Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, über Ihnen hängen 15.000 Volt – in exakt berechneter Höhe.“
Wie hoch hängt die Oberleitung?
→ Der Fahrdraht über dem Zug folgt strengen Regeln. Hier sind die Zentimeter und die Volt.
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Kurz gesagt
Der Fahrdraht hängt bei der Deutschen Bahn im Regelfall 5,50 Meter über der Schienenoberkante. Erlaubt sind zwischen 4,95 und 6,50 Meter. Durch die Leitung fließen 15.000 Volt – deshalb ist jede Berührung lebensgefährlich.
Damit der Stromabnehmer eines Zuges immer Kontakt hat, muss der Fahrdraht in einer genau definierten Höhe hängen.
Die Regelfahrdrahthöhe liegt bei der DB Netz bei 5,50 Metern über der Schienenoberkante.
Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken hängt der Draht etwas tiefer, bei rund 5,30 Metern.
Das macht den Kontakt bei Tempo 300 ruhiger und gleichmäßiger – ein wichtiger Punkt, wenn der Bügel mit hoher Geschwindigkeit entlanggleitet.
Der Fahrdraht in Zahlen
5,50 m
Regelhöhe
über der Schiene
4,95 m
Minimum
laut EBO
6,50 m
Maximum
zulässige Höhe
15 kV
Spannung
bei 16,7 Hertz
Vorgabe der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO).
Quelle: Wikipedia (Oberleitung).

Klare Grenzen nach oben und unten
Nach unten und oben gibt es feste Grenzen.
Mindestens 4,95 Meter schreibt die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung seit 1967 vor, in S-Bahn-Tunneln sind es 4,80 Meter.
Höchstens darf der Draht 6,50 Meter über der Schiene liegen.
Diese Spanne ist nötig, weil der Draht nicht überall gleich hoch verlaufen kann.
An Brücken und in Tunneln muss er tiefer hängen, an Bahnübergängen dafür höher, damit hohe Fahrzeuge sicher darunter durchpassen.
Der Stromabnehmer gleicht diese Höhenunterschiede aus.
Er wird von unten gegen den Draht gedrückt und folgt ihm nach oben und unten.
So bleibt der Kontakt erhalten, auch wenn der Draht mal höher, mal tiefer hängt.
Warum die Höhe so genau sein muss
Hängt der Draht zu hoch, verliert der Stromabnehmer den Kontakt – der Zug bekommt keinen Strom mehr.
Hängt er zu tief, drohen Fahrzeuge oder Ladung ihn zu berühren.
Beides wäre gefährlich.
Deshalb wird die Höhe millimetergenau geplant und regelmäßig überprüft.
Spezielle Messfahrzeuge fahren die Strecken ab und kontrollieren, ob der Draht überall in der richtigen Lage hängt.
Auch die Spannung des Drahtes selbst zählt.
Er wird straff gespannt, damit er nicht durchhängt.
Große Gewichte an den Enden ziehen ihn nach – und gleichen zugleich aus, dass sich das Metall bei Wärme ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht.
15.000 Volt – lebensgefährlich
Durch den Fahrdraht fließen 15.000 Volt bei einer Frequenz von 16,7 Hertz.
Das ist ein Vielfaches der Spannung aus der Steckdose.
Schon die Nähe zum Draht kann tödlich sein – der Strom springt notfalls über.
Deshalb ist das Klettern auf Züge oder Masten lebensgefährlich.
Immer wieder verunglücken Menschen, die dem Draht zu nahe kommen.
Wichtig zu wissen: Man muss ihn nicht einmal berühren, damit der Strom überspringt.
Für Fahrgäste ist das kein Thema – der Draht hängt weit über ihnen.
Doch das Wissen darum erklärt, warum entlang der Strecken überall Warnschilder stehen und warum Oberleitungen mit so viel Respekt behandelt werden.

Warum Wechselstrom mit 16,7 Hertz?
Die 15.000 Volt sind nur die halbe Wahrheit.
Ebenso besonders ist die Frequenz: 16,7 Hertz statt der 50 Hertz aus der Steckdose.
Dieses eigene Bahnstromsystem hat historische Gründe und reicht über hundert Jahre zurück.
Früher taten sich Motoren mit den üblichen 50 Hertz schwer.
Die niedrigere Frequenz ließ sich für die großen Bahnmotoren besser nutzen.
Deshalb baute man ein eigenes Netz auf – mit eigenen Kraftwerken und Leitungen nur für die Bahn.
Bis heute hat die Bahn dieses eigene Stromnetz.
Es macht sie unabhängiger vom öffentlichen Netz, verlangt aber auch eigene Umformer und Leitungen.
Ein Erbe der Frühzeit, das den Betrieb bis heute prägt.
Der Stromabnehmer als Schlüssel
Damit der Strom in den Zug kommt, drückt ein Stromabnehmer von unten gegen den Draht.
Dieser Bügel ist gefedert und gleicht jede Höhenänderung aus – ob der Draht nun 5,30 oder 6 Meter hoch hängt.
Oben trägt der Bügel eine Schleifleiste, oft aus Kohle.
Sie gleitet am Draht entlang und nimmt den Strom ab.
Weil sie sich abnutzt, wird sie regelmäßig getauscht – ein Verschleißteil, das ständig unter Spannung arbeitet.
Bei hohem Tempo ist das eine Kunst für sich: Der Bügel muss den Draht sicher berühren, ohne abzuheben oder zu stark zu drücken.
Genau deshalb hängt der Draht auf Schnellstrecken etwas tiefer und besonders gleichmäßig.
Übrigens ist die Oberleitung nicht die einzige Möglichkeit, Strom zum Zug zu bringen.
U-Bahnen und manche S-Bahnen nutzen eine seitliche Stromschiene am Boden.
Bei der großen Bahn aber hat sich die Oberleitung durchgesetzt – hoch oben und außer Reichweite.
Genau diese Höhe ist ihr großer Vorteil: Sie hält die 15.000 Volt sicher fern von Menschen und Fahrzeugen.
Der Draht kann so viel Spannung führen, weil niemand im Alltag in seine Nähe kommt – solange man nicht auf Züge oder Masten klettert.
Zum Einordnen
Regelhöhe des Fahrdrahts: 5,50 Meter über der Schiene, auf Schnellstrecken rund 5,30.
Erlaubt sind 4,95 bis 6,50 Meter; in S-Bahn-Tunneln mindestens 4,80.
Spannung: 15.000 Volt bei 16,7 Hertz – jede Annäherung ist lebensgefährlich.
Häufige Fragen
Wie hoch hängt die Oberleitung normalerweise?
Welche Grenzen gelten?
Wie viel Spannung liegt an?
Wie bleibt der Kontakt bei wechselnder Höhe?
Warum hängt der Draht in Tunneln tiefer?
Weiterfahrt
→ Wie viele Reisezentren hat die Bahn? – noch eine Zahl
→ Fahren Züge bei Hitze langsamer? – auch der Draht dehnt sich
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