Bahn-Slam · Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie reisen gerade mit dem kleinsten CO₂-Rucksack im ganzen Verkehr. Gern geschehen.“
Wie viel CO₂ spart eine Bahnfahrt?
→ Dieselbe Strecke, fünf Verkehrsmittel, fünf sehr verschiedene Rucksäcke aus Treibhausgas.
Lesezeit: 7 Minuten · Klima & Zahlen
Kurz gesagt
Viel. Nach den Zahlen des Umweltbundesamts für 2023 verursacht ein Pkw im Schnitt 164 Gramm Treibhausgas pro Person und Kilometer. Die Bahn im Nahverkehr kommt auf 49 Gramm, im Fernverkehr auf noch weniger, ein innerdeutscher Flug auf über 200. Wer die Bahn statt des Autos nimmt, spart also grob zwei Drittel; wer sie statt des Flugzeugs nimmt, fast alles. Der Grund ist einfach: Ein Zug teilt seinen Verbrauch auf viele Menschen auf – und fährt zunehmend mit Ökostrom.
Stellen wir uns vier Menschen vor, die von Köln nach München wollen.
Der eine fährt Auto, der zweite fliegt, der dritte nimmt den Fernbus, der vierte den ICE.
Alle vier kommen an – aber jeder trägt einen anderen Rucksack.
In dem Rucksack steckt das Treibhausgas, das die Reise verursacht hat.
Und diese Rucksäcke sind unterschiedlich schwer, als hätte der eine ein Federbett gepackt und der andere einen Sack Zement.

Die Zahl, die alles sagt
Das Umweltbundesamt rechnet den Verkehr jedes Jahr durch: Wie viel Treibhausgas entsteht pro Person und pro Kilometer?
Für 2023 sieht die Rechnung so aus.
Ein Pkw verursacht im Schnitt 164 Gramm, besetzt mit im Mittel nur rund anderthalb Personen.
Die Bahn im Nahverkehr kommt auf 49 Gramm, im Fernverkehr auf noch weniger.
Ein innerdeutscher Flug liegt bei über 200 Gramm – der schwerste Rucksack von allen.
Treibhausgas pro Person und Kilometer (2023)
≈ 32 g
Bahn Fernverkehr
ICE, IC – im Vergleich mit dem deutschen Strommix gerechnet
49 g
Bahn Nahverkehr
Regionalbahn
29 g
Reisebus
der sparsamste, weil fast immer voll
92 g
Linienbus
im Nahverkehr
164 g
Pkw
im Schnitt mit rund 1,4 Personen besetzt
> 200 g
Flugzeug
innerdeutscher Flug – die höchste Klimalast pro Kopf
Quelle: Umweltbundesamt, „Vergleich der Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr“, Bezugsjahr 2023 (Modell TREMOD). Angaben in Gramm CO₂-Äquivalent pro Personenkilometer, gerundet.
Warum die Bahn so viel besser abschneidet
Der Trick ist kein Trick, sondern Teilen.
Ein Auto bewegt fast sein eigenes Gewicht, um eine oder zwei Personen zu transportieren.
Ein voller Zug verteilt seinen Verbrauch auf hunderte Menschen – jeder Einzelne trägt nur einen winzigen Anteil.
Dazu kommt der Strom: Der Fernverkehr fährt rechnerisch mit Ökostrom, der Bahnstrommix war 2025 zu über 70 Prozent erneuerbar.
Ein Auto dagegen verbrennt in aller Regel noch Benzin oder Diesel, direkt unter der Motorhaube.
Warum die Fernverkehrs-Zahl schwankt
Das Umweltbundesamt rechnet die Bahn mit dem allgemeinen deutschen Strommix – so kommt der Fernverkehr auf rund 32 Gramm.
Die Deutsche Bahn selbst rechnet ihren Fernverkehr mit dem eigenen Ökostrom und kommt dann auf einen Wert nahe null.
Beide Zahlen sind ehrlich – sie beantworten nur verschiedene Fragen. Für einen fairen Vergleich mit Auto und Flugzeug nehmen wir die Zahl des Umweltbundesamts.
Was das für eine echte Reise bedeutet
Auf der Strecke Köln–München, rund 570 Kilometer, ergibt das grob folgendes Bild.
Mit dem Auto entstehen fast hundert Kilogramm Treibhausgas pro Person, mit dem Flugzeug noch mehr.
Mit der Bahn sind es je nach Rechnung ein paar Kilogramm bis fast nichts.
Das ist der Unterschied zwischen einem Sack Zement und einem Federbett – auf einer einzigen Fahrt.
Zum Mitnehmen
Bahn statt Auto spart grob zwei Drittel des Treibhausgases pro Kilometer.
Bahn statt innerdeutschem Flug spart fast alles.
Der einzige, der noch etwas besser dasteht als die Bahn, ist der volle Reisebus – weil er selten leer fährt.
Häufige Fragen zum CO₂ der Bahn
Wie viel CO₂ spart die Bahn gegenüber dem Auto?
Wie viel spart die Bahn gegenüber dem Flugzeug?
Warum ist die Bahn so klimafreundlich?
Stimmt es, dass der ICE fast kein CO₂ verursacht?
Ist der Fernbus wirklich klimafreundlicher als die Bahn?
Zählt bei der Bahn auch der Bau der Strecken?
Woher kommen die Zahlen?
Quellen
Umweltbundesamt: „Vergleich der Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr“, Bezugsjahr 2023, Modell TREMOD; Umweltbundesamt, Themenseite Emissionsdaten; Allianz pro Schiene, Treibhausgas-Emissionen.
Alle Werte in Gramm CO₂-Äquivalent pro Personenkilometer, gerundet. Die Beispielrechnung Köln–München ist eine Überschlagsrechnung. Stand: September 2026.
Weiterfahrt
→ Fährt die Bahn mit Ökostrom? – die 100-Prozent-Frage
→ Macht die Bahn Gewinn? – die Bilanz einfach erklärt
→ Ein Klimaticket für Deutschland? – Österreichs Modell im Vergleich
