Das letzte Bahnhofscafé schließt, der Automat bleibt

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Das letzte Bahnhofscafé schließt, der Automat bleibt

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ladezeit: 8)

Bahnhofscafé Satire: Waschbär vor einem geschlossenen, verrammelten Bahnhofscafé mit einem Automaten daneben

Das geschlossene Café. Der Automat läuft rund um die Uhr. Foto: wpa (Symbolbild)

Essen (wpa) – Das letzte bediente Café im Bahnhof Essen hat geschlossen. An seiner Stelle steht ein Automat.

Der Automat schenkt keinen Kaffee aus. Er wirft ihn aus.

„Wir modernisieren die Fläche“, sagt Immobilienchefin Renate Ladenfläche. Modern ist der Automat.

Der Automat nimmt nur Karte. Bargeld gilt als von gestern.

Von gestern ist auch die Bedienung. Sie kostete Personal.

Personal kostet Miete an sich selbst. Der Automat zahlt keine.

Gezahlt wird für den Strom. Der Automat läuft rund um die Uhr.

Rund um die Uhr ist er meist leer. Nachgefüllt wird einmal die Woche.

Einmal die Woche kommt ein Dienst. Dazwischen bleibt das Fach leer.

Leer bleibt auch der Raum. Die Stühle wurden entfernt.

Entfernt wurden sie wegen der Verweildauer. Sie war zu hoch.

Zu hoch bedeutet: Leute blieben. Bleiben kostet Fläche.

Die Fläche soll sich rechnen. Ein Automat rechnet sich besser.

Besser für die Bilanz, schlechter für den Reisenden. Er steht jetzt.

Stehen kann man am Automaten. Sitzen kann man nicht.

Für Wartende gibt es eine Bank. Sie ist aus Metall.

Aus Metall und so geformt, dass niemand liegt. Das war gewünscht.

Gewünscht ist der kurze Aufenthalt. Der Zug macht ihn lang.

Lang ist die Verspätung, kurz die Geduld. Beides trifft sich am Automaten.

Frau Peters wartete im Juli zwei Stunden. Sie wollte einen Kaffee im Sitzen.

Den Kaffee gab der Automat. Das Sitzen gab es nicht mehr.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Automat nimmt nur Karte, nachgefüllt wird einmal die Woche +++

+++ Stühle entfernt wegen zu hoher Verweildauer +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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