Du sitzt da.
Vor deinem leeren Blatt.
Oder deinem leeren Bildschirm.
Cursor blinkt.
Spottet.
Sagt: Na los, Genie. Zeig mir, was du kannst.
Du schreibst eine Zeile.
Lyrik schreiben ist kein Gefühl. Es ist ein Schlag ins Gesicht.
"Der Mond schwebt sanft am Himmelszelt..."
Löscht sie.
Schreibst eine neue.
"Die Liebe ist wie ein Ozean..."
Kotzt innerlich.

Weil du genau weißt, dass das Scheiße ist. Aber du schreibst es trotzdem.
Warum?
- Weil es sicher ist.
- Weil niemand dich dafür angreifen kann.
- Weil es schön klingt.
Und genau das ist dein Problem.
Sylvia Plath hat sich den Kopf in den Ofen gesteckt.
Nicht, weil ihre Lyrik zu schön war.
Sondern weil sie zu echt war.

Zu roh.
Zu sehr. Ihre Gedichte waren keine Liebesbriefe.
Sie waren Schreie.
"Ich bin dein wertvollstes Gut," schrieb sie in "Lady Lazarus". "Ich bin deine Opus."
Dann verglich sie sich mit einer Holocaust-Überlebenden.
Das machte Menschen wütend.
Verletzt.
Unbehaglich.
Und genau deshalb wird Plath heute noch gelesen.
Weil sie nicht gefallen wollte.
Sie wollte treffen.
Du willst keine Lyrik schreiben?
Du willst Applaus.
Anerkennung.
Den Moment, in dem jemand sagt: "Wow, das war aber schön."
Das ist okay.
Solange du ehrlich zu dir selbst bist.

Solange du nicht behauptest, du würdest Lyrik schreiben.
Denn Lyrik ist kein Streichelzoo.
Es ist eine Schlachtbank.
Und du bist das Schwein.
Erinnerst du dich an die Schule?
...
...
...
An den Deutschunterricht?
An die Lehrerin, die vor der Klasse stand und sagte:
"Lyrik ist Ausdruck von Gefühlen"?
Heilige Makrele
...
Lyrik ist nicht der Ausdruck von Gefühlen.
Lyrik ist der Ausdruck von Wahrheit.
Und manchmal ist Wahrheit hässlich.
Manchmal stinkt sie.
Manchmal will niemand sie hören.
Charles Bukowski hat nicht über Gefühle geschrieben.

Er hat über Suffköpfe geschrieben.
Über dreckige Bettlaken.
Über Sex mit Frauen, deren Namen er vergessen hatte.
"Ich bin ein Gott der Traurigkeit", schrieb er.
Nicht romantisch.
Nicht poetisch im klassischen Sinn.
Aber echt.
So echt, dass es wehtut.
Du fragst dich jetzt vielleicht:
"Aber ich habe doch Gefühle. Warum soll ich nicht darüber schreiben?"
Schreib drüber.
Aber hör auf, sie zu verschönern.
Hör auf, sie in Metaphern zu verpacken, die so weich sind wie Watte.
Gefühle sind keine Schmetterlinge.
Sie sind Messer.

Und wenn du Lyrik schreibst, dann stich zu.
Was beim Lyrik schreiben wirklich passiert (Spoiler: Es ist keine Inspiration)
Menschen glauben an die Muse.
Ich glaube nicht ..
...
an Gott. Aber das ist ein anderes Thema.
Aber an Inspiration.
An den magischen Moment, in dem die Worte einfach fließen.

Romantischer Unsinn.
Ernest Hemingway sagte:
"Es gibt nichts am Schreiben. Alles, was du tun musst, ist dich hinzusetzen und zu bluten."
Nicht: "Warte auf die Muse."
Sondern: Bluten.
Hemingway schrieb jeden Morgen.
Egal ob er Lust hatte oder nicht.
Egal ob er verkatert war.
Egal ob ihn seine Depression auffraß.

Er saß da.
Und schrieb.
500 Worte am Tag.
Jeden Tag.
Bis er sich mit 61 eine Kugel in den Kopf jagte.
(Ok, schlechtes Beispiel!!!)
Neues Beispiel:
Virginia Woolf hat ihre Taschen mit Steinen gefüllt.
Und ist in einen Fluss gelaufen.
Warum?
Weil ihre Lyrik zu schwer war.
Zu dunkel.
Zu echt.
Sie schrieb in "The Waves":
"Ich bin kein einzelnes Wesen. Ich bin viele."
Das war keine Metapher.
Das war ihre Realität.
Woolf hatte Stimmen in ihrem Kopf.
Depressionen.
Wahnsinn.
Und sie schrieb darüber.
Ohne Filter.
Ohne Schönfärberei.
Das hat sie umgebracht.
Aber es hat auch Millionen Menschen berührt.

Lyrik schreiben ist also nicht:
- Auf Inspiration warten
- Schöne Worte finden
- Gefühle in Metaphern verpacken
Lyrik schreiben ist:
- Sich hinsetzen, auch wenn es wehtut
- Die Wahrheit aufschreiben, auch wenn sie hässlich ist
- Bereit sein, dafür zu sterben
Metaphorisch.
Oder auch nicht.
Die "Schreib-aus-der-Wunde"-Methode: Wie du Lyrik schreibst, die tötet
Jetzt kommt der Teil, den du wolltest.
Der praktische Teil.
Der Teil, wo ich dir sage, wie du Lyrik schreibst.
Aber ich warne dich:
Das ist keine Anleitung für Anfänger.
Das ist eine Anleitung für Menschen, die bereit sind, ihre Seele zu verkaufen.
Für Applaus.
Für Wahrheit.
Für Kunst.
Schritt 1: Finde deine Wunde
Nicht dein Wehwehchen.
Deine Wunde.
Die Sache, über die du nie sprichst.

Die Erinnerung, die dich nachts wach hält.
Der Moment, für den du dich schämst.
Das ist dein Material.
Beispiel:
- Kurt Cobain schrieb "Polly". Ein Lied über ein Mädchen, das entführt und vergewaltigt wurde. Aus der Sicht des Täters. Warum? Weil Cobain verstehen wollte, wie Monster denken. Er wollte in die Dunkelheit eintauchen. Und das Publikum mit sich ziehen. War das verstörend? Ja. War es wirkungsvoll? Absolut.
Beispiel 2:
- Johnny Cash sang "Hurt" von Nine Inch Nails. Kurz vor seinem Tod. Seine Stimme war gebrochen. Sein Körper kaputt. Das Video zeigte ihn als alten Mann. Schwach. Sterbend. Aber die Zeile: "I hurt myself today To see if I still feel" Traf jeden. Weil Cash nicht spielte. Er lebte den Song. Er starb in diesem Song. Und das Publikum weinte.
Deine Aufgabe:
Nimm ein Blatt Papier.
Schreib oben drauf: "Meine Wunden"
Und dann liste alles auf, worüber du nie sprechen würdest.
- Der Moment, als dein Vater sagte, du wärst eine Enttäuschung
- Der Tag, als du beim Stehlen erwischt wurdest
- Die Nacht, in der du jemanden betrogen hast
- Das Gefühl, wenn du morgens aufwachst und nicht leben willst
Schreib alles auf.
Jede beschissene Erinnerung.
Jeden peinlichen Moment.
Jede Scham.
Schritt 2: Wähle die schlimmste Wunde
Robin Williams machte Comedy über seine Depression.
Über seine Alkoholsucht.
Über die Tatsache, dass er sich innerlich tot fühlte.
Das Publikum lachte.
Weil Williams ein Genie war.
Er verpackte seinen Schmerz in Humor.
Aber hinter jedem Witz war ein Schrei.
2014 erhängte er sich.
Sein letzter Witz:
Das Leben.
Deine Aufgabe:
Schau auf deine Liste.
Und markiere die Wunde, die dich am meisten triggert.
Die, bei der dein Herz schneller schlägt.
Die, bei der du denkst: "Das geht zu weit."
Das ist dein Text.
Schritt 3: Schreib ohne Filter
Chester Bennington von Linkin Park schrieb "Crawling".
"Crawling in my skin
These wounds, they will not heal"
Keine Metapher.
Chester schrieb über seinen sexuellen Missbrauch als Kind.
Über die Tatsache, dass er in seiner Haut gefangen war.
Dass er sich selbst hasste.
2017 erhängte er sich.
Aber sein Text?
Half Millionen von Menschen.
Weil er ehrlich war.
Jetzt wird es ernst.
Nimm diese Wunde.
Und schreib darüber.

Aber:
Keine Metaphern.
Keine Verschönerungen.
Keine poetischen Umschreibungen.
Schreib, als würdest du deinem Therapeuten einen Brief schreiben.
Oder deinem schlimmsten Feind.
Oder Gott.
Deine Aufgabe:
Setz dich hin.
Nimm deine Wunde.
Und schreib 15 Minuten ohne Pause.
Keine Korrekturen.
...
...
Keine Überlegungen.
Einfach schreiben.
Alles, was kommt.
Auch wenn es klingt wie Scheiße.
Auch wenn du dabei weinst.
Schreib.
Schritt 4: Schneide das Fett weg
Francis Ford Coppola schnitt "Apocalypse Now" von 5 Stunden auf 2,5 Stunden. Er warf ganze Szenen raus. Szenen, die er liebte.
Aber:
Der Film musste funktionieren. Und manchmal muss man sein Baby töten, damit das Kunstwerk lebt.
Jetzt hast du einen Text.
Einen rohen Text.
Voller Emotionen.
Voller Wahrheit.
Aber:
- Er ist zu lang.
- Zu schwammig.
- Zu sehr "Stream of Consciousness".
Jetzt musst du schneiden.
Weg damit.

Deine Aufgabe:
Lies deinen Text laut vor.
Und streiche jeden Satz, der nicht wehtut.
Jeden Satz, der nur da ist, um schön zu klingen.
Jeden Satz, der keine Wirkung hat.
Streichen.
Bis nur noch das Nötigste übrig ist.
Bis jede Zeile ein Schlag ist.
Schritt 5: Finde den Rhythmus der Wunde
Lyrik ist nicht nur Inhalt.
Es ist auch Form.
Rhythmus.
Klang.
Die Art, wie du etwas sagst, ist genauso wichtig wie das, was du sagst.

Kendrick Lamar rappt in "Swimming Pools (Drank)".
Über Alkoholismus.
Über die Tatsache, dass er in einer Familie aufwuchs, in der jeder trank.
Der Beat?
Langsam.
Schwer.
Wie ein Herzschlag, der langsamer wird.
Wie jemand, der ertrinkt.
Der Rhythmus unterstützt die Aussage.
Deine Aufgabe:
Lies deinen Text laut vor.
Und achte auf den Rhythmus.
Wo stockt er?
Wo fließt er?
Wo fühl sich etwas falsch an?
Dann ändere es.
Verkürze Sätze.
Verlängere andere.
Füge Pausen ein.
Bis der Rhythmus die Wunde widerspiegelt.
Schritt 6: Die Stille ist Teil der Lyrik
Viele Slammer machen einen Fehler:
Sie reden zu viel.
Sie füllen jede Sekunde mit Worten.
Aber:
Die Stille ist genauso wichtig wie das Gesprochene.
Beispiel:
Samuel Beckett schrieb "Warten auf Godot".
Ein Stück, in dem fast nichts passiert.
Zwei Männer warten.
Reden.
Warten.
Die Pausen zwischen den Sätzen?
Das ist das eigentliche Drama.
Deine Aufgabe:
Markiere in deinem Text die Stellen, wo eine Pause sein sollte.
Wo das Publikum schlucken soll.
Wo die Worte nachwirken müssen.
Und dann halt die Fresse.
Warte.
Lass die Stille wirken.
Schritt 7: Teste deine Lyrik an der brutalsten Person, die du kennst
Dein Text ist fertig.
Du bist stolz.
Jetzt kommt der Test. Zeig ihn jemandem, der dich nicht schont.
Jemandem, der ehrlich ist.
Jemandem, der sagt: "Das ist Scheiße", wenn es Scheiße ist.

Beispiel:
David Bowie hatte einen Freund namens Tony Visconti. Seinen Produzenten. Visconti sagte Bowie immer die Wahrheit. Auch wenn es wehtat. Als Bowie "Blackstar" aufnahm, sein letztes Album, sagte Visconti: "Das ist zu schwer. Das Publikum wird es nicht verstehen." Bowie antwortete:
"Gut."
Er wollte nicht verstanden werden. Er wollte wirken.
Deine Aufgabe:
Zeig deinen Text jemandem, der ehrlich ist.
Nicht deiner besten Freundin, die immer alles toll findet.
Sondern jemandem, der kritisch ist.
Und dann hör zu.
Argumentiere nicht.
Rechtfertige dich nicht.
Hör einfach zu.
Und entscheide dann, ob du etwas änderst.
Warum die meisten Slammer niemals echte Lyrik schreiben werden
Es ist bequem, schön zu sein.
Es ist einfach, Metaphern zu benutzen.
Es ist sicher, niemanden zu verletzen.
Aber:
Echte Lyrik ist nicht bequem.
Sie ist nicht einfach.
Sie ist nicht sicher.
Echte Lyrik ist gefährlich.
Für dich.
Für dein Publikum.
Für alle, die du liebst.
Edgar Allan Poe schrieb "The Raven".
Ein Gedicht über den Tod seiner Frau Virginia.
Sie starb an Tuberkulose.
Mit 24.
Poe schrieb:
"Nevermor."
Nie wieder.
Das Gedicht machte ihn berühmt.
Aber es zerstörte ihn auch.
Er starb zwei Jahre später.
Betrunken.
Allein. Auf einer Straße in Baltimore.
Frida Kahlo malte ihre Schmerzen.
Ihre Fehlgeburten. Ihre kaputte Wirbelsäule. Ihre zerrüttete Ehe mit Diego Rivera.
Jedes Bild war ein Schrei.
Kahlo sagte:
"Ich male mich selbst, weil ich so oft allein bin und weil ich das Thema bin, das ich am besten kenne."
Sie starb mit 47.
Körper kaputt.
Herz kaputt. Aber ihre Kunst?
Lebt ewig. Und du?
- Bist du bereit, diesen Preis zu zahlen?
- Bist du bereit, dich komplett zu entblößen?
Oder willst du weiter schöne Gedichte über den Mond schreiben?
Die "Blut-auf-Papier"-Technik: Wie du Lyrik schreibst, die niemals vergessen wird
Jetzt zeige ich dir eine Technik.
Eine Technik, die ich gelernt habe, als ich am Boden war.
Als ich dachte, ich hätte nichts mehr zu sagen.
Ich nenne sie die "Blut-auf-Papier"-Technik.
Und sie funktioniert wie folgt:
Phase 1: Der Blutungsmoment
Patti Smith verlor ihren Ehemann Fred.
Dann ihren Bruder Todd.
Dann ihren besten Freund Robert Mapplethorpe.
Alle innerhalb weniger Jahre.
Sie schrieb "Just Kids".
Ein Buch über ihre Freundschaft mit Mapplethorpe.
Über ihre Zeit in New York.
Über Kunst.
Und Tod.
Sie sagte:
"Ich schrieb, um nicht verrückt zu werden."

Warte nicht, bis du inspiriert bist.
Warte, bis du blutest.
Metaphorisch.
Oder auch nicht.
Warte auf den Moment, in dem etwas in dir aufbricht.
- Ein Streit
- Eine Trennung
- Ein Tod
- Eine Enttäuschung
- Ein Moment, in dem du denkst: "Ich kann nicht mehr."
Das ist dein Moment.
Deine Aufgabe:
Wenn du blutest – schreib.
Sofort.
Nicht morgen.
Nicht nächste Woche.
Jetzt.
Nimm dein Handy.
Oder ein Notizbuch.
Und schreib, was gerade in dir vorgeht.
Ungefiltert.
Phase 2: Der Rohentwurf
Dein erster Entwurf wird Scheiße sein.
Das ist okay.
Der erste Entwurf ist nicht für das Publikum.
Er ist für dich.
Um herauszufinden, was du wirklich sagen willst.
Schreib alles auf.
Jeden Gedanken.
Jedes Gefühl.
Jede Idee.
Auch wenn es keinen Sinn ergibt.
Später sortierst du.
Später streichst du.
Später formst du.
Jetzt schreibst du nur.

Phase 3: Die Schmerz-Revision
Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch zu "Pulp Fiction".
Die erste Fassung war 500 Seiten.
Viel zu lang.
Er strich alles, was nicht essentiell war.
Jede Szene, die nicht vorwärts trieb.
Jeder Dialog, der nur "nett" war.
Am Ende blieben 168 Seiten.
Und jede Seite knallte.
Jetzt kommt der schwere Teil.
Du liest, was du geschrieben hast.
Und du merkst: Es ist zu viel.
Zu chaotisch.
Zu unklar.
Jetzt musst du schneiden.
Aber nicht wahllos.
Du musst strategisch schneiden.
Die Regel:
Behalte nur die Sätze, die wehtun.
Streiche alles andere.
Lies deinen Text.
Markiere jeden Satz, der eine Wirkung hat.
Der schmerzt.
Der triggert.
Der berührt.
Alles andere: weg.
Phase 4: Der Rhythmus-Check
Lyrik ist nicht nur Inhalt.
Es ist auch Musik.
Dein Text muss klingen.
Er muss fließen.
Er muss einen Rhythmus haben.
Beispiel:
Bob Dylan gewann den Nobelpreis für Literatur.
Nicht, weil seine Texte perfekt waren.
Sondern weil sie klangen.
"How does it feel
To be on your own
Like a complete unknown
Like a rolling stone"
Der Rhythmus ist simpel.
Aber er funktioniert.
Weil er natürlich ist.
Weil er fließt.
Deine Aufgabe:
Lies deinen Text laut vor.
Klatsche dabei den Rhythmus.
Wo stockt es?
Wo fühlt es sich falsch an?
Dann ändere es.
Verkürze.
Verlängere.
Ändere die Wortreihenfolge.
Bis es fließt.
Phase 5: Der Stille-Test

Alfred Hitchcock sagte:
"Suspense entsteht nicht durch Action, sondern durch Stille."
In "Psycho" gibt es eine Szene.
Janet Leigh duscht.
Die Musik stoppt.
Für drei Sekunden.
Totale Stille.
Dann: Das Messer.
Die Stille machte den Moment unerträglich.
Gute Lyrik braucht Pausen.
Momente, in denen nichts gesagt wird.
Weil die Stille manchmal lauter ist als Worte.
Deine Aufgabe:
Markiere in deinem Text die Stellen, wo eine Pause sein muss.
Wo das Publikum nachdenken soll.
Wo die Worte wirken müssen.
Und dann: Stille.
3 Sekunden.
5 Sekunden.
So lange, bis es unangenehm wird.
Dann erst weiter.
Phase 6: Der Performance-Test
Dein Text steht.
Jetzt musst du ihn performen.
Aber nicht wie ein Gedicht.
Wie ein Geständnis.

Übe deinen Text.
Aber nicht mechanisch.
Lebe ihn.
Fühl jede Zeile.
Wein, wenn du weinen musst.
Zitter, wenn du zittern musst.
Zeig dich.
Ungefiltert.
Phase 7: Das erste Mal auf der Bühne

Jetzt kommt der Moment der Wahrheit.
Du stehst auf der Bühne.
Das Mikro in der Hand.
Das Publikum wartet.
Und du denkst: "Was zum Teufel mache ich hier?"
Beispiel:
Adele hatte jahrelang Bühnenangst.
Sie erbrach sich vor jedem Auftritt.
Buchstäblich.
Aber sie ging trotzdem auf die Bühne.
Weil sie wusste: Die Angst ist Teil des Prozesses.
Beispiel 2:
Kurt Cobain hasste Auftritte.
Er fühlte sich beobachtet.
Bewertet.
Aber er spielte trotzdem.
Weil die Musik wichtiger war als die Angst.
Deine Aufgabe:
Geh auf die Bühne.
Auch wenn du Angst hast.
Auch wenn du zitterst.
Lies deinen Text.
Und dann?

Lass los.
Egal, was passiert.
Du hast die Wahrheit gesagt.
Und das ist alles, was zählt.
Jetzt sind wir am Ende.
Fast.
Du hast diesen Artikel bis hierhin gelesen.
Das bedeutet etwas.
Es bedeutet, dass du bereit bist.
Bereit, die Komfortzone zu verlassen.
Bereit, die Wahrheit zu sagen.
Bereit, auf der Bühne zu sterben.
Oder zu leben.
Aber lass mich dir eins sagen:
Dieser Artikel ist nur der Anfang.
Ein Vorgeschmack.
Wenn du wirklich lernen willst, wie du Texte schreibst, die töten?
Dann brauchst du mehr als einen Artikel.
Du brauchst ein Werkzeug.
Eine Waffe.
Ein Skalpell, das deine Gedanken zerlegt und neu zusammensetzt.
Werbung in eigener Sache (aber mit Wucht):
Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst wie ein Sniper mit Reimwaffe:

- Über 200 kranke Slam-Hacks
- Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
- Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
- Provokations-Templates
- Authentizitäts-Trigger
Keine süßen Sprüche.
Nur brutale, ehrliche Texte,
die das Publikum seelisch ohrfeigen.
