Wie lang ist das Schienennetz? Kilometer, Brücken, Tunnel und Weichen – die Bahn in Zahlen

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie befinden sich gerade auf einem von 33.400 Kilometern. Die übrigen warten auf Sie.“

Wie lang ist das Schienennetz?

→ Das Netz ist ein Nervensystem aus Stahl: 33.400 Kilometer Bahnen, 64.738 Gelenke, 2.636 Gehirne.

Lesezeit: 8 Minuten · Netz & Infrastruktur

Kurz gesagt

Das deutsche Schienennetz der DB InfraGO ist 33.400 Kilometer lang – dreimal so lang wie alle Autobahnen zusammen. Rechnet man jedes einzelne Gleis, sind es rund 61.000 Kilometer. Dazu gehören 5.400 Bahnhöfe, rund 25.700 Brücken, 745 Tunnel, 64.738 Weichen und 2.636 Stellwerke, in denen etwa 14.000 Menschen den Verkehr steuern. Jeden Tag rollen darüber mehr als 50.000 Züge. 2025 hat die Bahn 2.173 Kilometer Gleis und 2.065 Weichen erneuert und rund 19 Milliarden Euro in dieses Netz gesteckt.

Drei Uhr nachts in einem Stellwerk irgendwo in Deutschland.

Auf dem Bildschirm wandert ein grüner Strich über eine Karte, ein Güterzug, der nach Maschen will.

Die Fahrdienstleiterin stellt eine Weiche, drei Signale springen um, und 80 Kilometer weiter bremst ein Lokführer, den sie nie sehen wird.

So geht das die ganze Nacht, an 2.636 Orten gleichzeitig.

Das Schienennetz ist ein Nervensystem aus Stahl: Die Strecken sind die Bahnen, die Weichen die Gelenke, die Stellwerke die Gehirne.

Und wie bei jedem Nervensystem merkt man erst, wie groß es ist, wenn irgendwo etwas klemmt.

Gleisfeld mit Signalen und Oberleitung
Ein Gleisfeld im Ruhrgebiet: Signale, Weichen, Oberleitung – ein winziger Ausschnitt aus 33.400 Kilometern. Foto: Platte, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

33.400 Kilometer – und was das heißt

Die DB InfraGO, die Infrastrukturtochter der Bahn, betreibt 33.400 Kilometer Strecke.

Das ist dreimal so lang wie alle deutschen Autobahnen zusammen.

Es ist auch gut vier Fünftel des Erdumfangs.

Strecke heißt dabei: der Weg von A nach B, egal ob dort ein Gleis liegt oder vier.

Zählt man jedes Gleis einzeln, kommt man auf rund 61.000 Kilometer – anderthalbmal um die Erde.

Etwa 60 Prozent der Strecken haben eine Oberleitung; weil das die wichtigen Hauptstrecken sind, fahren trotzdem rund neun von zehn Zügen elektrisch.

Das Netz in Zahlen

33.400 km

Streckennetz

dreimal so lang wie alle Autobahnen

≈ 61.000 km

Gleis

jedes Gleis einzeln gezählt

5.400

Bahnhöfe & Stationen

mit 1.900 Kilometern Bahnsteigkante

≈ 25.700

Brücken

aus Stahl, Beton und Stein

745

Tunnel

der längste: Landrückentunnel, 10.779 Meter

64.738

Weichen

die Gelenke des Netzes

2.636

Stellwerke

bedient von rund 14.000 Menschen

> 50.000

Züge pro Tag

Personen- und Güterverkehr aller Bahnen

Quelle: DB InfraGO AG, Medienpaket „Die gemeinwohlorientierte Infrastrukturgesellschaft“ und Bilanz 2025. Gleislänge und Elektrifizierungsgrad gerundet.

Die Bauwerke: Brücken, Tunnel, Bahnsteige

Rund 25.700 Brücken tragen das Netz über Flüsse, Täler und Straßen.

Viele davon sind älter als hundert Jahre – die Göltzschtalbrücke im Vogtland steht seit 1851.

745 Tunnel führen durch Berge; der längste, der Landrückentunnel auf der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg, misst 10.779 Meter.

Und dann sind da die Bahnsteige: 1.900 Kilometer Kante, an der Menschen ein- und aussteigen.

Aneinandergelegt reichen die Bahnsteige von Flensburg bis Rom.

Die Gelenke: 64.738 Weichen

Ohne Weichen wäre eine Eisenbahn nur ein sehr langer, sehr gerader Strich.

64.738 dieser Gelenke sorgen dafür, dass Züge überholen, abbiegen und Bahnsteige wechseln können.

Jede einzelne muss im Winter beheizt, im Sommer geölt und das ganze Jahr gemessen werden.

2025 hat die Bahn 2.065 davon komplett erneuert – im Schnitt fast sechs pro Tag.

Die Gehirne: 2.636 Stellwerke

In den Stellwerken sitzen die Menschen, die den Verkehr lenken: rund 14.000 Zugverkehrssteuerer, früher Fahrdienstleiter genannt.

Die Technik reicht von mechanischen Hebelbänken aus der Kaiserzeit bis zu digitalen Stellwerken, die von einem Bildschirm aus hunderte Kilometer steuern.

Genau diese Mischung ist das Problem: Ein Stellwerk von 1912 und eines von 2025 sprechen nicht dieselbe Sprache.

60 neue Stellwerke sind 2025 in Betrieb gegangen; die Umstellung des ganzen Netzes auf digitale Technik wird noch Jahrzehnte dauern.

Ein Tag im Netz

Mehr als 50.000 Züge fahren täglich über das Netz – ICE, Regionalbahnen, S-Bahnen, Güterzüge aller Bahnunternehmen, nicht nur der DB.

Rund 21 Millionen Menschen sind jeden Tag an den 5.400 Bahnhöfen unterwegs, als Fahrgäste, Abholer oder Durchgeher.

2025 zählte die DB allein in ihren eigenen Zügen 1,93 Milliarden Reisende – so viele wie nie zuvor.

Was 2025 gebaut wurde

Rund 19 Milliarden Euro flossen 2025 in die Infrastruktur, mehr als je zuvor.

Dafür wurden 2.173 Kilometer Gleis erneuert, 2.065 Weichen getauscht und 60 Stellwerke neu in Betrieb genommen.

Das klingt nach viel – und ist bei 61.000 Kilometern Gleis trotzdem nur ein Bruchteil.

Deshalb saniert die Bahn 40 besonders belastete Korridore am Stück: Die Riedbahn 2024 war der erste, Hamburg–Berlin der zweite.

Warum das Netz trotzdem hakt

Ein Netz dieser Größe altert an jedem Tag an jeder Stelle gleichzeitig. Jahrzehntelang wurde weniger erneuert, als verschlissen ist – die Rechnung kommt jetzt in Form von Langsamfahrstellen und Baustellen.

Jede Weiche, jedes Stellwerk, jede Brücke ist ein möglicher Ausfallpunkt. Bei 64.738 Weichen reicht ein Promille Störungen für 65 Probleme am Tag.

Und das Netz ist voll: Auf den Hauptkorridoren fahren mehr Züge, als die Strecken vertragen. Deshalb wirkt jede kleine Störung wie ein Stein in einem vollen Bach.

Häufige Fragen zum Schienennetz

Wie lang ist das deutsche Schienennetz?
Das Netz der DB InfraGO ist 33.400 Kilometer lang. Zählt man jedes Gleis einzeln, sind es rund 61.000 Kilometer. Dazu kommen einige tausend Kilometer anderer Eisenbahnen, etwa Privatbahnen und Werksbahnen.
Wie viele Bahnhöfe gibt es?
Rund 5.400 Bahnhöfe und Haltepunkte, betreut von knapp 8.000 Beschäftigten. Die Bahnsteige messen zusammen etwa 1.900 Kilometer.
Wie viele Brücken und Tunnel hat die Bahn?
Rund 25.700 Brücken und 745 Tunnel. Der längste Tunnel ist der Landrückentunnel zwischen Hannover und Würzburg mit 10.779 Metern.
Wie viele Weichen gibt es?
64.738 Weichen. 2025 wurden 2.065 davon erneuert.
Was ist ein Stellwerk?
Der Ort, von dem aus Weichen und Signale gestellt werden. Es gibt 2.636 davon, von mechanischen Anlagen bis zu digitalen Stellwerken. Rund 14.000 Menschen arbeiten dort.
Wie viele Züge fahren pro Tag?
Mehr als 50.000 Züge aller Bahnunternehmen – Personen- und Güterverkehr zusammen.
Ist das ganze Netz elektrifiziert?
Nein, nur rund 60 Prozent der Strecken haben eine Oberleitung. Weil das die Hauptstrecken sind, fahren trotzdem etwa neun von zehn Zügen elektrisch.
Wie viel investiert die Bahn ins Netz?
2025 rund 19 Milliarden Euro, größtenteils aus Bundesmitteln. Erneuert wurden 2.173 Kilometer Gleis, 2.065 Weichen und 60 Stellwerke.

Quellen

DB InfraGO AG: Medienpaket „Die gemeinwohlorientierte Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn AG“; Deutsche Bahn: „Bilanz 2025 – DB InfraGO verbaut mehr als 19 Milliarden Euro“ und Bilanzpressemitteilung 2025; Allianz pro Schiene: „Schienennetz Deutschland“.

Gleislänge, Elektrifizierungsgrad und Vergleiche sind gerundet. Stand: September 2026.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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