Ortstermin Müngstener Brücke: 107 Meter hoch, 1897 erbaut, 950.000 Niete – Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke

Bahn-Slam · Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, wir überqueren die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Unter Ihnen: 107 Meter Luft.“

Ortstermin: Die Müngstener Brücke

→ Seit 1897 spannt sich dieser Stahlbogen 107 Meter über das Tal – Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, zusammengehalten von fast einer Million Nieten.

Lesezeit: 8 Minuten · Ortstermin · Solingen und Remscheid

Kurz gesagt

Die Müngstener Brücke zwischen Solingen und Remscheid ist mit 107 Metern über der Wupper die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Sie wurde 1897 eröffnet, ist 465 Meter lang und ruht auf einem gewaltigen Stahlbogen mit 170 Metern Spannweite. Rund 5.000 Tonnen Stahl und etwa 950.000 Niete stecken in dem Bauwerk. Bis heute fahren dort Regionalzüge, unten lädt ein Brückenpark mit handbetriebener Schwebefähre zum Staunen ein – und seit 2021 bewirbt sich die Brücke um den Titel Weltkulturerbe.

Wer im Regionalzug von Solingen nach Remscheid fährt, spürt für ein paar Sekunden ein leichtes Kribbeln.

Dann liegt das Tal der Wupper 107 Meter tief unter den Rädern – so tief, dass die Bäume darunter wie Moos aussehen.

Die Müngstener Brücke ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, und sie trägt diesen Titel schon seit über 125 Jahren.

Ein Bauwerk aus dem Jahr 1897, das heute noch täglich Züge trägt.

Die Müngstener Brücke über dem Wuppertal
Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke spannt sich 107 Meter über die Wupper. Foto: Superbass, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Bogen aus dem Kaiserreich

Gebaut wurde die Brücke in nur gut zwei Jahren und 1897 eröffnet – damals noch als Kaiser-Wilhelm-Brücke.

Ihr Herzstück ist ein gewaltiger Stahlbogen mit 170 Metern Spannweite, der das Tal in einem einzigen Schwung überspannt.

Rund 5.000 Tonnen Stahl stecken in dem Bauwerk, zusammengehalten von etwa 950.000 Nieten – Schweißen war damals noch nicht üblich.

Erst nach dem Ersten Weltkrieg bekam sie ihren heutigen Namen, nach dem kleinen Ort Müngsten im Tal.

Die Brücke in Zahlen

107 m

Höhe über der Wupper

höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands

1897

Eröffnung

gebaut in gut zwei Jahren

465 m

Länge

zwischen Solingen und Remscheid

170 m

Spannweite des Bogens

ein einziger Schwung über das Tal

≈ 5.000 t

Stahl

für den gesamten Bau

≈ 950.000

Niete

Schweißen war noch nicht üblich

Quelle: Wikipedia „Müngstener Brücke“. Zahlen gerundet.

Regionalzug auf der Müngstener Brücke
Die S 7 „Der Müngstener“ quert die Brücke im Stundentakt. Foto: Freddy2001, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was heute darüberfährt

Die Brücke ist kein Museum, sondern Teil des Alltags.

Über sie rollt die S-Bahn-Linie S 7, die passenderweise „Der Müngstener“ heißt, dazu der Regional-Express RE 47.

Nach einer Sanierung ist die Achslast allerdings auf 21 Tonnen begrenzt – schwere Güterzüge bleiben außen vor.

So verbindet die Brücke bis heute zwei Städte, die sonst durch ein tiefes Tal getrennt wären.

Stahlbogen der Müngstener Brücke von unten
Von unten wird das Fachwerk aus Zehntausenden Streben sichtbar. Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Park unter der Brücke

Wer mutig ist, fährt nicht nur oben drüber, sondern geht unten drunter.

Im Brückenpark im Tal steht man direkt unter dem Stahlgeflecht und schaut den Zügen von unten zu.

Eine Besonderheit: eine handbetriebene Schwebefähre bringt Besucher über die Wupper – gezogen mit reiner Muskelkraft.

Und wer noch mehr will, kann bei Führungen über die Streben klettern: der sogenannte Brückensteig.

Die Müngstener Brücke im Tal
Zwischen den Hängen wird die Größe des Bauwerks erst richtig fassbar. Foto: InterCityImpress, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Auf dem Weg zum Welterbe

2021 startete die Bewerbung, die Müngstener Brücke gemeinsam mit anderen großen Bogenbrücken Europas zum UNESCO-Weltkulturerbe zu erklären.

2025 wurde sie als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet.

Beides zeigt: Die Brücke ist nicht nur ein Verkehrsweg, sondern ein Denkmal der Technikgeschichte.

Wenn Sie dort sind

Der beste Blick auf die ganze Brücke ist vom Brückenpark im Tal – und der Weg dorthin führt an der Wupper entlang.

Von oben, aus dem Zug, sieht man von der Brücke selbst wenig – dafür umso mehr Tal.

Wer die Schwebefähre nimmt, sollte mit anpacken: Sie fährt nur, wenn jemand kurbelt.

Häufige Fragen zur Müngstener Brücke

Ist die Müngstener Brücke die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands?
Ja. Mit 107 Metern über der Wupper ist sie die höchste Eisenbahnbrücke des Landes.
Wann wurde sie gebaut?
Sie wurde 1897 eröffnet, damals als Kaiser-Wilhelm-Brücke. Den heutigen Namen trägt sie seit 1918, nach dem Ort Müngsten im Tal.
Wie groß ist die Brücke?
Sie ist 465 Meter lang, ihr Stahlbogen überspannt 170 Meter. Rund 5.000 Tonnen Stahl und etwa 950.000 Niete stecken darin.
Welche Züge fahren heute darüber?
Die S-Bahn-Linie S 7 „Der Müngstener“ und der RE 47. Nach der Sanierung ist die Achslast auf 21 Tonnen begrenzt.
Kann man die Brücke besichtigen?
Ja. Im Brückenpark im Tal steht man direkt darunter, eine handbetriebene Schwebefähre quert die Wupper, und bei Führungen kann man über den Brückensteig auf das Bauwerk steigen.
Wird die Brücke Weltkulturerbe?
Sie bewirbt sich seit 2021 gemeinsam mit anderen europäischen Bogenbrücken um den Welterbe-Titel. 2025 wurde sie als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst ausgezeichnet.

Quellen

Wikipedia: „Müngstener Brücke“ – Höhe, Baujahr, Länge, Spannweite, Stahlmenge, Nietenzahl, heutiger Verkehr, Brückenpark, Welterbe-Bewerbung.

Stand: September 2026. Zahlen gerundet.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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