Bahn-Slam · Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, Ihr Zug wird heute von einer Stadt gefahren. Sie heißt Deutsche Bahn und hat 227.400 Einwohner.“
Wie viele Menschen arbeiten bei der Bahn?
→ Die Bahn ist eine Stadt so groß wie Mainz – und die ganze Stadt geht jeden Morgen zur Arbeit.
Lesezeit: 7 Minuten · Menschen & Berufe
Kurz gesagt
Rund 227.400 Menschen arbeiten weltweit für den DB-Konzern, davon etwa 217.000 in Deutschland – so viele wie eine Großstadt Einwohner hat. Vor dem Verkauf der Logistiktochter Schenker waren es über 300.000. Die größte Gruppe arbeitet bei der Infrastruktur: über 60.000 Menschen halten Gleise, Weichen und Stellwerke in Schuss. Rund 14.000 steuern den Verkehr in den Stellwerken, knapp 8.000 kümmern sich um die Bahnhöfe. Der Bedarf an Lokführern liegt bei rund 18.700, an Zugbegleitern bei 11.500 – und die Bahn stellt seit Jahren jährlich mehr als 20.000 Menschen neu ein.
Halb fünf Uhr morgens in einem Betriebswerk.
Eine Lokführerin geht mit der Taschenlampe um ihren Zug, ein Zugbegleiter prüft die Türen, im Stellwerk nebenan stellt jemand die erste Fahrstraße des Tages.
Drei Menschen, drei Berufe – und keiner von ihnen sieht die anderen.
Rechnet man alle zusammen, die an diesem Morgen bei der Bahn anfangen, kommt eine Stadt heraus.
Eine Stadt so groß wie Mainz, in der jeder einen Job hat und alle gleichzeitig zur Arbeit gehen.
Und wie in jeder Stadt kennt man nur die, die man sieht: den Schaffner, die Frau am Schalter, den Mann mit der Warnweste.

Die große Zahl
Rund 227.400 Menschen arbeiten weltweit für den DB-Konzern.
Etwa 217.000 davon in Deutschland – damit ist die Bahn einer der größten Arbeitgeber des Landes.
Noch 2022 waren es 320.000, weil die Logistiktochter DB Schenker mitgezählt wurde.
Seit ihrem Verkauf 2025 ist der Konzern kleiner, aber wieder das, was der Name sagt: eine Eisenbahn.
Die Bahn als Arbeitgeber
227.400
Beschäftigte weltweit
ohne DB Schenker, nach dem Verkauf 2025
217.000
davon in Deutschland
so viele wie eine Großstadt Einwohner hat
> 60.000
bei der Infrastruktur
DB InfraGO: Gleise, Weichen, Stellwerke, Bahnhöfe
≈ 14.000
im Stellwerk
Zugverkehrssteuerer, früher Fahrdienstleiter
18.700
Lokführer-Bedarf
laut einer Antwort der Bundesregierung im Bundestag
11.500
Zugbegleiter-Bedarf
dieselbe Quelle
Quellen: Deutsche Bahn („Mitarbeitende in Zahlen“), DB InfraGO, Deutscher Bundestag (hib-Meldung zum Personalbedarf). Alle Zahlen gerundet.
Wer was macht
Die größte Gruppe sieht man fast nie: Über 60.000 Menschen arbeiten bei der DB InfraGO, der Gesellschaft für Gleise, Weichen, Stellwerke und Bahnhöfe.
Rund 14.000 von ihnen sitzen in den 2.636 Stellwerken und lenken den Verkehr.
Knapp 8.000 kümmern sich um die 5.400 Bahnhöfe.
Die Bahn zählt rund 500 verschiedene Berufe – vom Lokführer bis zur Brückenprüferin, vom Fahrdienstleiter bis zum Koch im Bordbistro.
Der Lokführer, den alle kennen, ist mit einem Bedarf von 18.700 nur ein kleiner Teil der Stadt.
Die Suche
Die Bahn stellt seit Jahren jährlich mehr als 20.000 Menschen neu ein.
Nicht, weil sie so schnell wächst – sondern weil jedes Jahr Tausende in Rente gehen und die Bahn älter ist als viele andere Firmen.
Die Branche rechnet damit, dass sie in den kommenden Jahren jährlich 5.000 bis 10.000 neue Lokführerinnen und Lokführer braucht.
Deshalb wirbt die Bahn um Quereinsteiger: Wer einen Beruf hat, kann in rund einem Jahr Lokführer werden.
Am anderen Ende baut sie ab: 2024 fielen rund 1.000 Stellen in der Verwaltung weg, weitere sollen folgen.
Was ein Mensch bei der Bahn bewegt
2025 zählte die Bahn 1,93 Milliarden Reisende in ihren Zügen. Geteilt durch 217.000 Beschäftigte sind das rund 8.900 Fahrgäste pro Kopf und Jahr.
Jeder dieser Menschen ist im Schnitt für 150 Meter Strecke, für ein Drittel Weiche und für ein Achtzigstel Stellwerk zuständig – wenn man die Infrastruktur auf alle verteilt.
Die Rechnung ist natürlich Spielerei. Aber sie zeigt: Die Bahn ist kein Büro mit Zügen davor, sondern ein Handwerksbetrieb in Landesgröße.
Warum das alle betrifft
Wenn ein Zug ausfällt, steht in der Anzeige oft „Personalmangel“.
Dahinter steckt keine Faulheit, sondern Mathematik: Wer 18.700 Lokführer braucht und ein paar hundert zu wenig hat, muss jeden Tag irgendwo einen Zug streichen.
Und wer in der Verwaltung spart, muss aufpassen, dass die Planer, die Dienstpläne und Baustellen koordinieren, nicht die Ersten sind, die gehen.
Die Stadt namens Bahn ist nur so gut wie die Leute, die morgens um halb fünf um den Zug gehen.
Zum Vergleich
Die Bundeswehr hat rund 180.000 Soldatinnen und Soldaten – die Bahn in Deutschland hat mehr Beschäftigte.
Mainz hat etwa 220.000 Einwohner. Würde die ganze Bahn dort wohnen, wäre die Stadt voll.
Und trotzdem: Auf jeden Beschäftigten kommen jeden Tag rund 24 Fahrgäste, die von ihm nichts sehen.
Häufige Fragen zu den Menschen bei der Bahn
Wie viele Mitarbeiter hat die Deutsche Bahn?
Wie viele Lokführer hat die Bahn?
Wo arbeiten die meisten?
Wie viele Menschen stellt die Bahn ein?
Baut die Bahn Stellen ab?
Wie viele Berufe gibt es bei der Bahn?
Warum fehlen Züge wegen Personalmangel?
Ist die Bahn der größte Arbeitgeber Deutschlands?
Quellen
Deutsche Bahn: „Mitarbeitende in Zahlen“ (Konzernprofil) und Bilanzpressemitteilung 2025; DB InfraGO: Medienpaket; Deutscher Bundestag, hib-Meldung „Personalbedarf von 18.700 Lokführern“; DB Jobs zum Quereinstieg als Lokführer.
Alle Zahlen gerundet. Stand: September 2026.
Weiterfahrt
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→ Was verdient ein Lokführer? – Gehalt, Zulagen und Einstieg
