Wie viele Stellwerke gibt es? Rund 2.600 – von Hebeln aus dem Kaiserreich bis zum digitalen Stellwerk

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, Ihre Fahrstraße wird gestellt – vielleicht von einem Computer, vielleicht von einem Hebel aus dem Kaiserreich.“

Wie viele Stellwerke gibt es?

→ In manchem Stellwerk zieht noch ein Mensch an Hebeln, die älter sind als die Bundesrepublik.

Lesezeit: 7 Minuten · Netz & Technik

Kurz gesagt

Rund 2.600 Stellwerke steuern den Zugverkehr in Deutschland – und sie sind ein Museum der Technikgeschichte. Neben modernen elektronischen Anlagen stehen noch über 700 mechanische Stellwerke, in denen Menschen von Hand an Hebeln ziehen; viele davon gingen schon vor 1940 in Betrieb. Die Bahn will diesen Flickenteppich durch das digitale Stellwerk ersetzen: Am Ende sollen rund 280 solcher Computer-Stellwerke das ganze Netz steuern. Bis dahin ist es ein weiter Weg.

Ein Stellwerk ist das Gehirn eines Bahnhofs.

Von hier aus werden Weichen gestellt und Signale geschaltet, damit sich zwei Züge nie ins Gehege kommen.

Man sieht diese Gebäude oft am Rand der Gleise, ohne zu wissen, was in ihnen steckt.

Und was in ihnen steckt, reicht von uralten Hebeln bis zum Computer – manchmal nur wenige Kilometer voneinander entfernt.

Hebelbank in einem mechanischen Stellwerk
Handarbeit: die Hebelbank eines mechanischen Stellwerks. Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die große Zahl

Rund 2.600 Stellwerke steuern den Zugverkehr in Deutschland.

Sie sind ein wilder Mix aus mehreren Technik-Generationen, die alle nebeneinander weiterlaufen.

Über 700 davon sind noch rein mechanisch: Der Fahrdienstleiter zieht an großen Hebeln, die über Drahtseile die Weichen bewegen.

Viele dieser Anlagen gingen schon vor 1940 in Betrieb – sie sind älter als fast alles andere im Netz.

Stellwerke im Netz

≈ 2.600

Stellwerke insgesamt

mehrere Technik-Generationen

700+

noch mechanisch

Hebel und Drahtseile, teils vor 1940

1.326

Relaisstellwerke

die Technik der Nachkriegszeit

≈ 1.600

elektronisch

per Bildschirm gesteuert

280

digitale Stellwerke

das Ziel für das ganze Netz

> 100 Jahre

älteste im Einsatz

noch immer in Betrieb

Quellen: Deutsche Bahn, Deutscher Bundestag, Wikipedia „Digitales Stellwerk“. Zahlen aus verschiedenen Jahren, gerundet.

Vom Hebel zum Computer

Die Geschichte der Stellwerke ist eine Geschichte in Schichten.

Zuerst kam das mechanische Stellwerk mit Hebeln, dann das elektromechanische, dann das Relaisstellwerk mit Schaltern, schließlich das elektronische mit Bildschirmen.

Jede Generation liegt noch irgendwo im Netz – die Bahn hat nie alles auf einmal ausgetauscht.

Das Ergebnis ist ein Flickenteppich, der teuer zu warten ist: Für uralte Hebelbänke gibt es kaum noch Ersatzteile und immer weniger Fachleute.

Was das digitale Stellwerk ändern soll

Beim digitalen Stellwerk laufen Befehle nicht mehr über Drähte, sondern über Datenleitungen. Ein einziges Stellwerk kann so riesige Bereiche steuern.

Statt Tausender kleiner Anlagen sollen am Ende nur rund 280 digitale Stellwerke das ganze Netz lenken – ferngesteuert aus wenigen Zentralen.

Das spart Personal, macht das Netz flexibler und erlaubt mehr Züge auf denselben Gleisen. Der Umbau dauert aber Jahrzehnte.

Warum das alle betrifft

Alte Stellwerke sind ein stiller Grund für Verspätungen.

Fällt eine betagte Anlage aus, steht der Verkehr, bis jemand sie von Hand repariert.

Und weil viele Stellwerke nur begrenzt viele Fahrstraßen gleichzeitig stellen können, bremsen sie den Takt.

Die Modernisierung ist deshalb kein Technik-Spielzeug, sondern eine der wichtigsten Baustellen für eine pünktlichere Bahn.

Zum Weiterdenken

In einem mechanischen Stellwerk spürt der Fahrdienstleiter am Hebel, wie schwer die Weiche geht – Handwerk im Wortsinn.

Im digitalen Stellwerk ist derselbe Vorgang ein Mausklick, Hunderte Kilometer entfernt.

Zwischen diesen beiden Welten liegt das ganze Modernisierungsproblem der Bahn.

Häufige Fragen zu Stellwerken

Wie viele Stellwerke hat die Bahn?
Rund 2.600 steuern den deutschen Zugverkehr – von uralten mechanischen bis zu modernen elektronischen Anlagen.
Gibt es wirklich noch mechanische Stellwerke?
Ja, über 700. Dort zieht der Fahrdienstleiter an Hebeln, die über Drahtseile Weichen und Signale bewegen. Viele stammen aus der Zeit vor 1940.
Was ist ein digitales Stellwerk?
Eine Anlage, die Weichen und Signale über Datenleitungen steuert. Ein digitales Stellwerk kann riesige Bereiche fernsteuern; am Ende sollen rund 280 das ganze Netz lenken.
Warum tauscht die Bahn nicht einfach alle aus?
Weil es enorm teuer und aufwendig ist und im laufenden Betrieb geschehen muss. Der Umbau auf digitale Stellwerke dauert Jahrzehnte.
Was haben Stellwerke mit Verspätungen zu tun?
Alte Anlagen fallen häufiger aus und können nur begrenzt viele Fahrten gleichzeitig steuern. Beides bremst den Verkehr.
Wer bedient ein Stellwerk?
Der Fahrdienstleiter. Er stellt die Fahrstraßen – im alten Stellwerk von Hand, im digitalen per Bildschirm aus einer Zentrale.

Quellen

Deutsche Bahn (Themendienst Stellwerke), Deutscher Bundestag (Digitale Stellwerke), Wikipedia „Digitales Stellwerk“: rund 2.600 Stellwerke, Anteile mechanisch/Relais/elektronisch, Ziel von rund 280 digitalen Stellwerken.

Zahlen aus verschiedenen Jahren, gerundet. Stand: September 2026.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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