Wie barrierefrei ist die Bahn? Die Zahlen

Zahlen, bitte

„Ohne Stufe in den Zug – für viele Menschen entscheidet das über die ganze Reise.“

Wie barrierefrei ist die Bahn?

→ 89 Prozent der Bahnsteige stufenfrei – die Zahlen zum Zugang.

Lesezeit: 6 Minuten · Schalter: Zahlen bitte

Kurz gesagt

Für viele Menschen ist eine Stufe ein unüberwindbares Hindernis. Wie barrierefrei ist die Bahn also wirklich? Wir schauen auf die Zahlen zum Zugang.

Barrierefreiheit ist eine Frage der Teilhabe.

Wer im Rollstuhl sitzt, einen Kinderwagen schiebt oder schwer trägt, ist auf stufenlose Wege angewiesen.

Für sie entscheidet der Zugang darüber, ob eine Reise überhaupt möglich ist.

Baureihe 146 mit Doppelstockzug
Foto: Apdency, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

89 Prozent stufenfrei

Die Zahlen klingen zunächst gut: Rund 89 Prozent der Bahnsteige in Deutschland sind stufenfrei erreichbar – über Aufzüge, Rampen oder ebenerdige Zugänge.

Neun von zehn Bahnsteigen sind also grundsätzlich zugänglich.

Doch die restlichen elf Prozent sind für Betroffene entscheidend.

Ein einziger nicht barrierefreier Bahnhof auf der Strecke kann eine ganze Reise unmöglich machen.

Für die Betroffenen zählt jeder einzelne Bahnhof.

Barrierefreiheit in Zahlen

~89 %

der Bahnsteige

stufenfrei erreichbar

~11 %

noch mit Stufen

oft kleine Bahnhöfe

55/76 cm

Bahnsteighöhen

für den ebenen Einstieg

Stufenfrei ist nicht alles

Wichtig ist: Stufenfrei bedeutet nicht automatisch komplett barrierefrei.

Zur echten Barrierefreiheit gehört mehr – etwa der ebene Einstieg in den Zug, Leitstreifen für blinde Menschen und klare Ansagen.

Gerade der Spalt zwischen Bahnsteig und Zug ist ein Problem.

Ist die Höhe nicht abgestimmt, muss man doch eine Stufe überwinden.

Für einen wirklich ebenen Einstieg müssen Bahnsteig und Zug genau zusammenpassen.

Warum kleine Bahnhöfe hinterherhinken

Die nicht barrierefreien Bahnhöfe sind meist kleine Stationen mit wenigen Fahrgästen.

Ein Aufzug kostet dort ähnlich viel wie an einem großen Bahnhof, wird aber von viel weniger Menschen genutzt.

Trotzdem darf man sie nicht vergessen.

Denn auch auf dem Land leben Menschen mit Handicap, die mobil bleiben wollen.

Der Ausbau schreitet voran, aber langsam – und für die Betroffenen oft zu langsam.

Ein Ziel für alle

Das erklärte Ziel ist ein vollständig barrierefreies Netz.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Große Bahnhöfe sind meist ausgestattet, viele kleine noch nicht.

Barrierefreiheit nützt am Ende allen: Rollstuhlfahrern ebenso wie Eltern mit Kinderwagen, Reisenden mit Gepäck und älteren Menschen.

Ein zugänglicher Bahnhof macht die Bahn für alle einladender.

Was Aufzüge bedeuten

Herzstück der Barrierefreiheit sind Aufzüge und Rampen.

Sie bringen Menschen stufenlos vom Bahnhofsvorplatz auf den Bahnsteig.

Fällt ein Aufzug aus, ist der Bahnhof für manche schlagartig nicht mehr nutzbar.

Deshalb ist nicht nur der Bau, sondern auch die Wartung wichtig.

Ein defekter Aufzug macht die schönste Barrierefreiheit zunichte.

Die Bahn arbeitet daran, Ausfälle schneller zu beheben und früh zu melden.

Hilfe unterwegs

Neben baulichen Maßnahmen gibt es persönliche Hilfe.

Wer im Rollstuhl reist, kann Unterstützung beim Ein- und Aussteigen anmelden.

Mitarbeiter helfen dann mit einer Rampe über den Spalt zum Zug.

Dieser Service ist wertvoll, muss aber meist im Voraus angemeldet werden.

Für spontane Fahrten ist das eine Hürde.

Ein wirklich barrierefreier Einstieg, der ohne Hilfe funktioniert, bleibt deshalb das große Ziel.

Baureihe 111 und ICE 3 im Münchner Hauptbahnhof
Foto: Usien, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Barrierefrei nützt allen

Was für Menschen mit Behinderung unverzichtbar ist, hilft am Ende allen.

Ein Aufzug ist auch für Eltern mit Kinderwagen, für Reisende mit schwerem Gepäck und für ältere Menschen ein Segen.

Barrierefreiheit ist deshalb keine Nischenforderung, sondern ein Gewinn für den ganzen Bahnverkehr.

Ein zugänglicher Bahnhof ist ein einladender Bahnhof – für jeden.

Ein weiter Weg

Die 89 Prozent zeigen: Es ist schon viel geschehen, aber die letzten Schritte sind die schwersten.

Ausgerechnet die kleinen, teuren Bahnhöfe fehlen noch – und für die Betroffenen zählt jeder einzelne davon.

Das erklärte Ziel bleibt ein vollständig barrierefreies Netz.

Bis dahin braucht es Geduld, Geld und den Willen, auch die unrentablen Stationen nicht zu vergessen.

Technik und Service

Barrierefreiheit ist mehr als Beton und Aufzüge.

Auch klare Ansagen, gut lesbare Anzeigen und geschultes Personal gehören dazu.

Für blinde oder gehörlose Menschen sind sie ebenso wichtig wie die stufenlose Rampe.

Erst all das zusammen macht einen Bahnhof wirklich für alle nutzbar.

Die 89 Prozent stufenfreie Bahnsteige sind ein wichtiger Baustein, aber eben nur einer von mehreren.

Kurz gesagt: 89 Prozent stufenfreie Bahnsteige sind ein guter Wert, aber kein Grund zum Ausruhen.

Für die Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, zählt am Ende jeder einzelne Bahnhof.

Erst wenn wirklich jeder Bahnsteig für alle erreichbar ist, hat die Bahn dieses Ziel erreicht.

Bis dahin bleibt der barrierefreie Ausbau eine der wichtigsten Aufgaben.

Wer das nächste Mal bequem über einen Aufzug auf den Bahnsteig gelangt, denkt vielleicht daran: Was für ihn selbstverständlich ist, ist für viele andere die Voraussetzung dafür, überhaupt reisen zu können.

Kurz erklärt

Rund 89 Prozent der Bahnsteige sind stufenfrei erreichbar.

Die restlichen elf Prozent sind oft kleine Bahnhöfe – für Betroffene aber entscheidend.

Stufenfrei ist nicht dasselbe wie vollständig barrierefrei.

Wichtig ist auch der ebene Einstieg: Bahnsteig und Zug müssen zusammenpassen.

Häufige Fragen

Wie viele Bahnsteige sind barrierefrei?
Rund 89 Prozent sind stufenfrei erreichbar, über Aufzüge, Rampen oder ebenerdige Zugänge. Die restlichen elf Prozent sind es noch nicht.
Ist stufenfrei gleich barrierefrei?
Nicht ganz. Zur echten Barrierefreiheit gehören auch der ebene Einstieg in den Zug, Leitstreifen für blinde Menschen und klare Ansagen.
Warum sind kleine Bahnhöfe seltener barrierefrei?
Weil ein Aufzug dort ähnlich viel kostet wie an einem großen Bahnhof, aber von viel weniger Menschen genutzt wird. Der Ausbau dauert deshalb länger.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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