Zum Ausfüllen · Arbeitsblatt
Das Poetry-Slam-Arbeitsblatt zum Ausfüllen
Ein Blatt Papier auf der Bahnhofsbank · bahn-slam.de
Dienstagabend, Küchentisch.
Nele, 13, schiebt ein Arbeitsblatt über den Tisch.
„Papa, das ist voll bescheuert.“
Micha schaut drauf.
Hausaufgabe Deutsch: Poetry Slam.
Acht Aufgaben.
„Bis Donnerstag.“
Er seufzt.
Er hat seit dreißig Jahren kein Gedicht mehr geschrieben.
Und Nele hat heute schon zweimal die Tür geknallt.
Er liest Aufgabe 1.
Dann greift er zu einem Stift.
„Weißt du was?“, sagt er.
„Ich mach mit.“
Was an diesem Küchentisch passiert ist, erfährst du am Ende.
Nele und Micha gibt es so nicht. Das Arbeitsblatt aber schon – du findest es direkt hier unten, zum Ausfüllen im Browser oder zum Abschreiben ins Heft.
Arbeitsblätter haben einen schlechten Ruf.
Lückentexte.
Ankreuzen.
Abheften.
Vergessen.
Kennst du, oder?
Dieses hier ist anders.
Es endet nicht im Ordner.
Es endet mit einem Text, den du selbst geschrieben hast.
Und mit einem Moment, in dem du ihn laut vorliest.
Egal ob du Schülerin bist, Lehrer, Mutter oder einfach neugierig.
Nimm dir einen Stift.
Oder tipp direkt in die Felder.
Nichts davon wird gespeichert.
Es bleibt bei dir.
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Das Arbeitsblatt
Arbeitsblatt · Poetry Slam
Bearbeitungszeit: etwa 90 Minuten · Material: Stift, Ohren, Mut
Die ersten drei Aufgaben sind das Aufwärmen.
Sie dauern zusammen etwa zwanzig Minuten.
Nele hat bei „Mich nervt, dass …“ geschrieben: „… mein Vater bei meinen Hausaufgaben mitmacht.“
Micha hat gelacht.
Und dann geschrieben: „… ich nie weiß, was in meiner Tochter vorgeht.“
Danach war es kurz still am Küchentisch.
Flemming Witt · „Handtasche“ · Kampf der Künste
Schon der Titel zeigt, wie Slam funktioniert.
Ein ganz normaler Gegenstand.
Und daraus wird ein ganzer Auftritt.
Genau das machst du gleich in Aufgabe 5 auch.
5 Dinge, die besser sind als eine schöne Stimme Atemtechnik für Slammer: Nie wieder die Luft verlieren Dialekt ist kein Akzent. Dialekt ist eine Kampfansage. 31 Bilder für Gefühle, die keiner mehr hören kann Alliteration ohne Zungenbrecher-Peinlichkeit Der Refrain im Slam-Text: Ein Haken, der bleibt Gegen Bodyshaming Texte schreiben Poetry Slam Mietvertrag mit Rasierklingen Politische Texte: Worte, die zünden „Entfessle deine Poesie: Überwindung der Schreibblockade bei Poetry-Texten“ 5 Warnsignale, dass du NICHT auf die Bühne solltest Aufgeben wollen: Wenn du keinen Text mehr in dir spürst Poetry Slam heilt deine Seele Poetry Slam hilft bei Migräneattacken Poetry Slam ist keine Therapie [auch wenn es sich so anfühlt] „Auswendig lernen ohne Wahnsinn – so merkt’s dein Kopf wirklich“ 16 Fragen, die du dem Veranstalter vorher stellst 24 ungewöhnliche Regeln für Auftritte [Der No-Bullshit-Guide] 1 oder 8? Wie deine Auftrittsreihenfolge zählt 14 Fragen, die deinen Text besser machen als jedes Feedback 6 Minuten, kein Wort zu viel: Dein Text gegen die Uhr Auf Tour gehen: Wie du über deine Stadt hinauswächst Dein Text ist tot – bis Social Media ihn wiederbelebt. Deine Bühnen-Community: Wie du dein Publikum treu machst Deine Anti-Bucketlist: 10 Slam-Klischees, die du nie bedienst Deine Anti-Bucketlist: 10 Slam-Klischees, die du nie bedienst Deine Texte gehören dir: Urheberrecht für Bühnenmenschen Burj Khalifa vs. Deutschland: Umsetzung wie ein guter Slam – oder ewige Baustelle. Die 10 besten Buchempfehlungen von anderen großen Poetry-Slamern Die 6 schönsten Zitate von Robin Williams Der Pendler-Text: Alltag, den dein halber Saal jeden Morgen erlebt Der Wartesaal-Text: Geschichten, die am Bahnhof herumstehen Fundbüro der Gefühle: Was verlorene Dinge über Menschen erzählen „Selbstzweifel? Das ist kein Hindernis – das ist der Rohstoff deines Texts.“ 20 Fallen, die dir dein Bühnen-Genick brechen Alleine denken lernen – oder du denkst gar nicht „Wie du wunderschöne Poetry Texte schreibst, um andere zu begeistern“ 10 Gebote für erste Sätze, die keiner überhört 111 Zeilenanfänge für Tage, an denen dir nichts einfällt [+ Vorlage] „Poetry Slam in Zeitlupe – Wie Gelassenheit deine Bühne rettet“ 11 Bewegungen, die dich nervös aussehen lassen 12 Sätze, die du auf der Bühne nie sagen solltest „Ich hab einen Plan!“ – Wie du mit der Egon-Olsen-Methode unschlagbar im Poetry Slam wirst 11 Hacks von Helmut Schmidt zum Stehgreif Poetry Meister 12 radikale Slam-Hacks, die du nie in einem Slam- Workshop lernst Poetry Slam über Liebe: die Kupplung, die einrasten muss Poetry Slam über Liebeskummer: die leere Rückfahrt Poetry Slam über Freundschaft: zwei Schienen, die alles tragen Poetry Slam über das Erwachsenwerden: der Fahrplanwechsel Poetry Slam über Identität: die eigene Spurweite Poetry Slam über Selbstliebe: die Wartung, ohne die keine Lok fährt Poetry Slam über die Zukunft: die Strecke im Nebel Poetry Slam über die Gesellschaft: das Streckennetz Poetry Slam über Gerechtigkeit: erste und zweite Klasse Poetry Slam als Unterrichtsmaterial: die Fahrschule Poetry Slam im Deutschunterricht: die Lehrstrecke Poetry Slam Merkmale: die Baureihe erkennen Poetry Slam zum Geburtstag: ein Jahr mehr auf dem Zähler Poetry Slam zum Abschied: das Winken vom Bahnsteig Poetry Slam zum Ruhestand: die letzte Fahrt vor dem Depot
Jetzt wird geschrieben
Ab hier wird es persönlich.
Aufgabe 5 bis 7 sind das Herz des Arbeitsblatts.
Nimm dir dafür richtig Zeit.
Handy weg.
Tür zu.
Nele hat ihre alte Federmappe genommen.
Die mit dem kaputten Reißverschluss.
Bei „Daran erinnert sie mich“ stand: „An die dritte Klasse, als Mama noch hier gewohnt hat.“
Micha hat das gelesen.
Er hat nichts gesagt.
Er hat nur genickt.
Das ist die schwierigste Aufgabe.
Und die wichtigste.
Kein Bullshit: Die erste Fassung wird nicht gut.
Das muss sie auch nicht.
Sie muss nur da sein.
Denn überarbeiten kann man nur, was auf dem Papier steht.
Im alten Stellwerk · bahn-slam.de
7 Überarbeiten: Geh deinen Text mit dieser Liste durch. 15 Min.
Ich habe drei Füllwörter gestrichen: eigentlich, irgendwie, halt. Ich habe ein schwaches Verb durch ein starkes ersetzt: „gehen“ → „schlurfen“. Mein erster Satz macht neugierig. Mein letzter Satz ist kein „Das war’s“. Ich habe den Text einmal laut gelesen.
Lösungshinweis
Füllwörter machen Sätze lang, aber nicht stärker. Starke Verben zeigen ein Bild: Wer „schlurft“, ist müde – das muss man dann nicht mehr dazuschreiben.
Siehst du, wie klein die Schritte sind?
Drei Wörter streichen.
Ein Verb tauschen.
Einmal laut lesen.
Und trotzdem wird der Text danach doppelt so stark.
Das ist das ganze Geheimnis vom Überarbeiten.
Kleine Schritte, große Wirkung.
Und jetzt: laut
8 Vortragen: Lies deinen Text einem Partner vor. Dein Partner notiert. 20 Min.
★ Das hat mir gefallen:
★ Das ist mir hängen geblieben:
➜ Das wünsche ich mir noch:
Lösungshinweis
Zwei Sterne und ein Wunsch – mehr Feedback braucht es nicht. Wer vorträgt, sagt danach nur „Danke“. Keine Rechtfertigung, kein „Ja, aber“.
Und falls du noch einen Motivationsschub brauchst, bevor du vorliest, schau dir das hier an.
Dominik Ehrst · „Noch mehr Grundschulstories“ · Kampf der Künste
Achte darauf, wie viel man aus ganz alltäglichen Erlebnissen machen kann.
Schule, Pausenhof, Klassenzimmer.
Nichts Besonderes.
Und doch hört der ganze Saal zu.
Also merke: Dein Alltag ist genug Stoff.
Du musst ihn nur genau anschauen.
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Für Lehrkräfte: so setzt du das Blatt ein
Du willst das Arbeitsblatt im Unterricht nutzen?
Sehr gern.
Es passt in eine Doppelstunde, ab etwa Klasse 7.
Die Aufgaben bauen aufeinander auf.
Wenn die Zeit knapp wird, sind Aufgabe 6 und 8 das Wichtigste.
Den Rest kannst du kürzen.
So klappt es im Unterricht
Arbeitsblatt vorher einmal selbst ausgefüllt Video vorher getestet, mit Ton Aufgabe 6 und 8 als Pflicht, der Rest nach Zeit Klare Regel für Feedback: zwei Sterne, ein Wunsch Am Ende freiwillige Vorträge, niemand muss
Und noch ein Tipp aus Erfahrung.
Füll das Blatt vorher einmal selbst aus.
Dann weißt du, wo es hakt.
Und du hast einen eigenen Text, den du als Erstes vorlesen kannst.
Nichts ermutigt eine Klasse mehr als eine Lehrkraft, die sich zuerst traut.
Und Nele?
Donnerstag, Deutschstunde.
Die Lehrerin fragt, wer vorlesen möchte.
Nele meldet sich nicht.
Aber als niemand anderes will, steht sie doch auf.
Sie liest acht Zeilen über eine Federmappe mit kaputtem Reißverschluss.
Der Wiederholungssatz lautet: „Sie geht nicht mehr richtig zu.“
Beim ersten Mal lacht die Klasse.
Beim letzten Mal nicht mehr.
Denn da geht es nicht mehr um die Federmappe.
Nach der Stunde kommt die Lehrerin zu ihr.
Sie sagt nur: „Danke.“
Und am Abend liegt auf Neles Schreibtisch ein zweites Arbeitsblatt.
Ausgefüllt, in der Handschrift ihres Vaters.
Acht Zeilen über eine Kaffeetasse.
Der Wiederholungssatz lautet: „Ich höre dir zu.“
Mehr muss ein Arbeitsblatt nicht können.
Aber es kann eben auch das.
Druck es aus.
Oder füll es gleich hier aus.
Und dann: lies laut.
Bahn Slam · Edition
Werbung in eigener Sache
— aber mit Wucht.
Wenn du diese Techniken nicht nur lesen, sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:
Was drinsteckt
▸ Über 200 kranke Slam-Hacks
▸ Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
▸ Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
▸ Provokations-Templates
▸ Authentizitäts-Trigger
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die zweiunddreißig bücher
Die zweiunddreißig Bücher
Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.