Ortstermin Hohenzollernbrücke Köln: 1.200 Züge am Tag, 409 Meter, eine halbe Million Liebesschlösser

Bahn-Slam · Ortstermin

„Nächster Halt: Köln Hauptbahnhof. Draußen links der Dom, unter uns der Rhein – und ringsum 500.000 Liebesschlösser.“

Ortstermin: Die Hohenzollernbrücke in Köln

→ Über diese Brücke rollen mehr Züge als über jede andere in Deutschland – und an ihr hängt das Liebesglück einer halben Million Paare.

Lesezeit: 8 Minuten · Ortstermin · Köln

Kurz gesagt

Die Hohenzollernbrücke ist mit rund 1.200 Zügen am Tag die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands. Sie ist 409 Meter lang, trägt sechs Gleise auf drei nebeneinanderliegenden Brückenzügen und führt direkt auf den Kölner Dom und den Hauptbahnhof zu. Gebaut wurde sie von 1907 bis 1911, am 6. März 1945 sprengten Wehrmacht-Pioniere sie, 1959 war der Wiederaufbau vollendet. Seit 2008 hängen Paare Vorhängeschlösser ans Geländer – 2015 schätzte man ihre Zahl auf eine halbe Million.

Es gibt Brücken, die man überquert, und Brücken, die man besucht.

Die Hohenzollernbrücke ist beides.

Wer mit dem Zug in Köln einfährt, rollt in den letzten Metern vor dem Hauptbahnhof über den Rhein – und hat den Dom so nah vor der Scheibe, dass man den Kopf in den Nacken legen muss.

Gleichzeitig ist diese Brücke der meistbefahrene Eisenbahn-Flaschenhals des Landes. Alles, was von Westen nach Köln will, muss hier drüber.

Hohenzollernbrücke und Kölner Dom über dem Rhein
Die Hohenzollernbrücke führt direkt auf den Kölner Dom zu. Foto: Nikolai Karaneschev, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die meistbefahrene Brücke des Landes

Rund 1.200 Züge überqueren die Hohenzollernbrücke an einem normalen Tag.

Damit gilt sie als die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands – in Spitzenzeiten fährt im Minutentakt ein Zug darüber.

Möglich macht das die Lage: Direkt hinter der Brücke liegt der Kölner Hauptbahnhof, einer der größten Knoten im Netz.

Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge aus dem ganzen Westen bündeln sich hier auf wenigen Gleisen über dem Fluss.

Die Brücke in Zahlen

≈ 1.200

Züge pro Tag

meistbefahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands

409 m

Länge

über den Rhein, Breite 29,5 m

6

Gleise

auf drei nebeneinanderliegenden Brückenzügen

1907–1911

Bauzeit

Baukosten: 14 Millionen Mark

6.3.1945

Sprengung

durch Wehrmacht-Pioniere, Wiederaufbau bis 1959

≈ 500.000

Liebesschlösser

Schätzung aus dem Jahr 2015

Quelle: Wikipedia „Hohenzollernbrücke (Köln)“. Zahlen gerundet.

Stahlbögen der Hohenzollernbrücke
Drei mächtige Bogenpaare tragen sechs Gleise über den Fluss. Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gebaut, gesprengt, wieder gebaut

Von 1907 bis 1911 entstand die Brücke als Prachtbau des Kaiserreichs – mit vier Reiterstandbildern preußischer Herrscher an den Rampen.

Am 6. März 1945 sprengten Pioniere der Wehrmacht die Brücke, um den vorrückenden Truppen den Weg zu nehmen.

Schon 1948 rollten wieder Züge über ein Provisorium, 1959 war der Wiederaufbau vollendet.

Die Reiterstandbilder überstanden den Krieg und stehen bis heute an ihren Rampen – die Könige wachen, die Züge rollen.

Liebesschlösser am Geländer der Hohenzollernbrücke
Seit 2008 hängen Paare Schlösser ans Geländer des Fußwegs. Foto: Uwe Meis, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine halbe Million Schlösser

Neben den Gleisen führt ein Fuß- und Radweg über den Rhein.

An seinem Geländer begann 2008 ein Brauch, der die Brücke weltberühmt machte: Paare hängen ein Vorhängeschloss an den Zaun und werfen den Schlüssel in den Fluss.

2011 zählte man rund 40.000 Schlösser, 2015 schätzte man ihre Zahl bereits auf eine halbe Million.

Die Bahn ließ sie gewähren – die Statiker winkten ab: Gegen das Gewicht der Züge fallen selbst Tonnen von Schlössern kaum ins Gewicht.

Liebesschlösser in Nahaufnahme
Jedes Schloss ein Versprechen, der Schlüssel im Rhein. Foto: Bin im Garten, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Tragen die Schlösser zum Problem bei?

Die Schätzungen reichen von einigen Tonnen aufwärts. Das klingt viel, ist für ein Stahlbauwerk dieser Größe aber nebensächlich.

Eine einzige voll beladene Güterzuggarnitur wiegt ein Vielfaches dessen, was alle Schlösser zusammen auf die Waage bringen.

Deshalb duldet die Bahn den Brauch: Er bringt Touristen, kostet wenig und gefährdet die Brücke nicht.

Wenn Sie dort sind

Der beste Blick auf Brücke und Dom ist nicht auf der Brücke selbst, sondern vom anderen Ufer in Köln-Deutz.

Zu Fuß braucht man über den Rhein rund zehn Minuten – mit Zügen, die im Sekundentakt neben einem donnern.

Wer Glück hat, sieht von hier, wie ein ICE, eine S-Bahn und ein Güterzug fast gleichzeitig über den Fluss ziehen.

Häufige Fragen zur Hohenzollernbrücke

Ist die Hohenzollernbrücke die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands?
Ja. Rund 1.200 Züge am Tag machen sie zur meistbefahrenen Eisenbahnbrücke des Landes. Möglich macht das der direkt dahinterliegende Kölner Hauptbahnhof.
Wie lang ist die Brücke und wie viele Gleise hat sie?
Sie ist 409 Meter lang und trägt sechs Gleise auf drei nebeneinanderliegenden Brückenzügen – für Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr.
Wurde die Brücke im Krieg zerstört?
Ja. Am 6. März 1945 sprengten Wehrmacht-Pioniere die Brücke. Ab 1948 fuhren wieder Züge über ein Provisorium, 1959 war der Wiederaufbau fertig.
Darf man ein Liebesschloss anbringen?
Der Brauch wird geduldet. Seit 2008 hängen Paare Schlösser ans Geländer des Fuß- und Radwegs; 2015 schätzte man ihre Zahl auf rund eine halbe Million.
Gefährden die Schlösser die Brücke?
Nein. Ihr Gewicht ist im Vergleich zur Last der Züge verschwindend gering, deshalb lässt die Bahn sie hängen.
Kann man zu Fuß über die Brücke gehen?
Ja, neben den Gleisen gibt es einen Fuß- und Radweg über den Rhein. Der schönste Blick auf Brücke und Dom ist vom Ufer in Köln-Deutz.

Quellen

Wikipedia: „Hohenzollernbrücke (Köln)“ – Verkehr, Abmessungen, Gleiszahl, Baugeschichte, Sprengung 1945, Wiederaufbau, Liebesschlösser.

Stand: September 2026. Zahlen gerundet.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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