Stimmt es, dass …?
„Sehr geehrte Fahrgäste, kein anderes Unternehmen in Deutschland verbraucht mehr Strom als wir.“
Stimmt es, dass die Bahn Deutschlands größter Stromverbraucher ist?
→ Rund 10 Milliarden Kilowattstunden im Jahr – kein einzelnes Unternehmen braucht mehr.
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Kurz gesagt
Ja. Die Deutsche Bahn ist der größte einzelne Stromverbraucher Deutschlands. Sie benötigt rund 10 Terawattstunden im Jahr – etwa zwei Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs. Der Anteil an Ökostrom liegt inzwischen bei über 70 Prozent.
Tausende elektrische Züge, rund um die Uhr unterwegs – das braucht enorm viel Strom.
So viel, dass die Bahn beim Stromverbrauch ganz oben steht, noch vor jedem Industriekonzern.

Rund 10 Terawattstunden im Jahr
Die Deutsche Bahn verbraucht jährlich rund 10 Terawattstunden Strom.
Das ist mehr als jedes andere einzelne Unternehmen im Land.
Eine Terawattstunde ist eine Milliarde Kilowattstunden – eine schier unvorstellbare Menge.
Gemessen am gesamten deutschen Stromverbrauch von etwa 464 Terawattstunden sind das rund zwei Prozent.
Für einen einzigen Konzern ist das gewaltig – kaum ein anderer Verbraucher kommt in diese Größenordnung.
Bahn-Strom in Zahlen
~10 TWh
pro Jahr
Stromverbrauch der DB
~2 %
des deutschen Verbrauchs
von rund 464 TWh
>70 %
Ökostrom
Anteil erneuerbarer Energien
Größter einzelner Stromverbraucher Deutschlands.
Quelle: Angaben der Deutschen Bahn.
Warum die Bahn so viel braucht
Der Grund liegt in der schieren Menge: Tausende Züge, viele davon schwer und schnell, fahren jeden Tag über das Netz.
Jeder ICE, jede S-Bahn, jeder elektrische Güterzug zieht Strom aus der Oberleitung.
Dazu kommen Bahnhöfe, Werkstätten, Stellwerke und die gesamte Infrastruktur.
Auch sie brauchen Energie.
In der Summe ergibt sich ein Verbrauch, der den eines ganzen Großkraftwerks über das Jahr auffrisst.
Trotzdem ist die Bahn beim Energieverbrauch pro Kopf sehr sparsam.
Weil ein Zug so viele Menschen auf einmal befördert, verbraucht er pro Fahrgast und Kilometer wenig – deutlich weniger als das Auto oder das Flugzeug.
Der Weg zum Ökostrom
Weil die Bahn so viel Strom braucht, ist entscheidend, woher er kommt.
Hier hat sich viel getan: Der Anteil erneuerbarer Energien am Bahnstrom liegt inzwischen bei über 70 Prozent – und soll weiter steigen.
Die Bahn bezieht Strom aus Wasserkraft, Wind und Sonne und schließt eigene Verträge mit Ökostrom-Anlagen.
Ihr Ziel ist, den Betrieb vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen und so klimaneutral zu fahren.
Das macht den hohen Verbrauch zu einem Hebel: Wird der Bahnstrom grün, wird das Bahnfahren noch klimafreundlicher.
Der größte Stromverbraucher des Landes kann so zum Vorreiter der Energiewende werden.

Das Urteil
Stimmt.
Die Deutsche Bahn ist mit rund 10 Terawattstunden im Jahr der größte einzelne Stromverbraucher Deutschlands.
Doch pro Fahrgast ist sie sparsam – und mit über 70 Prozent Ökostrom auf einem guten Weg.
Um die Zahl greifbar zu machen, hilft ein Vergleich.
10 Terawattstunden entsprechen etwa dem Jahresverbrauch von rund drei Millionen Haushalten.
Ein einziges Unternehmen verbraucht also so viel wie eine ganze Großstadt.
Möglich macht das die schiere Zahl der Züge.
Zu jeder Minute sind tausende elektrische Fahrzeuge unterwegs, viele davon schwer und schnell.
Jeder Anfahrvorgang, jede Steigung, jede Klimaanlage zieht Strom aus der Oberleitung.
Doch die absolute Zahl täuscht.
Entscheidend ist der Verbrauch pro Leistung – und da ist die Bahn extrem effizient.
Weil ein Zug hunderte Menschen auf einmal bewegt, entfällt auf jeden einzelnen nur wenig Energie.
Pro Personenkilometer verbraucht die Bahn deutlich weniger als das Auto und ein Vielfaches weniger als das Flugzeug.
Der hohe Gesamtverbrauch ist also kein Zeichen von Verschwendung, sondern von schierer Transportmenge.
Weil die Bahn so viel Strom braucht, ist die Herkunft dieses Stroms ein großer Hebel fürs Klima.
Jeder Prozentpunkt mehr Ökostrom macht Millionen Zugfahrten sauberer.
Deshalb investiert die Bahn stark in erneuerbare Energien.
Sie schließt langfristige Verträge mit Wind- und Solarparks und baut ihren Ökostrom-Anteil Jahr für Jahr aus.
Das Ziel ist ein klimaneutraler Betrieb – der größte Stromverbraucher soll zum Vorbild der Energiewende werden.
So verwandelt sich die beeindruckende Zahl in eine Chance.
Wer so viel Strom verbraucht und ihn konsequent grün macht, kann viel bewegen.
Der hohe Verbrauch der Bahn ist am Ende ein Argument für die Schiene, nicht gegen sie.
Interessant ist auch, dass die Bahn ihr eigenes Stromnetz betreibt.
Mit einer besonderen Frequenz von 16,7 Hertz und eigenen Leitungen ist sie ein Stromverbraucher der besonderen Art – halb Kunde, halb eigener Versorger.
Diese Unabhängigkeit hat Vorteile: Die Bahn kann ihren Bedarf gezielt steuern und eigene Ökostrom-Quellen anbinden.
Zugleich trägt sie die Verantwortung, diesen riesigen Verbrauch sauber und zuverlässig zu decken.
Am Ende ist der riesige Stromhunger der Bahn also kein Makel, sondern die Kehrseite ihrer Stärke: Sie bewegt enorm viele Menschen und Güter auf einmal.
Wird dieser Strom grün, wird aus dem größten Verbraucher ein Gewinn fürs Klima.
Zum Einordnen
Die DB verbraucht rund 10 Terawattstunden Strom im Jahr – mehr als jedes andere Unternehmen.
Das sind etwa zwei Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs (rund 464 TWh).
Über 70 Prozent des Bahnstroms stammen bereits aus erneuerbaren Energien.
Häufige Fragen
Ist die Bahn wirklich der größte Stromverbraucher?
Wie viel ist das im Vergleich?
Ist Bahnfahren deshalb umweltschädlich?
Woher kommt der Bahnstrom?
Weiterfahrt
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