Ortstermin Hamburg Hauptbahnhof: 550.000 Reisende am Tag, 73 Meter Hallenspannweite – Deutschlands vollster Bahnhof

ORTSTERMIN

„Nächster Halt: Hamburg Hauptbahnhof. Bitte vorsehen – hier ist immer Betrieb.“

Ortstermin Hamburg Hauptbahnhof: 550.000 Reisende am Tag, 73 Meter Hallenspannweite – Deutschlands vollster Bahnhof

→ Ein Bahnhof am Anschlag – und doch das Herz des Nordens

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Kurz gesagt

Kein anderer Bahnhof in Deutschland ist so voll: Rund 550.000 Menschen strömen täglich durch den Hamburger Hauptbahnhof. Über ihnen spannt sich eine 73 Meter weite Halle aus Stahl und Glas – ein Meisterwerk von 1906, das längst an seine Grenzen stößt.

Die Zahlen zum Bahnhof

Wer den Hamburger Hauptbahnhof betritt, taucht in einen Strom aus Menschen ein, der nie versiegt. Rund 550.000 Reisende und Besucher passieren ihn Tag für Tag – mehr als jeden anderen Bahnhof in Deutschland. Damit gehört er zu den meistfrequentierten Bahnhöfen ganz Europas, und das auf einer Fläche, die für einen Bruchteil dieser Menge gebaut wurde.

Hamburg Hauptbahnhof in Zahlen

≈550.000

Reisende pro Tag

Deutschlands vollster Bahnhof

73 m

Spannweite der Halle

stützenfrei überspannt

1906

eröffnet

nach vier Jahren Bau

14

Bahnsteiggleise

Fern, Regional, S-Bahn

Verkehrsknoten für Fern-, Regional-, S- und U-Bahn-Verkehr.

Die Halle steht unter Denkmalschutz.

Die große Bahnhofshalle des Hamburger Hauptbahnhofs mit dem weiten Dach
Die weite Bahnhofshalle überspannt stützenfrei alle Gleise. Foto: Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Halle wie eine Kathedrale

Das Wahrzeichen des Bahnhofs ist sein Dach. In einem einzigen kühnen Bogen überspannt die Halle 73 Meter, ohne eine einzige Stütze dazwischen. Für das Jahr 1906 war das eine technische Sensation – eine gläserne Kathedrale des Verkehrs, unter der die Züge wie in einem Schiffsbauch liegen.

Wer von der Brücke über den Gleisen steht, blickt auf ein Gewölbe aus Stahl und Glas, durch das das Tageslicht auf die Bahnsteige fällt. Es ist dieser Raumeindruck, der den Hamburger Hauptbahnhof von einem bloßen Umsteigepunkt zu einem Ort macht, an dem man kurz stehen bleibt und nach oben schaut.

Innenansicht des Hamburger Hauptbahnhofs
Licht fällt durch das gewölbte Glasdach auf die Bahnsteige. Foto: Qwertzu111111, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof
Die Wandelhalle ist heute Einkaufs- und Durchgangsraum zugleich. Foto: Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Rund um die Gleise erstreckt sich die Wandelhalle, eine Ebene voller Geschäfte, Imbisse und Wege. Hier verschwimmt die Grenze zwischen Bahnhof und Einkaufszentrum – ein Ort, der auch dann pulsiert, wenn man gar keinen Zug erreichen will.

Südseite des Hamburger Hauptbahnhofs
Die denkmalgeschützte Fassade an der Südseite. Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

1906: geboren aus mehreren Bahnhöfen

Vor dem Hauptbahnhof hatte Hamburg ein Problem, das viele große Städte kannten: mehrere Kopfbahnhöfe verschiedener Bahngesellschaften, die alle irgendwo am Rand endeten und schlecht miteinander verbunden waren. Die Lösung war ein einziger, zentraler Durchgangsbahnhof, in dem alle Linien zusammenliefen.

1906 wurde er eröffnet und ersetzte die alten Endstationen. Aus dem Nebeneinander wurde ein Knoten – und dieser Knoten wuchs mit der Stadt, bis er zum vollsten Bahnhof des Landes wurde.

Historische Aufnahme des Hamburger Hauptbahnhofs um 1906
Der Bahnhof kurz nach seiner Eröffnung um 1906. Foto: unbekannt, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Der vollste Bahnhof Deutschlands

Fernzüge nach Berlin, München und ins Ausland, Regionalbahnen ins Umland, dazu ein dichter Takt aus S- und U-Bahnen: Im Hamburger Hauptbahnhof trifft sich alles. In der Hauptverkehrszeit wird es auf den schmalen Bahnsteigen dann eng – teils so eng, dass die Bahn den Zustrom aktiv lenken muss.

Diese Dichte ist Segen und Fluch zugleich. Sie macht den Bahnhof zum unschlagbar praktischen Umsteigepunkt – und zugleich zu einem der Orte, an denen die Grenzen der alten Infrastruktur am deutlichsten zu spüren sind.

Züge an den Bahnsteigen des Hamburger Hauptbahnhofs
Dichtes Gedränge der Züge an den Bahnsteigen. Foto: Bahnfrend, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ein ICE fährt in den Hamburger Hauptbahnhof ein
Ein ICE fährt in die Halle ein. Foto: Wikiolo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
S-Bahn der Linie S31 im Hamburger Hauptbahnhof
Auch die S-Bahn hält mitten im Getümmel. Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zu voll – und was geplant ist

Der Erfolg ist zum Problem geworden. Die Bahnsteige stammen aus einer Zeit, in der ein Bruchteil der heutigen Menschen reiste, und sind für den Andrang schlicht zu schmal. Seit Jahren wird deshalb über eine große Erweiterung diskutiert – breitere Bahnsteige, mehr Fläche, bessere Wege, damit der Knoten nicht am eigenen Erfolg erstickt.

Ein solcher Umbau bei laufendem Betrieb ist eine Mammutaufgabe: Man operiert gewissermaßen am offenen Herzen des Nordens, während täglich eine halbe Million Menschen hindurchströmt. Doch ohne ihn wird die Enge auf Dauer nicht zu bändigen sein.

Ansicht des Hamburger Hauptbahnhofs
Der Bahnhof ist zentraler Treffpunkt der Stadt. Foto: Daniel Mietchen, CC0, via Wikimedia Commons
Beleuchtetes Bahnhofsschild Hamburg Hbf bei Nacht
Auch nachts kommt der Betrieb kaum zur Ruhe. Foto: Clic, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Für Hamburg ist der Bahnhof damit weit mehr als eine Durchgangsstation. Er ist Tor zur Stadt, Treffpunkt und Wahrzeichen in einem – und ein täglicher Test dafür, wie viel Verkehr eine über hundert Jahre alte Halle verkraften kann.

Reisetipp

In der Hauptverkehrszeit lohnt es sich, Umstiege großzügig zu planen – die Bahnsteige sind oft überfüllt.

Für den Blick auf die Halle lohnt der Gang über die Fußgängerbrücke quer über die Gleise.

Wer Ruhe sucht, weicht auf die Randbereiche der Wandelhalle aus.

Häufige Fragen

Warum ist Hamburg Hauptbahnhof so voll?
Weil hier Fern-, Regional-, S- und U-Bahn-Verkehr auf engem Raum zusammentreffen und der Bahnhof zugleich mitten im Zentrum liegt. Diese Bündelung macht ihn extrem praktisch – und extrem voll.
Kann man den Bahnhof erweitern?
Geplant ist es. Weil er unter Denkmalschutz steht und mitten in der Stadt liegt, ist ein Umbau aber aufwendig und muss bei laufendem Betrieb erfolgen.

Weiterfahrt

→ Ortstermin Müngstener Brücke – 107 Meter hoch, 1897 erbaut, 950.000 Niete

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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