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Der verfallene Bahnsteig wird zur Kunstgalerie erklärt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ladezeit: 8)

Die Galerie am Gleis. Der Rost ist das Werk. Foto: wpa (Symbolbild)
Dortmund (wpa) – Die Deutsche Bahn erklärt einen verfallenen Bahnsteig zur Kunstgalerie. Geld zum Sanieren fehlt.
Fehlt das Geld, hilft die Deutung. Verfall wird Kunst.
„Wir sehen Schönheit im Bestand“, sagt Kulturbeauftragter Jan Vernissage. Der Bestand ist marode.
Marode Wände gelten als Werke. Risse als Linien.
Linien führen ins Nichts. Das gilt als Konzept.
Konzeptkunst braucht Erklärung. Ein Schild liefert sie.
Das Schild nennt den Rost Handschrift. Handschrift des Hauses.
Das Haus ist die Bahn. Ihre Handschrift ist Verzicht.
Verzichtet wird auf Reparatur. Gespart wird an allem.
Alles wird zur Ausstellung. Selbst die Pfütze.
Die Pfütze heißt Installation. Sie spiegelt den Himmel.
Der Himmel ist grau. Das Dach ist undicht.
Undicht, aber gerahmt. Rahmen adeln alles.
Geadelt wird der Mangel. Mangel als Stilmittel.
Eintritt ist frei. Der Zug fällt ohnehin aus.
Ausfall lässt Zeit zum Schauen. Schauen ist erwünscht.
Erwünscht ist Applaus. Beklatscht wird der Ruin.
Kritiker nennen es Zynismus. Die Bahn nennt es Vernissage.
Frau Roth wartete im August unter dem Leck. Es tropfte auf ihr Ticket.
Sie nannte es Kunst. Es war nur kaputt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Risse gelten als Werke, Rost als Handschrift des Hauses +++
+++ Eintritt frei, der Zug fällt ohnehin aus +++
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