Historische Fehlschläge: Was Scheitern deinem Poetry Slam beibringt

Die Vasa sank nach 1.300 Metern.

Stockholm.

Das prachtvollste Kriegsschiff der schwedischen Flotte.

Zu schwer.

Zu vollgepackt.

Zu ehrgeizig.

Eine leichte Bö.

Das war's.

20 Minuten nach dem Ablegen lag das Ding auf dem Meeresgrund wie ein besoffener Wikinger nach der dritten Taverne.

Historische Fehlschläge: Was Scheitern deinem Poetry Slam beibringt


Und weißt du, was das Perverseste daran ist?

Die haben das Schiff gebaut, als wäre es eine Metapher für deinen ersten Poetry Slam Text.

Zu viel Deko.

Zu wenig Substanz.

Zu sehr darauf bedacht, alle zu beeindrucken.

Und dann – PENG – sinkt der ganze Scheiß.

Nur dass bei dir kein Schiff untergeht.

Sondern dein Mut. Deine Stimme.

Dein verdammtes Selbstvertrauen.


Ich sag dir was: Ich war die Vasa.

Nicht einmal.

Nicht zweimal.

Sondern bei jedem verdammten Slam, bei dem ich dachte: "Diesmal wird's perfekt."

Vasa Slam Historische Fehlschläge


Warum dieser Artikel existiert


Du bist hier, weil du Poetry Slam machen willst.

Oder schon machst.

Und scheiterst.

Oder Angst hast zu scheitern.

Oder schon gescheitert bist und dir einredest, dass es "nicht so schlimm war". War es aber. Ich kenne dich.

Du hast was zu sagen.

Aber du traust dich nicht.

Weil du denkst:

  • Was, wenn die Leute lachen?
  • Was, wenn mein Text scheiße ist?
  • Was, wenn ich mich blamiere?
  • Was, wenn ich vergesse, was ich sagen wollte?

Du denkst, Scheitern ist das Schlimmste, was dir passieren kann.

Falsch. Das Schlimmste ist, nie anzufangen.

Nie zu schreiben. Nie auf die Bühne zu gehen. Weil du Angst hast vor dem, was Könige, Generäle und Baumeister schon vor Hunderten von Jahren gelernt haben:

  • Große Projekte scheitern.
  • Große Menschen scheitern.
  • Und aus jedem Scheitern entsteht entweder eine Leiche oder eine Legende.

Du entscheidest.

Dieser Artikel ist keine Motivationsrede.

  • Kein "Du schaffst das!"-Gesülze.
  • Kein "Glaub an dich"-Kindergeburtstag.

Dieser Artikel ist eine Autopsie.

Eine Sektion der größten Fehlschläge der Geschichte.

Und eine Anleitung, wie du aus jedem dieser Desaster einen Poetry Slam Text machst, der die Leute nicht nur berührt – sondern zerfetzt.



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Wenn du mehr von diesen kranken, echten, brutalen Ideen willst – dann lies das hier:


Historische Fehlschläge - Die 4 größten Pleiten


1. Der Turmbau zu Babel –

Genesis 11.

Die Menschen sprachen eine Sprache.

Sie dachten: "Lass uns einen Turm bauen."

Nicht irgendeinen Turm. Sondern einen, der bis in den Himmel reicht.

Ein Projekt, so groß, dass Gott selbst Angst bekommen würde.

Hybris in Reinform. Sie begannen zu bauen. Stein auf Stein. Und dann passierte, was bei jedem zu großen Projekt passiert:

Chaos.

Gott verwirrte ihre Sprache. Plötzlich verstand keiner mehr den anderen. Der Turm blieb unvollendet. Die Menschen zerstreuten sich. Und zurück blieb: ein Mythos.

Eine Geschichte. Eine Warnung.

Und ein perfektes Bild für deinen ersten Poetry Slam Text.

Ich erinnere mich an meinen ersten Text.

Der sollte alles können:

  • Gesellschaftskritik ✓
  • Persönliche Geschichte ✓
  • Humor ✓
  • Tiefe ✓
  • Überraschende Wendung ✓
  • Poetische Sprache ✓
  • Politisches Statement ✓

Weißt du, was dabei rauskam?

Ein Turm zu Babel. Ein Text, der in sieben verschiedene Richtungen ging. Der so vollgepackt war mit Ideen, dass am Ende keine einzige ankam. Ich stand auf der Bühne.

Las.

Und merkte:

Die Leute haben keine Ahnung, wovon ich rede.

Weil ich selbst keine Ahnung hatte, wovon ich rede.

Ich wollte zu viel. Auf einmal. In 3 Minuten.

Das ist der Fluch des Anfängers.

Du denkst, wenn dein Text nicht alles ist, dann ist er nichts.

Aber das Gegenteil ist wahr: Wenn dein Text alles sein will, ist er nichts.

erster Text Historische Fehlschläge


Die Babel-Falle: Warum Überforderung dein größter Feind ist

Kennst du das Gefühl?

Du sitzt vor dem leeren Blatt.

Oder vor dem Bildschirm.

Und in deinem Kopf schwirren tausend Ideen herum.

  • Ich könnte über meine Kindheit schreiben.
  • Oder über den Klimawandel.
  • Oder über meine Ex.
  • Oder über die Angst vor dem Tod.
  • Oder über alles zusammen.

Und dann fängst du an.

Schreibst.

Löschst.

Schreibst wieder.

Fügst noch eine Metapher hinzu.

Noch eine Pointe.

Noch eine Ebene.

Und am Ende hast du einen Text, der aussieht wie der Turm zu Babel:

Beeindruckend in seiner Ambition.

Aber völlig unverständlich in seiner Ausführung.

Hier ist die harte Wahrheit:

Die besten Poetry Slam Texte sind nicht die, die am meisten sagen.

Sondern die, die eine Sache sagen.

Klar.

Direkt.

Unausweichlich.





Beispiel 1: Julia Engelmann – "One Day"


Julia Engelmann.

Bielefeld.

Sie ging auf die Bühne mit einem Text.

Ein Thema: Prokrastination.

Das Aufschieben.

Das "Irgendwann mache ich das".

Ein Gefühl, das jeder kennt.

Und sie hat es nicht kompliziert gemacht.

Sie hat nicht versucht, Philosophie, Sozialkritik und Familientrauma reinzupacken.

Sie hat einfach gesagt:

Klarheit Historische Fehlschläge

Eines Tages werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.

Boom.

16 Millionen Klicks.

Warum?

Weil sie eine Sache gesagt hat.

Und zwar so klar, dass jeder sich darin wiedergefunden hat.






Was bedeutet das für deinen Poetry Slam Text?

Schritt 1: Wähle EIN Thema.

Nicht drei.

Nicht fünf.

Eins.

Beispiele:

  • Einsamkeit
  • Selbstzweifel
  • Liebeskummer
  • Wut
  • Scham
  • Angst vor Zurückweisung

Schritt 2: Finde den Kern.

Was ist der eine Satz, den du sagen willst?

Nicht die Geschichte.

Nicht die Pointe.

Der Kern.

Beispiel:

Ich habe Angst, dass niemand mich liebt, wenn ich ehrlich bin.

Das ist ein Kern.

Alles andere ist Dekoration.

Schritt 3: Baue drum herum.

Jetzt kannst du Bilder finden.

Metaphern.

Beispiele.

Aber alles muss auf den Kern einzahlen.

Wenn eine Zeile nicht zum Kern beiträgt, lösch sie.

Schritt 4: Teste es.

Lies den Text jemandem vor.

Frag: "Worum geht es?"

Wenn die Antwort mehr als einen Satz braucht, hast du zu viel reingepackt.


Teil 2: Der Berliner Flughafen BER

Leonardo da Vinci – Mona Lisa

Da Vinci hat die Mona Lisa nie abgegeben.

Er hat sie bis zu seinem Tod bei sich behalten.

Immer wieder dran gearbeitet.

Verbessert.

Verfeinert.

Und rate mal:

Sie ist trotzdem nicht perfekt.

Der Hintergrund ist asymmetrisch.

Die Perspektive stimmt nicht ganz.

Aber niemanden interessiert das.

Weil das Bild wirkt.


History vom Berliner Flughafen


  • 2006: Baubeginn.
  • 2011: Geplante Eröffnung.
  • 2012: Verschoben.
  • 2013: Verschoben.
  • 2014: Verschoben.
  • 2015: Verschoben.
  • 2016: "Bald."
  • 2017: "Wirklich bald."
  • 2018: "Okay, vielleicht doch nicht so bald."
  • 2019: "Haben wir schon 2020 gesagt?"
  • 2020: Eröffnung.

14 Jahre später. 7 Milliarden Euro Kosten.

Und weißt du, was das Beste daran ist?

Der Flughafen war trotzdem nicht perfekt.

  • Kabelprobleme.
  • Brandschutzprobleme.
  • Lüftungsprobleme.

Der BER ist das perfekte Symbol für ein deutsches Phänomen:

Die Sucht nach Perfektion.

Und die Lähmung, die daraus entsteht.

Ich kenne so viele Poetry Slammer.

Gute Slammer.

Die nie auf die Bühne gehen.

Warum?

Weil ihr Text "noch nicht fertig" ist.




Historische Fehlschläge Dein Text



Die BER-Falle: Warum du nie "fertig" sein wirst

Es gibt diesen Moment.

Du hast deinen Text geschrieben. Gelesen.

Umgeschrieben. Wieder gelesen. Und du denkst: Fast. Fast ist er gut.

Und dann änderst du noch ein Wort.

Und noch eins. Und plötzlich merkst du: Irgendetwas stimmt nicht mehr.

Also änderst du wieder.

Und wieder.

Und wieder. Und am Ende hast du einen Text, der so oft umgeschrieben wurde, dass er seine Seele verloren hat.

Das ist die BER-Falle.

Du verbesserst so lange, bis du alles kaputt machst.


Historische Fehlschläge BER

Was bedeutet das für deinen Poetry Slam Text?


Schritt 1: Setze dir eine Deadline.

Nicht "irgendwann".

Sondern ein Datum.

In zwei Wochen gehst du auf die Bühne.

Punkt.

Schritt 2: Akzeptiere, dass der Text nie "fertig" ist.

Es wird immer etwas geben, das du ändern könntest.

Aber irgendwann musst du sagen: So ist er gut genug.



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Teil 3: Die Spanische Armada –

Mai 1588.

Lissabon.

  • 130 Schiffe.
  • 30.000 Mann.

Die größte Flotte, die die Welt je gesehen hatte.

König Philipp II. von Spanien hatte einen Plan:

England erobern.

Die protestantische Ketzerin Elizabeth I. vom Thron stoßen. Das Christentum retten. Und nebenbei noch das spanische Imperium vergrößern.

Easy.

Die Armada war unbesiegbar. Jedenfalls dachte das jeder in Spanien.

Sie nannten sie "La Armada Invencible".

Die Unbesiegbare.

Schon der Name war Hybris pur.

Und dann kam der Juli. Die englische Flotte.

  1. Kleiner.
  2. Schneller.
  3. Wendiger.

Und vor allem: schlauer.

Sie nutzten Brander.

Brennende Schiffe, die sie in die spanische Flotte steuerten. Panik brach aus.

Dann kam der Sturm. Der berühmte "protestantische Wind". Die Armada wurde zerschlagen. Von 130 Schiffen kamen nur 67 zurück nach Spanien. Mehr als die Hälfte: verloren. 20.000 Männer: tot. Der größte militärische Fehlschlag des 16. Jahrhunderts.


Und alles begann mit einem Satz:

"Wir sind unbesiegbar."


Das war der Moment, in dem ich verstand:

Selbstüberschätzung ist auf der Poetry Slam Bühne wie auf dem Schlachtfeld.

Sie killt dich.

Nicht sofort.

Aber sicher.

Selbstüberschätzung


Die Armada-Falle: Warum du nie "zu gut" sein kannst

Es gibt diesen Moment.

Du hast ein paar Erfolge gehabt.

Ein paar Leute haben dir gesagt: "Wow, du bist echt gut."

Du hast vielleicht sogar einen Slam gewonnen.

Und plötzlich denkst du: Ich hab's drauf.

Und genau in diesem Moment bist du am verletzlichsten.

Weil Selbstüberschätzung eine Droge ist.

Sie fühlt sich an wie Selbstbewusstsein.

Aber sie ist das Gegenteil.

Selbstbewusstsein sagt: "Ich bin gut, aber ich kann besser werden."

Selbstüberschätzung sagt: "Ich bin schon am Ziel."

Und wenn du denkst, du bist am Ziel, hörst du auf zu lernen.

Du hörst auf zu wachsen.

Du hörst auf, hungrig zu sein.

Und auf der Bühne spürt das Publikum das.

Sofort.


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Teil 4: Die Maginot-Linie

1930er.

Frankreich.

Frisch traumatisiert vom Ersten Weltkrieg. Die Franzosen dachten: Nie wieder. Nie wieder sollte Deutschland so einfach einmarschieren können.

Also bauten sie die Maginot-Linie. Eine Verteidigungslinie. Beton. Stahl. Bunker.

Geschütztürme.

Unterirdische Tunnel. 450 Kilometer lang. Von der Schweiz bis Luxemburg.

Uneinnehmbar.

Das Problem?

Die Deutschen kamen nicht von vorne.

Sie kamen durch Belgien.

Einfach drum herum.

Die Maginot-Linie?

Nutzlos. Frankreich fiel in 6 Wochen.

Ein perfekter Plan – für den falschen Krieg.



Historische Fehlschläge Maginot




Die Maginot-Falle: Warum du oft das Falsche vorbereitest

Es gibt diesen Moment.

Du weißt, dass du auf die Bühne musst. Also bereitest du dich vor. Aber worauf? Die meisten Leute bereiten sich auf das vor, was sie denken, dass passieren wird.

Nicht auf das, was wirklich passiert.

Beispiel:

Du denkst: Das Publikum will einen poetischen Text. Also schreibst du einen Text voller Metaphern. Voller schöner Bilder. Voller lyrischer Sprache. Und dann gehst du auf die Bühne.

Und merkst:

Das Publikum will kein Gedicht.

  • Es will eine Story.
  • Es will lachen.
  • Es will Adrenalin.

Oder du denkst: Das Publikum will was Lustiges.

Also schreibst du einen Comedy-Text.

Voller Witze. Voller Pointen. Und dann merkst du:

Das Publikum will berührt werden.

Es will weinen.

Es will Tiefe.

Du hast dich auf den falschen Kampf vorbereitet.




Beispiel: Steve Jobs – Das iPhone

Steve Jobs.

Er hatte ein Problem.

Blackberry war der Marktführer.

Nokia war überall.

Und Apple?

Hatte noch kein Telefon.

Jobs hätte denken können: Okay, wir brauchen ein besseres Blackberry.

Mehr Tasten.

Längere Akkulaufzeit.

Bessere E-Mails.

Aber das tat er nicht.

Stattdessen dachte er: Was, wenn wir den Kampf gar nicht führen?

Was, wenn wir etwas völlig Neues machen?

Und er präsentierte das iPhone. Kein Blackberry-Killer.

Sondern ein Computer. In deiner Tasche. Er führte einen anderen Kampf.

Und gewann.



Was bedeutet das für deinen Poetry Slam?

Schritt 1: Kenne dein Publikum.

  • Nicht das Publikum, das du dir wünschst.
  • Sondern das Publikum, das da sein wird.
  • Ein Poetry Slam in Berlin ist anders als einer in München.

Ein Slam in einem Jugendhaus ist anders als einer in einem Theater.

Ein Slam bei einem Festival ist anders als ein Open Mic in einer Bar.

Finde heraus, wo du hingehst.

Und passe dich an.


Flexi

Schritt 2: Höre zu.

Geh zu Slams. Nicht nur, um aufzutreten. Sondern um zuzuhören.

  • Welche Texte funktionieren?
  • Welche nicht?
  • Was bringt die Leute zum Lachen?
  • Was bringt sie zum Weinen?
  • Was macht sie kalt?

Lerne von den anderen.

Schritt 3: Sei flexibel.

Manchmal musst du deinen Text ändern.

Nicht weil er schlecht ist.

Sondern weil er nicht passt. Ich habe Texte, die ich bei manchen Slams niemals lesen würde. Weil ich weiß: Die funktionieren hier nicht. Und das ist okay.



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Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst wie ein Sniper mit Reimwaffe:

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Poetry Set


  • Über 200 kranke Slam-Hacks
  • Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
  • Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
  • Provokations-Templates
  • Authentizitäts-Trigger

Keine süßen Sprüche.
Nur brutale, ehrliche Texte,
die das Publikum seelisch ohrfeigen.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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