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Bahn vergibt jetzt Treuepunkte fürs Warten
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ladezeit: 8)

Ein treuer Kunde mit Stempelkarte. Einen Zug hat er noch nie erwischt. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn belohnt ihre Kunden künftig fürs Warten. Wer länger steht, sammelt mehr Punkte.
Gutgeschrieben wird je angefangene Viertelstunde. Eine Viertelstunde bringt zehn Punkte.
„Wir würdigen die Geduld“, sagt Kundenchefin Renate Bonuspunkt. Geduld ist reichlich vorhanden.
Erfasst wird die Wartezeit über die App. Die App braucht Empfang.
Empfang gibt es am Bahnsteig selten. Da beginnt die Geduld.
Eingelöst werden die Punkte im Bordbistro. Ab 500 gibt es ein Heißgetränk.
Das Bordbistro ist meist geschlossen. Dann bleiben die Punkte stehen.
Stehen bleibt auch der Kunde. Beide sammeln weiter.
Der treueste Kunde hat 40.000 Punkte. Einen Zug hat er nie erwischt.
Er wartet seit Mai auf denselben Anschluss. Die Punkte trösten ihn.
Für Vielwartende gibt es einen Status. Er heißt Diamant.
Diamant erreicht, wer 200 Stunden steht. Das schafft ein Pendler im Jahr.
Der Status bringt Vorteile. Man wartet dann in einem eigenen Bereich.
Der eigene Bereich ist der Bahnsteig. Dort ist man ohnehin.
Kritiker nennen das Hohn. Die Bahn nennt es Wertschätzung.
Wertgeschätzt wird die Zeit des Kunden. Ausgezahlt wird sie nicht.
Die Punkte verfallen nach einem Jahr. Das gilt als üblich.
Üblich ist auch der Grund. Zu viele Punkte wären eine Verbindlichkeit.
Eine Verbindlichkeit steht in der Bilanz. Wartezeit steht dort nicht.
Frau Reimann pendelt und hat 12.000 Punkte. Sie wollte sie im Sommer einlösen.
Das Bordbistro war geschlossen, die App ohne Netz. Die Punkte verfielen im September.
Sie sammelt jetzt wieder. Ihr Zug gibt ihr genug Gelegenheit.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Zehn Punkte je angefangene Viertelstunde Wartezeit +++
+++ Eingelöst wird im Bordbistro, das meist geschlossen ist +++
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