Die Bahn schreibt den Fahrplan jetzt als Gedicht

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Die Bahn schreibt den Fahrplan jetzt als Gedicht

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ladezeit: 8)

Fahrplan-Gedicht Satire: Waschbär auf dem Bahnsteig liest ein Plakat mit gedichtartig gesetztem Text im Schaukasten

Ein Reisender vor dem gereimten Fahrplan. Verbindlich ist nur die letzte Zeile. Foto: wpa (Symbolbild)

Weimar (wpa) – Die Deutsche Bahn veröffentlicht ihren Fahrplan künftig als Gedicht. Die Zeiten stehen in Reimen.

Reime binden weniger als Zahlen. Das gilt als Vorteil.

„Sprache schafft Nähe“, sagt Kommunikationschef Ulf Versmaß. Nähe ersetzt Genauigkeit.

Genau war der Fahrplan selten. Jetzt ist er wenigstens schön.

Die Abfahrt heißt: Wenn der Morgen graut, fährt, wer sich traut.

Wer sich traut, steht am Gleis. Getraut hat sich der Reisende.

Die Ankunft heißt: irgendwann, so gut es kann.

So gut es kann ist unbestimmt. Unbestimmtheit ist gewollt.

Gewollt ist der Spielraum. Ein Reim hat keinen Anspruch.

Verbindlich ist nur die letzte Zeile. Sie lautet: Es kommt, wie es kommt.

Geschrieben wurde das Werk von einer KI. Sie lernte aus alten Plänen.

Alte Pläne waren voller Verspätung. Die KI reimt sie schön.

Schön gereimt bleibt die Verspätung. Sie klingt nur besser.

Ausgehängt wird das Gedicht im Bahnhof. Neben dem Aushang von September.

Der Aushang von September stimmt nicht mehr. Das Gedicht stimmte nie.

Fahrgastverbände nennen das Verhöhnung. Die Bahn nennt es Kultur.

Kultur kostet 610.000 Euro. Ein Fahrplan hätte weniger gekostet.

Weniger, aber ohne Reim. Reim wirbt sich besser.

Frau Böhm las das Gedicht im Juli. Sie fand es ergreifend.

Ergriffen verpasste sie den Zug. Er kam, wie es kam.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Von einer KI aus alten Plänen gereimt +++

+++ 610.000 Euro, ein Fahrplan hätte weniger gekostet +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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