Berlin Hauptbahnhof: Europas größter Kreuzungsbahnhof – Ortstermin auf fünf Ebenen

ORTSTERMIN

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Berlin Hauptbahnhof: Europas größter Kreuzungsbahnhof – Ortstermin auf fünf Ebenen

→ Ein Bahnhof aus Glas, in dem sich die Züge übereinander kreuzen

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Kurz gesagt

Oben rollen die Züge in die eine, tief unten in die andere Richtung: Der Berliner Hauptbahnhof ist der größte Kreuzungsbahnhof Europas. Auf fünf Ebenen aus Glas und Stahl treffen sich hier die Linien der Hauptstadt. Ein Ortstermin in einem der modernsten Bahnhöfe des Kontinents.

Europas größter Kreuzungsbahnhof

Die meisten Bahnhöfe sind flach – Gleise nebeneinander, ein Bahnsteig neben dem anderen. Der Berliner Hauptbahnhof denkt in Stockwerken. Hier kreuzen sich zwei Bahnstrecken im rechten Winkel, die eine hoch oben auf einer Brücke, die andere tief unten in einem Tunnel. Dazwischen liegen weitere Ebenen. Diese Bauweise macht ihn zum größten Kreuzungsbahnhof Europas.

Berlin Hauptbahnhof in Zahlen

2006

eröffnet

für die neue Hauptstadt

5

Ebenen

übereinander gestapelt

Nr. 1

in Europa

größter Kreuzungsbahnhof

≈1.800

Züge pro Tag

auf zwei Kreuzungsebenen

Oben verläuft die Ost-West-Strecke, unten die Nord-Süd-Strecke.

Der Bahnhof steht auf dem Gelände des historischen Lehrter Bahnhofs.

Der Berliner Hauptbahnhof von Westen
Der gläserne Baukörper des Berliner Hauptbahnhofs von Westen. Foto: Denis Barthel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zwei Ebenen, die sich kreuzen

Das Prinzip ist so einfach wie kühn. Auf der obersten Ebene, hoch über dem Boden, verläuft die Ost-West-Strecke auf der historischen Stadtbahn-Brücke. Ganz unten, tief im Boden, führt die neue Nord-Süd-Strecke durch einen Tunnel. Wer von der einen auf die andere umsteigen will, fährt mit Rolltreppen und Aufzügen durch die Ebenen dazwischen.

So entsteht ein Bahnhof, in dem man die Züge buchstäblich übereinander fahren sieht. Steht man auf einer der mittleren Ebenen, gleitet über einem ein Regionalzug ins Licht, während tief unten eine andere Bahn in den Tunnel taucht. Es ist ein Schauspiel, das man an kaum einem anderen Bahnhof erlebt.

Die gläsernen Ebenen im Berliner Hauptbahnhof
Durch die gläsernen Ebenen fällt das Licht bis nach unten. Foto: Roy Zuo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die verglaste Bahnhofshalle des Berliner Hauptbahnhofs
Rolltreppen verbinden die übereinanderliegenden Ebenen. Foto: Roy Zuo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Diese vertikale Anordnung spart Platz und verbindet zwei Strecken, die sonst nie zusammengekommen wären. Der Bahnhof ist damit nicht nur groß, sondern auch ein cleveres Stück Ingenieurskunst mitten in der Stadt.

Eine S-Bahn auf der oberen Ebene des Berliner Hauptbahnhofs
Auf der oberen Ebene hält die S-Bahn auf der Stadtbahn. Foto: Martin Falbisoner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Glas, Stahl und Licht

Was den Berliner Hauptbahnhof über seine Technik hinaus auszeichnet, ist seine Architektur. Eine riesige, geschwungene Glashalle überspannt die obere Ebene und lässt Tageslicht bis tief hinunter fallen. Die tragende Konstruktion aus filigranem Stahl wirkt eher leicht als wuchtig – ein bewusster Gegensatz zu den steinernen Bahnhofspalästen früherer Zeiten.

Vor allem am Abend entfaltet der Bau seinen Reiz, wenn er von innen erleuchtet über der Spree steht wie ein gläserner Kristall. Der Bahnhof ist so selbst zu einer Sehenswürdigkeit der Hauptstadt geworden.

Der Berliner Hauptbahnhof an der Spree
Der Bahnhof liegt direkt an der Spree im Herzen Berlins. Foto: Daniel Schwen, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Der Berliner Hauptbahnhof bei Nacht
Nachts leuchtet der gläserne Bau wie ein Kristall. Foto: Ansgar Koreng, CC BY 3.0 de, via Wikimedia Commons

Vom Lehrter Bahnhof zum Hauptbahnhof

Wo heute der moderne Glasbau steht, lag einst der Lehrter Bahnhof, ein prächtiger Kopfbahnhof des 19. Jahrhunderts. Im Krieg zerstört und später abgerissen, verschwand er fast völlig. Nach der Wiedervereinigung entschied man sich, an dieser Stelle einen völlig neuen, zentralen Bahnhof für die zusammenwachsende Hauptstadt zu errichten.

2006 wurde er eröffnet, rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft. Aus dem alten Lehrter Bahnhof wurde so der neue Berlin Hauptbahnhof – ein Symbol für den Neuanfang der Stadt und ihres Bahnverkehrs.

Der Lehrter Bahnhof in Berlin um 1900
Der historische Lehrter Bahnhof um 1900 – der Vorgängerbau. Foto: Waldemar Titzenthaler, gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs 2006
Die feierliche Eröffnung des neuen Bahnhofs im Jahr 2006. Foto: Jochen Teufel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Bahnhof für die neue Hauptstadt

Der Hauptbahnhof ist mehr als ein Verkehrsknoten; er ist ein Statement. Nach Jahrzehnten der Teilung, in denen Berlin über viele kleine Bahnhöfe verstreut angebunden war, bündelt er den Fern- und Nahverkehr an einem zentralen Ort. Von hier aus erreicht man in alle Himmelsrichtungen das Land und das benachbarte Ausland.

Zugleich fügt er sich in ein neues Regierungsviertel ein, zwischen Kanzleramt und Reichstag. Der Bahnhof steht damit sinnbildlich für das Berlin nach der Wende: modern, offen und auf Bewegung ausgelegt.

Die Ostseite des Berliner Hauptbahnhofs
Die Ostseite des Bahnhofs mit ihrer klaren Glasfassade. Foto: Ansgar Koreng, CC BY 3.0 de, via Wikimedia Commons
Der Berliner Hauptbahnhof von der Moltkebrücke
Blick von der Moltkebrücke auf den Bahnhof an der Spree. Foto: DimiTalen, CC0, via Wikimedia Commons

So ist der Berliner Hauptbahnhof zugleich Verkehrsmaschine und Wahrzeichen: ein Ort, an dem sich täglich hunderttausende Reisende durch fünf Ebenen bewegen und der doch nie hektisch, sondern hell und übersichtlich wirkt. Kaum ein Bahnhof verkörpert das moderne Reisen so sehr wie dieser.

Reisetipp

Wer die Kreuzung erleben will, stellt sich auf eine mittlere Ebene und beobachtet die Züge oben und unten.

Die Glashalle wirkt am schönsten bei Sonnenschein und am Abend, wenn sie beleuchtet ist.

Vom Ufer der Spree hat man den besten Blick auf den gesamten Baukörper.

Häufige Fragen

Was ist ein Kreuzungsbahnhof?
Ein Bahnhof, in dem sich zwei Strecken auf verschiedenen Ebenen kreuzen – hier die obere Ost-West- und die untere Nord-Süd-Strecke. Berlin ist der größte dieser Art in Europa.
Warum wurde er auf mehreren Ebenen gebaut?
Weil sich zwei wichtige Strecken im rechten Winkel treffen. Statt sie nebeneinander zu legen, stapelte man sie übereinander – das spart Platz mitten in der Stadt und verbindet beide Richtungen direkt.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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