Was verdient ein Lokführer? Gehalt, Zulagen und Einstieg

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Ihr Triebfahrzeugführer heute: seit vier Uhr auf den Beinen.“

Was verdient ein Lokführer?

→ Sein Arbeitsplatz ist eine Kanzel aus Glas, die mit Tempo 200 durch die Nacht saust. Was steht dafür auf dem Lohnzettel?

Lesezeit: 6 Minuten · Zahlen-Explainer · Im Führerstand

Kurz gesagt

Ein Lokführer bei der Deutschen Bahn beginnt mit rund 3.100 bis 3.600 Euro brutto im Monat.

Mit Erfahrung sind bis zu 4.500 Euro drin, dazu kommen Zulagen von 300 bis 800 Euro für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste.

Übers Jahr landen viele bei 45.000 bis 55.000 Euro.

Die DB nennt selbst eine Spanne bis 56.000 Euro.

Kein Reichtum — aber ein solides Gehalt für einen Beruf mit großer Verantwortung.

Es ist kurz nach vier Uhr morgens.

Die Stadt schläft, die Bahnsteige sind leer, nur eine Reinigungsmaschine surrt in der Halle.

Er steht schon im Führerstand.

Prüft die Bremsen, liest den Fahrplan, wartet auf das grüne Signal.

Wenn du später einsteigst, deinen Kaffee trinkst und aus dem Fenster schaust, ist er längst wach.

Er trägt die Verantwortung für einen ganzen Zug voller Menschen.

Ein Beruf mit vielen frühen Morgen und späten Nächten.

Die Frage ist: Was verdient man damit?

Das Gehalt eines Lokführers bei der DB

3.100–3.600 €

Einstieg / Monat

brutto, nach der Qualifikation

bis 4.500 €

Mit Erfahrung / Monat

brutto, ohne Zulagen

+300–800 €

Zulagen / Monat

Nacht, Wochenende, Feiertag

45.000–55.000 €

Im Jahr

realistisch mit Zulagen

Die DB selbst nennt eine Gehaltsspanne bis rund 56.000 Euro im Jahr.

Werte gerundet; je nach Tarifvertrag (GDL/EVG), Erfahrung und Einsatzort unterschiedlich.

Blick aus dem Führerstand eines ICE auf die Strecke
Symbolbild, mit KI erstellt.

Warum die Zulagen so wichtig sind

Das Grundgehalt ist nur die halbe Wahrheit.

Der Zug fährt nicht von neun bis fünf.

Er fährt nachts, am Sonntag, an Weihnachten.

Und für genau diese unbequemen Zeiten gibt es Zuschläge.

Diese Zulagen können sich läppern — unter Umständen fast tausend Euro im Monat obendrauf.

Wer viele Nacht- und Feiertagsschichten fährt, verdient spürbar mehr als jemand mit ruhigen Tagesdiensten.

Das Gehalt eines Lokführers hängt also stark davon ab, wann er arbeitet — nicht nur, wie lange.

Der Preis der Zulage

Mehr Geld heißt hier fast immer: mehr Nächte, mehr Wochenenden, mehr Feiertage weg von der Familie. Die Zulage ist kein Geschenk, sondern die Bezahlung für einen Lebensrhythmus gegen die Uhr.

Wie man überhaupt Lokführer wird

Man muss nicht von klein auf davon geträumt haben.

Der Weg ist offener, als viele denken.

Klassisch gibt es eine dreijährige Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst.

Doch die Bahn sucht so dringend Personal, dass sie auch Quereinsteiger nimmt.

Wer aus einem anderen Beruf kommt, kann sich in rund einem Jahr umschulen lassen — bezahlt, mit Prüfung, mit sicherer Aussicht auf den Job.

Denn Lokführer sind knapp.

Der Mangel ist einer der Gründe, warum Züge ausfallen.

Mehr dazu steht im Beitrag zum Personalmangel bei der Bahn.

Häufige Fragen zum Lokführer-Beruf

Verdient ein ICE-Lokführer mehr als ein Güterzug-Lokführer?
Die Grundgehälter sind ähnlich, richten sich nach Tarifvertrag und Erfahrung. Unterschiede entstehen vor allem durch die Zulagen — also durch Schichtlage, Nachtdienste und Einsatzort, weniger durch die Zugart.
Wie viele Stunden arbeitet ein Lokführer?
In der Regel eine normale Vollzeitwoche, aber verteilt auf Schichten rund um die Uhr. Früh-, Spät- und Nachtdienste wechseln sich ab, oft auch am Wochenende und an Feiertagen.
Braucht man Abitur?
Nein. Für die Ausbildung reicht meist ein mittlerer Schulabschluss. Wichtiger als Zeugnisse sind gesundheitliche und psychologische Eignung — Sehkraft, Reaktionsvermögen, Belastbarkeit werden geprüft.
Warum werden Lokführer so dringend gesucht?
Viele erfahrene Fahrer gehen in Rente, gleichzeitig soll mehr Bahn gefahren werden. Es kommen nicht genug nach. Deshalb wirbt die DB stark um Quereinsteiger und bildet selbst aus.
Was passiert, wenn ein Lokführer krank wird?
Dann kann der Zug ausfallen, wenn kein Ersatz da ist. Anders als beim Auto kann nicht einfach jemand einspringen — man braucht die Fahrerlaubnis für genau diese Strecke und dieses Fahrzeug.
Ist der Beruf sicher?
Sehr. Lokführer werden händeringend gesucht, der Arbeitsplatz gilt als krisenfest. Wer die Ausbildung besteht, hat beste Aussichten auf einen unbefristeten Job.

Das Fazit in einem Satz

Ein Lokführer verdient kein Vermögen, aber ein ehrliches, sicheres Gehalt — und einen guten Teil davon dafür, dass er wach ist, wenn alle anderen schlafen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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