Ortstermin: Die Fehmarnsundbrücke

Ortstermin

„Über den Sund geht es hinüber zur Insel – unter einem stählernen Bogen hindurch.“

Fehmarnsundbrücke: der Kleiderbügel von 1963

→ Straße und Schiene über die Ostsee, unter einem markanten Bogen – wir sehen sie uns an.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Ihr markanter Bogen brachte ihr den Spitznamen Kleiderbügel ein: Die Fehmarnsundbrücke von 1963 verbindet das Festland mit der Insel Fehmarn und trägt Straße und Schiene zugleich. Wir haben sie besucht.

An der Ostsee, wo das Festland auf die Insel Fehmarn trifft, spannt sich ein markantes Bauwerk über das Wasser: die Fehmarnsundbrücke. Ihr geschwungener Stahlbogen ist weithin sichtbar.

Genau dieser Bogen brachte ihr den liebevollen Spitznamen ein: Kleiderbügel. Wer sie einmal gesehen hat, versteht sofort, warum. Sie ist zu einem echten Wahrzeichen der Region geworden.

Die Fehmarnsundbrücke, der Kleiderbügel
Foto: Superbass, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Straße und Schiene zugleich

Das Besondere: Die Brücke trägt beides. Oben verläuft die Straße, und auf ihr liegt zugleich ein Gleis für die Eisenbahn. So überqueren Autos und Züge den Fehmarnsund auf demselben Bauwerk.

Diese Kombination war sparsam und clever. Statt zweier Brücken baute man 1963 nur eine, die beide Verkehrswege aufnimmt. Für die Anbindung der Insel Fehmarn war das ein großer Fortschritt.

Die Fehmarnsundbrücke über dem Fehmarnsund
Foto: Dguendel, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Brücke ist Teil der sogenannten Vogelfluglinie, der kürzesten Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark. Über sie rollt der Verkehr Richtung Fähre und weiter nach Norden.

Die Fehmarnsundbrücke
Foto: Anja F, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Bogen als Markenzeichen

Der stählerne Bogen ist nicht nur schön, sondern auch nötig. Er trägt die Last der Fahrbahn und spannt sich weit über den Sund, ohne dass viele Pfeiler im Wasser stehen müssen.

Der Bogen der Fehmarnsundbrücke
Foto: Tungesdorp, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Diese Netzwerkbogen-Bauweise war für die damalige Zeit fortschrittlich. Sie machte die Brücke leicht und elegant zugleich – ein Grund, warum sie bis heute unter Denkmalschutz steht.

Die Fehmarnsundbrücke aus der Nähe
Foto: Vmenkov, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Bauwerk mit Geschichte

Seit über sechzig Jahren trägt die Brücke den Verkehr zur Insel. Historische Aufnahmen zeigen, wie wenig sich an ihrer markanten Gestalt geändert hat. Der Kleiderbügel ist ein Klassiker geblieben.

Die Fehmarnsundbrücke im Jahr 1975
Foto: Manfred Kopka, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Von verschiedenen Punkten am Ufer hat man herrliche Blicke auf das Bauwerk. Besonders bei Sonnenuntergang, wenn sich der Bogen gegen den Himmel abhebt, ist die Brücke ein beliebtes Fotomotiv.

Die Fehmarnsundbrücke
Foto: Vmenkov, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Nadelöhr wird ergänzt

So schön die Brücke ist, sie stößt an Grenzen. Für den wachsenden Verkehr, besonders im Hinblick auf den geplanten Tunnel unter dem Fehmarnbelt nach Dänemark, reicht sie allein nicht mehr aus.

Blick auf die Fehmarnsundbrücke
Foto: Vmenkov, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Deshalb wird die Querung ergänzt. Ein zusätzliches Bauwerk soll künftig mehr Verkehr aufnehmen. Der historische Kleiderbügel aber soll erhalten bleiben – zu sehr ist er ans Herz der Menschen gewachsen.

Die Fehmarnsundbrücke über der Ostsee
Foto: Vmenkov, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Unser Ortstermin zeigt: Die Fehmarnsundbrücke ist mehr als eine Verbindung. Als Kleiderbügel von 1963 trägt sie Straße und Schiene zugleich über die Ostsee – ein elegantes Wahrzeichen, das die Insel Fehmarn seit Generationen ans Festland bindet.

Die Fehmarnsundbrücke
Foto: Vmenkov, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Insel Fehmarn und ihre Anbindung

Fehmarn ist eine beliebte Ferieninsel in der Ostsee, bekannt für Sonne, Strand und Wind. Vor dem Bau der Brücke war sie nur mit der Fähre erreichbar. Die Brücke von 1963 änderte das grundlegend.

Seitdem sind Auto und Bahn die schnelle Verbindung zur Insel. Für den Tourismus und die Menschen vor Ort war das ein großer Gewinn – die Insel rückte näher ans Festland.

Teil einer großen Achse

Die Brücke liegt auf der Vogelfluglinie, der wichtigen Verbindung zwischen Deutschland und Skandinavien. Mit dem geplanten Tunnel unter dem Fehmarnbelt wird diese Achse noch bedeutender.

Dann wird auch über die Fehmarnsundquerung mehr Verkehr rollen. Die alte Brücke allein könnte das kaum bewältigen – ein Grund für den geplanten Ausbau der Querung.

So bleibt die Fehmarnsundbrücke ein Wahrzeichen, das Technik und Küstenlandschaft auf schöne Weise verbindet. Ihr eleganter Bogen gehört zur Ostsee wie das Rauschen der Wellen.

Ein Klassiker bleibt

Auch wenn die Querung ausgebaut wird, soll der alte Kleiderbügel erhalten bleiben. Zu sehr ist er zum Wahrzeichen geworden, als dass man ihn einfach abreißen würde.

So wird sich Altes und Neues ergänzen: der historische Bogen von 1963 neben einem modernen Bauwerk. Ein schönes Bild dafür, wie die Bahn ihre Geschichte bewahrt und zugleich in die Zukunft baut.

Und so bleibt der Kleiderbügel, was er seit über sechzig Jahren ist: das elegante Tor zur Insel Fehmarn.

Kurz erklärt

Fehmarnsundbrücke: 1963 eröffnet, verbindet Festland und Insel Fehmarn.

Ihr markanter Stahlbogen brachte ihr den Spitznamen Kleiderbügel ein.

Sie trägt Straße und Schiene zugleich – auf einem einzigen Bauwerk.

Teil der Vogelfluglinie nach Dänemark; sie wird für mehr Verkehr ergänzt.

Häufige Fragen zur Fehmarnsundbrücke

Warum heißt die Brücke Kleiderbügel?
Wegen ihres markanten geschwungenen Stahlbogens, der an einen Kleiderbügel erinnert. Der Spitzname hat sich fest eingebürgert.
Was macht die Brücke besonders?
Sie trägt Straße und Schiene zugleich auf einem einzigen Bauwerk. So überqueren Autos und Züge gemeinsam den Fehmarnsund.
Wird die Brücke ersetzt?
Sie wird ergänzt. Für den wachsenden Verkehr, auch im Zuge des Fehmarnbelt-Tunnels, entsteht ein zusätzliches Bauwerk. Der historische Kleiderbügel soll aber erhalten bleiben.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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