Bahn kontrolliert jetzt Gesichter statt Fahrkarten

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Bahn kontrolliert jetzt Gesichter statt Fahrkarten

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ladezeit: 8)

Gesichtserkennung Satire: Waschbär steht an der Bahnhofssperre und blickt hoch zu einer Überwachungskamera

Ein Reisender wird am Zugang erfasst. Nach einer Fahrkarte hat ihn nie jemand gefragt. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn führt an den Zugängen eine Gesichtserkennung ein. Sie soll die Fahrkartenkontrolle ersetzen und erkennt jeden Fahrgast zuverlässig.

Erkannt wird auch, wer keine Fahrkarte hat. Erkannt wird vor allem, wer eine hat.

„Das System sieht dem Menschen ins Gesicht“, sagt Digitalvorstand Carsten Gesichtsfeld. „Und der Mensch schaut zurück, meistens ratlos.“

Die Kamera hängt über der Sperre. Die Sperre ist seit Montag defekt.

Solange sie defekt ist, bleibt sie offen. Erkannt wird trotzdem.

Erfasst werden Alter, Stimmung und Reiseabsicht. Die Reiseabsicht wird geschätzt.

Geschätzt wird sie aus dem Gesichtsausdruck. Wer resigniert wirkt, gilt als Stammkunde.

Die Erkennungsrate liegt bei 99,4 Prozent. Nicht erkannt wird das eigene Personal.

Das Personal trägt eine Dienstmütze. Die verdeckt die Stirn.

Damit fällt der Zugbegleiter aus der Erkennung. Er gilt dem System als Unbefugter.

Datenschützer haben Bedenken angemeldet. Die Bahn verweist auf die Freiwilligkeit.

Freiwillig ist die Nutzung des Bahnhofs. Wer nicht erkannt werden will, bleibt zu Hause.

Gespeichert werden die Aufnahmen 90 Tage. Danach werden sie zu Statistik.

In der Statistik erscheint die Zufriedenheit. Gemessen wird sie am Lächeln.

Gelächelt wird am Bahnsteig selten. Die Zufriedenheit liegt daher bei 12 Prozent.

Der Konzern nennt den Wert eine Momentaufnahme. Aufgenommen wurde er im Ersatzverkehr.

Für Beschwerden gibt es ein neues Verfahren. Man blickt in die Kamera und schüttelt den Kopf.

Das Kopfschütteln wird erfasst. Bearbeitet wird es nicht.

Die Anlage kostete 41 Millionen Euro. Installiert wurde sie an 40 Bahnhöfen.

An den übrigen 5.360 hängt ein Zettel. Auf dem steht: Bitte lächeln.

Im ersten Monat wurden 2,4 Millionen Gesichter erfasst. Kontrolliert wurde damit kein einziges.

Eine Fahrkarte prüft das System nämlich nicht. Es erkennt nur Gesichter.

Wer bezahlt hat, sieht man einem Gesicht nicht an. Das steht in keiner Vorlage.

Herr Adamczyk fährt täglich zur Frühschicht. Er hat eine Monatskarte und ein müdes Gesicht.

Das System stufte ihn im Juli dreimal als Schwarzfahrer ein. Beim vierten Mal lächelte er vorsichtshalber.

Seitdem gilt er als zufrieden. Seine Monatskarte prüft weiterhin niemand.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Erkennungsrate 99,4 Prozent, nur das eigene Personal fällt durch +++

+++ 41 Millionen Euro für 40 Bahnhöfe, kontrolliert wird kein Ticket +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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