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Bei langer Fahrt verteilt die Bahn jetzt Testament-Formulare
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ladezeit: 8)

Das Formular am Zugtisch. Nur für alle Fälle. Foto: wpa (Symbolbild)
Hamburg (wpa) – Die Deutsche Bahn legt bei langen Fahrten Formulare aus. Es sind Testament-Vordrucke.
Manche Fahrt nimmt kein Ende. Da will man vorsorgen.
„Wir denken an alles“, sagt Rechtschefin Carla Nachlass. Gedacht ist es als Service.
Das Formular liegt am Platz. Neben der Speisekarte.
Die Speisekarte ist leer. Das Formular ist voll bedruckt.
Bedruckt mit Feldern für alles. Für den Fall der Fälle.
Der Fall tritt nicht ein. Der Zug kommt doch an.
Er kommt spät, aber an. Bisher immer.
Bisher hat niemand unterschrieben. Der Kugelschreiber fehlt.
Der Kugelschreiber ist angekettet. Die Kette ist zu kurz.
Zu kurz zum Schreiben, lang genug zum Winken. Man winkt ab.
Abgewunken wird die Vorsorge. Man bleibt lieber optimistisch.
Optimismus hält die Fahrt aus. Auch die längste.
Die längste dauert Stunden. Verhungert ist keiner.
Keiner geht verloren, nur die Zeit. Sie kommt nicht wieder.
Wieder da ist man am Ziel. Irgendwann.
Irgendwann ist eine Uhrzeit. Sie steht nicht im Plan.
Kritiker nennen es makaber. Die Bahn nennt es Fürsorge.
Frau Graf las das Formular im Juli. Sie faltete einen Hut daraus.
Der Hut hielt bis zur Ankunft. Länger als der Fahrplan.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Formular liegt aus, nur für alle Fälle, sagt die Bahn +++
+++ Ausgefüllt hat es keiner, der Zug kam vorher an +++
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