Zahlen, bitte
„Was auf der Straße eine endlose Lkw-Kolonne wäre, zieht auf der Schiene eine einzige Lok geräuschlos hinter sich her.“
Wie viele Container passen auf einen Güterzug?
→ Zahlen rund um den Containerzug.
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Kurz gesagt
Ein langer Containerzug kann bis zu rund 90 Standardcontainer befördern. Damit ersetzt ein einziger Zug eine ganze Kolonne von Lastwagen und bringt die Ware mit einem Bruchteil der Energie ans Ziel.
Wer an einem Bahnübergang wartet, während ein endlos langer Güterzug vorbeirollt, ahnt kaum, welche Menge an Ladung da an ihm vorüberzieht.
Auf den flachen Wagen stapeln sich Container in allen Farben, jeder von ihnen vollgepackt mit Waren aus aller Welt.
Wie viele dieser Container ein einziger Zug tatsächlich befördert, überrascht die meisten Menschen, wenn sie zum ersten Mal davon hören.

Der Containerzug in Zahlen
~90
Standardcontainer
auf einem langen Zug
740 m
maximale Länge
im deutschen Netz
1 Lok
zieht alles
statt vieler Lastwagen
Werte je nach Container-Größe und Zuglänge; ein Standardcontainer entspricht der Einheit TEU von zwanzig Fuß.
Der Container als Maß aller Dinge
Im weltweiten Warenverkehr hat sich der genormte Container als einheitliches Maß durchgesetzt und alles verändert.
Sein Grundmaß ist der zwanzig Fuß lange Standardcontainer, nach dem die ganze Branche ihre Mengen zählt.
Weil dieser Container überall gleich ist, lässt er sich nahtlos vom Schiff auf die Bahn und weiter auf den Lastwagen umladen.
Genau diese Einheitlichkeit macht ihn zum idealen Passagier für den Güterzug.

Wie viele auf den Zug passen
Ein langer Containerzug im deutschen Netz kann bis zu rund neunzig solcher Standardcontainer befördern.
Verteilt sind sie auf eine lange Reihe flacher Tragwagen, auf denen sich die Container einzeln oder gestapelt festmachen lassen.
Die genaue Zahl hängt davon ab, ob es sich um kurze oder lange Container handelt und wie sie verteilt werden.
In jedem Fall aber transportiert ein einziger Zug eine Menge, für die man auf der Straße Dutzende Lastwagen bräuchte.
Gut zu wissen
Ein Standardcontainer entspricht der Einheit TEU, also einem zwanzig Fuß langen Container – nach ihm zählt die ganze Branche.
Die Zuglänge von 740 Metern richtet sich nach den Ausweichgleisen, in denen der Zug halten können muss.
Die Länge setzt die Grenze
Wie viele Container ein Zug tragen kann, hängt vor allem von seiner erlaubten Länge ab.
Im deutschen Netz dürfen Güterzüge in der Regel bis zu siebenhundertvierzig Meter lang sein.
Diese Grenze ergibt sich aus der Länge der Überholgleise und Bahnhöfe, an denen der Zug halten können muss.
Wäre der Zug länger, würde er nicht mehr in diese Ausweichgleise passen und den Betrieb blockieren.
Eine Lok für die ganze Last
Das eigentlich Erstaunliche ist, dass für diese gewaltige Ladung meist eine einzige Lokomotive genügt.
Weil das Stahlrad auf der Stahlschiene mit so wenig Reibung rollt, lässt sich enormes Gewicht mit vergleichsweise wenig Kraft bewegen.
Eine kräftige Ellok zieht deshalb einen ganzen Zug voller Container ohne Mühe über weite Strecken.
Auf der Straße bräuchte man für dieselbe Ladung eine lange Kolonne einzeln fahrender Lastwagen.
Der Weg über das Meer
Viele der Container, die über deutsche Schienen rollen, haben zuvor eine weite Reise über das Meer hinter sich.
In den großen Seehäfen werden sie vom Schiff direkt auf den Güterzug umgeladen und ins Landesinnere gebracht.
Diese enge Verzahnung von Schiff und Bahn ist das Rückgrat des weltweiten Warenverkehrs.
Der Container macht diesen reibungslosen Wechsel überhaupt erst möglich, weil er überall gleich ist.
Warum die Schiene im Vorteil ist
Für den Transport großer Mengen über weite Strecken ist die Bahn dem Lastwagen deutlich überlegen.
Ein Containerzug verbraucht je Tonne und Kilometer nur einen Bruchteil der Energie eines Lastwagens.
Zugleich entlastet er die überfüllten Autobahnen und verursacht weniger Lärm und Abgase.
Gerade beim Transport von Containern über lange Strecken spielt die Schiene deshalb ihre größte Stärke aus.
Die Herausforderung der letzten Meile
So stark die Bahn über weite Strecken ist, so sehr hat sie mit der letzten Meile zu kämpfen.
Denn nur die wenigsten Fabriken und Lager haben heute noch einen eigenen Gleisanschluss.
Deshalb muss der Container am Ende doch wieder auf einen Lastwagen umgeladen werden, der ihn zum Ziel bringt.
Dieser Wechsel kostet Zeit und Geld und ist einer der Gründe, warum die Straße noch immer so stark ist.
Was die Zahl bedeutet
Am Ende steht hinter den rund neunzig Containern eines einzigen Zuges eine einfache, aber starke Botschaft.
Sie zeigt, wie viel Ladung sich auf der Schiene bündeln lässt, wenn man sie nur lässt.
Jeder volle Containerzug nimmt eine lange Lkw-Kolonne von der Straße und spart große Mengen Energie.
Darin liegt das stille Versprechen des Güterverkehrs auf der Schiene, das im Alltag oft übersehen wird.
Häufige Fragen
Wie viele Container passen auf einen Güterzug?
Warum sind Güterzüge nicht länger?
Reicht eine Lok für so viel Ladung?
Was ist ein TEU?
Warum braucht man am Ende doch Lastwagen?
Weiterfahrt
→ Wie schwer ist ein Zugrad? – die Last auf der Schiene
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