Ton.

Nicht schimpfend.

Nicht altklug.

Sondern verständnisvoll.

Denn wir sitzen alle im selben Netz.

Der beste Ton nimmt sich selbst nicht aus.

Er sagt: Auch ich hänge am Handy.

Auch ich vergleiche mich.

Auch ich sehne mich nach Stille.

Das schafft Nähe.

Und macht glaubwürdig.

Ein Text, der von oben herab urteilt, prallt ab.

Ein Text, der mitfühlt, erreicht die Herzen.

Nutze auch den Humor.

Er verbindet und entlastet.

Und werde ernst, wo es ernst wird.

Bei der Einsamkeit hinter den vielen Kontakten.

Der Wechsel macht den Text lebendig.

Und trifft den richtigen Nerv.

Dramaturgie: vom Lärm zur Stille

Ein Text über Social Media hat oft einen Bogen.

Vom Lärm zur Stille.

Am Anfang steht der Lärm.

Die Dauerdurchsage, das ständige Bing.

Du kannst das im Text nachbauen.

Schnell, gehetzt, ohne Pause.

Wort auf Wort, Reiz auf Reiz.

Das Publikum spürt den Stress.

Dann kommt die Wende.

Ein Moment des Innehaltens.

Das Handy wird weggelegt.

Und langsam wird es ruhiger.

Am Ende steht die Stille.

Die wohltuende Ruhe nach dem Lärm.

Dieser Bogen wirkt.

Weil das Publikum den Kontrast fühlt.

Erst die Hektik, dann die Erlösung.

Und es verlässt den Saal ein wenig ruhiger.

Vielleicht mit dem Wunsch, das Handy öfter wegzulegen.

Der Anfang: der Feed

Wie beginnt ein Text über Social Media?

Am besten mitten im Feed.

Mit dem endlosen Wischen.

Ein Bild, ein Video, ein Post, weiter.

Sofort ist das Gefühl da.

Das rastlose Scrollen.

Oder du beginnst mit dem Bing.

Mit dem Reflex, sofort aufs Handy zu schauen.

Sofort erkennt sich jeder wieder.

Vermeide den erklärenden Einstieg.

Kein: Social Media beherrscht unser Leben.

Das ist zu blass.

Fang mitten im Strom an.

Im Wischen, im Bing, im Feed.

Und der Text hat sofort einen Sog.

Den Sog, den Social Media selbst hat.

So spürt das Publikum das Thema körperlich.

Vom ersten Wort an.

Die Wendung: das Handy weglegen

Das Herz eines Social-Media-Textes ist die Wende.

Der Moment, in dem man das Handy weglegt.

Bewusst.

Mit Absicht.

Vorher war da nur der Strom.

Das rastlose Wischen.

Und dann, ganz plötzlich, hält man inne.

Legt das Gerät zur Seite.

Atmet.

Dieser Moment ist die Befreiung.

Er unterbricht die Dauerdurchsage.

Und öffnet den Blick für die Welt.

Für den Menschen gegenüber.

Für den Himmel über dem Bahnsteig.

Zeig diesen Moment.

Setz vielleicht eine echte Pause im Vortrag.

Lass die Stille wirken.

Nach all dem Lärm.

Das ist ein starker Kontrast.

Und er zeigt: Wir haben die Wahl.

Wir können aussteigen.

Jederzeit.

Das Ende: die Stille

Wie endet ein Text über Social Media?

Am schönsten in der Stille.

Das Handy liegt weg.

Die Durchsage schweigt.

Und plötzlich hört man wieder etwas.

Die eigenen Gedanken.

Das Lachen eines Kindes.

Den Wind.

So ein Ende tut gut.

Es belohnt für den Lärm davor.

Und es zeigt, was möglich ist.

Ein Leben, in dem das Handy dient.

Und nicht herrscht.

Gib dem Publikum diese Stille mit.

Als Geschenk.

Und vielleicht als leisen Rat.

Leg das Handy öfter mal weg.

Und schau, was dann passiert.

Meist etwas Schönes.

Etwas Echtes.

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Auf der Bühne: Lärm und Stille zeigen

Ein Text über Social Media lebt vom Kontrast.

Zwischen Lärm und Stille.

Und den kannst du im Vortrag zeigen.

Sprich schnell und gehetzt beim Feed.

Jage die Wörter, wie das Wischen jagt.

Lass keine Pause.

So spürt das Publikum den Sog.

Und dann, an der Wende, brich das Tempo.

Werde langsam.

Setz eine lange Stille.

Leg das imaginäre Handy weg.

Und atme.

Dieser Wechsel ist stark.

Er führt vor, worum es geht.

Der Text wird selbst zur Erfahrung.

Vom Lärm in die Ruhe.

Und das bleibt hängen.

Mehr als jede Erklärung.

Übung: dein Social-Media-Text

Ein Mensch auf dem Bahnsteig, umgeben von unaufhörlichen Schallwellen aus vielen Lautsprechern
bahn-slam.de

Jetzt bist du dran.

Eine Übung für deinen eigenen Text.

Nimm dir Zeit und ein leeres Blatt.

Schritt eins: Beschreib einen typischen Moment am Handy.

Das Wischen, das Bing, das Vergleichen.

Ganz konkret und ehrlich.

Schritt zwei: Zeig, was es mit dir macht.

Die Unruhe, die Sucht, den Vergleich.

Schritt drei: Finde den Moment des Weglegens.

Die Wende zur Stille.

Schritt vier: Ende in der Ruhe.

Bei dem, was ohne Handy da ist.

Und schon hast du dein Gerüst.

Vom Lärm zur Stille.

Feile daran, bleib bei dir selbst.

Und der Spott zeigt nach oben, auf die, die uns süchtig machen.

Zwischen Nähe und Einsamkeit

Social Media verspricht Nähe.

Hunderte Freunde, tausend Kontakte.

Immer verbunden.

Und doch fühlen sich viele einsam.

Das ist der große Widerspruch.

Nie waren wir vernetzter.

Und selten einsamer.

Denn ein Like ist keine Umarmung.

Ein Kommentar kein echtes Gespräch.

Die digitale Nähe ersetzt die echte nicht.

Ein Text kann diesen Widerspruch zeigen.

Die vielen Kontakte und die eine große Leere.

Das berührt.

Denn viele kennen dieses Gefühl.

Umgeben von Menschen und doch allein.

Ein Text kann trösten.

Er kann sagen: Such die echte Nähe.

Ein echtes Treffen wiegt mehr als hundert Likes.

Ein echtes Gespräch mehr als tausend Chats.

Das ist eine wichtige Erinnerung.

Die Währung Aufmerksamkeit

Social Media ist gratis.

Scheinbar.

Doch wir bezahlen.

Mit unserer Aufmerksamkeit.

Sie ist die Währung.

Je länger wir schauen, desto mehr verdienen die Anbieter.

Darum ist alles darauf gebaut, uns zu halten.

Unsere Zeit ist ihr Geschäft.

Das ist ein wichtiger Gedanke.

Denn er dreht die Perspektive.

Wir sind nicht die Kunden.

Wir sind die Ware.

Unsere Aufmerksamkeit wird verkauft.

Ein Text kann das entlarven.

Und hier zeigt der Spott nach oben.

Auf die, die an unserer Zeit verdienen.

Nicht auf uns, die wir hängen bleiben.

Wer das durchschaut, ist schon ein Stück freier.

Denn er weiß, worum es wirklich geht.

Um seine kostbare Aufmerksamkeit.

Bewusst statt getrieben

Am Ende geht es um eine Haltung.

Bewusst statt getrieben.

Die meisten nutzen Social Media getrieben.

Aus Reflex.

Aus Langeweile.

Ohne nachzudenken.

Das andere ist der bewusste Umgang.

Ich entscheide, wann ich schaue.

Und wann nicht.

Ich nutze es, statt genutzt zu werden.

Ein Text kann für diese Haltung werben.

Nicht für den kompletten Verzicht.

Sondern für die bewusste Wahl.

Das ist realistisch.

Denn niemand wirft heute das Handy weg.

Aber jeder kann lernen, es bewusster zu nutzen.

Ein Text kann diesen ersten Schritt zeigen.

Vom Getriebenen zum Bewussten.

Das ist ein realistisches, erreichbares Ziel.

Und ein befreiendes dazu.

Kinder und der Bildschirm

Ein ernstes Thema am Rande.

Die Kinder und der Bildschirm.

Sie wachsen mit dem Handy auf.

Es ist für sie so normal wie die Luft.

Das bringt Chancen.

Aber auch Sorgen.

Denn ein Kind braucht auch das echte Spiel.

Den Matsch, den Baum, den Freund von nebenan.

Ein Text kann behutsam darüber schreiben.

Nicht als Anklage an die Eltern.

Denn die kämpfen selbst mit dem Gerät.

Sondern als Frage.

Was schenken wir den Kindern?

Einen Bildschirm, der ruhigstellt?

Oder eine Welt zum Entdecken?

Das ist eine wichtige Frage.

Und sie betrifft die Zukunft.

Denn die Kinder von heute prägt das Netz von morgen.

Ein Text kann daran erinnern.

Mit Sorge, aber ohne Panik.

Die Kunst des Wartens ohne Handy

Früher wartete man einfach.

Am Bahnsteig, in der Schlange, beim Arzt.

Man schaute umher.

Man dachte nach.

Man träumte vor sich hin.

Heute zückt jeder sofort das Handy.

Kaum eine Minute Leere hält man aus.

Dabei ist diese Leere wertvoll.

In ihr entstehen Gedanken.

Ideen.

Vielleicht sogar der nächste Slam-Text.

Ein Text kann die Kunst des Wartens feiern.

Das Warten ohne Handy.

Den Blick, der wieder umherschweift.

Die Gedanken, die wieder wandern dürfen.

Das ist ein schöner, unerwarteter Gedanke.

Er macht aus der langweiligen Wartezeit einen Schatz.

Probier es aus, sagt der Text.

Warte einmal ohne Handy.

Und schau, was in deinem Kopf passiert.

Der Ausschaltknopf

Am Ende bleibt eine gute Nachricht.

Es gibt einen Ausschaltknopf.

An jedem Handy.

Wir vergessen ihn oft.

Aber er ist da.

Wir sind der Dauerdurchsage nicht ausgeliefert.

Wir können sie abschalten.

Für einen Moment, für eine Stunde, für einen Tag.

Das ist eine große Freiheit.

Und sie liegt in unserer Hand.

Wörtlich.

Ein Text kann daran erinnern.

Er kann Mut machen, den Knopf zu drücken.

Nicht für immer.

Aber immer wieder.

Bewusst.

Denn wer abschalten kann, ist frei.

Frei von der Dauerdurchsage.

Und offen für die Stille dahinter.

In der das Leben wartet.

Wenn der Feed die Nachrichten ersetzt

Viele Menschen erfahren die Welt heute über den Feed.

Nicht mehr aus der Zeitung.

Nicht mehr aus den Nachrichten.

Sondern aus dem, was der Algorithmus zeigt.

Das ist bequem.

Aber es ist auch gefährlich.

Denn der Feed zeigt nicht das Wichtige.

Er zeigt das Aufregende.

Das, was klickt.

So entsteht ein schiefes Bild der Welt.

Voller Empörung, voller Extreme.

Ein Text kann das beleuchten.

Er kann fragen: Woher weißt du, was du weißt?

Und wer hat es dir gezeigt?

Das ist eine wichtige Frage.

Denn wer die Welt nur durch den Feed sieht, sieht eine verzerrte Welt.

Ein Text kann dazu einladen, wieder breiter zu schauen.

Verschiedene Quellen, verschiedene Blicke.

Damit das Bild wieder stimmt.

Zurück zum Gespräch

Am Ende sehnen wir uns nach dem Echten.

Nach dem Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

Ohne Bildschirm dazwischen.

Denn im echten Gespräch passiert etwas, das kein Chat kann.

Man sieht das Gesicht.

Man hört den Ton.

Man spürt den anderen Menschen.

Ein Text kann das Gespräch feiern.

Das lange, ungestörte Reden.

Bei dem keiner aufs Handy schaut.

Das ist selten geworden.

Und darum kostbar.

Ein Slam-Abend ist selbst so ein Ort.

Menschen sitzen zusammen.

Hören einem Menschen zu.

Ohne Bildschirm, ohne Scrollen.

Nur Stimme und Ohr.

Das ist das Gegenteil der Dauerdurchsage.

Und vielleicht ihr schönstes Heilmittel.

Das echte Leben ist offline

Ein schöner Gedanke zum Schluss.

Das echte Leben findet offline statt.

Nicht im Feed.

Sondern in der Welt.

Der Geschmack des Essens, nicht das Foto davon.

Die Umarmung, nicht das Herz-Symbol.

Der Sonnenuntergang, nicht der Post.

Social Media ist ein Abbild.

Aber es ist nicht das Leben selbst.

Das Leben ist da draußen.

Jenseits des Bildschirms.

Ein Text kann daran erinnern.

Sanft, ohne Vorwurf.

Er kann sagen: Schau öfter auf.

Das Leben wartet nicht im Handy.

Es wartet um dich herum.

Am Bahnsteig, im Gespräch, im Moment.

Ein Text kann Lust darauf machen.

Aufzuschauen und das echte Leben zu leben.

Statt es nur zu fotografieren.

Fazit: die Dauerdurchsage

Wir sind am Ende unserer Fahrt.

Und die Lautsprecher verstummen langsam.

Die Dauerdurchsage wird leiser.

Wir haben viel über Social Media gelernt.

Über die Sucht und den Vergleich.

Über die Filterblase und die Einsamkeit.

Aber auch über das Gute, das Verbindende.

Und wir haben gelernt, wie man darüber schreibt.

Ehrlich, konkret, ohne Kulturpessimismus.

Mit dem Spott nach oben, auf die, die uns fesseln.

Marshall McLuhan hat das globale Dorf vorausgesehen.

Wir leben nun darin.

Und wir dürfen lernen, klug darin zu wohnen.

Bewusst statt getrieben.

Also setz dich hin und schreib.

Über den Lärm und die Stille.

Über das Handy, das du weglegst.

Und über das echte Leben, das danach beginnt.

Denn irgendwann muss auch die lauteste Durchsage verstummen.

Und dann hörst du wieder dich selbst.

Ganz in Ruhe.

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Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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